King´s X gehören zu einer handvoll Bands, deren Name zum Synonym eines ganz eigenen Stils, bzw. Sounds wurde. Die Texaner wurzeln vom Beginn ihrer Karriere im harten Rock, gepaart mit unglaublich guten Harmoniegesängen. Als King´s X 1988 ihr Debüt „Out Of The Silent Planet“ veröffentlichten, waren sie mit ihrem kantigen Sound und den verschachtelten Harmonien der musikalischen Zeit weit voraus.
Richard Ashcroft: Alone with Everybody
Richard Ashcroft ist ein ganz Großer. So groß, dass auch ein mittelprächtiges Solo-Debütalbum kaum Kratzer an seiner Reputation hinterlassen wird. Schade, denkt man schon nach wenigen Minuten, spätestens aber beim zweiten Take, dass dem Durchschnitt von der Musikpresse so breiter Raum eingeräumt wird, während Bands wie Jack Ashcroft in derselben Disziplin locker an die Wand spielen. Leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
WeiterlesenWeen: Stay forever
Mit Wilco und Elliott Smith haben schon mehrere Amis bewiesen, dass die Engländer die Kunst des Britpops nicht gepachtet haben. Jetzt ist es allerdings an ihnen, mit Konkurrenz aus unerwarteter Richtung leben zu lernen. Die Chaoten von Ween schicken sich nämlich an, mit zarten Akustik-Klängen und himmlischen Harmonien in ihrem Gebiet zu wildern.
WeiterlesenTocotronic vs. Console: Freiburg V3.0
Die Spezialität von Tocotronic besteht darin, schluffige, laute und oft irgendwie zerrende Gitarrenmusik zu machen. Für ihre Melodien würden zwei oder drei Notenlinien vollkommen ausreichen. Popmäßig simpel und hymnisch sind sie, vor allem aber apathisch. Denn Tocotronic sind die Meister des Midtempo-Rocks. Der Gesang ist klagend, monoton und meistens am Rande des Ausdruckslosen. Als Slacker wurde das Hamburger Trio mal bezeichnet, in Wahrheit aber unterwandert es den Rock durch gezieltes Understatement und gibt ihm durch seine Teilnahmslosigkeit die Leidenschaft zurück. Die Riff-Folgen haben die Einfachheit eines Status Quo-Songs und die Melancholie eines Leonard Cohen. Pathos und Charme sind ein anderes Thema, die Texte auch – eine normale Rockband sind Tocotronic jedenfalls nicht.
WeiterlesenGallery: Blue
„Blue“ in der Original-Version von Eiffel 65 war schon peinlich genug. Als Melodiccore-Elektronik-Stück wird´s nicht unbedingt besser. Man sollte vielleicht nicht rausposaunen, dass diesmal Deutsche am Werk waren. Um mit grässlichem Akzent und bar jeder Inspiration einen Song zu Tode zu daddeln, der noch nie einer war.
Gallery: Blue
(Virtual Records)
Big Jim: BMX 2000
Clever gemachter Power-Pop mit lärmenden Gitarren und reizvollen Casio-Akzenten. Trotzdem: selbst wenn´s den BMX-Fans gefallen sollte – Skatern und Surfern wären Big Jim zu schwindsüchtig.
Big Jim: BMX 2000
(Intonation/Virgin)
Bananafishbones: Glam
Der Wille zum Ohrwurm klingt aus jeder Note. Doch trotz des lässigen Swings, trotz Schrammelgitarren und Moog bleibt „Glam“ als Popsong allzu flach. Außerdem hören sich Bananfishbones erschreckend stark nach Schülerband an. Mehr als nötig jedenfalls. Weniger Koketterie täte es auch…
Bananafishbones: Glam
(Bonanza/Polydor/Universal)
Miles: Miles

Was macht denn die fränkische Indie-Hoffnung auf ihrem neuen Album? Ich hätte viel von den vier Würzburgern erwartet, aber die Hinwendung zum Breitwand-Pop ist eine echte Überraschung. Abba spielt die größten Hits der Pet Shop Boys – so könnte man das schlicht „Miles“ betitelte Album auf einen Nenner bringen. Pop-Musik im großen Stil, weg von den Alternativ-Gitarren, hin zu Fender Rhodes und Moog Synthesizer. Weißer Frack statt Jeans.
WeiterlesenWalter Trout: Live Trout
März 2000, Tampa Bay Blues Fest: Nach einem Horrortrip aus verspäteten Flugzeugen, fehlendem Hotelzimmer, mangelndem Schlaf und zu wenig Essen steigt Walter Trout auf die Bühne und spielt diesen atemberaubenden Gig, der jetzt als Doppel-CD der Nachwelt erhalten bleibt. Jeder kennt diesen Mythos, wenn Musiker und Instrument „Eins“ sind und das Spielen mehr von Intuition als von Technik geführt wird. Näher dran als Walter Trout an diesem Tag kann man nicht sein. Er lässt seine Strat weinen, schreien, lachen, jubeln und spielt auf der ganzen Palette der Emotionen. Technisch perfekter kann man spielen, emotionaler nicht!
WeiterlesenThe Awesome Machine: …It’s Ugly Or Nothing
Schwarzes edles Cover mit Gold-Schrift – rein äußerlich könnte auf der CD fast alles sein. Dass sich hinter der dezenten Fassade „dreckiger Rock“ versteckt, erwartet man eigentlich nicht, man ahnt es nur, wenn man bemerkt, dass das Label eigentlich „I used to fuck people like you in prison“ heißt. The Awesome Machine machen Stoner-Rock und legen hart und düster los.
WeiterlesenJimi Tenor: Out Of Nowhere
Wenn es Pop-Jounalisten mit Musik ohne Songstrukturen zu tun kriegen, reden sie schnell von Filmmusik. Das neue Album von Jimi Tenor wird eine Invasion des Wörtchens „Filmmusik“ auslösen, denn eine klare Schublade für „Out of nowhere“ gibt es nicht. Bislang galt der eigenbrötlerische Finne als Elektroniker, seine Debüt gab er noch mit Dancefloor und Clubmusic, das letzte Werk war ein groovender Stilmix, und das neueste Lebenszeichen ist schlicht Freestyle. Elektronik, Black Music, Jazz, Ethno und E-Musik sind die Gebiete, die Tenor hier erforscht und zusammenführt.
WeiterlesenMusikbücher VI
A href, Freunde! Mit diesem orientalischen Gruß melde ich mich nach einer längeren Zeit des Schweigens wieder einmal mit neuen Musikbüchern, die sich wie immer dadurch auszeichnen, dass sie schon steinalt sind.
Aber halt! Eine Ausnahme. In bälde erscheinen wird die erste deutschsprachige Joni-Mitchell-Biografie, ein Werk von außerordentlicher literarischer Klasse, philosophischem Tiefsinn und aberwitzigstem Witz. Der nicht genug zu lobende Starcluster-Verlag wird die gut 200, mit vielen unglaublichen Fotos gewürzten Seiten as soon as possible herausbringen, lächerliche 49 Mark 80 dafür verlangen und expressement versenden.
WeiterlesenPrefuse 73: EstrocaroEP
Gleicher Mann, gleiches Label, andere Baustelle. Scott Herren, der in diesen Tagen eine LP „Folk Songs for Trains, Trees and Honey“ unter dem Pseudonym Savath+Savalas auf Warp herausbringt, kann nicht genug bekommen. Gleicht Savath+Savalas einer rudimentären, abgespeckten Version von Kreidler, aufgefüllt mit elektronischer Watte à la Boards of Canada, kommt bei Prefuse weniger Wärme aus den Boxen gekrochen. Zwar gleicht ein ganzes Stück „Five Minutes Away“ dem Bruderprojekt in seiner einheimelnden Wärme, diese wird aber bei dem Großteil der EP durch Push Button Object-mäßige Beatarhythmetik durchtrennt.
WeiterlesenDimitri from Paris: A Night at the Playboy Mansion
At the Playboy Mansion tanzen die Bunnies. In den Hügeln von Beverly Hills, im Haus von Hugh Hefner inklusive unterirdischer Oase. Ein Bunny hat es sogar auf das Cover des Albums geschafft, während sich der Meister selbst vornehm zurückhält. Und damit ist nicht etwa Hefner, sondern Dimitri from Paris gemeint, der Mann an den Turntables. Ob besagte Party nun wirklich stattfand oder als mythische Chiffre schon völlig ausreicht, spielt keine Rolle. Hedonismus, Dekadenz und Machoismus – die Welt des „Playboys“ zählt längst zur Popkultur. Mehr noch: die Centerfolds&Co. haben etwas Klassisches an sich, sind sozusagen Old-School, daher auch die pure Seventies-Untermalung.
WeiterlesenGrant Hart: Good News for Modern Man
Dank Amerikas vielleicht zukünftiger First Lady Tipper Gore, die jahrelang für eine Zensur in der Rockmusik kämpfte, um die Marktanteile der Countrymusik zu schützen – man kommt schließlich aus Tennessee – kommen manche Schallplatten heutzutage mit „Parental Advisory“ Aufklebern heraus. Aber manche brauchen eher eine Warnung, wie man sie aus der Apotheke kennt – nicht für den Konsum in Verbindung mit Autofahren oder dem Gebrauch von schweren Geräten geeignet.
WeiterlesenRock’n’Roll Stormtroopers: Hanging Out with the Boys

Das richtige Rezept für alle Leute, die unbedingt eine Sommer-Hit-Melodie brauchen, die sie den ganzen Tag mitsingen können, sich aber nicht auf MTV verlassen wollen, um eine zu finden.
WeiterlesenSandvipers: Dead Slow (LP)
Hier haben wir eine zehn Songs umfassende LP, von einer Kölner Band veröffentlicht, und entweder fehlt uns ein Inlay-Sheet oder der Band das Geld, um eins zu drucken, denn sonst ist zu Besetzung/Bandgeschichte/Mitgliedern leider nichts zu sagen. Was besonders schade ist, denn wenn ich die Texte auch lesen könnte, würden die Band wahrscheinlich einen Preis für ihr fehler-sowie akzentfreies Englisch bekommen.
WeiterlesenInterview: Wollie Kaiser
Der Kölner Musiker kennt keine Gnade, wenn es um die Schöpfung neuer Musik, neuer Klänge geht. Schon immer griff er gerne auf Originale zurück, um zu unterstreichen, „wie unwichtig letztlich die Qualität der Vorlage ist“. Als Mitglied der legendären KÖLNER SAXOPHON MAFIA, als Sessionmusiker und Solist nahm Wollie Kaiser über 40 LPs/CDs auf, kooperierte u. a. mit Kenny Wheeler, Mark Feldman oder SERIOUS SOLID SWINEHEARD. Seit 1989 wirkt er zudem als Dozent an der Folkwanghochschule in Essen. Über sein jüngstes Projekt, die CD „New Traces For Old Aces“, mit schrägen Interpretationen von Songs der „Sixties Beat“-Heroen THE SMALL FACES sprach mit ihm Roland Schmitt:
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