Das Line Up klingt interessant: Orgel, Kontrabass, Schlagzeug und Stimme (resp. Kathrin Kuhrau, Thomas Jung, Bruno Maier und Pia Burnette). Das Ergebnis ist allerdings schwer verdaulich: elegische Zeitlupenmusik mit theatralischen Ausbrüchen, die ohne merkliche Anfänge und Enden vor sich hinfließt.
WeiterlesenLive: Turbo AC’s/The Dirtshakes
Solingen/Cobra, 30.3. 2001
Willst Du etwas über Aberglauben hören? Dann bist Du hier goldrichtig, mein Freund. Wenn ich von einem Konzert, auf das ich mich sehr freue – wie beispielsweise die Turbo AC’s im Hellmut am 28.4. – höre und dann lese, dass die Band vorher 25 andere Konzerte in Deutschland spielen wird, bekomme ich Albträume, in denen ein Bandmitglied irgendeine seltene Krankheit kriegt und alle Konzerte ab, sagen wir, 27.4. absagen muss. Jetzt habe ich was dagegen getan: das zweite Konzert der aktuellen Turbo AC’s-Tournee besucht. Das hat mir auch die Möglichkeit gegeben, meine Lieblingsstadt Solingen zu besuchen.
WeiterlesenBeangrowers: Beangrowers
Dass sie aus Malta kommen, kann das junge Trio schon nicht mehr hören. Den Exotenbonus sind sie leid… – und haben sich parallel dazu größte Mühe gegeben, alles Exotische, Originäre aus ihrer Musik zu verbannen. So es denn je drin gewesen sei. Elektronischer ist sie geworden, ihre Musik. Manch schriller, verzerrter Ton fungiert als Accessoire. Spacig klang sie allerdings auch schon auf dem Debüt „48k“. Rasant, schrammelig und mit viel Geblubber gaben die „Beangrowers“ vor zwei Jahren ihren Einstand, produziert von Knöpfchen-Größe Gareth Jones. Diesmal saß Teo Miller hinter den Reglern, aber musikalisch hat allem wenig bewegt.
WeiterlesenElliott Murphy & Iain Matthews: La Terre Commune
Supergroups, ellenlange Listen von Gastmusikern, Kollaborationsalben… Überall schließen sich bekannte Musiker zusammen im Studio ein und viel zu oft verstopfen sie mit dem Ergebnis den Tonträgermarkt. Die Kombination Elliott Murphy + Iain Matthews versprach aber schon im Vorfeld eine Menge Gutes. Schön, dass den Worten jetzt auch Taten gefolgt sind.
WeiterlesenLive: Psychopunch
Saarbrücken, Hellmut. 26.3.2001
Ganz kurz will ich nur meine Musik-Philosophie erklären: Schubladen sind gut und Originalität, immer schon überbewertet, ist längst tot. Wenn ich jemanden frage, was für Musik er mag, will ich nicht „Ich mag vieles verschiedenes“ hören. Ich will „Ich mag Rockabilly“ oder „Ich mag Surf“ oder sogar „Ich mag Schlager“ hören. Die Antwort ist eigentlich egal, so lange sie nur kurz und bündig ist. Ich persönlich mag Schweinerock.
WeiterlesenWilliam Orbit: Remixed By…
Man sollte seinen Namen eigentlich kennen. Egal, welchem Genre man sich zugehörig fühlt. William Orbit ist ein bekannter Produzent und Remixer, der vor allem durch die Produktionen mit Madonna für Aufsehen sorgte. Die Serie „Remixed By…“, kompiliert von Karl Bartos, widmet sich in ihrer ersten Ausgabe Orbit, der seit Jahren ein Gespür für hippe Sounds hat. Von ihm vollends überzeugt waren Depeche Mode, denen Orbit einen wunderbaren Remix zu „Walking In My Shoes“ zimmerte.
WeiterlesenInterview: Götz Alsmann
Ich bin nicht so der Dusch-Typ.
Ein Telefoninterview mit Götz Alsmann, dem vielleicht besten Entertainer Deutschlands. Ob mit der TV-Sendung „Zimmer Frei“ im WDR, den Radio-Shows „Go, Götz, Go!“ (WDR 4) und „Jazz“ (WDR 3) oder mit Band auf der Bühne, Alsmann kann und will die Menschen begeistern. Die wiederum danken es ihm, schalten TV und Radio regelmäßig ein oder sorgen dafür, dass seine Konzerte fast immer ausverkauft sind.
WeiterlesenLive: Electric Lizard
Saarbrücken/Hellmut, 22.3 & 23.3. 2001
Eine mir völlig unbekannte Band aus Berlin, die es zweimal geschafft hat, das Hellmut in ihren Fanclub-Treffpunkt zu verwandeln. Ich habe von mehren Leuten das gleiche Urteil gehört: „Eigentlich ist es nicht so mein Musik, aber die Jungs sind so sympathisch, dass es Spaß macht.“ Stimmt genau. Und die Musik kann man als eine Mischung aus Lenny Kravitz und Black Crowes beschreibe — vielleicht mit ein bissel Spin Doctors und gelegentlichen Rap’n’Reggae-Elementen. Mainstream Rock also, und absolute professionell gespielt.
WeiterlesenMustasch: The True Sound Of The New West
Stoner Rock und kein Ende. Auch die vier Skandinavier von Mustasch wollen mit ihrer EP gehört werden. Sie machen das, was man von Bands dieser Gattung nicht anders erwartet: Bass und Gitarre runterstimmen, grooven, erkennbare und leider auch allseits bekannte Melodien und Harmonien runterdudeln und grimmig bis obercool dreinschauen.
(5 Fritten)
Mustasch: The True Sound Of The New West
Majesty/EMI
Wild Silk: In Concert
Deutschland scheint ein fruchtbarer Boden für Celtic-Bands aller Art zu sein. Aber kaum sind die Pflänzchen durchgebrochen, entpuppen sich zu viele als Unkraut. Wild Silk sind in Darmstadt zu Hause und wer da einmal war, weiß, dass die hessische Stadt nicht der geeignete Ort ist, um irische Frühlingsgefühle zu bekommen. Das vorliegende Live-Werk kann meine gewagte These aber nicht stützen.
WeiterlesenSchock: Erwacht
Gibt es derzeit eine Szene, die mehr stagniert als Gothic/Dark-Pop? Diese düsteren Bands, die alle klingen wie Camouflage für Grufties? Ich glaube kaum! Um so mehr grenzt es an ein Wunder, wenn es sich überhaupt lohnt, genauer hinzuhören. Das Label greift zwar etwas hoch, wenn es die Band zwischen HIM und Marilyn Manson stellt, aber Schock passen nicht in das starre Schema der Düster-Szene.
WeiterlesenAvantasia – The Metal Opera Pt. I
Alle paar Monate wird das Bombastzentrum in meinem Kopf aktiviert. Dann höre ich Nightwish und Everon und schalt‘ nicht weiter, wenn Meat Loaf im Radio läuft („…no, I won’t do that…“). Die Hauptband von Tobias Sammet -Edguy- dreht sich dann auch vermehrt in meinem Player. Schneller, melodischer Metal mit fetten Chören und hymnischen Refrains. Generell geht es ja bei Combos dieser Art immer um Drachen, Zwerge, böse Druiden und so’n Gedöns. Tobias Sammet hat daraus gleich eine komplette Metal-Oper gemacht (Part II kommt noch), die mit einer komplexen Story aufwartet.
WeiterlesenRage: Welcome To The Other Side
Vorbei der Umbesetzungswirbel, vorbei der Fokus auf klassische Elemente. „Welcome To The Other Side“ ist das erste Album, das komplett in dieser Besetzung eingespielt wurde. Peavy Wagner (Bass und Vocals), Victor Smolski (Guitar) und Mike Terrana (Drums) meißeln es in Stein: Rage sind eine Metal-Band. Nicht so speedig wie in den Anfangstagen, aber auch nicht mehr so verspielt wie auf „Ghosts“.
WeiterlesenTom McRae: Tom McRae

„Don’t call him a one-man Radiohead“, heißt es warnend im Magazin „Q“. Aber warum denn auch. Tom McRae, einer der zur Zeit vielen und fleißigen britischen Songschreiber, ist mit das Beste, was in den letzten Jahren aus Großbritannien zu uns rübergeschwappt ist. Seine Musik fesselt einen von der ersten Sekunde an, fasziniert dich, zerreißt deine Seele und näht sie in unzähligen Hördurchgängen mühsam wieder zusammen. Das fängt mit dem tieftraurigen und düsteren Opener „You Cut Her Hair“ an. Ein Song, der von McRaes Besuch im Konzentrationslager von Dachau überschattet ist. Dort sah er ein Foto mit einer jungen Jüdin, der man den Kopf kahlgeschoren hatte. Er war schockiert und konnte es nicht fassen, wie respektlos ein Mensch sein kann. Und genau dieses Gefühl vermittelt das Stück zielsicher.
WeiterlesenVA: Walter Ruttmann Weekend Remix
Maschinengeräusche, Sirenengeheul, Fliegersurren, Klavierakkorde, Kinderstimmen, die den Erlkönig pauken, ein Gesangsverein, ein pfeifender Flaneur, ein verärgerter Telefonbenutzer, Kirchengeläut, Autohupen… Was der Filmemacher und Medienkünstler Walter Ruttmann (1887-1941) da am 13. Juni 1930 im Radio präsentierte, war die Auslese eines Wochenendstreifzugs durch Berlin. „Weekend“ nannte er seine Geräusch-Collage, seinerzeit eine Pioniertat.
Weiterlesen16 Horsepower: Splinters/Nobody ´cept you
Das „Glitterhouse“-Label ist die deutsche Bastion des Neo-Country. Und die Südstaaten-Amerikaner 16 Horsepower gehören zu den stärksten Pferden im Glitterhouse-Stall. Düster, kraftvoll, mystisch und rootsy. Atmosphärisch, wuchtig und wie immer mit viel Pathos brechen sich ihre Balladen Bahn. Ingredienzien: krachende E-Gitarren (nach einem eher transparenten Einstieg in „Splinters“), Synthie-Schwaden, Chorgesang – und eine ziemlich dünne Stimme des Vorsängers.
Die zweite-Seite „Nobody ´cept you“ (ein Dylan-Cover) stimmt freundlicher. Weder muss der Sänger gegen wagnerianische Klangwände ansingen, noch wird die bedeutungsschwanger raunende Instrumentierung mit Metal-Gitarren zugekleistert. Nein, der Sound bleibt trotz der funkelnden Gitarren und des vielen Halls spröde wie der Gesang – und eins fügt sich wunderbar ins andere. Als Draufgabe gibt´s eine rüde Live-Version von „American Wheeze“ und das southernd-rockige, wüsten-gewürzte, spartanisch beginnende „De-Railed“ des verstorbenen Rainer Ptacek.
16 Horsepower: Splinters/Nobody ´cept you
(Glitterhouse GRCD 525)
Aim: Hinterland
Die Musik von DJ und Beatschmied Andy Turner ist nicht nur HipHop oder Easy Listening; auch nicht purer TripHop. Turner versucht sich an vielem und zaubert ein Werk, das mit wunderschönen orchestralen, jazzigen oder funkigen Samples die Seele massiert und sich jeder Stimmung anpasst.
(8 Fritten)
Aim: Hinterland
Grand Central/Zomba
Sepultura: Nation
Jetzt gilt es allerspätestens zu zeigen, dass der Werggang von Sänger, Familien- und Bandmitglied Max Cavalera keine nicht wieder zu kittenden Risse im Firmament von Sepultura hinterlassen hat. „Nation“ heißt das zweite Album der brasilianischen Band, auf dem Derrick Greene am Mikrophon zu hören ist. Er, der nach längerer Suche Max Cavalera zu ersetzen wusste, entpuppt sich als gute Wahl.
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