
Dieses Cover gehört vermutlich zu den schönsten, die je eine James Last-Platte hatte. Rot mit Pink – und es sieht immer noch gut aus! Und diese tolle 12! Mann, Mann, Mann. Keine Ironie. Wenn ich mir vier Last-Platten an die Wand hängen dürfte, würde die hier dazugehören. Trotz des Rüschenhemds, das James Last hier trägt. Aber immer noch besser als die Schals, die bei seiner Band vorne raushängen.
Kategorie: James Last
Romantische Träumereien
Au backe. Ein ganz weichgezeichnetes Cover. Das lässt nichts Gutes vermuten. Was ist das hier? Ein Szenenfoto aus „Zärtliche Cousinen“? Nein, der Mensch oben scheint ein Mann zu sein. Na gut. Könnte aus „Die blaue Lagune“ sein. Erinnert mich so´n bisschen daran. Die Klamotten sehen nach Freibeutern oder ausgesetzten Jugendlichen aus. Aber wie hieß der Typ noch, der da mitgespielt hat? Der hat nämlich genau so´ne blonde Minipli. Später hat er das Kindermädchen in Dallas gespielt und Sue Ellen gevögelt. Ich komm nicht drauf.
WeiterlesenTräum was Schönes
Die schönsten klassischen Melodien.
Also, der Titel ist ja wirklich mal reizend. „Träum was Schönes“. Sowas Umsichtiges! Und vorne ist er drauf, der James Last, und macht mit dem Finger so leicht „Psst“ auf seinen Lippen. Damit wir nicht stören und er weiter spannen kann. Hintendran sitzt nämlich ein Pärchen, das denkt, es wär allein. Die sind vermutlich gemeint mit „Träum was Schönes“: „Denkt einfach nicht an mich. Stellt Euch vor, Ihr wärt allein. Beachtet mich gar nicht.“
Last the whole night long
50 Non-Stop Party Greats from James Last.
Wow, geht schon los mit Live-Atmo. Und dann mittenrein in die Disco-Zeit. Gut, „Rivers of Babylon“ kaut noch auf leicht wackeligen Milchzähnen. Aber schon „Dancing in the city“ hat dieses leicht Schwüle der späten 70er. Saturday Night Fever, ja klar – das hat ja im Original schon großes Orchester. Mit der Bee Gees-Ekstase (dass ich so was mal schreibe!) kann´s hier nicht ganz mithalten. Aber das ist wohl Absicht. James Last weiß schließlich, wo seine Platten laufen. Und warum da nicht das Original läuft.
This is James Last

Das dürfte eine recht frühe Last sein. Und eine lustige Mischung ist drauf: alte Swing-Klassiker, bisschen E-Musik, Beatles, Sonny & Cher, bisschen Latin. Hübsch mit Leerrillen dazwischen aufgereiht. Nix Potpourris, nix Partysound. Alte Schule also. Vergleichsweise konservativ.
Classics up to date 2
Also, das lässt sich schon viel besser an als Classics up to date 1. Die war ja wirklich kaum zu ertragen. Hier ist bedeutend mehr Pep drin. Und die Frau auf dem Cover hat auch schon mehr als eine Marmorbüste neben sich: nämlich einen Lover und ein Glas Sekt. Das ist doch schon was.
Sing mit 2
Fortsetzung der tollen ersten Folge von „Sing mit“. Mit dem Unterschied, dass hier ein kleines Wörtchen über der Tracklist steht: „Potpurri“. Hat sich etwa jemand nach der ersten Platte beschwert? Nach dem Motto: Hier steht „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“, und ich will alle Strophen, bis zu „Dru Chunusun mut dum Kuntrubuss“… Hat bestimmt rechtliche Gründe, das.
Ich hätte da gleich noch ein neues juristisches Problem aufzuwerfen: wer ist eigentlich der Chor, der hier singt? Warum ist der nirgendwo aufgeführt? Herr Last will doch nicht etwa behaupten, das seien wieder seine Partygäste, die er eher zufällig für die erste Folge der Nonstop-Party aufgenommen hat? Netter Versuch. Die kann er mir auch mal vorbeischicken, diese Gäste.
WeiterlesenNon Stop Dancing 1972/2
Oh mein Gott, was für ein gütig blickender James Last auf dem Cover! Da fühlt man sich doch gut aufgehoben. Hat ein bisschen was Jesus-haftes, find ich. Mit gepflegteren Haaren, natürlich. Wir wissen ja alle, wie Jesus damals rumlief, mit diesen langen Zotteln. Und es gab bestimmt Leute, die James Last gern ans Kreuz genagelt hätten für seine Musik, höhö – um die Parallele noch weiterzuspannen.
Wir sind also gefangen in einer Welt aus Orange- und Brauntönen: Willkommen bei Non Stop Dancing 1972, Teil 2. Und es geht direkt los mit Deep Purples „Fireball“, bevor der heitere „Beautiful Sunday“ aufblüht und abgelöst wird von „Samson an delilah“… Neil Young befindet sich hier in heiliger Eintracht mit Tony Christie, Vicky Leandros und Giorgio Moroder. Was Sie besser nicht über 1972 gewusst hätten – hier erfahren Sie es. Für die Deep Purple-Fans mag es schmerzlich sein. Die Tony Christie-Fans sind durch den schmeichelnden Bigband-Sound versöhnt. Und den Giorgio Moroder-Käufern ist eh alles egal.
WeiterlesenSing mit 4
Nein, das ist nicht Mike Krüger auf dem Cover. Das ist wirklich James Last. Gut, man hat ihn schon besser gekleidet gesehen, aber vermutlich ist Karneval.
Die Musik ist gut, fetzig, haut auf die Pauke. Aber liebe Leute – was ist denn mit dem Chor los? Sind ihm bei Strafe die Synkopen verboten? Da wünscht man sich ja Cindy und Bert herbei, die den Rosen aus Malaga wenigstens noch ein Fünkchen Leben einhauchen. Mein Gott, hab ich das grad wirklich geschrieben? Aber ja, genauso ist es.
WeiterlesenÄnnchen von Tharau bittet zum Tanz 2
Wie gesagt: Platten, die so richtig abschreckend wirken, sind oft die besten. Ännchen von Tharau ist nicht halb so albern wie das Dirndl-Mädchen mit den Phasenbildern auf dem Cover.
Gut, wer keine Volkslieder kennt, lernt sie mit dieser Platte auch nicht. Erstens werden immer nur Fragmente angespielt. Und zweitens sind die so kunstvoll ineinander verwoben, dass selbst Profis aufpassen müssen, dass sie keins verpassen. Zuzüglich der ganzen Arabesken und Ornamente, die draufgepappt werden, steigt man zum Teil nur noch schwer durch: was ist Volkslied, was Verzierung? Es sind allenfalls Reminiszenzen, die hier durch den Raum schweben.
WeiterlesenAn evening out with…
So verwöhnt einen James Last also beim abendlichen Ausgehen. Schön-schön. Mit sexy Swing-Musik aus der Zeit vor den Non Stop Parties. Will sagen: ohne Partygeplapper. Und im Gegensatz zu den späteren Sound-Orgien auch noch etwas spartanischer instrumentiert.
Wunderbare Titel sind hier drauf: The theme from summerplace, A man and a woman, Moon River, Never on Sunday, Maria, Let the sunshine in etc. Die Platte ist näher an klassischem Jazz dran als an Easy Listening, auch – oder gerade – weil es hier mitunter nach leicht plüschigem Tanztee riecht. Aber auch nach großen Ballsälen, in denen sich die Herrschaften in den teuren Roben und die Twist-Teenies gleichzeitig austoben können. Ich tippe auf die späten 60er. Und es bleibt mir nicht viel mehr zu sagen als: spitzenmäßig leichthändiger Swing.
WeiterlesenFlute Fiesta
…mit Berdien Stenberg
Oha, wer ist denn Berdien Stenberg? Wo heisst man so? Und warum dürfen nur hübsche blonde Flötistinnen mit auf´s Cover drauf? Warum nicht Gheorge Zamfir? Hat der vielleicht ´n Buckel?
Und das arme Orchester… Die stehen hier am Strand, angezogen wie für die Motto-Party „Beach-Zuhälter“ oder „Hawaiihemden-Casanova“. Steht bestimmt alles im Vertrag drin: „Herr Last geht morgens rum und legt Euch die Kleider raus.“ Und glaubt mir, er hat einen riesigen Fundus…
WeiterlesenNon Stop Party
28 Hits gespielt von der James Last Band.
Huch, wer ist das? Huch, wo war das letzte Lied zu Ende? Gar nicht. Das ist ja der Trick an den Nonstop-Platten. Sie stoppen nicht. Keine Leer-Rillen. Keine Pausen. Und die Leute im Hintergrund sind Party-Gäste. Winzig kleine Leute, mit in die Platte gepresst. Die Rille erweckt sie zu Leben…
Und das ist der Trick der Party-Platten: eingebaute Stimmungsgarantie, falls die eigene Party so richtig floppt. Dann sitzen ein Haufen griesgrämige Menschen auf Sofas und halten sich an ihren Drinks fest. Aber aus den Boxen tönt lustiges Party-Geplapper!
WeiterlesenNon Stop Evergreens
28 immergrüne Melodien zum Tanzen
Auch sehr schönes Cover, diese Platte. So sah das aus, wenn man in den 70ern Kunst machen wollte. Und gemacht hat! Ist doch wirklich gelungen: Bildmitte scharf, Rest unscharf und strahlenförmig von innen nach außen gehend. Hat so was Dynamisches, natürlich. Und dann diese Komposition aus Orange, Rot und viel Grün – schließlich geht es um Evergreens – Zwinker-Zwinker.
An dieser Stelle muss ich mal den Schriftzug von James Last loben. Diesen typischen, mit den runden, prallen Buchstaben. Die sehen ein bisschen aus wie aufblasbare Sitzmöbel. Man kann sie toll bunt ausmalen – also nicht ich, aber die Layouter. Ich hab sie wirklich schon in allen Farben des Regenbogens gesehen (die Buchstaben, nicht die Layouter). Je nachdem, welche Farben das Cover hatte. Sie haben so was Schwungvolles, Optimistisches. Und sie sind bis auf winzige Kapitälchen abgerundet: man kann sich nicht wehtun an ihnen. Also, wenn man dranstößt oder dagegen läuft. Und sie sind unzweifelhaft auch heute noch stylish – das muss man sich mal vorstellen! Wer mag sich das nur ausgedacht haben? Ich würd gern mal gratulieren kommen.
WeiterlesenÄnnchen von Tharau bittet zum Tanz
28 swingende Volkslieder mit Chor und Orchester Hans Last
Ah, hier ist endlich mal ein Chor auf dem Cover erwähnt. Aber wer bitte ist Hans Last? Na, James Last natürlich. Vor der Operation. Bevor ihm die Ärzte einen Schnauzer, Koteletten und eine schulterlange Matte angetackert haben. Der Taktstock war schon vorher angewachsen. Und das lässige Wippen mit der Hand war auch mit starken Medikamenten nicht wegzukriegen.
WeiterlesenNonstop Party 11
Wer ist das da vorne drauf? Die berühmten Last-Trillinge? Die Perspektive der meisten Gäste nach erfolgter Nonstop Party? Die Allmachtsphantasien von James Last und der Polydor – Wir klonen Euch die Welt voll mit James Last´s?! Hm.
Ein Tempo haben sie jedenfalls drauf, die Last-Trillinge, als müssten sie gleich weiter zur nächsten Party und spulten deshalb ihr Programm mal ein bisschen flotter ab als nötig. Oder bin ich schon wieder auf 45? Nö. Alles normal.
WeiterlesenSing mit
Womit fängt die Platte „Sing mit“ an? Mit „Sing Sing Party Sing“, ist doch klar. Deshalb ist James Last auf dem Cover ja auch im gestreiften Anzug hinter Gittern. Und macht einen auf Gotthilf Fischer: Blau, blau, blau blüht der Enzian, Wir machen durch bis morgen früh, Fiesta Mexicana, Drei Chinesen…
Sein Chor ist ein bisschen kleiner als der von Kollege Fischer. Der Meister selbst singt nicht mit. Und es groovt mehr – Verzeihung, Gotthilf. Außerdem besteht bei den Fischer-Chören immer die Gefahr, dass sie so´n Lied ganz durchsingen, mit allen Strophen. Davor muss bei James Last niemand Angst haben.
WeiterlesenEin offenes Ohr
Frl. Katja trifft James Last
Rente – was ist das? Mit über 70 steht James Last noch mittendrin. In der Karriere. Im Orchester. Im Leben. Und ab und zu gibt er Einblick in seine Musik. In seinem typischen schnoddrigen, unverbümten Ton. Ein Nordlicht eben, das aber privat unter der Sonne Floridas lebt. Wenn er nicht gerade auf Tour ist…
Frage: Hunderte von Songs haben den Weg auf Ihre Alben gefunden. Wie springt da eigentlich der Funke über, zwischen Ihnen und einem Lied? Wippt der Fuß, zuckt der Ellbogen?
James Last: Ja, Fuß und Ellbogen. Und im Kopf muss es stimmen. Der muss mir gefallen, so´n Titel. Und er muss für uns spielbar sein. Oder ich mach ihn für uns spielbar.
Frage: Wie halten Sie sich auf dem Laufenden? Gucken Sie MTV? Gehen Sie in Plattenläden?
James Last: Alles. Ich hab immer die Top Zehn zu Hause. Ich hör mir was Neues an. Wir gehen in Shows. Man muss sich halt informieren, dabei sein.
Frage: Haben Sie sich an einem Stück mal richtig die Zähne ausgebissen?
James Last: Eigentlich nicht. Wenn´s mir gefällt, bin ich schon ganz anders bei der Sache. Wenn´s anders wäre, wird´s ja Arbeit. Mir macht die Schreiberei immer noch Spaß. Ich mach das heute am Computer. Viele Leute meinen ja, mit dem Computer geht alles schneller. Das ist Blödsinn. Ich brauche viel mehr Zeit. Aber ich habe natürlich den Vorteil, dass ich vorher hören kann, wie´s klingt.
Frage: Wie lange dauert das, am Computer zu arrangieren?
James Last: Wir spielen gerade eine CD ein, mit 12 Titeln. Da sitze ich bestimmt seit acht Wochen dran, am Arrangieren. Letzte Woche haben wir in unserem Studio in Florida den Rhythmus aufgenommen. Dazu haben wir die Rhythmusgruppe aus Deutschland einfliegen lassen. Dann gehen wir nach London, nehmen da die Trompeten auf. Und die andere Woche sind wir in Hamburg und nehmen den Chor auf. Und dann hoffe ich, dass das Ding im Kasten ist. Und dann gehen wir nach China und machen Tournee.
Frage: Verraten Sie, was Sie gerade produzieren?
James Last: Ja, das war ein Wunsch der Firma, und ich fand das ganz gut. Die haben gesagt: Mensch, ´65 warst Du eigentlich der erste Disc Jockey, der einen Titel nach dem anderen gespielt hat. In Medley-Form, die ganzen aktuellen Titel. Mach doch mal so was Ähnliches. Die Titel von früher im heutigen Sound. Und da haben wir eben so´n paar alte Dinger ausgepackt. „Proud Mary’ ist dabei, “Bully Bully’, “Na Na Hey Hey Goodbye’, “Pretty Woman’ und so weiter. Bisschen discomäßig und ein bisschen rockmäßig.
Life on stage
Frage: Sie machen seit über 50 Jahren Musik. Seit rund 40 Jahren mit eigener Band. Wenn Sie runtergucken von der Bühne – was hat sich verändert?
James Last: Ich finde, das Publikum ist aufmerksamer als früher. Und auch dankbarer. Sie verstehen mehr, dass sie von Sorgen und vom Alltag abgehalten werden, wenn wir auf die Bühne gehen. Darin seh ich auch meine Aufgabe. Und die Musiker ziehen da toll mit. Das amerikanische Publikum ist total begeistert, wie die da oben so ausgelassen musizieren. Die Amerikaner sagen: Wir haben gute Musiker. Aber die setzen sich hin, spielen ihr Solo, packen ihr Instrument zur Seite und warten, bis sie wieder dran sind. Bei uns, in der James Last Band, denkt jeder für den anderen mit. Lebt mit dem anderen mit. Und das bei 40 Leuten! Wir teilen das alles. Aber nicht nur für uns. Sondern wir teilen uns dem Publikum mit.
Frage: Das Saarbrücker Publikum durfte Sie auch schon öfters erleben. Haben Sie noch Erinnerungen an Saarbrücker Konzerte?
James Last: Ja, eine ganz negative. Vor über 20 Jahren haben wir dort mal einen Tanz in den Mai gespielt. Aber unsere Instrumente waren unterwegs verunglückt und kamen nicht an. Nun saßen wir da. Der Saal war voll, und wir konnten nicht arbeiten. Wir haben versucht, irgendwie Instrumente in Saarbrücken zu bekommen. Es war nicht möglich. Abends um elf kamen die Instrumente dann an. Da haben wir noch einen los gemacht.
Auf Tuchfühlung mit den Fans
Frage: Sie haben total verrückte Fans. Die merken, wenn Sie in Ihrem Schlagzeug ein Becken austauschen.
James Last: So ungefähr, ja.
Frage: Kommen die auch zu Konzerten und diskutieren mit Ihnen?
James Last: Ja. Ich mache grundsätzlich beim Soundcheck die Türen auf und lass die Fans, die schon draußen sind, rein. Oft sind schon welche um fünf oder sechs vor der Halle. Und eine Stunde vorm Einlass geh ich runter und sprech mit denen. Ich würde schon sagen, dass ich ein Künstler zum Anfassen bin. Und die Leute, die mein Leben mit so schön bereiten, die meinen Geschmack teilen – zumindest in der Musik – die haben ein Recht, mit mir zu sprechen. Da ergeben sich manchmal wunderbare Dinge. Viel Gutes und viel Kritisches.
Wenn wir zum Beispiel in London spielen, dann sind mindestens hundertfünfzig Leute vorher in der Halle. Die dürfen eigentlich gar nicht rein. Aber wenn Hansi Last sagt, das sind meine Freunde, dann dürfen sie alle rein. Die kriegen immer ein Glas Sekt zu trinken. Denn London ist unser Meeting Place. Da treffen sich die Leute aus aller Welt. Für die China-Tournee haben sich schon einige angemeldet, die mitfliegen. Und wenn die Engländer nach Deutschland kommen, dann wohnen die bei Freunden. Wenn die Deutschen nach England kommen, wohnen sie bei den Engländern. Oder die Franzosen, die Dänen… Ganz Europa geht da durcheinander. Und auch Amerikaner kommen mit hier rüber und wohnen dann bei Fans.
Frage: Da wär ich auch gern mal dabei, bei so´m Soundcheck.
James Last: Ja, immer. Immer herzlich willkommen.
Frage: Sie haben auch ein Lied mit den Rappern von Fettes Brot gemacht. Wie kam das zustande? Wie kommt man an Sie ran?
James Last: Wenn jemand zu mir kommt, dann hab ich ein offenes Ohr. Gerade bei jungen Leuten. Ich bin ihnen ja sehr zu Dank verbunden, denn die geben mir so tolle Titel. Xavier Naidoo oder die No Angels, solche Musik hat es in Deutschland früher nicht gegeben. Das ist viel anspruchsvoller geworden. Wenn Leute in meinem Alter mehr hinhören, würden sie feststellen, dass es viel wertvollere Musik als früher ist. Die Schlager waren meistens in die Schnulzenrichtung gedacht. Mit den Rappern muss man sich auseinandersetzen. Da ist eben nicht die Melodie maßgebend, sondern der Text. Was die in den Texten loslassen, sind unheimlich wichtige Sachen. Und die lassen sich total darin aus, stehen konsequent dahinter. Das ist bei Fettem Brot auch so, und das find ich toll, mit denen zu produzieren. Ich hab old fashioned Art gemacht, schön arrangiert und so weiter. Und da haben die mich angerufen und gesagt, wenn wir das machen, machen wir´s wie eine Jamsession. Dann haben wir uns ins Studio gesetzt, haben da zusammengesessen und haben besprochen, was wir machen wollen. Und dann haben sie das konsequent gemacht. Ich würde manchem Symphonieorchester-Musiker wünschen, sich so konsequent mit den Sachen auseinanderzusetzen, wie das die jungen Leute machen. Von wegen, die sind nicht musikalisch, die arbeiten mit Computern und so´n Kram. Das sind dumme Ausreden. Für mich ist das natürlich auch ´ne ganz tolle Sache, dass Puff Daddy einen Titel von mir ausgepackt und gemacht hat. Wenn man über 70 Jahre alt ist, und dann kommt der Puff Daddy und nimmt sich so ne alte Aufnahme von James Last, und macht da seinen Rap drauf, da bin ich aber gegen die Decke gesprungen vor Freude
Frage: Was war das für ein Stück?
James Last:Das hieß bei uns „Fantasie“ von der CD „Seduction“. Die hab ich damals mit David Sunburn aufgenommen, war hier auch in den Top 10 drin.
Ein Lied für die Insel
Frage: Wenn Sie auf eine einsame Insel führen, welches Lied würden Sie mitnehmen?
James Last: Ich glaube, das wäre „MacArthur Park“. Denn damit fing eine andere Art Musik für uns an, zu leben. Das hat ja damals der Richard Harris, der Schauspieler, gesungen. Und der Titel war sechs oder sieben Minuten lang. Das war der erste Titel, der so lang war und tatsächlich voll im Radio gesendet wurde. Den hab ich in New York gehört, hab ihn gleich für uns arrangiert. Und das war jeden Abend eine sehr erfolgreiche Aufführung, wenn wir den gespielt haben.
Frage: Ich glaub, ich kenn das Lied nur von Donna Summer.
James Last: Könnte sein, da gibt´s ne Discoversion von. (Singt:) MacArthur Park, slepping in the dark, dadida dada… Wunderbare Melodie ist das auch. Und die Phrasen… Von der rhythmischen Aufteilung ein sehr schönes Lied.
Classics up to date
Der Titel ist doch eine Frechheit, oder? Da kommt dieser Herr Last und erzählt den Kollegen Brahms, Verdi, Bizet und Grieg, dass er sie jetzt mal auf den neuesten Stand bringt. Und wie macht er das? Zuerst mal mit ´ner halbnackten Tussi auf dem Cover, die ahnen lässt, dass es auch in den 70ern schon Botox-Lippen gab.
Aber zugegeben: so mit swingenden Flöten unterlegt lässt sich die Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen doch ganz anders aushalten. Und Verdis Gefangenenchor: mit Hi-Hats und einer Armada von Tambourin-Schlägern – cool!
WeiterlesenGuitar a gogo
Das ist die James Last-Platte mit dem schönsten Cover. Von denen, die ich habe. Und abgesehen von der „Op Klompen“ natürlich! Aber hält ihr Inhalt, was das Cover verspricht? Nun ja, verglichen mit der Hammond a gogo: oh ja. Die war ja grauenvoll. Aber der transparentere Gitarrensound lässt halt schon mehr Platz für die ordnende, in Hüfthöhe wippende Hand des Meisters.
Ist eben ne Orchesterplatte mit viel Gitarre im Vordergrund. Aber so, dass sie nicht weiter stört. Die Trompeten-Fans bekommen weiter ihre Trompeten. Und die Percussion-Fans ihre Percussions. Zumal Gitarre hier eh gleichbedeutend mit Flamenco-Samba etc. ist. Viel swingendes Gezupfe und Latin-Zeug. Deshalb: Supersache. Fröhliche, raffinierte Stücke, die meist nach kleinerer Combo klingen als nach großem Orchester.
Weiterlesen















