Grundsätzlich hätte ich vollmundig behauptet, dass für Canned Heat die großen Zeiten schon lange vorbei sind. Nachdem aber Schlagzeuger Adolpho „Fito“ de la Parra (der seit dem zweiten Album „Boogie With Canned Heat“ ununterbrochen dabei ist) in seinem Buch unermüdlich beteuert, dass Canned Heat immer noch voll dabei sind, bitte ich die Aussage zu streichen. Trotzdem frage ich mich immer, wieviel Spirit noch in einer Band ist, die geprägt ist von permanenten Zu- und Abgängen und „nur“ vom Schlagzeuger zusammengehalten wird.
WeiterlesenKategorie: Musik
Phat World (14)
Im CD-Player und auf dem Plattenteller rotierten Tonträger von R.A.G., Momentaufnahmen 2 (Sampler), Da Beatminerz, Akbar, Kurupt, 6 Shot, Cormega, Eins, Zwo, Nina, Remedy, MC Solaar, Square One und Redman.
WeiterlesenLive: Subway To Sally
Frankfurt, Batschkapp, 23. 4. 2001
Es ist lange her, dass ich bei einem Konzert eine richtig schlechte Vorgruppe gesehen habe. Urplötzlich unterbrochen wurde diese Serie jetzt von einer Combo mit dem Namen Zombie Joe. Brachialer Rock mit deutschen Texten, einem Sänger, der seine Zwischenansagen beim „Telekolleg Esoterik und Hausfrauenpsychologie“ entlehnt hat und Songs, die sich so ähnlich waren wie genmanipulierter Mais. Als gegen Ende ihres Sets das Publikum in einer ruhigen Stelle spontan „Julia & die Räuber“ von Subway To Sally intonierte, haben mir die vier Jungs von Zombie Joe ein bisschen leid getan.
WeiterlesenCentro-Matic: Distance And Clime
Astreiner Schrammelrock mit in Akustik gegossenen Depressions-Einschüben. Klingt nett (Zugegeben, nett ist ein Schimpfwort, ich weiß.), nur der absolute Wohlfühlfaktor möchte sich nicht einstellen. Hat man halt schon einmal gehört.
(5 Fritten)
Centro-Matic: Distance And Clime
(Munich Records/Indigo)
O.S.T.: Rush Hour 2
Der Soundtrack zum Rededuell und Schlagabtausch von Jackie Chan und Chris Tucker. Smoother HipHop und R&B mit Ludacris, Method Man, Redman, Macy Gray, Keith Murray und Hikaru Utada (bester Track!). Really nice.
(7 Fritten)
O.S.T.: Rush Hour 2
Def Jam/Universal
Aavikko – Multi Muysic
Wäre James Bond ein Toon gewesen, er hätte seine Feinde zur Musik von Aavikko zur Strecke gebracht. Die Agentenfilme hinterlassen eine weitere Spur in der Popgeschichte, und zwar eine ziemlich skurrile. Das Genre der drei Finnen nennt sich Casio-Core, und damit ist fast schon alles gesagt.
WeiterlesenStaind: Break The Cycle

Haben wir es nicht immer Alle gewusst? Fred Durst ist doch Creed-Fan. Oder warum klingen seine Schützlinge, für die er als A&R-Manager verantwortlich zeichnet, mehr nach Creed als nach Limp Bizkit? OK, keine falschen Fährten – Staind haben mit ihrem zweiten Album in den Staaten schon ordentlich abgeräumt und das absolut zurecht! Shouter Aaron Lewis erinnert zwar an Scott Stapp, schwingt sich aber nie zu dessen Pathos-Höhen auf. Statt dessen erreicht er fast die Intensität von Deftones‘ Chino Moreno.
WeiterlesenCretin 66: Demolition Safari

Auf dem Racing Destruction-Kurs sind Cretin 66 unterwegs. „Bang Yer Fuckin‘ Head“, „Head Blown Off“, „She Don’t Like The Bad Brains“ und „I Don’t Care“ heißen die Songtitel und das lässt sofort auf Punkrock schließen. So ist es auch. Das Trio aus Kansas City macht mächtig Lärm mit seinem „R&BPunkRock’n’RollFuckedUpMetallicNoise“.
WeiterlesenAavikko: Multi Muysic
Zweites Album der drei Finnen mit den zwei Elektroorgeln. Instrumentaler Easy Listening jetzt mit gelegentlichem Saxofon: Ein Flipperautomat auf Acid. (und ein weiterer Beweis: die Finnen sind die Japaner Europas).
–>ausführliche Rezension
(7 Fritten)
Aavikko: Multi Muysic
(Hawaii Sounds/Spinefarm/Indigo)
Popkomm 2001-3
Samstag 18-8-01
Gähn! Heute morgen fällt das Aufstehen um einiges schwerer als gestern, aber wie heißt es so schön: die Pflicht ruft, wir rufen zurück (HK). Der morgendliche Ablauf ist derselbe wie die letzten beiden Tage: Dusche, Frühstück und Fahrt zur Messe.
Popkomm 2001-1
Donnerstag 16-8-01
Als ich mich heute morgen zusammen mit Kai im Frühstückssaal einfand, wurde mir einiges klar. Wie sagte doch der nette Herr von der Rezeption bei der telefonischen Reservierung: Ach so 2 Männer. 2 getrennte Betten ? Man weiß ja nie… Nun saßen wir da und außer einer Oma, die wahrscheinlich aus der Nachbarschaft war (Ei Marliese, es gibt Frühstück) befanden sich nur Männer ringsum. Einige davon sahen wirklich seltsam aus, so auch ein Typ der früher anscheinend bei den Hives gespielt hatte (Look at my shoes). Stop ! Ich komme vom Thema ab, ich bin schließlich hier, um über die Popkomm ein Tagebuch zu verfassen.
Asian Takeaways
20 Kostbarkeiten, die man im China-Restaurant nie zu hören kriegt – sträflicherweise! -, das sind die „AsianTakeaways“. Grellbunte, süßliche Popsongs aus Hongkong, Korea, Japan, Malaysia und Singapur. Obskure, west-östliche Stilmixe aus den 60er- und 70er-Jahren mit viel Hall auf den Stimmen. Asiatische Musiker scheinen damals hemmungslos westliche Popströmungen geplündert zu haben, um sie mit ihrem heimeligen Plüsch-Sound zu kreuzen. Das Ergebnis ist ein exotischer Hybrid: schwindelerregende Vokalverrenkungen und dramatische Arrangements zu Ohrwurmmelodien, die irgendwo auf halbem Weg zwischen London und Tai Pe geboren wurden.
WeiterlesenJudas Priest: Demolition

Das zweite Studio-Album mit dem Sänger „Ripper“ Owens ist deutlich besser als „Jugulator“ vor vier Jahren. Der Unterschied liegt darin, dass Judas Priest jetzt akzeptiert haben, eine andere – neue – Band zu sein ohne Rob Halford. Wenn man zurück an die Alben „Turbo“ (mein persönlicher Favorit) oder „Painkilller“ denkt, ist es klar, dass Priest nie Angst vor neuen Sounds hatten.
WeiterlesenDear: Nice Noizy Toys
Laust Sonne ist Schlagzeuger der wohl größten Rockband Dänemarks: D:A:D. Unter dem Pseudonym Dear hat er modernes Rock-Album geschrieben, nicht weit weg vom jüngsten Sound seiner Band. Etwas belanglos vielleicht.
(5 Fritten)
Dear: Nice Noizy Toys
(Music Network/Zomba)
The Calling: Camino Palmero
Zuerst die Frisur – dann die Songs. Warum gibt es so viele Major-Bands, die scheinbar diesem Credo folgen (müssen)? The Calling machen Ami-Poprock, neben dem Matchbox Twenty wirken wie echte Backstreet-Köter. Die fünf Jungs mühen sich zwar, kommen aber über nettes Radiofutter nicht hinaus.
(4 Fritten)
The Calling: Camino Palmero
(RCA / BMG)
Ambrose: Transatlantic Blues
Der Opener „Head In The Sand“ beginnt mit einem Jimmy Eat World typischen Gitarrensound und irgendwie merkt man schon bei den ersten Takten, dass „Transatlantic Blues“ ein extrem gutes Album geworden ist. Die Nähe zu den US-Vorbildern schüttelt die Karlsruher Band locker ab und präsentiert auf ihrem zweiten Album 11 Granaten.
WeiterlesenEllen ten Damme: I Am Here
Tja, da ist sie – die erste Platte der Holländerin, die sich mit ihrer Rolle in der ersten Folge der Kult-Cops „Die Musterknaben“ nachhaltig festgesetzt hat. „I Am Here“ ist aber beileibe kein Plastikprodukt einer Aktrice, vielmehr hat Ellen ten Damme alle 12 Songs selbst komponiert und im Studio noch in die Tasten gehauen.
WeiterlesenFred Eaglesmith & The Flying Squirrels: Live In Santa Cruz
Stellt euch vier Männer vor, die mit akustischen Instrumenten bewaffnet eine Bühne entern und mit „Freight Train“ loslegen, als hätten sie den Schlagzeuger vergessen. Das atemberaubende Tempo drosseln sie danach ein bisschen, aber die auf der Doppel-CD vertretenen 24 Songs sind schlichtweg kurios.
WeiterlesenAlligator Stew: A First Taste Of Alligator Stew

Als Southern-Rock Band den Alligator im Namen zu tragen ist eine pfiffige Idee. Die Viecher wirken unbeweglich, sehen seit Jahrtausenden gleich aus und scheinen etwas hartschalig. Passt doch komplett auf ein ganzes Genre. Aber immerhin gehen die vier Jungs von Alligator Stew zum selben Friseur wie Molly Hatchet oder Lynyrd Skynyrd.
WeiterlesenEric Bibb: Painting Signs

Hätte Eric Clapton öfter den Blues, Joe Cocker mehr Soul und Keb‘ Mo‘ mehr Pop, würde alles zusammen klingen wie Eric Bibb. Mit „Painting Signs“ ist er diesmal noch mehr von seinem fingerpickenden Akustik-Blues abgerückt und präsentiert ein vergleichsweise poppiges Album mit starken Soul-, Gospel- und Blues-Einflüssen. So melodisch und songverliebt, dass Blues-Puristen wahrscheinlich eben diesen kriegen.
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