Es ist manchmal doch ratsam und sinnig, eine Platte nach dem Cover zu beurteilen. Bei „The Obsessed“ allerdings geht das in die Hose. Wino, Ed Gulli und Mark Laue sind nämlich keine schwulen Satansrocker mit furchtbaren 80er Jahre Mantafahrerfrisuren, die sinnlos auf ihren Instrumenten rumholzen. Das zumindest könnte man den Fotos entnehmen. Alles falsch.
WeiterlesenLektion 5: Der Rechner – bester Freund des Menschen

Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts hat der gemeine Rechner, auch „Computer“, „PC“ oder „Dreckding“ genannt, inzwischen bei 45% aller Befragten das gemeine domestizierte Tier, auch „Hund“, „Katze“ oder „Maus“ genannt, als liebsten Hausgenossen abgelöst. Das ist interessant, hat doch eine frühere Umfrage des selben Institutes ergeben, daß noch 1995 Haustiere bei männlichen Befragten höher im Kurs standen als Ehefrauen.
WeiterlesenSunny Day Real Estate: The Rising Tide
Sunny Day Real Estate haben zwar ihren bisherigen Heimathafen Sub Pop nach vier Alben (dreimal Studio, einmal live) verlassen, dass soll jedoch nicht Anlass zu Spekulationen um Sellout sein. Im Gegenteil: Sunny Day Real Estate kochten bisher ihr eigenes Süppchen und sie wären törichte Narren, den eingeschlagenen Kurs zu verlassen.
WeiterlesenThe Go-Betweens: The Friends of Rachel Worth
„Melancholisch, romantisch und aus der Zeit gefallen“ schreibt der Kollege im Rolling Stone über das neue Go-Betweens-Album. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Zarte Gitarrenpop-Seide haben sie gesponnen, die beiden Australier. Grant McLennan und Robert Forster sind Anfang und Ende (?) der Go-Betweens: zu zweit fingen sie 1978 an, und zu zweit machen sie nun nach 11 Jahren Pause weiter. Der Kreis schließt sich. Und fast ebenso gleichmäßig und formvollendet, wie der Kreis an sich, klingt auch ihre Musik. Ohne dabei je steril zu wirken, bewahre. Leicht, federnd, intensiv und bittersüß – perfekteren Pop findet man kaum, allerdings auch kaum dezenteren. Go-Betweens-Songs knallen nicht. Höchstens, dass sie im Refrain plötzlich euphorische Ohrwurmqualitäten an den Tag legen. Ansonsten aber muss man sie schon einige Male hören, bis sie sich festbeißen.
WeiterlesenLektion 4: Computerkauf

Der Erwerb eines Rechners sowie des benötigten Zubehörs ist ein Kinderspiel. Sich im Vorfeld mit irgendwelchen Gedanken zu belasten (Was brauche ich? Was darfs kosten? Will ich später einen CD-Brenner einbauen?), ist völlige Zeitverschwendung, da mit dem Betreten eines Computerfachgeschäfts der Computerfachverkäufer für uns denkt und etwaige Vorüberlegungen unsererseits damit hinfällig werden.
Das „Handbuch der terroristischsten Berufe“ (Berlin 1997, 3. Auflage) verzeichnet unter dem Stichwort „Computerfachverkäufer“ folgende drei Haupttypen:
WeiterlesenLektion 3: Computerjargon

Neulich las ich folgenden Brief in der Jugendzeitschrift „Computer-Bravo“: „Lieber Doktor Sommer! Ich kenne einen süßen Boy, mit dem ich gerne gehen würde. Bisher hat das aber noch nicht geklappt. Gestern hat er mich gefragt, ob ich ihm etwas downloaden könne. Ich würde das ja gerne machen, aber – und das möchte ich gerne wissen -: Kann man davon schwanger werden?“
WeiterlesenSzenen einer Ehe (3)
Die Hochzeitsfeier, die meine Frau Dany und ich am Abend dieses besonderen Tages Ende Juli 2000 feierten, war relativ schlicht – kein Alleinunterhalter, keine Bigband, dafür ein exquisites vom Verwandten- und Familienkreis zusammengestelltes Büffet, das passende Ambiente in einem Haus der Wanderfreunde Völklingen und ein Grillmaster mit großen Entertainerqualitäten. Das reichte, um ein gelungenes Fest auf die Beine zu stellen.
WeiterlesenCharming Boys: Superchase

Die Idee ist nicht unbedingt so verkehrt, alte Blaxploitation-Tunes neu aufzulegen. Doch sie gerade mit Bigbeat zu kombinieren, halte ich für keine originelle Idee. Schließlich zählt Bigbeat im wahrsten Sinne des Wortes zu den schnelllebigsten Genres der letzten Jahre. Der Vorteil ist, die Musik geht schnell ins Ohr. Der Nachteil ist, sie ist ebenso flott wieder draußen und ward noch rasanter vergessen.
WeiterlesenDJ Koze: Music Is Okay

Stefan Kozalla ist Sänger, Gitarrist und natürlich DJ. Was in der heutigen Zeit kein Wunder ist. Bekannt wurde er als Mitglied der Hamburger Allroundtalente Fischmob, deren Zukunft seit der Trennung von Sven Francisco ungewiss ist. Koze, so nennt sich Stefan Kozalla, seit einigen Jahren, ist als DJ schon länger aktiv und hat letztes wie dieses Jahr auf der Popkomm live sein Können unter Beweis stellen dürfen.
WeiterlesenInterview: Stella
Hinter-Net!: In welcher Besetzung spielt Ihr momentan?
Elena Lange: Wir waren zuerst ein Trio und haben so auch das erste Album gemacht. Mense Reents produziert und programmiert die elektronischen Stücken und spielt Schlagzeug bei den Rock-Stücken. Thies Mynther macht auch Programmierung und spielt live Keyboard, und dann ist direkt nach der letzten Platte einen neuer Bassist dazugekommen, das ist Hendrik, und ich singe, spiel Gitarre und schreibe Texte.
WeiterlesenVA: We Love You… So Love Us
Compilations sind oft genug der größte Stuss und glänzen durch unsinnige Songauswahl, Konzeptlosigkeit und qualitativer Diaspora. Warum also den Sampler aus dem Hause We Love You, neben Nu Camp und Bad Magic das dritte Sublabel von Wall Of Sound (u.a. The Wiseguys, Propellerheads, Les Rhythmes Digitales), kaufen, anhören und akzeptieren? Ganz einfach: Weil er klasse ist und mindestens ebenso gut ist wie „Super Discount“, einer der besten Sampler überhaupt.
WeiterlesenLa Musica Della Mafia: Il Canto Di Malavita
„Während die abgesägte Schrotflinte singt / Schreit und stirbt der Verräter“, „Verräter, erst schlitze ich Dir das Gesicht auf, dann bringe ich Dich um“ oder „Du bist ein Spitzel und ein Verräter / Wer Fehler macht, bezahlt mit dem Leben“. Auf der anderen Seite dann: „Ich bin lieber im Gefängnis als ein Verräter“ oder „Dieser Mund spricht nicht / Ich werde diese drei Jahre schultern“. Dazu die Musik der ´Ndrangheta, die Klänge der kalabrischen Mafia, die die Beteuerungen der Inhaftierten, entgegen der verhängten Gerichtsurteile unschuldig zu sein, untermalen. Zusammengestellt wurde diese bis dato einzigartige Ansammlung an Mafialiedern von dem Fotografen Francesco Spano, dem Journalisten Maximilian Dax und dem Labelchef Peter Cadera.
WeiterlesenVirus 7: Sick In The Head
Testosteron-Eiweiß-Rock – anders kann ich „Sick In The Head“ nicht beschreiben. Musik für Gewichtheber und Anabolika-Sympathisanten. Gescheckte Workout-Hose und oranges Muscle-Shirt – jetzt auch auf CD.
WeiterlesenToday Is The Day: Live Till You Die
What a sick bastard, but that’s why we all love him.
Today is The Day kommen einfach nicht zur Ruhe und legen ein Raritäten/Livealbum vor, das sich gewaschen hat. Von obskuren Coverversionen von Bad Company, Chris Isaac und The Beatles über eine Akustikversion von „Ripped Off“ bis hin zu live im Radio dargebotene Tracks.
Text: Text
Kopfschütteln war die erste Reaktion, die ich für einige der Tracks übrig hatte. Augenbrauenhochziehen und gleichzeitiges Stirnrunzeln ebenso. Ein bejahendes Seufzen und ein schön eine andere. Kurzum: „Text“ ruft sehr gemischte Gefühle ab. Verlassen kann man sich auf nichts. Von einer Sekunde zur nächsten ändert der Kahn seine Richtung. Von himmelblau zu stockduster. Von Gitarre zu Keyboards und seltsam anmutenden Soundarrangements.
WeiterlesenSystemhysterie: Mit deinem Gefühl für mich
Warum klingen so viele deutsche Bands wie hörbare Poesiealben? Warum kaschieren so viele deutschsprachige Sänger (?) ihre Unfähigkeit zu singen damit, dass sie es noch nicht mal versuchen? Tim Hespen von Systemhysterie nölt 12 Songs vor sich hin wie Einer, der auf der Abi-Party aus Versehen am Karaoke-Mikro gelandet ist. Seine Texte sind wirklich gut, aber nur, wenn man sie im Booklet nachliest.
WeiterlesenMice Parade: Collaborations
Wie würde sie wohl aussehen, die Parade der Mäuse? Niedlich, schätze ich. Die Tierchen würden stolz und ohne den Zuschauern besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden in Reih und Glied entlang der Menge patrouillieren und vielleicht das ein oder andere Piepen von sich geben. Eine Metapher, die auf das Projekt Mice Parade übertragen werden könnte.
WeiterlesenDavid Wilcox: What You Whispered
Gute Geschichten müssen gut erzählt werden. Auf das Tempo kommt es an, die Pausen und die Phrasierungen. „What You Whispered“ ist ein Storyteller-Album. Leise, mit tiefer, fast monotoner Stimme singt David Wilcox von seinem Leben. Mit leichtem Country-Einschlag pendelt er zwischen Bruce Cockburn und James Taylor. Zu deren Reife und Präzision fehlt zwar noch ein bisschen, aber man kann die musikalische Verwandtschaft deutlich hören.
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