Walter was watching detectives

Ruhelos wandert Chef Walter durch die einsamen nächtlichen Flure der Redaktion. An Schlaf ist wieder einmal nicht zu denken. Der Preis für ein Barrel Content auf dem Internetweltmarkt steigt unaufhaltsam, der Krimiblogger und seine neue Praktikantin, Frl. Atemlos, haben sich, mit neckischem gegenseitigen Augenzwinkern, aus dem Staub gemacht. Von dem Burschen ist morgen kein Content zu erwarten. Seufzt Walter und macht sich selbst auf die Suche.

Weiterlesen

Extremlesen … und „literarische“ Krimis

Den Fforde hab ich, seufzend, in die Ecke gelegt. Helgason beeindruckt nach wie vor, 600 Seiten lang. Christoph Güskens „Faust auf Faust“ wurde zu Ende gebracht, Besprechung folgt. Und nu?
Zwei neue Krimis liegen bereit, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Horst Eckerts ja schon vielseitig besprochene „617 Grad Celsius“ und Nury Vittachis „Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger“. Hier die nüchtern-düstere deutsche Wirklichkeit, dort der bizarr-witzige asiatische Okkultismus. Mal sehen.

Weiterlesen

Rezensent/in gesucht

Der rührige Grafit Verlag hat mir drei interessante Neuerscheinungen geschickt. Schön so. Und da ich Rezensionsexemplare möglichst schnell mit einer Rezension quittiere, habe ich nun Stoff genug. Zuviel Stoff? Ob jemand von euch vielleicht Lust hätte? Ich frag ja nur.

Also. Bei den drei Büchern handelt es sich um folgende:

Weiterlesen

Summer Camp: Vorbereitungen

Es ist ja nicht nur so, dass lernwillige junge Menschen aus der Tristesse ihres Studierzimmers in die Sommerseligkeit frischer Luft entführt werden sollen. In unserem summer camp geht es um die existentiellen Dinge des Krimischreibens. Wir wollen das Skelett eines Krimis aus der Erde unserer Gedanken graben (hm; ist das jetzt ein schönes Bild oder einfach nur Quatsch?), all die vielen kleinen Knöchelchen, und dann zusammensetzen.

Weiterlesen

10 kriminelle Songs

Als wir im Spätherbst vorigen Jahres das Erscheinen des mittlerweile vollständig veröffentlichten →„PromiMassakers“ vorbereiteten, hatte einer von uns (wahrscheinlich wieder Chef Walter; jedenfalls läuft er seit Monaten herum und murmelt etwas von der „guten Idee“, die er da gehabt hat), eben besagte gute Idee, eine Liste mit „kriminellen Songs“ zusammenzustellen. Songs, in denen Morde und andere Verbrechen geschehen, und tatsächlich haben wir mehrere Hundert davon listen können.

Weiterlesen

John LaGalite: Zacharias

Vorstadt, Mietshaus, eine Frau ohne Mann, ein zwölfjähriger Sohn namens Zacharias, zuckerkrank. Eine Selbstmörderin fliegt durch die Luft, zerschmettert zu Zacharias’ Füßen, das heißt: Eine Wohnung wird frei.

Ein merkwürdiger Mann zieht ein, ein merkwürdiger Mann, weil er merkwürdige Gewohnheiten hat, Leute beobachtet, von Zacharias beobachtet wird. Der Mann hat einen Motorradunfall und ist querschnittsgelähmt, die Mutter, die Geld verdienen muss, pflegt ihn, Zacharias, der den Mann verhören will, hilft ihr. Warum verhören? Der Mann ist wahrscheinlich ein Frauenmörder, mehrmals schon hat er in der Nachbarschaft zugeschlagen. Zacharias ermittelt.

Weiterlesen

Crime School – Das Buch

Unsere Crime School ist ja ein sehr spontanes Bildungsinstitut. Als ich damit anfing, hockte in meinem Kopf eine allgemeine Vorstellung von Literatur, nichts sonst, und ich wollte sehen, wie weit sie sich dem „Genre“ Kriminalroman überstülpen lässt – oder nicht. Heute, die 15. Lektion wird pünktlich am Montag erscheinen, sehe ich klarer – und auch wieder nicht. Ein Abenteuer ist die Crime School weiterhin – für den „Lehrer“ und die Schüler, die aktiven (wenige) und die passiven (scheinen erstaunlich viele zu sein).Angedroht hatte ich es bereits: Vielleicht wird aus der spontanen, flitterigen Crime School irgendwann ein seriöses Buch. Tja, und jetzt könnte es soweit sein. Aber das liegt an euch.

Weiterlesen

Crime School: Reingelegt – Nachtrag

Eins muss man →Schüler Menke ja lassen: Er bringt einen manchmal auf Ideen. Die nämlich: Unser kleiner Krimi befindet sich momentan auf zwei Ebenen: Seite 1 und der Rest. Ebene 2 ist quasi die Metaebene von Ebene 1 – und meine Frage ist nun: Wie müsste eine dritte Ebene aussehen, die zur Metaebene zu Ebene 2 taugen würde? Oder, für Nichtabiturienten: Wenn Seite 1 keine „Abbildung von Realität“ ist, sondern nur ein Text in der Realität des Folgenden, um was müsste es dann auf Ebene 3 gehen, auf der diese Realität des Folgenden ihrerseits nur ein Text einer übergeordneten Realität des Folgenden wäre? Ganz einfach, also. Überlegt mal und meldet mir die Früchte eures verzweifelten Räsonnierens hier. . Ergebnisse werden benotet!

CrimeSchool: Repetitorium

Nein, diese Rasselbande gönnt einem alten Mann keinen freien Tag mehr! Zuerst macht mir Schüler Bernd Lust auf James Ellroy, den ich jetzt auch noch lesen muss, dann erwähnt Schüler Matthias so ganz nebenbei Chuck Palahniuks Roman „FLUG 2039“ (kennt jemand das Buch? Ist das ein Krimi / Thriller? Lesenswert?), der eine interessante Zeitstruktur aufweise – und Schüler Ludger macht einem sowieso ständig Appetit auf → „realitätstüchtige“ Bücher , die nun gar den Wahlkampf in NRW beeinflussen können. Für mich armen Pauker heißt das: Überstunden machen (die zahlt mir kein Kultusministerium) und einige Dinge repetieren.

Weiterlesen

Crime School: Zwischenlektion

„Das Katalogisieren und Einordnen in die jeweiligen Schubladen überlasse ich Literaturwissenschaftlern und Kritikern. Natürlich auch Bibliothekaren und Buchhändlern, die ihrem Klientel einen Anhaltspunkt geben müssen, wo ähnlich strukturierte Bücher zu finden sind. Sie finden meistens daran genauso viel Spaß und Befriedigung wie Jake an einer sauber sortierten Lego Sammlung.“

schreibt unser australischer Gastschüler, der von mir als Krimiautor sehr geschätzte → Marcus Starck.

Einspruch, Euer Ehren!

Weiterlesen

Crime School: Lektion 8

Die Dramaturgie der ersten sieben Beck-Romane ist simpel und stets die gleiche: Ein Verbrechen geschieht und wird in mühevoller Kleinarbeit aufgeklärt. Am Ende steht indes nicht die Auflösung als Selbstzweck. Wenn das letzte Rätsel gelöst ist, haben wir eine Person in ihrem ganzen Elend kennengelernt, manchmal auch mehrere, Protagonisten einer Gesellschaft, die sich von Roman zu Roman mehr entblößt und schließlich jene Konturen zeigt, die es den Autoren in den Romanen acht bis zehn ermöglicht, sie zum Schauplatz einer Groteske zu machen, die nur noch Monster und Psychowracks gebären kann.

Weiterlesen

Crime School: Lektion 7

Die Helden des klassischen Detektivromans sind sowohl Meister der Induktion als auch der Deduktion. Prinzipiell unfehlbar, agieren sie in einem Ambiente, das scheinbar nur aus Indizien besteht, die darauf warten, gedeutet zu werden. Machen die Helden denn doch mal einen Fehler, gehört dies zur Dramaturgie des Romans, nicht aber zum Wesen jenes Über-Ich, zu dem der Held (manchmal auch eine Heldin) beim Leser geworden ist.

Weiterlesen