Katie Melua: Call Off The Search

Ruhig bleiben, wieder hinsetzen – Katie Melua ist keine neue Norah Jones. Allerorten wird dieser Vergleich jetzt gezogen und kann einen beim genaueren Hinhören eigentlich nur belustigen. Neben den dunklen Haaren und den Kulleraugen, vereinen Katie Melua und Norah Jones hauptsächlich die ungewöhnlichen Töne und das klar erkennbare Talent. Bei Katie Melua bin ich mir aber nicht sicher, ob es eine gute Idee war, eben dieses in die Hände von Mike Batt zu legen.

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Hothouse Flowers: Into Your Heart

Im Ernst, ich war richtig froh, als ich gelesen hab‘, dass die Jungs wieder am Start sind. Sechs Jahre nach „Born“ hat sich der Kern der Hothouse Flowers mit neuem Schlagzeuger wieder zusammengefunden und sich klanglich auf die Anfangsphase besonnen. Der bärenstarke Opener „Your Love Goes On“ erinnert dann auch direkt an einen anderen weißen Iren, der seine ganz eigene Version von Rhythm’n’Blues und Soul spielt.

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Fury In The Slaughterhouse: Nimby

Als ich mir meine erste Fury In The Slaughterhouse CD „Pure Live“ gekauft habe, hat das seinerzeit noch etwas verlodderte Image der Band immerhin gereicht, um meine damalige Mittelstands-Freundin zu erschrecken. OK, wirklich wild waren die Jungs nie, aber nach dem aus der Distanz betrachtet doch etwas zahmen Album „The Color Of Fury“ besinnen sich die Hannoveraner mit „Nimby“ wieder auf alte Tugenden.

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Grip Inc.: Incorporated

Na also, Metal muss nicht langweilig sein. „Incorporated“ wurde komplett analog eingeprügelt und was Sänger Gus Chambers, Dave Lombardo an den Drums und Allrounder Waldemar Sorychta mit diversen Gastmusikern hier abreißen ist die hohe Schule des Krawalls. Das wirkt an keiner Stelle aufgesetzt oder platt und kommt weitestgehend ohne Klischees aus.

(7 Fritten)

Grip Inc.: Incorporated
(Steamhammer/SPV)

Now It’s Overhead: Fall Back Open

Es ist definitiv ein Vorteil, wenn die Europa-Releases von manchen Platten ordentlich verschlafen werden. Dann liegen zwischen dem abgehangenen und dem neuen Album gerade mal ein paar Monate. Aktuell passt diese Situation zu Now It’s Overhead, die aus dem Saddle Creek Stall kommen und nach ihrem überragenden Deutschland-Debüt im November 2003 jetzt schon das neue Album nachlegen.

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Snuff – Greasy Hair Makes Money

Gibt es so was wie eine positive Schändung? Ich glaube nicht. Falls doch, lässt sich damit „Greasy Hair Makes Money“ vorzüglich umschreiben. Die Malocher von Snuff haben mal wieder ein Album rausgehauen und zerhäckseln neun anderer Menschen Lieder.Das reicht von zwei obskuren japanischen Coverversionen über Bob Dylan („You’re A Big Girl Now“) bis hin zu Shannons „Let The Music Play“. Wie bei Snuff zu erwarten durch den Hochgeschwindigkeitswolf gedreht, aber man hat nie das Gefühl, sie würden sich über die Originale lustig machen.

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Hans Söllner – Oiwei I

Bei Hans Söllner vergisst man häufig, vor lauter Kiffergeschichten und laufenden Prozessen die Musik zu erwähnen. Auf seinem neuen Album „Oiwei I“ bringt er zum wiederholten Male Reggae mit bayerischer Volksmusik zusammen und man fragt sich, warum die zwei nicht schon länger verheiratet sind. Ergänzt um dylaneske Folk-Schraddeligkeit, macht das Hans Söllner, neben seinen Texten, zu einem ausgesprochen unterhaltsamen Musiker.

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The Get Up Kids: Guilt Show

So, die Pullunder haben sie wieder ausgezogen, Brille durfte fürs neue Bandfoto auch keiner aufsetzen und The Get Up Kids geben sich redlich Mühe, ein bisschen wie Rocker zu kucken. Nach dem umstrittenen Vorgänger „On A Wire“ ist „Guilt Show“ entwicklungstechnisch ein Schritt zurück. Mir persönlich gefällt „On A Wire“ mit seiner Detailverliebtheit und der gedrückten Stimmung immer noch gut und da schmerzt der recht platte Opener des neuen Werks „Man Of Conviction“ doch ein bisschen.

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Me And Cassity: Between Wake And Sleep

Es gibt eine kleine Schar unentwegter Musiker, die das hässliche Wort „Pop“ unter ihre Fittiche nehmen und es behutsam zu einem wertneutralen Glanz heranführen. Pop im Sinne von Me And Cassity hat nichts klebriges und man kann diese wunderschönen, eingängigen Melodien nicht anders definieren als eben über diese drei Buchstaben. Bandkopf Dirk Darmstädter beweist auf dem dritten Me And Cassity-Album wieder einmal, dass er zu den größten Harmoniensuchern der Nation gehört.

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Bowes & Morley: Mo’s Barbeque

„Mo’s Barbeque“ ist der launige Versuch der beiden Thunder-Köpfe, die Wurzeln ihrer Stammband noch ein bisschen weiter in Richtung Blues und Soul wachsen zu lassen. Den Hardrock-Anteil haben sie dafür zurückgefahren und präsentieren elf Songs, teils aus eigener Feder, teils bekannte Nummern. Eigentlich eine schöne Idee und das Album startet auch angenehm durch, setzt sich aber in der kompletten Laufzeit zwischen alle Stühle.

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UFO: You Are Here

Was macht Michael Schenker bei UFO außer Querelen? Gitarre spielen. Obwohl er das Gesicht der Band entscheidend mitgeprägt hat, sind der Kern von UFO ebenso Bassist Pete Way und Sänger Phil Mogg. Die beiden treiben das Raumschiff seit Jahren weiter durch die Erdumlaufbahn. Nach zwei Alben mit Michael Schenker haben sie ihn jetzt wieder verloren und haben neben Keyboarder Paul Raymond Jason Bonham an die Drums und Vinnie Moore an die Gitarre geholt.

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Chris Eckman: The Black Field

Ist Chris Eckman bei den Walkabouts eher für die schrägeren Songs zuständig und tobt er sich bei Höst mit etwas abseitigen Klängen aus, überrascht „The Black Field“ mit direktem Moll-Folk. Chris Eckman hat die Gitarre auf dem Schoß und klagt sich durch neun düstere Songs.

Es klingt unerwartet, aber in der Grundstimmung erinnert sein Soloalbum an Justin Sullivans „Navigating By The Stars“: In Moll gehaltene Emotionen, die sich zwischen Aufbruch und Einigeln nicht entscheiden können. Und wie auch Gefühle nicht immer greifbar sind, lassen sich auch die Songs schwer einfangen. Mit „The Black Field“ ist Chris Eckman kein phänomenales Album gelungen, aber es wäre schade, wenn es dieses Werk nicht gäbe.


Chris Eckman
The Black Field
Glitterhouse/Indigo
VÖ: 16.2.2004