Nicht vom Titel abschrecken lassen: „Graue Wolken“ ist die Hymne dieses Frühlings! Gepflegte Melancholie – genüsslich zelebriert, swingender Mid-Tempo-Pop-Chanson mit halborchestraler Klangkulisse und Münchner-Freiheit-Melodienseligkeit. Wie man Blumfeld eben seit zwei Jahren kennt. Introspektiv und extrovertiert, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt.
WeiterlesenLadytron: 604
Liverpool, just zur Hauptstadt des Pop ernannt, ist – der Beweis ist erbracht – vom Achtziger-Boom erfasst. Ladytron ist Elektro-meets-Synthiepop mit zwei bezaubernd klingenden Sängerinnen.
(6 Fritten)
Ladytron: 604
(Invicta Hi-Fi/Labels/Virgin)
Die Happy: Supersonic Speed
Da hat sich alle Welt so eine Mühe gemacht, Die Happy in die Guano Apes-Ecke zu stellen und dann kommt das Album raus – und jegliche Parallelen sind verschwunden. Mit Ausnahme des Bandgefüges (Trio + Sängerin) und der ersten Single („Supersonic Speed“) haben die beiden Bands nicht viel gemein. Die Happy sind eindeutig im Hard-Rock verwurzelt und überlassen auf ihrem Debüt nichts dem Zufall.
WeiterlesenDiesel Boy: Rode Hard And Put Away Wet
Die Plattenfirma beteuert, dass der Albumtitel einem Begriff des Pferderennsports entlehnt ist! Zweiter Erklärungsversuch: Die Band gönnt ihren Zuhörern keine Pause, bis diese sich in Ekstase geschwitzt haben. Ein Schelm ist, wer Ärgeres dabei denkt. Auf 15 Titel verteilt versprühen die vier Jungs ihren Humor feinsinniger, als der Albumtitel vermuten lässt.
WeiterlesenTantric: Tantric
Maverick, finanziell etwas angeschlagenes US-Label, versucht den Grunge aufleben zu lassen. Drei ehemalige Days Of The New-Musiker zusammen mit Sänger Hugo Ferreira blicken zurück auf eine Zeit der abgeschnitten Jeanshosen, langen Mähnen und Holzfällerhemden. Ob das mehr Geld bringt, wenn man Alice In Chains nacheifert?
(4 Fritten)
Tantric: Tantric
(Maverick/Wea)
PutIn Out: Finest Tunes From Saint Petersburg
Nicht nur in Deutschland, Österreich und Frankreich wird erstklassige Elektronik-Musik fabriziert, auch in Sankt Petersburg weiß man, wie man mit Sequenzern, Samplern und anderem elektronischem Spielzeug umgeht. Die Compilation „PutIn Out“ bietet einen ersten Einblick in diese umtriebige Szene, die zu den innovativsten Russlands zählen soll.
WeiterlesenSubstyle: On The Rocks
Was bleibt, wenn man von einer Band die atemberaubende Erfolgsstory und die Nähe zu Faith No More abzieht? Eine Menge guter Songs. Substyle aus Mönchengladbach haben im Vorprogramm von In Extremo mächtig abgeräumt und im Internetportal Peoplesound.de noch vor Album-VÖ die Download-Charts angeführt.
WeiterlesenFantomas: Amenza Al Mundo
Völlig vom wilden Affen gebissen sind Fantomas. Die Band – mit so namhaften Musikern wie Mike Patton (ex-Faith No More, Mr. Bungle), Dave Lombardo (ex-Slayer), Buzz Osbourne (Melvins) und Trevor Dunn (Mr. Bungle) – geht ganz nah ran an die Grenzen dessen, was man so gemeinhin unter Musik versteht.
WeiterlesenLektion 23: Das Jahr 2001-Problem

Was war das für ein Aufatmen, als am 1.1.2000 alle Rechner brav hochfuhren, kein Flugzeug abstützte und kein Computercrash irrtümlich den ersten galaktischen Krieg auslöste! Das sogenannte Jahr-2000-Problem entpuppte sich als das, was es von Anfang an war: eine Idee, mit der man, wie wir in der IT-Branche sagen, „Geld ohne Ende“ abzocken konnte.
WeiterlesenThe Why Store: Welcome To The Why Store
„Welcome To The Why Store“ – diesen Gruß hat die Band in den Staaten schon 1993 ausgesprochen. Erst jetzt erscheint das Album in Deutschland. Es ist ein kleines Wunder, dass diese Band Anfang der 90er nicht wirklich punkten konnte. Akustik-Grunge mit Humor wäre im damaligen Seattle-Hype ein netter Gegenpol gewesen.
WeiterlesenSugababes: One Touch
Da sind sie also, die drei hübschen Schülerinnen aus England, die es von der Schulbank direkt in die glitzernde Welt des Pop geschafft haben und bei denen man als Mann manchmal doch Gewissensbisse bekommt, ob man nicht irgendwie pädophil ist.
WeiterlesenLadomat 100
Ladomat wird hundert. Zumindest in Longplay-Veröffentlichungen gerechnet. Es gibt also was zu feiern. Und zwar mit einer Doppel-CD voll exklusivem Material (fast) aller Label-Acts. Console, Erobique, Turner, Commercial Breakup, Sensorama, Netto Houz, Grom, Arj Snoek, Hans Nieswandt, Egoexpress und Arne Zank – um nur einige zu nennen. Und wenn der Begriff „Hamburger Schule“ je Sinn macht, dann um das Geflecht sich überschneidender und befreundeter Projekte einer ganz bestimmten Hamburger Szene zu benennen: auch unter den Ladomat-Künstlern finden sich Mitglieder von Stella, Tocotronic, zeitweilige Untermieter von Tocotronic-Mitgliedern und Ex-Whirlpool-Productions-Leute, zum Teil in fröhlichen Ko-Allianzen.
WeiterlesenTerrorvision: Good To Go
Vorsicht – das Album geht ab wie eine geschüttelte Wasserflasche. Terrorvision haben das, was so vielen Bands fehlt: Esprit. Den Geist des Rock’n’Roll, den Geist des Punk, aber auch den Pop-Geist. Auf ihrem mittlerweile fünften Album klappern sie die komplette Stilpalette durch und haben elektronische Geschwindigkeitsattacken („D’Ya Wanna Go Faster“) genauso drauf wie melodische Pop-Nummern („Sometimes I’d Like To Kill Her“).
WeiterlesenStoned: Stoned
Eine der wenigen schwedischen Melodycore-Bands, die anscheinend den Boom vor ein paar Jahren irgendwie doch überlebt und überstanden hat und sich noch nicht verdrossen aufgelöst hat. Nach den Alben „Partysongs“ (1994), „Music For The Morons“ (1995), „Ed’s Diner“ (1997) und „Way Back In The Day“ (1999), haben Stoned in diesem Monat ihr neuestes und nach sich selbst betiteltes Werk nachgeschoben.
WeiterlesenThe Presidents Of The United States Of America: Freaked Out And Small
Zack, sie sind wieder da. Schneller noch als seinerzeit die Ärzte hat sich das US-Trio wieder zusammengetan und macht dem Albumtitel alle Ehre. Ein durchgeknalltes kleines Album! Aber klangen die Präsidenten schon früher so sehr nach den B-52’s?
Motorpsycho: Barracuda
Neu ist das Material des gerade veröffentlichten Mini-Albums „Barracuda“ ja nun nicht mehr. Es wurde bereits zwischen Februar und Mai 1999 aufgenommen und erst jetzt unters Volk gebracht. Das sollte aber nicht weiter stören, denn zum einen sind hier echte Profis am Werk, die eigentlich immer ein bis zwei Scheiben zur Sicherheit in petto haben und diese auch mehr als regelmäßig auf den Markt werfen. Zum anderen bürgen die Trondheimer für Spitzenqualität – zumindest wenn sie nicht gerade wieder ihre Energie in ein etwas sperriges Livealbum investieren (wie zuletzt geschehen). Aber lassen wir das.
WeiterlesenJohn Frusciante: To Record Only Water For Ten Days
John Frusciante ist hauptberuflich Gitarrist der Red Hot Chili Peppers. Obwohl, besser trifft auf ihn die Bezeichnung Songschreiber zu. Er ist einer der besonderen Sorte, denn er hat das gewisse Etwas. Das ist den RHCP-Alben „Blood, Sugar, Sex, Magic“ und „Californication“ unweigerlich anzuhören. Leider nur investiert er manchmal zu viel Energie in seine Musik und zerstört damit sich selbst. Seine langjährige Heroinsucht ist ein Zeugnis davon. Es scheint, dass er sie mittlerweile im Griff hat und das wünsche ich ihm von Herzen. Frusciante ist einfach ein zu begnadeter Songschreiber.
WeiterlesenBrave Captain: Go with yourself
Wer in den neunziger Jahren ein Freund guter Popmusik war, der erinnert sich bestimmt noch an die Boo Radleys. Zehn Jahre bereicherten sie vor allem die britischen Charts – größter Hit: „Wake up, Boo“. Vor zwei Jahren war dann Schluß mit lustig. Die Band löste sich auf, aber der schottische Vorsteher der Liverpooler macht weiter. Hinter dem Namen „Brave Captain“ verbirgt sich niemand anderes als Martin Carr.
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