Die schwedische Band Evergrey ist in Sachen wuchtiger Prog-Metal eine Bank. Fünf starke Alben in Folge, von denen die schlechteren Momente immer noch taugen, um die halbe Konkurrenz wegzuwischen. Nach heutigen Veröffentlichungsmaßstäben haben sich Evergrey verhältnismäßig lange Zeit für ihr erstes Livealbum gelassen, biegen jetzt aber mit einem prallen Werk um die Ecke. Ein Heimspiel in Göteborg haben sie für die Nachwelt konserviert, das mit Streichquartett, Backgroundchor und Gastvocals mit einigen Extras aufwartet. Das begeisterte Publikum feiert seine Helden euphorisch und Evergrey sind mit mächtig Druck und Fingerfertigkeit zu Gange.
WeiterlesenKillswitch Engage: The End Of Heartache
Die Menge der schreienden, wild moshenden Bands, die ihre Erlösung in melodischen Refrains suchen, war in den vergangenen Jahren kaum noch zu bestimmen. Dabei haben Killswitch Engage mit ihrem zweiten Album „The End Of Heartache“ bewiesen, dass sie deutlich mehr auf dem Kasten haben als vergleichbare Kollegen.
WeiterlesenFavez: Old And Strong In The Modern Times
Darf man einer großartigen Band empfehlen, sich aufzulösen? Nein! Aber wenn Favez sich mit diesem Gedanken tragen, sollten sie es jetzt tun.Ihr fünftes Werk „Old And Strong In The Modern Times“ ist die Essenz aus allen bisherigen Alben. Ungestüm wie „(From Lausanne, Switzerland)„, aber gleichzeitig mit ‚Hits‘ gesegnet wie „Gentlemen, Start Your Engines“ und „Bellefontaine Avenue“. Neben dem auffallend gelungenen Songwriting wächst hauptsächlich Drummer Fabrice über sich hinaus. Im treibenden Opener „Looking For Action“ schiebt er Chris Wicky ein furioses Schlagzeuggeboller unter die Stimme, gegen das Wicky mit dem ihm eigenen Enthusiasmus ansingt. Mindestens unentschieden! Aus Fan- oder Musikersicht kann man nur eine Plattitüde verwenden: „Die Band platzt vor Spielfreude“.
WeiterlesenCrime School: Lektion 4
Schön, dass einige von euch nicht davor zurückschrecken, mich auf meinem irrlichternden Weg durch die Weltliteratur, auf der Suche nach dem wahren Wesen des Kriminalromans zu begleiten. Ich weiß ja selber nicht so genau, wohin das alles führen wird, ob wir am Ende gar zur großen verborgenen Felsenhalle gelangen werden, wo der uralte Wächter der Regeln des Krimis schon auf uns wartet und jene Steintafeln ausliefert, auf die der erste Krimiautor geritzt hat, wie ein Text beschaffen sein muss, um ein guter Krimi zu sein.
WeiterlesenSarah Bettens: Scream
Sarah Bettens, die Frontfrau von K’s Choice, hängt sich auf der Bühne schonmal gerne eine Flying V um und debütiert dazu passend mit einem rockigen Soloalbum. Wer bislang dachte (oder hoffte), dass diese zerbrechliche, schlaksige Frau für die melancholischen Songs bei K’s Choice zuständig ist, muss für „Scream“ umdenken.
Weiterlesen40 Zeichen Text
Es wird höchste Zeit, dass wir uns in unserer TV-Umschau mal intensiver mit dem bislang stiefmütterlich behandelten Thema “Videotext” beschäftigen. Top-Schlagzeile heute abend bei Sat.1:
Schiavo ist zum Tode verurteilt
Hallo? Nein, Sat.1, nur weil sich Jeb Bush, der Gouverneur von Florida der Sache angenommen hat heißt das noch lange nicht, dass es gleich mit einem Todesurteil enden muss.
WeiterlesenFragen an die Landesregierung
Mein Gott, muß ich auf meine alten Tage noch anfangen, eine Initiative der FDP gut zu finden?
Ab 1. April greift die neue Tarifordnung der GVL (“Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbh”), die zahllose Internetradios wahlweise in Ruin, Illegalität oder Aufgabe treiben wird. Jetzt hat sich auch mal ein Politiker der Sache angenommen:
Crime School: Lektion 3
Heute arbeiten wir aus, was in der letzten Stunde besprochen wurde und beginnen damit eine kleine Reise durch die Geschichte des Kriminalromans, seiner Regeln und seiner Autoren, die sich nicht an diese Regeln gehalten haben.
Zunächst jedoch: Der Schüler Zander hat zu Recht moniert, dass der in Lektion 1 genannte „Mister Dynamit“ nicht beim BKA, sondern beim BND angestellt war. Auch gefällt ihm der Ausdruck „Heftchengott“ nicht, denn „Mister Dynamit“ sei ausschließlich im Taschenbuch erschienen. Genaugenommen hat Zander natürlich auch hier Recht; mit „Heftchen“ meine ich aber all das, was „Pulp“ genannt werden kann. Trotzdem: Ein Fleißkärtchen für den Schüler Zander, und nun weiter im Text.
WeiterlesenRod Price
Der englische Gitarrist von Foghat („Slow Ride“, „Drivin‘ Wheel“) stirbt in Wilton (New Hampshire) 57jährig nach einem Treppensturz.
Das Geheimnis des blauen Sofas

Da sendet das ZDF am frühen Montagmorgen (1:20-3:00) eine aspekte extra-Sendung und alles, was man darüber in Fernsehzeitung, Videotext und Internet erfahren kann ist, dass es sich um „Die Nacht des blauen Sofas“ handelt.
WeiterlesenSiddharta: Rh-
Pathetischen Gothic Prog-Metal mit viel Keyboards und Plastik-Geigen aus selbigem plus leierndem Gesang oder Chorälen gefällig? Siddharta machen genau das. Langweilig, vorhersehbar und nicht im entferntesten interessant.
(2 Fritten)
Siddharta: Rh-
KD Finis Mundi/MoS/Edel
VÖ: 21.03.2005
Die Schreib-endlich-wieder-einen-Krimi-Peter-J-Kraus-Kampagne
Es ist ein Skandal. Jeder deutsche Krimi-Verleger belagert das mobile Home von Peter J. Kraus in Kalifornien, auf dass dieser nach dem fulminanten „Geier„-Buch wieder zur Feder greife. Doch was macht Kraus? Surfen, saufen und – na was wohl. Das muss anders werden. Wir werden Kraus unter Druck setzen. Zunächst versuchen wir es im Guten und schenken ihm was: einen prima Krimianfang.
WeiterlesenCrime School: eine Schülerstimme
Ludger Menke, aus dem Urlaub zurückgekehrter Schreiber des Nachtbuchs, hat einen Kommentar zur Crime School abgegeben, den man hier nachlesen kann. Einiges ist zustimmenswert, anderes werde ich in den nächsten Lektionen anders sehen. Vor allem das mit der „Realitätstüchtigkeit“ und den „strengen Regeln“.
Barney Martin
Der Schauspieler stirbt 82jährig in Los Angeles an Krebs.Der ehemalige Polizist (*3.3.1923 in Queens, New York) schrieb in den 50ern u.a. für die „Steve Allen Show“, begann in den 60er mit der Schauspielerei.
WeiterlesenThe Wedding Present: Take Fountain
Bei Hochzeitsgeschenken ist schon mal die ein oder andere Netzhautpeitsche dabei, die man gar nicht so schnell aus dem Keller zerren kann, wie die Verwandtschaft um die Ecke biegt. Chefdenker David Gedge hatte seine Band The Wedding Present für acht Jahre auf Eis gelegt und sich stattdessen mit Freundin im gemeinsamen Projekt Cinerama ausgetobt. Die ist jetzt weg und als Trennungsgeschenk für die Hörer gibt es wieder The Wedding Present. „Take Fountain“ ist ein feiner Ausflug in elf kleine Schrammelhymnen, die sich – wen wundert’s – um Liebe, Verlust und Sex drehen.
WeiterlesenSchutzumschläge
Für Bibliophile hat die New York Public Library (NYPL) ihren Bestand an Schutzumschlägen aus der Zeit von 1926 bis 1947 digitalisiert:
→ Dust Jackets from American and European Books, 1926-1947
Crime School: Lektion 2
Beim Schreiben ist mir der Leser piepegal.
Hat da einer „arrogantes Arschloch!“ gerufen?
Beim Schreiben habe ich nur ein Ziel: Dass der Leser die Lektüre nicht bereuen möge und vielleicht etwas erfahre, das er ohne mein Buch nicht erfahren hätte.
Was heißt hier „Du widersprichst dir ja selber!“?
Denn beide Strategien passen nicht nur gut zusammen, sie sind auch die beste Möglichkeit, einen gelungenen Text abzuliefern. Darüber wollen wir uns jetzt ein paar Gedanken machen.
WeiterlesenPrüfungsfragen
Eine Analyse der Logfiles der letzten Tage zeigt, dass sich Leser von unser Site offenbar Hilfe beim Bestehen der → Aufnahmeprüfung zur Harald Schmidt Universität erhoffen.
Nun denn. Für welche Serie Conan O’Brien als Autor arbeitete findet man ganz leicht in unserem Historischen Kalender zum 18. April.
Dann sei noch verraten, dass Wilhelm Conrad Röntgen kein Abitur, Demosthenes dafür aber einen Sprachfehler hatte. Alles andere, liebe Möchtegern-Studenten, müßt Ihr schon selbst herausfinden.
Janove Ottesen: Francis‘ Lonely Nights
Manchmal fragt man sich wirklich, wo die Radiosender diesen ganzen Schrott auftreiben. Betrachtet man allein die ersten zehn Wochen des neuen Jahres, kann man fast in Verzückung geraten ob der vielen Kleinode, die schon veröffentlicht wurden oder in den Startlöchern stehen. Dazu gehört sicherlich „Francis‘ Lonely Nights“ von Janove Ottesen. Dabei ist das Solodebüt des Kaizers Orchestra Sängers in keiner Weise mit seiner Stammband zu vergleichen.
WeiterlesenParadise Lost: Paradise Lost
Ich fand Paradise Lost mal richtig großartig. Meiner Sympathie konnte das laue Album „Believe In Nothing“ nichts anhaben und selbst bei „Symbol Of Life“ habe ich noch versucht, die guten Songs zu finden. Die Mannen um Greg Mackintosh und Sänger Nick Holmes haben in den vergangenen Jahren viel Prügel für ihre Outputs einstecken müssen und reißen sich auf ihrem zehnten Album mächtig am Riemen, um die Kurve wieder zu kriegen.
Weiterlesen