Nelson George ist ein US-amerikanischer Autor, Journalist und Filmemacher. Sein Buch „The Death of Rhythm & Blues“ erschien bereits 1988, 1990 erschien eine deutsche Ausgabe bei Hannibal unter dem gleichen Titel. Mit „R&B“ legt der junge Freiburger Verlag Orange Press das Buch in einer Neuübersetzung vor.
WeiterlesenFrl. Katjas Nähkästchen, Folge 26
Fragen über Fragen… zum Beispiel: welche Drogen hat James Last genommen, als er seine Polkas einspielte? Meine Güte, war das „das Tier“, das bei ihm in den 70ern getrommelt hat??? Wenn ja, ist es in den Produktionspausen rüber zu Hugo Strasser und hat bei den Samba-Stücken die Triangel geschlagen. Herrjeh, traut man dem alten Tanzrecken gar nicht zu, aber da geht´s wirklich ab. „Indian Reservation“ als Disco-Swing auf einer Schallplatte namens „Die Tanzstunde“. Das dampft nur so vor dreckigem, loderndem Sex. Ehrlich! Andererseits: wollt Ihr mal eine von der Dampfwalze überrollte, absolut synkopenfreie Version von „El condor pasa“ hören? Ist auch drauf.
Ja, ich war einkaufen. Gebrauchte Orchesterplatten aus einer Zeit, als das noch nicht Easy Listening hieß. Und seitdem weiß ich, als was ich gern wiedergeboren würde: als Trompeter bei James Last in seiner Speed-Phase. Oder als der Mann im weißen Anzug, der vorm Orchester steht. Und das ganze Geld kriegt. Lechz.
Ob es Gott war, der James Last erschaffen hat? Derselbe Gott, der auch die Menstruationsbeschwerden geschickt hat? Ich will mal was sagen zum Thema „Gott“ und „Natur“ und all so was: diese Natur, die mit den Menstruationsbeschwerden etc., ist wahrscheinlich an vielen Trennungen und vielleicht sogar Kriegen schuld. Denkt doch mal nach. Und dafür soll ich dankbar sein?
Nö, das überlass ich den Menschen, von denen ich früher schon schrub, dass sie ihr Gehirn am Eingang abgeben: Theologen. Neben den ganzen intellektuellen Flächenbränden, die sie im Religionsunterricht und in ihren Predigten legen, haben sie auch immer noch Oasen der Verdummung im Rundfunk. Nicht nur im „Wort zum Sonntag“, sondern auch in Radio-Beiträgen.
Kleine Dreiminüter, die meistens so anfangen: „Neulich in der U-Bahn…“. Der U-Bahn-fahrende Beobachter ist ein Topos dieses Erbauungs-Geschwurbels!!! Und weil es in kleinen Städten, wie zum Beispiel Saarbrücken, keine U-Bahn gibt, waren diese Landeier immer gerade in Berlin, wo sie mit staunenden Augen U-Bahn gefahren sind.
Und da treffen sie dann zum Beispiel frischgebackene Arbeitslose, welch ein Zufall. Und was machen diese Arbeitslosen? Sie lächeln verzweifelt und zitieren Hiob, der sich ja auch in sein Schicksal gefügt hat. Und was macht der Theologe? Sagt: „Du Idiot, engagier Dich doch mal, geh auf die Straße, guck, ob die Arbeitgeber auch so wenig Geld haben wie Du“? Aber nein. Der Theologe sagt: „Genau. Halt still. Ist alles gottgegeben. Kamma nix machen.“ Super.
Neulich hörte ich einen dieser Radio-Prediger, wie er erklärte, warum Kirchen so prunkvoll ausgestattet sein müssen: „damit der Priester an die Anwesenheit Gottes erinnert wird.“ Ach. Interessant. Ich dachte, das Wissen um die Anwesenheit Gottes wäre sozusagen die Voraussetzung des Priestertums. Offenbar nicht. Außerdem meine ich mich zu erinnern, dass nach der katholischen Lehre Gott überall ist. Also auch in meinem Ikea-Wohnzimmer. Sind es vielleicht doch die Priester, die den Luxus brauchen?? Also, wenn ich Gott wäre, würde ich da mal schnell einen Blitz reinfahren lassen.
In der Logik dieser Rundfunk-Theologen zählt also weder die Logik noch die Lehre. Hier gelten andere Regeln. Die des Unmündighaltens zum Beispiel. Schön, wenn der Sprecher das große Bohei um Pisa, Iglu und Ähnliches rügt. Soviel Aufregung um die Mängel unseres Schulsystems… – ob wir denn gar nicht wüssten, dass man in Lateinamerika Schulgeld zahlen müsste und dass sich viele Eltern das gar nicht leisten können? Neulich, in der U-Bahn in Caracas… Mag ja sein. Ist auch schlimm, das. Darf ich an dieser Stelle noch ein paar Äpfel zum Birnen-Vergleich reichen? Schon mal gehört, dass gerade Pisa wieder deutlich gemacht hat, dass das deutsche Bildungsystem soziale Ungleichheiten reproduziert? Geh doch nach drüben, lieber Theologe, wenn´s dir da besser gefällt und die Leute zuviele Sorgen haben, um sich über dein Gelalle zu ärgern.
So, mal wieder ausgekotzt. Aber der Chefredakteur meint, ich solle hier nicht mit aufklärerischem Gedankengut kommen. Nicht der Kirche.
A propos. Ich war neulich mal auf der Website des Vatikanradios. Da gibt es eine Rubrik namens „Hallo, Herr Pfarrer“. Woanders würde man es FAQ nennen. Denn anklicken konnte man – unter anderem – folgende Fragen: Ist Gott auch da, wo Böses passiert? Hilft Beten gegen den Krieg? Werden Frauen in der katholischen Kirche benachteiligt? Ich hab nicht nachgeschaut, aber ich vermute mal, die Antworten waren: Hmjairgendwieschon. Ja. Nein. Danke.
Ray Wilson: Change
Cut, Stiltskin, Genesis – Ray Wilson ist gerade mal Mitte dreißig, hat aber in seinem Musiker-Leben schon eine Menge Bands hinter sich gelassen. Dank seiner charakteristischen Stimme ist er immer sofort zu erkennen, sodass letztendlich immer „Ray Wilson“ draufsteht.
WeiterlesenMoloko: Statues
Hossa, Moloko haben es ja doch noch drauf. Das beziehungstechnisch getrennte, musikalisch nach wie vor vereinte Pärchen liefert mit „Statues“ ein sehr starkes Album ab. Der alte Vibe von Moloko wurde abermals zum Leben erweckt. Die Songs sind spannungsgeladen und laden einen zum Tanzen und Mitwippen ein. Das hier ist großes Soundkino. Da fegen die Streicher durch das grandiose wie schräge „Familiar Feeling“ und wecken eben dieses. Man kennt, was man da hört. Ist eindeutig Moloko. Aber zugleich eine moderne Variante ihres typischen Klangbildes.
WeiterlesenBoris: Amplifier Worship
Am Anfang passiert einige Sekunden nichts; bitte nicht irritieren lassen. Irgendwann grollt die Gitarre aus dem Hintergrund heran. Deren Saiten sind so tief gestimmt, die hängen Wata sicherlich bis zu den Knien. Er und seine Kollegen Atsuo (Gesang Schlagzeug) und Takeshi (Gesang, Bass) hatten bereits im Sommer 1998 das vorliegende Album eingespielt.
WeiterlesenARE Weapons: ARE Weapons

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich gelesen, dass sie auf New Yorks Strassen leben. Also ohne Dach über dem Kopf und so. Die Musik von ARE Weapons ist unbeschreiblich. Ein Album wie ein Rausch. Andrew WK im Pop-Fieber? Was ist das? Samples und Beats pushen einen nach vorne.
WeiterlesenMusikbücher VIII
„Komm, Alter, hau mal wieder einen raus!“: Mit diesen (oder ganz anderen) Worten werden mir von Zeit zu Zeit aus wohlmeinender Hand Bücher überreicht, und wenn es sich lohnt, lege ich nach der Lektüre meine Stirn in Falten und tue das, was man von mir erwartet: Ich haue mal wieder einen raus.
Heute sind es zwei Neuerscheinungen, die nähere Betrachtung durchaus verdienen. Ein Roman, der auch ein Sachbuch sein könnte, und ein Sachbuch, das auch ein Roman sein könnte.
WeiterlesenSeventh Day Slumber: Picking Up The Pieces
Die vier Jungs von Seventh Day Slumber könnte man optisch problemlos bei den Deftones oder P.O.D. beisortieren und keiner würde es merken. Musikalisch gehen sie etwas gemäßigter zu Werke und wenn man bei Creed das Pathos halbiert und bei Liquid Gang die Aggressionsattacken zurückschraubt, hat man eine ungefähre Vorstellung, wo Seventh Day Slumber stehen.
WeiterlesenThe Allman Brothers Band: Hittin‘ The Note
Ani DiFranco meets Portishead – synkopierte Songaufbauten treffen auf dreiteilige Harmonien und während die Gitarren-Arpeggios aus den Boxen quellen, ringen Flügelhörner mit modernen Loops um die Vorherrschaft. Hallo? Hallo???
WeiterlesenGenocide Superstars: Superstar Destroyer
Was uns das Label als Metal verkaufen will, ist präziser formuliert eine Hardcore-Variante von Motörhead. Mit unmenschlicher Geschwindigkeit fegen die Genocide Superstars (geschmackloser Name übrigens!) durch 14 Songs und spielen sich dabei um Sinn und Verstand. Headbangen kann man bei diesem Tempo echt vergessen.
(7 Fritten)
Genocide Superstars: Superstar Destroyer
(Relpse/SPV)
Nicht mit mir

Unser Chefredakteur, der immer mit den Logfiles unter dem Arm durch die Gegend läuft, sagt, dass ganz viele auf diese Seite kommen, weil sie bei Google nach dem Soundtrack bzw. der Titelmelodie von Rent-a-Pocher suchen. Und ich soll denen doch mal sagen, dass die Musik vom Frank Popp Ensemble kommt und „Hip Teens don’t wear Blue Jeans“ heißt. Dann wären die vielleicht auch ein bisschen versöhnt, weil ich doch den Pocher nicht gut finde und so.
Ha! Soweit kommt’s noch. Die sollen mal schön selber suchen, die Pocher-Fans. Jawoll!

M. Hederos & M. Hellberg: s/t
Stellt euch folgende Szene vor: Der livrierte Hotelpianist hat den Deckel zugeklappt und geht nach Hause als zwei schräge Typen mit Biker-Boots und Rock’n’Roll T-Shirt die Bühne entern und die verbliebenen Gäste in nachtblaue Schwermut singen. Lieder, die in Alkohol geschwängerten Nächten bestens dafür geeignet sind, wenn einem gar nicht nach Singen zu Mute ist. Tom Waits, Lou Reed oder auch „His Bobness'“ wunderschönes „You’re A Big Girl Now“.
WeiterlesenPro7 trailert

Recycling in der Trailer-Abteilung? Pro 7 kündigt einen Star Wars-Film vollmundig an als „der zweite Film der vierteiligen Reihe“. Weiß George Lucas davon?

Katatonia: Viva Emptiness
Jetzt mal alle Vorurteile bei Seite geräumt – Katatonia sind zwar eine ehemalige Grunzband, aber was die Schweden seit „Tonight’s Decision“ an emotionalem Düster-Rock abliefern, ist oberste Spitzenklasse. An dem überragend starken Vorgänger „Last Fair Deal Gone Down“ zieht das neue Album zwar nicht vorbei, aber zumindest gleichauf.
WeiterlesenLuka Bloom: Amsterdam
Wer heutzutage nach sechs Alben weder eine Best Of-Compilation noch ein Live-Album draußen hat, dem muss man die Beteuerung glauben, dass er eigentlich nie eins machen wollte. Jetzt hat es Luka Bloom doch gewagt und man möchte laut „Danke!“ schreien. Sein charakteristisches Gitarrenspiel bringt jeden Hobbygitarristen an den Rand des Wahnsinns, gepaart mit seinen Geschichten und seiner warmen Stimme ist „Amsterdam“ ein Live-Mitschnitt, der die Stimmung eines Luka Bloom Konzerts 100% wiedergibt.
WeiterlesenDavid Olney – The Wheel
Schande über mich! Wieso hatte ich von dem Burschen, der nunmehr sein 11. Studioalbum vorlegt, noch nix gehört? Wer selbst von Legenden wie Townes Van Zandt als „einer der besten Songwriter“ geadelt und in einem Atemzug mit Bob Dylan genannt wird, der lässt doch wohl aufhorchen. Nun, zum meinem Trost stufen selbst US-Musikkritiker David Olney als „unterschätzt“ ein, wünschen ihm endlich die Anerkennung, die er als „amerikanischer Richard Thompson“ längst verdient habe.
WeiterlesenGeiz-TV ist doof

Nicht alles, was im Fernsehen gesagt wird stimmt. Das gilt nicht nur für die Heerschar der Irak-Krieg-Experten, sondern auch für die Werbung. Geiz ist nicht geil und schon gar nicht sexy. Das hat sich noch nicht bis in die Redaktionsräume des Privatfernsehens herumgesprochen und so füllt man dort die Lifestyle-Sendungen und „journalistischen“ Gemischtwarenläden mit tollen Beiträgen über die verlockenden Möglichkeiten, hier und dort Cents über Cents einzusparen.
WeiterlesenSugarcult: Start Static
Draußen scheint die Sonne und erwärmt die vom Frost gebeutelte Erde. Das Herz schlägt höher, erste Frühlingsgefühle machen sich breit. Die Lust nach Sommer wächst. Was beim Wetter noch nicht ganz in Erfüllung zu gehen mag, könnte musikalisch funktionieren.
WeiterlesenWeekend Players: Pursuit Of Happiness
Was für eine harmonische Verbindung: Sängerin Rachel Foster und Andy Cato, eine Hälfte der Groove Armada, die derzeit mit ihrem bezaubernden Werk „Lovebox“ die Tanzflächen füllt, sind die Weekend Players. Die jazzig angehauchte, orchestrale Dance-Musik von Cato liefert das optimale Breitbandszenario, in dem sich Forster nach Lust und Laune austoben kann.
WeiterlesenTegan And Sara: If It Was You
Es ist die Zeit der selbstbewussten Pop-Damen angebrochen. Das Interesse an zerbrechlichen, naiven und schlecht gestylten Girlies, deren Songs aus der 08/15-Popfabrik stammen, ist gebrochen. Seit neuestem sind jungen Frauen gefragt, die ihre Songs selbst schreiben können und am besten auch ein Instrument beherrschen.
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