African Dope Soundsystem

Dancehall und Dub sind über die letzten Jahre weiter in den Pop-Vordergrund gerückt. Es sind keine Nischen-Genres mehr, sondern durchaus ertragreiche Geschäftsfelder der Industrie.Aushängeschilder sind etwa die Labels VP Records und Greensleeves. Jetzt muss man dieser vagen Reihe mindestens einen weiteren Kandidaten hinzufügen: African Dope Records aus Cape Town (Südafrika). Denn auch in Afrika weiß man zu dubben und zu toasten. Man muss sich nur Tracks von Black Dillinger, Teba oder Red Lion anhören.

(7 Fritten)

Various: African Dope Soundysytem
African Dope/Alive
VÖ: 14.03.2005

Was lesen wir denn derzeit?

Back to the roots. Als der deutsche Kriminalroman noch Literatur war und nicht nach der Anzahl der Leichen und Schusswechsel taxiert wurde. Das Buch, „Stopfkuchen“ von Wilhelm Raabe (1831 – 1910), ist kein Thriller. Aber spannend.

Ja, ganz ehrlich gesagt: Es ist noch nicht mal ein Krimi im heute gebräuchlichen Sinne. „Eine See- und Mordgeschichte“ heißt der Untertitel, und das stimmt irgendwie auch. Eduard, der es zu einer Farm in Südafrika gebracht hat, befindet sich auf der Rückreise von einem Heimatbesuch und schreibt seine Erlebnisse und Erinnerungen an Bord des Schiffes auf. Im Mittelpunkt steht „Stopfkuchen“, der dickste, faulste, gefräßigste Freund aus der Jugendzeit. Er sitzt als Landwirt in der „Roten Schanze“, nachdem er die Tochter des Besitzers geheiratet hat, der wiederum einen Mord an einem gewissen Kienbaum begangen haben soll, was allerdings nie bewiesen werden konnte.

Weiter bin ich noch nicht. Nach einem guten Viertel lässt sich kaum absehen, wohin das alles führen wird. Kein gewöhnlicher Krimi, das steht schon mal fest, und hier befindet sich Raabe gänzlich in der Tradition von Schiller, Kleist oder Fontane, deren „Krimis“ ebenfalls keine sind, doch mit durchaus genretypischen Versatzstücken arbeiten. Aber das ist ein anderes Thema und wird hier noch angemessen behandelt werden.

Jedenfalls lese ich den „Stopfkuchen“ momentan mit wachsendem Vergnügen. Das liegt vor allem an Raabes flexibler Sprache, seinem Witz und seinem untrüglichen Gespür für Prosakonstruktion. Sämtlich Eigenschaften, die man als guter (Krimi-)Romanautor schon haben sollte. →Lest halt mal rein!

M. Ward: Transistor Radio

M. (Matt) Ward ist ein begnadeter Songschreiber und zählt – zumindest was die jüngere Generation an Musikern betrifft – mit Bonnie „Prince“ Billy alias Will Oldham, Jason Molina (ex-Songs:Ohia), und David Eugene-Edwards von 16 Horsepower und Woven Hand zu den größten seines Fachs. Ihn allen ist gemein, bewegende Songs zu schreiben und diese mit einer Stimme zu verzieren, die unter die Haut geht.

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Crime School: Das Klassenziel

Ein Riss geht durch Krimideutschland. Kann man die Qualität eines Kriminalromans nach „objektiven“ Kriterien beurteilen? Was ist von Ratgebern zu halten, die dir versprechen, auch DU seist in der Lage, einen „verdammt guten Krimi“ zu verfassen? Die Wogen gehen hoch, die Krimiblogs werden zu Schlachtfeldern. Grund genug für die Besonnenen aus der HINTERNET-Redaktion, mäßigend und belehrend einzugreifen.

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Traening: Better Than This

Die/der Verfasser(in) des Infoblattes hat vollkommen recht: Diese Musik ist was für Freunde von Björk, den Cardigans und Cat Power. Zumal die Stimme von Sängerin Marie Eline Hansen oft an die von Björk erinnert. Andererseits aber auch an Betty Mugler von Hidalgo, einst The Charming Prophets – doch die kennt leider keine Sau (mehr). Oder auch an Polly Jean Harvey. Belassen wir es dabei.

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work in progress: Zeithäute

Da ein Weblog ja auch ein Arbeitstagebuch sein kann, gibt es fortan mehr oder weniger regelmäßig Einblicke in die Werkstatt des Krimiautors. Mit der klaren Aufforderung: Mailt mir eure Meinung!

Denn darum geht es. Normalerweise werkelt der Autor still vor sich hin, belästigt hin und wieder Frau und Freunde mit seinem Elaborat (bis die Frau nicht mehr seine Frau ist, die Freunde nicht mehr seine Freunde sind). Warum nicht der potentiellen Leser belästigen? Ihn als Kritiker missbrauchen?

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Various Artists: MTV Mash Presents !K7 Trash

Der gleichnamigen Sendung auf „MTV“ nacheifernd, werden auf dieser kurzweiligen und spannenden Platte Songs auf dem Studio !K7-Umfeld ineinander gemixt. Vikter Duplaix, Peace Orchestra, die obergeile Princess Superstar, (Matthew) Herbert, Ghost Cauldron… sie sind alle irgendwann und irgendwo zu hören. Ein Genie, wer stets weiß, was gerade nebeneinander herläuft.

(8 Fritten)

Various Artists: MTV Mash Presents !K7 Trash
(!K7/Rough Trade)

Arno Schmidt: Die Referenzbibliothek

Wenn man die Wohnung eines Menschen betritt, mustert man zunächst seine Bibliothek. So jedenfalls machen wir das vom HINTERNET. Und nicht selten rufen wir aus: „Ha! Möcht ich auch haben! Und das! Und das!“ Heißt dieser Mensch Arno Schmidt und ist einer der größten Prosaschreiber des 20. Jahrhunderts, reizt eine Bibliotheksinspektion natürlich besonders. Und haben möchte man so ziemlich alles.
Kein Problem! Die rührige „Gesellschaft der Arno Schmidt Leser“ stellt peu à peu Arno Schmidts Bibliotheksbestand als pdf-files kostenlos zur Verfügung. Neu im Angebot: Tolle Sächelchen von Jules Verne. Zu finden → hier .

Minor Majority: Up For You & I

Minor Majority – Up For You & I (2003, Vinyl) - Discogs

Skandinavische Schwermut, ein paar Typen im Sommerhaus und das 1×1 des gehobenen Arrangements waren in den vergangenen Jahren gute Voraussetzungen für erfreuliche Ergebnisse. Wer mit Platten rund um Kristofer Åström und Isolation Years was anfangen kann, sollte „Up For You & I“ auf keinen Fall verpassen.

Die Band um Sänger Pål Angelskår schlendert durch den Supermarkt der Popgeschichte und legt dabei nur First-Class-Produkte in ihren Wagen. Nie überladen, immer zurückhaltend branden hier kurz die Bläser hoch, biegt da eine weibliche Backgroundstimme um die Ecke oder stumpt dich ein Geigenbogen noch tiefer in die Melancholie.

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