
Gestern habt ihr gesehen, wie einer auf eine falsche Fährte gerät. Heute verrät er euch, warum dem so war – und dass so etwas selbst den Besten passieren kann.
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Gestern habt ihr gesehen, wie einer auf eine falsche Fährte gerät. Heute verrät er euch, warum dem so war – und dass so etwas selbst den Besten passieren kann.
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Liebe, wunderbare Zeitschrift „Am Erker“, lieber, wunderbarer Joachim Feldmann! Wenn ihr noch einmal als Verlagsort von →Walter Wolters Krimi „Verdammter Räuber“ „Blieskastell“ schreibt, dann… nenne ich euch in Zukunft nur noch „Am Ärger“ resp. Joachim Fälltmann.
WeiterlesenEin Buch rezensieren: lesen, sich was dabei denken, aufschreiben. Ist man einigermaßen geübt: kein Problem. Doch dann kommen die Ausnahmen. Lesen, sich was dabei denken … und das Gefühl nicht loswerden, „falsch“ gelesen zu haben. Das ist mir bei Fred Vargas, „Der vierzehnte Stein“, passiert, und deshalb gibt es eine lange Rezension in drei Teilen. Wir beginnen mit dem deprimierenden Anfang.
WeiterlesenWer Ian Rankin nicht nur lesen, sondern auch hören will, der hat jetzt dazu Gelegenheit.

„Jackie Leven said“ heißt eine Doppel-CD, auf der Rankin eine „Familiengeschichte“ liest, die von Jackie Leven musikalisch untermalt wird. Zwei schottische Originale, und ihre Zusammenarbeit ergibt Sinn. Der Singer/Songwriter Leven, ehemals bei der unverächtlichen Band Doll By Doll, nennt eine turbulente Biografie sein Eigen, die aus einem Rankin-Roman abgekupfert sein könnte. Aufgenommen wurde das Ganze in der Edinburgher Queen´s Hall, 35 Minuten dauert die Lesung, und obwohl ich die Musik nicht gehört habe, nehme ich an, dass sie des Meisters Text würdig kommentiert. Denn Leven ist ein Guter. Einige der Songs beziehen sich zudem unmittelbar auf die Kriminalromane Rankins.
Die Plattenfirma zum Projekt:
„The first CD contains the story, Jackie Leven Said, written and read by Ian Rankin, from Ian and Jackie’s live show at the 2004 Edinburgh Festival. Ian tells the story in short chapters which are illustrated by musical interludes and complete songs performed by Jackie and keyboard player Michael Cosgrave. The story evokes the suffering (and healing) of a Scottish family coming back together for a funeral in Fife on the east coast of Scotland.“
(Es hat zwar ein paar Jahre gedauert, doch das Warten hat sich gelohnt. „Das Souvenir des Mörders“, deutsche Übersetzung von „Black and blue“ des schottischen Autors Ian Rankin, wird allseits als Meisterwerk gelobt. Dr. Bernd Kochanowski hat das Original gelesen und kann nur zustimmend nicken.)
Sie sind mir suspekt: Diese endlosen Krimi-Serien mit zehn und mehr Büchern, die immer um die gleiche Zentralfigur kreisen. Was uns unter dem Vorwand der Entwicklung einer Person angeboten wird, entpuppt sich häufig als Masche. Aber, so muss ich zugeben, manche Autoren wie Ian Rankin schaffen es, ihre Serien weiter zu entwickeln und uns immer wieder mit neuen Inhalten und anderen Erzählstrategien zu überraschen.
Als Kritik am Seriengedanken ist es aber wohl nicht aufzufassen, wenn deutsche Verlage, eigentlich Sachwalter der Interessen eines Autors, bei ausländischen Autoren die eigentliche Reihenfolge des Erscheinens der Bücher einer Serien verändern. Ökonomische Gesichtspunkte sind hier wohl eher im Vordergrund zu sehen. So kommt denn, unter dem Titel „Das Souvenir des Mörders“, der deutschsprachige Leser erst jetzt in den Genuss des 1997 erschienenen und im gleichen Jahr mit dem „Gold Dagger“ ausgezeichneten Buchs „Black and Blue“ von Ian Rankin.
Weiterlesen… gibt es auch Krimikritik. Zum Beispiel beim „Titel-Magazin“, wo Markus Kuhn →Jason Starrs „Hard Feelings“ bespricht.

Nach all der Theorie wollen wir jetzt etwas Leben in unser Camp bringen. Unser Erzähler soll eine der handelnden Personen sein, ein Mann, der sich erinnert, ein Mann, der schließlich mordet. Aber warum?
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Ihr habt es natürlich alle sofort gewusst: Der gestern so kontrovers „rezensierte“ Roman ist kein geringerer als – na?
– Friedrich Dürrenmatts „Der Verdacht“. Die Urteile stammen aus dem unerschöpflichen Quell von amazon.de.
Ich könnte jetzt eine noch viel tückischere Frage nachschieben. Die: „Welche der beiden Besprechungen triffts denn nun am Besten?“ Ist gar nicht tückisch? Na, dann bin ich mal gespannt, ob mir jemand die Frage mit kurzer Begründung beantwortet!
Bevor wir uns alle ins wohlverdiente Wochenende verabschieden, hier noch etwas zum Grübeln für die freien Tage.
Welcher Krimi ist hier gemeint?
WeiterlesenThomas Wörtches Artikel zur Zukunft des Krimis und seines Marktes, auf den ich gestern →hier zu sprechen kam, lässt sich jetzt auch →online bei kaliber 38 nachlesen.
Als ich mich vor nun auch schon geraumer Zeit der Kriminalliteratur zuwandte, hatte ich meine desillusionierendem Jahre auf literarischen Märkten schon hinter mir. Ein „experimenteller Roman“ war geschrieben worden, der selbst im nur unter dem Mikroskop relevanten Segment für solcherlei Wortarbeit fürchterlich floppte. Eine Zeitschrift zum Werk Arno Schmidts war herausgegeben worden, die gute Resonanz fand, also maximal 60 Abonnenten.
WeiterlesenDieser Krimi hat Tempo. Detektiv Richard Karter wird beauftragt, seinen verschwundenen Kollegen Markmann zu finden, der wiederum auf Madagaskar hinter dem gleichfalls verschollenen russischen Dichter Limonov her war. Also ab ins Flugzeug – und schon finden wir uns an Karters Seite auf der großen mysteriösen Insel im Indischen Ozean wieder, hineingeworfen in Schwüle, Exotik und Hoffnungslosigkeit.
Alle Frauen sind scheinbar Prostituierte. Nun gut, ein Madegasse, der sich eine Woche ausschließlich im Rotlichtviertel einer deutschen Großstadt aufhält, wird wohl das hiesige weibliche Geschlecht ähnlich schildern. Die Männer, so sie schwarz sind, vertreiben sich ihre Zeit als Provinzdespoten und ihre Helfershelfer oder Chauffeure, so sie weiß sind, lassen sie sich, enttäuscht von der Welt, auf der Suche nach einer besseren, treiben.
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Man weiß es, aber man vergisst leicht: Literatur ist mehrdeutig, vielschichtig, mißverständlich, irritierend. Drück 100 Leuten je ein Exemplar von Kafkas „Schloss“ in die Hand, und sie werden dir nach der Lektüre 100 Interpretationen liefern. Nu ja, Kafka! Aber ein Krimi? Eine schlichte Geradeaus-Story?
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Verschwitzt am Schreibtisch und träumen. Mit Heidi Klum auf den Seychellen. Mit Angelina Jolie auf der Luftmatratze. Mit Angela Merkel im Bundeskanzlerinnenamt. Oder: Mit →John Rebus im Pub. Okay. Hab eh Durst.
… und wie es sich für eine ehemalige Ministerin und jetzige „Krimiexpertin“ gehört nicht nur in der Südsee, sondern in der →„Welt“.
Dort liegt sie am Strand und sinniert über den europäischen Kriminalroman, der zwar den Reiseführer nicht ersetzt, aber „kongenial ergänzen“ kann.
Weiterlesen„Das Verbrechen ist universell, Krimis gibt es daher in jedem europäischen Land.“

Neben der Erzählperspektive sind es natürlich die „sprechenden Personen“, die den Stil eines Romans bestimmen. Man wird einen sechzehnjährigen Schüler des begonnenen 21. Jahrhunderts kaum „Mich dünkt, ich habe mich in Sie verliebt, Mademoiselle!“ ausjauchzen lassen, und ein wohlbestallter Professor wird nicht mit „Hassema ne Fluppe, Mann?“ den Smalltalk auf einer Party beginnen.
Weiterlesen→„Die Alligatorpapiere“ machen Urlaub bis zum 5. Juli, zwecks „Aktenstudium“. Aha. So nennt man jetzt also all inclusive in der Südsee. Damit ihr euch bis dahin nicht alles selber zusammen zu suchen braucht, hier zwei Verweise auf Krimirezensionen meines Zweit- resp. Drittarbeitgebers „Titel-Magazin“.

„Der vierzehnte Stein“ von Fred Vargas dürfte am Wochenende erledigt sein. Sehr merkwürdiges Buch, das gibt eine längere Rezension. Stand auch gar nicht auf meinem Leseplan. Aber dann hab ich einmal reingeschaut und war irritiert. Tja, und dann muss ich halt lesen.
WeiterlesenWer sich zu den Wurzeln des „deutschen Krimis“ begeben möchte, der lese bitte nicht Schiller, Kleist oder ETA Hoffmann. Sondern, zum Beispiel, ihn hier: Carl von Holtei.
Wenn ich es recht überblicke, hat von Holtei einen Roman und eine Novelle verfasst, die man ohne weiteres „Krimi“ nennen kann: →„Schwarzwaldau“ von 1856 und →„Ein Mord in Riga“,wohl etwas später entstanden, und, die Verlinkungen zeigen es schon, beide aktuell im Buchhandel nicht lieferbar.
WeiterlesenJe mehr Kriminalromane ich lese, desto wichtiger werden mir die Einzelheiten. Das Nebenpersonal. Die fleißigen Handlanger der Story, einzig geschaffen, den Erzählfluss am Laufen zu halten, Stichwortgeber für den Helden, die Heldin und den ersten Kreis der sie umgebenden Geschöpfe, die Auftraggeber, Verdächtigen, Opfer.
Sie nicht als bloße Objekte zu erschaffen, ist eine humane Geste des Verfassers / der Verfasserin, die besagt: Seht her: Ich nehme meine Arbeit ernst. Ich bin nicht darauf fixiert, eine mehr oder weniger spannende Story in all ihren essentiellen Punkten abzuhaken. Ich erzähle euch eine Geschichte, zeige euch eine Welt, und wie in jeder vernünftigen Welt hat auch hier alles was atmet seine Biografie. Und sei es nur ein kleiner Ausschnitt daraus. So gesehen, ist Laura Lippman mit „Butchers Hill“ ein sehr humaner Roman gelungen.
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