Stilbeschreibung: Schlicht. Schublade: Suzannne Vega mit Biss. Die Kanadierin Sarah Harmer versucht erst gar nicht, ihrem Folk-Rock einen modernen oder gar innovativen Anstrich zu verpassen.
WeiterlesenAutor: Dirk-Michael Mitter
Haggard: Eppur Si Muove
Metalklängen mit Klassik zu verwurschteln ist nicht mehr wirklich neu, aber zumindest in Einzelfällen noch interessant. Haggard Mastermind Asis Nasseri hat diese Verbindung bis zur Perfektion vorangetrieben und darf sich zu den ganz Wenigen zählen, bei denen Death-Metal-artige Abfahrten auf Oboe und Klarinette treffen.
WeiterlesenSchandmaul: Wie Pech & Schwefel
Ich geb’s zu, ich hab‘ einen Narren an dieser Band gefressen. Vielleicht auch deshalb, weil der „Narrenkönig“ bei meinen Kindern ganz weit oben steht. Dementsprechend oft werden Schandmaul bei uns zuhause bejubelt, nachgesungen und betanzt.
WeiterlesenKatie Melua: Call Off The Search
Ruhig bleiben, wieder hinsetzen – Katie Melua ist keine neue Norah Jones. Allerorten wird dieser Vergleich jetzt gezogen und kann einen beim genaueren Hinhören eigentlich nur belustigen. Neben den dunklen Haaren und den Kulleraugen, vereinen Katie Melua und Norah Jones hauptsächlich die ungewöhnlichen Töne und das klar erkennbare Talent. Bei Katie Melua bin ich mir aber nicht sicher, ob es eine gute Idee war, eben dieses in die Hände von Mike Batt zu legen.
WeiterlesenHothouse Flowers: Into Your Heart
Im Ernst, ich war richtig froh, als ich gelesen hab‘, dass die Jungs wieder am Start sind. Sechs Jahre nach „Born“ hat sich der Kern der Hothouse Flowers mit neuem Schlagzeuger wieder zusammengefunden und sich klanglich auf die Anfangsphase besonnen. Der bärenstarke Opener „Your Love Goes On“ erinnert dann auch direkt an einen anderen weißen Iren, der seine ganz eigene Version von Rhythm’n’Blues und Soul spielt.
WeiterlesenEvergrey: The Inner Circle
Evergrey Mastermind Tom S. Englund ist ein ganz Fleißiger: Vier Alben in vier Jahren und trotz wechselnder Bandbesetzung konnte sich das Endergebnis immer hören lassen. Das neue Werk „The Inner Circle“ ist sogar noch stärker geworden als der Vorgänger „Recreation Day“.
WeiterlesenFury In The Slaughterhouse: Nimby
Als ich mir meine erste Fury In The Slaughterhouse CD „Pure Live“ gekauft habe, hat das seinerzeit noch etwas verlodderte Image der Band immerhin gereicht, um meine damalige Mittelstands-Freundin zu erschrecken. OK, wirklich wild waren die Jungs nie, aber nach dem aus der Distanz betrachtet doch etwas zahmen Album „The Color Of Fury“ besinnen sich die Hannoveraner mit „Nimby“ wieder auf alte Tugenden.
WeiterlesenGrip Inc.: Incorporated
Na also, Metal muss nicht langweilig sein. „Incorporated“ wurde komplett analog eingeprügelt und was Sänger Gus Chambers, Dave Lombardo an den Drums und Allrounder Waldemar Sorychta mit diversen Gastmusikern hier abreißen ist die hohe Schule des Krawalls. Das wirkt an keiner Stelle aufgesetzt oder platt und kommt weitestgehend ohne Klischees aus.
(7 Fritten)
Grip Inc.: Incorporated
(Steamhammer/SPV)
Now It’s Overhead: Fall Back Open
Es ist definitiv ein Vorteil, wenn die Europa-Releases von manchen Platten ordentlich verschlafen werden. Dann liegen zwischen dem abgehangenen und dem neuen Album gerade mal ein paar Monate. Aktuell passt diese Situation zu Now It’s Overhead, die aus dem Saddle Creek Stall kommen und nach ihrem überragenden Deutschland-Debüt im November 2003 jetzt schon das neue Album nachlegen.
WeiterlesenSnuff – Greasy Hair Makes Money
Gibt es so was wie eine positive Schändung? Ich glaube nicht. Falls doch, lässt sich damit „Greasy Hair Makes Money“ vorzüglich umschreiben. Die Malocher von Snuff haben mal wieder ein Album rausgehauen und zerhäckseln neun anderer Menschen Lieder.Das reicht von zwei obskuren japanischen Coverversionen über Bob Dylan („You’re A Big Girl Now“) bis hin zu Shannons „Let The Music Play“. Wie bei Snuff zu erwarten durch den Hochgeschwindigkeitswolf gedreht, aber man hat nie das Gefühl, sie würden sich über die Originale lustig machen.
WeiterlesenHans Söllner – Oiwei I
Bei Hans Söllner vergisst man häufig, vor lauter Kiffergeschichten und laufenden Prozessen die Musik zu erwähnen. Auf seinem neuen Album „Oiwei I“ bringt er zum wiederholten Male Reggae mit bayerischer Volksmusik zusammen und man fragt sich, warum die zwei nicht schon länger verheiratet sind. Ergänzt um dylaneske Folk-Schraddeligkeit, macht das Hans Söllner, neben seinen Texten, zu einem ausgesprochen unterhaltsamen Musiker.
WeiterlesenPoems For Laila: Frühstück in Budapest
Poems For Laila gehört definitiv zu den Bandnamen, auf die ich richtig neidisch bin. Nach guten Alben in den achtziger Jahren ist die Band allerdings immer weiter in die Bedeutungslosigkeit gerutscht und schließlich von meiner musikalischen Landkarte verschwunden. Mit „Frühstück in Budapest“ kehren sie mächtig und muttersprachlich zurück.
WeiterlesenThe Get Up Kids: Guilt Show
So, die Pullunder haben sie wieder ausgezogen, Brille durfte fürs neue Bandfoto auch keiner aufsetzen und The Get Up Kids geben sich redlich Mühe, ein bisschen wie Rocker zu kucken. Nach dem umstrittenen Vorgänger „On A Wire“ ist „Guilt Show“ entwicklungstechnisch ein Schritt zurück. Mir persönlich gefällt „On A Wire“ mit seiner Detailverliebtheit und der gedrückten Stimmung immer noch gut und da schmerzt der recht platte Opener des neuen Werks „Man Of Conviction“ doch ein bisschen.
WeiterlesenPhoenix: Alphabetical
Es gibt Alben, da gefällt mir schon das Cover. Obwohl von herausragender Schlichtheit, ist „Alphabetical“ mit seinen altmodisch analog anmutenden Bildern höchst ansprechend, verrät aber nicht, dass hier eine Band am Start ist, die mehr drauf hat als ein paar nette Schrammelsongs.
WeiterlesenMe And Cassity: Between Wake And Sleep
Es gibt eine kleine Schar unentwegter Musiker, die das hässliche Wort „Pop“ unter ihre Fittiche nehmen und es behutsam zu einem wertneutralen Glanz heranführen. Pop im Sinne von Me And Cassity hat nichts klebriges und man kann diese wunderschönen, eingängigen Melodien nicht anders definieren als eben über diese drei Buchstaben. Bandkopf Dirk Darmstädter beweist auf dem dritten Me And Cassity-Album wieder einmal, dass er zu den größten Harmoniensuchern der Nation gehört.
WeiterlesenBowes & Morley: Mo’s Barbeque
„Mo’s Barbeque“ ist der launige Versuch der beiden Thunder-Köpfe, die Wurzeln ihrer Stammband noch ein bisschen weiter in Richtung Blues und Soul wachsen zu lassen. Den Hardrock-Anteil haben sie dafür zurückgefahren und präsentieren elf Songs, teils aus eigener Feder, teils bekannte Nummern. Eigentlich eine schöne Idee und das Album startet auch angenehm durch, setzt sich aber in der kompletten Laufzeit zwischen alle Stühle.
WeiterlesenPain Of Salvation: 12:5
Dass Pain Of Salvation zu den ganz Großen gehören, ist kein Geheimnis. Wenn man ihnen allerdings den Stempel Neo-Prog aufdrückt, kennt man zwar die Richtung, steckt aber das Feld viel zu eng ab. Pain Of Salvation haben eine enorme Bandbreite, die sie auf vier Studioalben schon belegt haben und nun mit einem famosen Live-Album untermauern.
WeiterlesenMonster Magnet: Monolithic Baby
Bislang sind Monster Magnet komplett außerhalb meines Wahrnehmungskreises gesegelt. Was an Samplerbeiträgen, Musik-TV-Präsenz und Beschallung durch Freunde an mich herangetragen wurde, hat mich nicht extrem überzeugen können. Insofern keine Ahnung, ob „Monolithic Baby!“ besser oder schlechter als seine Vorgänger ist.
WeiterlesenUFO: You Are Here
Was macht Michael Schenker bei UFO außer Querelen? Gitarre spielen. Obwohl er das Gesicht der Band entscheidend mitgeprägt hat, sind der Kern von UFO ebenso Bassist Pete Way und Sänger Phil Mogg. Die beiden treiben das Raumschiff seit Jahren weiter durch die Erdumlaufbahn. Nach zwei Alben mit Michael Schenker haben sie ihn jetzt wieder verloren und haben neben Keyboarder Paul Raymond Jason Bonham an die Drums und Vinnie Moore an die Gitarre geholt.
WeiterlesenChris Eckman: The Black Field
Ist Chris Eckman bei den Walkabouts eher für die schrägeren Songs zuständig und tobt er sich bei Höst mit etwas abseitigen Klängen aus, überrascht „The Black Field“ mit direktem Moll-Folk. Chris Eckman hat die Gitarre auf dem Schoß und klagt sich durch neun düstere Songs.
Es klingt unerwartet, aber in der Grundstimmung erinnert sein Soloalbum an Justin Sullivans „Navigating By The Stars“: In Moll gehaltene Emotionen, die sich zwischen Aufbruch und Einigeln nicht entscheiden können. Und wie auch Gefühle nicht immer greifbar sind, lassen sich auch die Songs schwer einfangen. Mit „The Black Field“ ist Chris Eckman kein phänomenales Album gelungen, aber es wäre schade, wenn es dieses Werk nicht gäbe.
Chris Eckman
The Black Field
Glitterhouse/Indigo
VÖ: 16.2.2004
