Andrea Bajanis „Mit herzlichen Grüßen“ oder „Die Spur des Bienenfressers“ von Nii Parkes: eines der beiden Bücher, die ich gerade lese, ist ein Krimi, aber welches? Das eine ist wie ein Krimi aufgebaut und dennoch… das andere ist dezidiert KEIN Krimi und dennoch…
WeiterlesenAutor: dpr
3 Minuten noir
Man muss nicht wie Derek Raymond die Gesellschaft für einen Zustand halten, der nur im Schreibmodus des noir sichtbar wird. Ein Röntgengerät ist er durchaus, denn noir erlaubt einen Blick durch das Fleisch auf die Knochen unseres Zusammenlebens und seiner Regeln. Nur: Ein Skelett ist ein Skelett, und das agiert höchstens in Gruselfilmen als zusammenhängend Menschliches. Ansonsten ist es nichts weiter als ein Haufen Knochen, ohne Muskeln und Sehnen, ohne Fleisch und Fett die Andeutung von Form.
Weiterlesen10 Themen, über die zu schreiben sich nicht lohnt
Mann, über was ist hier in den letzten Jahren nicht alles geschrieben worden! Manchmal wolkig, manchmal heiter, erschöpfend oder en passant, mit anschließender Prügel für den Autor oder nicht. Aber manche Themen sind inzwischen so was von durch, dass es an der Zeit ist, sie endgültig kurz und bündig abzuschließen. Keine Diskussionen mehr, höchstens noch das eine oder andere Späßlein drüber. Hier die Worstlist nicht nur für diesen Monat. Freuen wir uns statt dessen auf neue Themen wie „Welche Farben bevorzugen Krimiautoren bei ihren Unterhosen?“
WeiterlesenRobert B. Parker: Alte Wunden
Ein neuer Auftrag für Spenser (na ja, im Original von 2003) und die alten Reflexe. Nichts zu bemängeln, Kriminalliteratur auf bestem Unterhaltungsniveau, gute Bekannte, die tun, was sie schon immer getan haben. Ein Banküberfall von 1974, bei dem eine scheinbar Unbeteiligte erschossen wurde, sorgt diesmal für „alte Wunden“, als die Tochter der Getöteten Spenser um Aufklärung bittet. Die Aktion war von einer „studentischen Aktionsgruppe“ durchgeführt worden und rasch zeigt sich, dass alte Wunden, wenn sie aufbrechen, schnell zu neuen führen können.
WeiterlesenWolfgang Bitburger rests in pieces
Wolfgang Bitburger, der Doyen der deutschen Krimikritik, ist tot. Der bei Kollegen wie Autoren wegen seiner stets kenntnisreichen und ausgewogenen Rezensionen gleichermaßen geschätzte Bitburger verstarb gestern im Alter von 89 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls, den er bereits im Frühjahr während der Tagung „Krimikritik – Fluch oder Segen oder beides?“ in Bad Krotzingen erlitten hatte. „Wir verlieren einen Gentleman der liebevollen Krimianalyse“, heisst es in einem Nachruf des „Itzehoer Volksboten“, für den Bitburger ebenso schrieb wie für andere Massenmedien.
WeiterlesenDetektei Geheimnislos
Die Detektei Geheimnislos hat ihr kleines Büro im Hinterhof der Literatur. Kein Firmenschild, keine Annoncen, das Mobiliar schäbig, der Detektiv mit der ausgebeulten Polsterung seines Sessels verwachsen, Kriminalromane lesend. Sie langweilen ihn, er wartet.
WeiterlesenThe fastest couch ever
Kaum geschrieben, schon veröffentlicht. Etwas zu →Deutschkrimis auf der Couch, in Verlängerung des vorangegangenen Eintrags.
Problem gelöst
Grummeln bei FACEBOOK. Steht doch auf der neuen Krimiwelt-Bestenliste mal wieder nur ein deutscher Titel, noch dazu auf hinteren Plätzen. Ein unhaltbarer Zustand, finden die AutorInnen, man erfährt erstaunt, selbst die Verlage hätten sich schon darüber „beschwert“, ohne Erfolg allerdings. Wer ist dran schuld? Die Kritiker. Und überhaupt.
WeiterlesenRückständige Zeitgenossen
Es ist unglaublich. Jetzt, wo es quasi amtlich ist, dass man sich für Arthur Conan Doyle und sein mediokres Geschöpf Sherlock Holmes nicht mehr zu interessieren braucht, →protestieren gestandene Autoren wie Julian Barnes oder Ian Rankin oder Stephen Fry gegen den Zerfall des Landhauses des alten und überschätzten Meisters. Ja sakra, wo leben die eigentlich? Warum nehmen diese Ignoranten einfach keine Notiz von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen? Es ist manchmal wirklich traurig, in welch rückständigen Zeiten man leben muss.
Eifel in der taz
Eine ganze Seite Eifelkrimi in der →taz? Na ja, nicht wirklich. Jacques Berndorf hat seinen neuen Roman „Die Nürburg-Papiere“ in der Mainzer Staatskanzlei vom Ministerpräsidenten persönlich vorstellen lassen, der wiederum ächzt unter der tatsächlichen „Nürburg-Affäre“, die das Buch thematisiert, Krimiautoren schreiben häufig unter Pseudonym, weil sie früher mal Pornos geschrieben haben, in den meisten Krimis kommt der Ausdruck „nicht wirklich“ vor, so der Autor Helmut Höge, und eigentlich verfehlt Berndorf sein Thema, aber wieso eigentlich, das erfahren wir nicht, über das ganze Buch erfahren wir eigentlich nichts und so könnte man behaupten, Höge habe irgendwie sein Thema verfehlt oder auch nicht, wenn das Thema die „Nürburg-Affäre“ war und nicht die „Nürburg-Papiere“, genaueres weiß man nicht wirklich, das aber ganz bestimmt.
Suite Noire
Mit vier Bändchen startet der Distel Literaturverlag seine Übersetzungen der französischen Buchreihe „Suite Noire“. Herausgegeben wird sie seit 2006 vom einschlägig bekannten Jean-Bernard Pouy, 36 Titel sind es bisher, acht davon 2008/2009 vom französischen Sender France 2 für das Fernsehen adaptiert.
WeiterlesenVerbrechensbekämpfung
Und wieder redet jeder vom absoluten Beweis. Von der elektronischen Hochrüstung, der lückenlosen Videoüberwachung, der totalen Kontrolle. Ein Ball kracht gegen die Unterkante der Latte, springt zurück und kommt hinter der Torlinie auf. Kein Tor. Also Fehlentscheidung. Ein Verbrechen, das nicht geahndet wird.
WeiterlesenPeinlich plappernde Päpste
Man kennt das ja mit den Päpsten. Eine Zeitlang schaut man zu ihnen auf, wenn sie sich in vollem Wichs mit dem Papamobil durch die Gemeinde kutschieren lassen. Irgend wann aber erkennt selbst der Gutgläubigste, dass diese Päpste in Wirklichkeit doch nur Vorsitzende obskurer Organisationen mit bisweilen ekligem Personal sind.
WeiterlesenRezi andernorts
Okay, im Fussball klappts grad nicht so gut in Spanien, aber anständige Kriminalromane schreiben sie schon. Domingo Villar etwa, lässt sich →hier nachlesen.
Endlose Geschichten
Manche Bücher sind wie manche Menschen. Man hört ihnen gerne zu, sie erzählen nicht brillant, aber durchaus flüssig, was sie erzählen hat Unterhaltungswert und man weiss, wenn sie aufhören zu erzählen, dann ist das Erzählte auch schon längst im großen Häcksler von Erinnern und Vergessen verschwunden.
WeiterlesenHistorisches und Historisches
…habe ich die Ehre anzuzeigen dawelche von mir gemachte Gedanken, historische Krimis betreffend. Und zwar auf der hochwürdigen →Krimicouch. Zur besonderen Beachtung empfohlen und empfehle mich jetzt selber, habe die Ehre.
Krimilexikon -A-
Eines der ehrgeizigsten Projekte der deutschen Krimikultur legt endlich erste Ergebnisse vor. Das von der Arbeitsgruppe „lexikalische Erfassung“ geplante „historisch-kritische Lexikon der deutschsprachigen Kriminalliteratur“ unter Leitung von Wolfram Dietz („Dinkelsbühler Neue Presse“) und Prof. Dr. Egon Schlenndorf (Fernuni Hagen) wird in den nächsten Jahren alles Wissenswerte zum Genre unter Mithilfe zahlreicher Fachgelehrter aus dem In- und Ausland zusammentragen und nach dem Stand der neuesten Forschung präsentieren. Als erstes Massenmedium veröffentlicht wtd vorläufige Auszüge aus den bisherigen Arbeiten der Gruppe.
WeiterlesenLena, Krimi, Pop und der Rest
Wenn drei Leute eine CD, einen Film, ein Buch mögen, ist das noch lange kein Pop. Pop bedeutet Masse, Dynamik, Hype und Täuschung, bedeutet, sich auf einen Nenner zu einigen, ungeachtet der Struktur und der möglichen Komplexität eines Gegenstandes. Lena ist Pop, weil sie Lena ist und sonst nichts. Ein trotz des medialen Irrsinns auf zwei, drei Begriffe reduzierbares Wesen: natürlich, hübsch, eigensinnig.
WeiterlesenDie Zeit, die Zeit
„In der schreibenden Zunft gibt es eine Arbeitsteilung. Die Journalisten sind für die Gegenwart zuständig, die Dichter für die Vergangenheit. Was abzusinken droht in den Tümpel des Vergessens, das holt die Literatur mit der Kraft der Erinnerung ans Licht und zeigt, dass das Vergangene nicht vergeht.“
WeiterlesenMartin Mucha: Papierkrieg
Irgend wann jenseits von Seite 100 bin ich dann aus der Nummer ausgestiegen. Da gibt es einen Autor, der ganz nett schreiben kann, manchmal direkt witzig, und also schreibt er einen Kriminalroman, einen österreichischen, einen wienerischen, und wahrscheinlich hat er sie alle gelesen, diese ganze Spezerl- und Stritziwirtschaft, und das kann er halt auch und warum also nicht. Nun, darauf gibt es eine Antwort.
Weiterlesen