Bierschaum?

Bevor ich gleich zu ner Beerdigung abdüse, das noch: →„Berlin kriminell“ über „Menschenfreude“:

„Fazit: Getaucht in frischen Bierschaum, garniert mit einer stattlichen Portion munteren Zynismus‘. Wo das Obskure zum Normalen wird, freut ein Krimi, der das Damoklesschwert launig in Stellung bringt. Realitätsnaher Krimi von saarländischer Grausamkeit.“

So, und jetzt in die schwarzen Klamotten.

Krimikritik goes blogging

Jetzt ist auch die geschätzte Kollegin Ingeborg Sperl vom Wiener „Standard“ unter die BloggerInnen gegangen. Seit dem 6. Februar beschenkt sie uns auf →„krimiblog.at“ mit kürzeren Rezensionen aktueller Kriminalliteratur. Und das freut einen doch, wenn mehr und mehr „PrintjournalistInnen“ das Bloggen mitsamt aktivierter Kommentarfunktion entdecken. Seien wir gespannt, wer der oder die nächste ist. Das Netz knüpft sich dichter und dichter, der Marktführer muss sich was einfallen lassen…

Krimis interpretieren

Man renne nicht gleich schreiend davon, wenn ich behaupte, Franz Kafka habe mit seinem Roman „Das Schloß“ auch für eine Sternstunde der Kriminalliteratur gesorgt. Nein, nein, wir werden ihn schon nicht vereinnahmen. Aber was passiert dort eigentlich? Ein Landvermesser namens K. wird auf ein Schloss befohlen und weiß bis zum Ende nicht, was er dort soll, und die Leser wissen es ebenfalls nicht. Der Rest ist Interpretation.

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Bad, bad, bad

Die Krise ist bei den Bürgern angekommen. Aber auch bei den Käufern und Lesern von Kriminalromanen? Wtd möchte es genau wissen und befragt Herrn Professor Max Deutele, den Geschäftsführer der Gesellschaft für Krimikonsumforschung in Gießen, einem sogenannten Spinn-out der Gesellschaft für allgemeine Literaturkonsumforschung, ebenfalls in Gießen.

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Nordkorea? Nein, danke!

Auch wenn heute Karneval ist und das Fässchen Ur-Pils schon wieder leer: Wtd prangert unverdrossen an! Heute: die in letzter Zeit rezessionsartig wuchernde Pieke-Biermann-Verehrung. Kollege →Bernds Eloge macht die Tonne jetzt voll: Wie die Dame in letzter Zeit gelobt wird, das grenzt schon an Personenkult! Zugegeben: SO SCHLECHT IST DIE GAR NICHT! Aber rechtfertigt das alles? Neulich bei Peek(!) und Cloppenburg hat sie ihre neue Lederjacke mit einem Autogramm bezahlt! Das sind nordkoreanische Verhältnisse! Und mir ham’se vorgestern die EC-Karte eingezogen, die Schweine…

Der Karnevalskiller. Aus den Abgründen eines alten Kriminalisten

Sein ganzes Leben lang hatte der alte Kommissar gegen das Verbrechen gekämpft. Jugendlichen Schwarzfahrern begegnete er grundsätzlich mit entsicherter Pistole – man konnte ja nie wissen. Verkehrssünder, Ehrenmörder, Ladendiebe, Besitzer notorisch in Sandkästen urinierender Hunde: Der alte Kommissar hasste sie alle. Einen aber liebte er wie sonst nur noch sich selbst und wünschte sich, er werde ihn niemals dingfest machen müssen.

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Pieke auf CD

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Na, schau an. Da shoppe ich wie jeden Samstag fröhlich durchs Netz – ein Söngchen hier, ein Paar Wollsocken da – und lande, weiß der Teufel wie, im Shop von Rundfunk Berlin Brandenburg. Und finde was? Eine →CD mit acht klassischen Kriminalreportagen von Pieke Biermann! Ganz frisch! 70 Minuten O-Ton für 7,95, dafür kriegste sonst nix Anständiges im Internet! Also, im Vertrauen jetzt, geflüstert: Kau-fän! Lauter, mit Karnevalstusch: KAUFEN! Sonst gibts am Montag keinen Anti-Faschings-Kurzkrimi!

Samstag mit Krimi, ohne Fasching

Na, Gott sei Dank. Seriöse Ratschläge warten auch an diesem Samstag beim Titel-Magazin. Frau Dr. Lehmann erzählt uns, wie man einen →Gastank sprengt (Herr Putin weiß das längst); Frau Manske rätselt, ob Oliver Maria Schmitts →„Der beste Roman aller Zeiten“ überhaupt Kriminalliteratur ist und wenn ja, warum nicht, also doch; Herr Barsch hält Qiu Xiaolongs →„Blut und rote Seide“ für einen hervorragenden Krimi – meine Rede; Frau Mende findet →„Nachtmarkt“ von Angela Savage nicht so toll; und für Frau Mainka pilchert →„Jagd auf Frankie“ von Kevin Lewis so dahin. Das heutige →Krimigedicht stammt von Carl von Linné und ist keins. Ach ja: Und Herr Rudolph, der seit Jahresbeginn die LeserInnen seines Blogs mit obskuren Theorien zu Edgar Poe nervt, →langweilt damit jetzt auch die LeserInnen beim Titel-Magazin.

Tracy Gilpin: Stunde der Buße

Kriminalliteratur aus Ländern, die sich – wirtschaftlich oder politisch oder beides – im Wandel befinden: das ist per se spannend. Denken wir an Kuba, überhaupt an Lateinamerika, an China, an Südafrika… Während sich sonstwo Krimi als fügsamer Transporteur konsumabler Spannung und Klitzekleindämonen selbst genügen mag, geht dort, wo Werte neu definiert werden müssen, die kriminalliterarische Post ab. Sollte man meinen. Geht aber leider auch anders.

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Eure Glorreichen

Ja, genau: Die Liste der „Glorreichen Sieben“ ist schon lange nicht mehr aktualisiert worden. Liegt daran, dass ich sie mit dem Start des neuen Jahres gerne komplett austauschen möchte, mir aber noch keine sieben Werke der Kriminalliteratur aus dem Jahr 2009 untergekommen sind, die man dort guten Gewissens platzieren könnte. Wird aber; keine Bange.

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Die Frauenfrage

Nein, nein, das ist kein Trend, das ist Zufall. Die beiden Bücher, die ich gerade parallel lese, beschäftigen sich mit dem Phänomen der Dämonisierung / Marginalisierung / Unterdrückung der Frau. In Tracy Gilpins „Stunde der Buße“ lernen wir eine weltumspannende Geheimorganisation von Frauen kennen, die sich auch mit terroristischen Mitteln zur Wehr setzt.

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Saturday’s Thrill, klassisch

Ziemlich klassisch geht es in der heutigen Ausgabe des Titelmagazin-Krimisamstags zu. Frank Göhre, klassisch und aktuell zugleich, porträtiert →Edward Bunker, Judith Hammer testet einen Klassiker des →Wie-schreibe-ich-Krimis und Peter Münder hat Peter Schmidts →„Die Regeln der Gewalt“, einen deutschen Krimiklassiker aus dem Jahr 1984, noch einmal gelesen. Klassisch auch →Peter Zeindler. Jörg von Bilavsky gratuliert zum 75. Geburtstag und zum neuen Werk.

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Pardon

Da war ich wieder einmal zu voreilig und hab einen guten Mann ungerechterweise →der Kenntnislosigkeit geziehen. Der Berliner „Tagesspiegel“ hat mir mitgeteilt, im Artikel von Herrn Professor Brittnacher gehe es nicht um einen Vergleich deutsche / britische Kriminalliteratur, sondern um die Ursprünge der Kriminalliteratur, „die Professor Brittnacher offenbar für Großbritannien und Deutschland zu unterschiedlichen Zeitpunkten verortet“. Na, dann ist ja alles gut. Die Ursprünge der britischen Kriminalliteratur liegen bei Conan Doyle, die der deutschen bei Schiller. Schön, dass mans endlich weiß. Wir haben mal wieder ein ganzes Jahrhundert Vorsprung. Prima. Auf den Schreck hin nehme ich mir morgen blogfrei. Am Samstag hab ichs hoffentlich wieder verdaut.

Fragen Sie!

Wir leben im Informationszeitalter. Gut so. Aber nicht alle Informationen, die uns zu Ohren kommen, verstehen wir. Ganz schlecht. Vieles irritiert uns, sogar im Krimisegment. Was tun? – Fragen Sie uns! Wann immer Sie etwas in puncto Krimi nicht verstehen, lassen Sie es uns wissen! Wir finden auf alles eine Antwort. Zum Beispiel auf die verzweifelte Frage des Lesers B. aus H.

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