Neal Morse: It’s Not Too Late

Der rührige Sänger von Spock’s Beard hat neben diversen Projekten jetzt auch sein zweites Soloalbum am Start. Überraschend ist die poppige Leichtigkeit, die er diesmal in die Songs einfließen lässt. Prog ist Fehlanzeige, Neal Morse zeigt vielmehr, dass das Klavier sein Heimatspielfeld ist und kommt dabei gefährlich nahe in Gefilde von Joshua Kadison und Elton John, um sie dann doch zu umschiffen.

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The Strokes: Is This It

Oh, Retro-Rock mit Samtuntergrund. 11 Mal herrlich scheppernd zwischen ungestüm und larmoyant. Sänger Julian Casablancas gibt sicherheitshalber mal den großen Rockstar – wer weiß, wie die Platte einschlägt!? Die Fünf zelebrieren so gekonnt ihren Revivalismus, dass ich es nicht über’s Herz bringe zu motzen, dass das alles schon mal da war und seitdem Trillionen von Bands versucht haben, diesen Sound wiederzubeleben.

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Slipknot: Iowa

Was bliebe von dieser Band, hätte sie ihr Image nicht? Das neunköpfige Psychokollektiv hat zu seinem zweiten Schlag ausgeholt und haut dem Hörer auch gleich standesgemäß „People = Shit“ um die Ohren. Einbetoniert in einen Mix aus allen deftigen Metalspielarten mit dem selbst formulierten Ziel: „I’m about to punch you as hard as I can in the fucking face“. Buh, die Jungs sind ja richtig böse. Deswegen gibt es auch ganz viele gruselige Sounds und Gestöhne – so ein bisschen wie in der Geisterbahn. Dass Sänger Corey dazu immer die Luft einzieht wie ein Lustmörder, der sich in Stimmung bringt, macht das Ganze auch nicht authentischer.

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Firebird: Deluxe

Bill Steer (ex-Napalm Death/Carcass), Ludwig Witt (Spiritual Beggars) und Leo Smee (Cathedral) sind weiterhin auf dem 70er Rock-Trip. Firebird geben sich auf ihrem zweiten Album erneut gerne der Nostalgie hin. Im Ansatz gut, in der Vollendung etwas zu schwach, da es zuhauf Stadtfest-Kapellen gibt, die das ebenso gut hinkriegen.

(6 Fritten)

Firebird: Deluxe
(Music For Nations/Zomba)

The Bigger Lovers: How I Learned To Stop Worrying

Je größer, desto besser? Hm, weiß nich‘. Aber wie man lernt, sich keine Sorgen mehr machen zu müssen, das lasse ich mir von The Bigger Lovers gerne verraten. Viel sagen müssen Bret Tobias (Gesang, Gitarre, Keyboards), Scott Jefferson (Bass, Gesang, Keyboards), Ed Hogarty (Gitarre, Gesang) und Patrick Berkery (Schlagzeug) gar nicht, um in mir eine gewisse Sorgenleere zu erzeugen.

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Crass: You’ll Ruin It For Everyone

Im Frühling 1981 stand Großbritannien in Flammen. In Großstädten wie London, Birmingham, Liverpool, Manchester und Bristol flogen Molotowcocktails, wurden Autos umgestürzt und in Flammen gesetzt. Ein heute nicht mehr ganz fremdes Bild und Begleiterscheinung fast jeden Treffens internationaler Politprominenz im großen Rahmen. Seinerzeit waren diese Dinge noch ungewohnter und brachte die Polizei auf den Plan, die sofort ein Eilgesetz erließ, dass sich nicht mehr als drei Personen versammeln durften.

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Mina: A To B

Lassen wir den Hype der Briten und einiger Deutscher einfach mal beiseite und beschäftigen uns mit den nackten Tatsachen. Mina sind vier Menschen aus der Mitte Deutschlands, sprich dem politischen und angeblich popkulturellen Herzen der Nation: Berlin. Mina wollen nur von A nach B kommen, nicht sich gleich durch das ganze Alphabet kämpfen und bis zu Z vordringen. Kleine Brötchen also. Was nicht heißen soll, die kleinen würden nicht ebenso gut schmecken wie die großen. Von wegen.

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Brothers Keepers: Adriano (Letzte Warnung)

Lassen wir uns einmal ehrlich sein: „Adriano (Letzte Warnung)“ ist der wohl beste und wichtigste Song, den HipHop-Deutschland seit vielen Jahren zustande gebracht hat. Hier stimmt alles: das Konzept, die beteiligten Interpreten aus den Bereichen HipHop, Soul und Reggae, der Song von DJ Desue, der Inhalt, das Video von Dani Levy und der gute Zweck, dem der Verkauf der Single zugute kommt – nämlich den Hinterbliebenen der Opfer von Skinhead-Attacken. Es ist wichtiger, dass auch „Underground“-Künstler dem braunen Mob den Kampf ansagen und nicht nur die alten Großen wie Maffay oder Lindenberg. Denen hört eh keiner mehr zu. Erst recht keine Kids mehr.

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Evereve: e-mania

Der Albumtitel verrät es schon – Evereve sind noch ein Stückchen in Richtung Elektronik gerutscht und haben ihrem Gothicrock damit eine ordentliche Portion Schmiss eingeworfen. Meistens fett und eingängig („Pilgrimage“ und „Demons“), manchmal konzeptlos („Suzanne“) oder überflüssig wie das Cover von „Fade To Grey“.

(6 Fritten)

Evereve: e-mania
(Massacre Records/Connected)