Die englische Schriftstellerin („Kaktusblüte“, „Das Gasthaus am Ende der Welt“) stirbt in London 72jährig an Lungenkrebs.
Olivia
Bisher war´s meine Lisa Simpson-Tasse, die mir an Tagen des Grauens die nötige Frauenpower gab. Seit neuestem ist der Name „Olivia“ dazugekommen. Mein innerer Bund mit einem grimmigen Schweinemädchen, das den Kopf voller Ideen hat und nie verzagt, lässt die schlimmsten Tücken schon nicht mehr ganz so mächtig erscheinen. Ich identifiziere mich mit einem Schwein mit zu großem Kopf und spirreligen, krummen Haxen. Himmel, hilf!
WeiterlesenDumme Sätze
„Literatur ist anders, aber Literatur erwartet man auch nicht von einem Kriminalroman“, schreibt Inge Baldinger („Salzburger Nachrichten“, 7.3.05). Nachdenken, bevor man schreibt, ist auch anders, aber das erwartet man nicht von einer Journalistin. Jedenfalls nicht von Inge Baldinger.
C. H. Guenter: Kommissar X – Drei gelbe Katzen
„Schundromane“ sind Wegwerfware. Schade, eigentlich. Und umso schöner, dass man sie bisweilen wiederentdeckt. So wie hier.
Bis in die 70er Jahre war die „Kommissar X“ – Reihe des Pabel-Verlags ein Renner unter den Liebhabern des Heftromans. Das lag, unter anderem, an den Autoren, C. H. Guenter im Besonderen, die ihr nicht leichtes Handwerk virtuos beherrschten.
WeiterlesenKettcar: Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen
Heiß erwartet von vielen Fans und mit der ersten Single schon seit Wochen bei den großen Radiosendern präsent: Für Kettcar geht die Erfolgskurve aufwärts. Von der Hamburger Punkband Oma Hans gab es dazu passend den Ausverkauf-Vorwurf, mit dem Kettcar leben müssen, seit sie sich nach der Auflösung von But Alive gegründet haben.
Das neue Album schließt dicht an den Vorgänger „Du und wie viele von Deinen Freunden“ an. Die Texte drehen sich um den Sänger Marcus Wiebusch, damit aber auch um gesellschaftliche Zwänge im individuellen Leben, Lieben, Leiden und Genervt-sein, gemischt mit hochkodierten wohl biografischen Anspielungen, die manchmal ins surrealistische oder dadaistische kippen. Lyrisches Genie kämpft hier gegen naiven Dilettantismus, so dass zuhören und Nachdenken viel Freude bereiten kann und den Zuhörer schwanken läßt zwischen poetischer Entzückung und peinlicher Berührtheit.
WeiterlesenThe Zinedines: Take Me Take Me
Nein, nicht „Take Me Out“ und schon gar nicht Franz Ferdinand, sprich: kein typischer „The“-Sound. The Zinedines mögen britischen, psychedelisch angehauchten 70er Rock.Ob sie Dover als Spaniens Rock-Export Nummer eins ablösen können, ist anzuzweifeln. Irgendwie fehlt es noch an einer prägnanten eigenen Note. Vielleicht nächstes Mal.
(6 Fritten)
The Zinedines: Take Me Take Me
Rainbow Quartz/Alive
VÖ: 7.3.2005
Trick Daddy: Thug Matrimony: Married To The Streets
Die Indizien sprechen für sich: Trick Daddy sagt, er sei mit der Strasse verheiratet, was wohl so viel heißt, dass er sich als Kind der Strasse sieht. Wie man sich das Leben auf den Strassen des „dirty South“ vorzustellen hat, dürfte jedem klar sein.Ein weiteres Indiz ist das „F**kin‘ Around Intro“, in dem zwei Typen bei einem Drive-By-Shooting niedergestreckt werden. Die Message: Don’t fuck with Trick Daddy, dem Bösen aus Miami. So inszeniert sich Trick Daddy alias Maurice Young schon seit einigen Jahren auf seinen Alben.
WeiterlesenFrittierte Postmoderne
Was liest man in der aktuellen c’t (Ausgabe 6/2005)? Na, Tipps und Trends zur anstehenden CeBIT, Notebook-Kaufberatung, eine Übersicht zu Voice-over-IP-Clients, etc… Aber auch so etwas:
Finden Sie Feuilletons langweilig? Dass man nicht zwangsläufig in hochgestochener Sprache über Kultur schreiben muss und dass eine interessante Site auch in spartanischem Layout kommen kann, beweist das Hinter-Net bereits seit 1996. Selbstironisch bezeichnen die Autoren das aus einem Punk-Fanzine hervorgegangene Projekt als kulturelle Frittenbude am Rande der Datenautobahn, die die Strömungen der Pop-Kultur karikiert. Hinternetler freuen sich über die freitags erscheinenden Folgen des Krimis „Promimassaker“, das fast täglich aktualisierte Blog sowie Buch-, Musik-, Film- und Comic-Kritiken.
Da freuen wir uns gleich noch mal, nehmen den Silberlöffel aus dem Silvestersekt und erheben das Glas auf das Wohl von Frank Boguschewski.

Teresa Wright
Die US-amerikanische Schauspielerin („Die kleinen Füchse“, „Im Schatten des Zweifels“, „Die besten Jahre unseres Lebens“) und Oscarpreisträgerin (1943 für „Mrs. Miniver“) stirbt 86jährig an einem Herzanfall.
Demystification
Ist Ma Cass wirklich an einem Sandwich erstickt. Und wie war das mit den Beatles, dem Buckingham Palace und dem Marihuana?
The Observer: → The 10 greatest rock’n’roll myths.
Charles Todd: Stumme Geister
Die Kulisse ist konventionell und altbekannt: Ländliches England, eine Mordserie, ein Detektiv, skurriles Personal in gediegenen Cottages. Dann liest man ein paar Seiten – und siehe da: Man wird angenehm überrascht.
Inspektor Rudledge plagt sich gleich mit zwei sehr unangenehmen Fällen: Wer ermordet in einem idyllischen Dorf in Kent Kriegsveteranen auf die humane Art per Überdosis Laudanum – und war jener Serienmörder, den Rudledge einst an den Galgen brachte, am Ende doch unschuldig?
WeiterlesenProminentenpoker
Für nur $6.95 ein Kartenspiel mit 54 Polizeifotos von Prominenten wie Michael Jackson, OJ Simpson, Johnny Cash, Al Pacino, Sid Vicious etc. Und Saddam Hussein als Joker. Viele der Porträtierten sehen reichlich derangiert aus (Nick Nolte!), während ausgerechnt Bill Gates (den es 1977 wegen eines Verkehrsdelikts in Albuquerque erwischte) erstaunlich cool und gelassen aussieht.

Namen sind Schall und Rauch
Wenn Frau Renate Anders-Poppen aus 21360 Vögelsen sich mit Gabriel di Latte aus Günzburg einlässt, der gerade Elke Klaffschenkel aus Rangendingen hat sitzenlassen – tja, dann hat sich der Schreiber dieses Satzes wohl zu lange auf der äußerst erheiternden Site → Echte Namen umgeguckt.
Bert F. Island: And the story continues
Das Fieber der Erwartung hat nun die gesamte HINTERNET-Redaktion gepackt. Stücker vier Euro, abgebucht von der Kostenstelle „Obsessionen des Krimibloggers“, war unserer Finanzabteilung die Sache wert. Und nun ist er unterwegs! Kommissar X’ens legendärster Fall…
WeiterlesenKino: Picture
Die Proggies sind schon ein lustiges Dorfvölkchen: 400 Einwohner, aber nur vier Nachnamen. Präziser formuliert: Da wird gemischt, getauscht, neu zusammengewürfelt und befruchtet, dass es eine wahre Lust ist. Mit John Mitchell (Arena), Pete Trewavas (Marillion, Transatlantic), Chris Maitland (ex-Porcupine Tree) und John Beck (It Bites) ist Kino mehr als prominent besetzt und darf sich den Sticker „Supergroup“ allemal ans Revers heften.
WeiterlesenT. Jefferson Parker: Die kalte Gier
Dieser Krimi enthält alles, was du aus amerikanischen Krimiserien kennst. Nämlich:
- Der Ermittler (irisch) und das Opfer (portugiesisch) entstammen zwei seit Jahrzehnten verfeindeten Familien.
- Die Familienverhältnisse sind hier wie dort katastrophal.
- Der Ermittler ist geschieden und hat einen „wunderbaren kleinen Jungen“
- Der Ermittler verliebt sich in die Hauptverdächtige.
- Die Hauptverdächtige hat eine dunkle Vergangenheit.
- Der Ermittler trifft seine alte Flamme wieder, die aus der Opferfamilie stammt.
- Es wird was über die mexikanische Grenze geschmuggelt.
- Etliche korrupte Bullen.
- Ein deftiger Schusswechsel.
- Ein paar moralinsaure Sätze.
Chris Curtis
Der Schlagzeuger (bürgerlich: Christopher Crummey) stirbt 63jährig in Liverpool.
WeiterlesenJosh Rouse: Nashville
Was für ein Songwriter! Wirkte die müde Platte „1972“ wie ein Niedergang nach drei großartigen Alben, meldet sich Josh Rouse mit „Nashville“ eindrucksvoll zurück. Im ersten Überschwang behaupte ich mal, es ist sein bestes Album.
Hat Rouse in der Vergangenheit auch manchen schwachen Song durch perfekte Arrangements aufgehübscht, zeigen die zehn neuen Tracks seine gewachsene Qualität als Songwriter. Er wirkt fokussierter, weniger verspielt und packt nicht die Countrykeule aus, die man durch den Albumtitel vermuten könnte. Großmeister wie Ron Sexsmith oder Elvis Costello wohnen in direkter Nachbarschaft von Songperlen wie „My Love Has Gone“ oder dem entspannten „Winter In The Hamptons“.
Schon jetzt beste Empfehlungen für die Jahresbestenliste.
Josh Rouse
Nashville
Rykodisc/Rough Trade
VÖ: 14.2.2005
Link: www.joshrouse.com
Friedrich-Glauser-Preis 2005
Die Nominierten für den Friedrich-Glauser-Preis 2005, den Nobelpreis für deutsche Krimis, stehen fest. Interessenten verweisen wir für die Details gerne an das → Nachtbuch .
Savoy Grand: People And What They Want
Was soll man über diese Band noch schreiben? Für nur zwei Alben wurden über sie schon alle Superlative ausgeschüttet, die man sich vorstellen kann. Dabei bringen Savoy Grand alles mit um sie sturzlangweilig zu finden.Wie auch auf dem Vorgänger „Burn The Furniture“ geht es um die Penetranz des Klanges. Und genau das ist der Grund, warum Savoy Grand nicht langweilig, sondern außerordentlich bemerkenswert sind.
Weiterlesen

