Marco Minnemann: Comfortably Homeless

Der neue Zappa soll er sein – der ehemalige Schlagzeuger von H-Blockx. Kreativ, innovativ und weit davon entfernt, Vorhersehbares zu produzieren. Dass bei so viel Potenzial und produktionstechnischer Finesse manchmal die Überschaubarkeit auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand. Das Instrumental „Meter“ ist eine Anhäufung von Sounds, die über einem simplen, bzw. monotonen Thema ausgeschüttet werden. Perfekt gespielt, glasklarer Klang – aber richtig langweilig. Eine dieser typischen „Kuckt-mal-was-ich-kann“-Nummern, auf die hauptsächlich Kritiker abfahren.

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Kylie Minogue: Light Years

Kylie, wie wir sie gerne nennen, ist uns allen als Duettpartnerin von Nick Cave oder durch ihre Zusammenarbeit mit den Manic Street Preachers in guter Erinnerung. Damals versuchte sie, vom Pop-Mädchen-Image wegzukommen und eine „seriösere“ Richtung einzuschlagen. Viele nahmen ihr das nicht ab bzw. übel und ihr wurde es zudem mit der Zeit zuviel, sich gegen den Hang zum Glamour und Popdasein zu wehren.

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Joan Osborne: Righteous Love

Fünf Jahre hat es gedauert bis die US-Sängerin Joan Osborne den Nachfolger ihres Debüts „Relish“ veröffentlicht hat. Im heutigen Musikzirkus ist das fast zu lang, um im Gedächtnis zu bleiben. Wahrscheinlich liegt’s am Dauerbrenner „One Of Us“, dass man sich an sie immer noch erinnert. Einen adäquaten Ohren-Festsitzer sucht man auf „Righteous Love“ zwar vergebens, aber es ehrt Joan Osborne, dass sie mit ihren Songs nicht auf einen schnellen Charterfolg schielt.

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Shirley Bassey: The Remix Album

Nicht nur Filmfreunde und James Bond-Fans werden ihre Stimme nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Shirley Bassey ist die Frau hinter den 007-Titelsongs „Diamonds Are Forever“ und „Goldfinger“.
Wer sie nicht aufgrund ihrer musikalischen Unterstützung des britischen Geheimagenten kennt, dürfte ihr vielleicht auf der Tanzfläche begegnet sein, als sie 1997 mit den Propellerheads „History Repeating“ zum besten gab. Damals war bereits klar, dass Miss Shirley Bassey ein offenes Ohr für zeitgemäße Musik hat.

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Loony: Into the Loonyverse

Worum ging es eigentlich in dem unseligen, aber publicititrächtigen Streit zwischen Blur und Oasis? Weiß das noch jemand? Um die größte Klappe und die größten Verkaufszahlen – offiziell. Um den Besitz der dicksten Eier – zwischen den Zeilen! Wie es ausging, weiß jeder. Oasis gewannen. Die Sache mit der Klappe und der Kohle sowieso, aber die Sache mit der Männlichkeit im Grunde nur knapp, nämlich allein dank ihrer Trinkfestigkeit. Vielleicht hätten sie es machen sollen wie Loony: einfach ein bißchen fester in die Saiten greifen. Denn Gitarren sind zum Rocken da, you know?!

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All Saints: Saints & Sinners

Zwei Hits zur rechten Zeit und die Welt wusste, wer All Saints sind. Der eine war eine Neubearbeitung des Red Hot Chili Peppers-Hits „Under The Bridge“, der andere „Pure Shores“, ihrem bis dato größten Hit, geschrieben für die Verfilmung des Alex Garland-Romans „The Beach“. So wurden auch diejenigen auf All Saints aufmerksam, die zuvor nicht durch ihren Pop, ihr Äußeres oder ihren Hang sich einen Celebrity nach dem anderen zu angeln in ihren Bann gezogen wurden.

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The Wordwilde Tribute To The Real Oi

„Fuck politics!“ prangt auf der Rückseite der CD und man könnte manchmal fast sagen: Ja, recht habt ihr. Ihr – das sind die zwei Dutzend Hardcore-Bands, die sich der holländische Journalist und europäische Hardcore-Papst Onno Cromag zusammen mit Roger Miret, Agnostic Front-Shouter und ebenfalls Hardcore-Legende, für diesen Themensampler ausgesucht hat. Es sollte ein Tribut an den guten alten Oi-Punk werden und das ist er auch geworden, der 67 Minuten umfassende Sampler „The Wordwilde Tribute To The Real Oi“.

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The Mustard Seeds: Red

Das 96er Debüt von The Mustard Seeds findet man heute mit ziemlicher Sicherheit auf jedem Wühltisch. Damals steckten die vier Jungs noch knietief in den letzten Auswirkungen des Grunge und rockten ganz nett aber austauschbar vor sich hin. Wie so viele Post-Grunger spielen sie auf ihrem neuen Album knackige Pop-Songs mit straighten Gitarren, Sixties-Melodien und viel Dynamik (Foo Fighters lassen grüßen).

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Nefret: Meclis-i ãlã Ýstanbul

Hip Hop ist ja nicht so sehr mein Thema. Das fängt schon damit an, dass sich zu Beginn der Songs alle vorstellen (Yo, this is MC….usw.), alle Instrumente aufzählen (Yeah, yeah, feel the bass) und dann von irgendwelchen bösen Gangs erzählen. Schon allein deswegen ist mir das türkische Duo Nefret sympathisch – ich hab‘ keine Ahnung, wovon die rappen! Es klingt vielmehr so, als würde jemand die Speisekarte von unserem türkischen „Lokanta“ am Ort zum Besten geben.

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Ted Milton/Loopspool: Sublime


Die Jahre haben ihn ein wenig ruhiger gemacht, den guten, alten Milton. Früher fegte er als Blurt-Herz derwischartig mit seinem kranken Saxophon über die Bühne und hieb uns Töne um die Ohren, die unsere Ohrenärzte jubeln ließen. Heute hingegen: gedubte Einsamkeit. Klingt wie ein elektronisches Tagebuch eines gealterten Musikrevoluzzers. Anleihen aus allen elektronischen Musikarten sind verarbeitet, was wohl den Einfluß von Loopspool dokumentiert. Die CD ist streckenweise wirklich hörenswert. Bisweilen klingt sie vorsichtig verspielt wie Stücke von den Legendary Pink Dots, wie überhaupt Edward Ka-Spel und Ted Milton irgendwie viel gemein haben, bisweilen klingt sie wie die elektronische „Songs for Drella“ („You´ve Seen The World“/ „I´ve Stolen All Of Your Being“) – ausgezeichnete spoken word-Stücke!

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Eternal Elysium: Spiritualized D

Stoner Rock aus Asien – das ist ohne jeden Zweifel ein Novum. Es ist bekannt, dass die Asiaten weit mehr mit Heavy Metal und Teutonen Metal anzufangen wissen, als andere Erdenbewohner. Insofern verwundert es nicht, dass Yukito Okazaki, Bassist und Sänger in einer Person, fast das komplette Gesangsspektrum abzudecken versucht, insbesondere das seiner langmähnigen und in Leder gehüllten Idole.

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Downset: Check Your People

Downset haben eine bewegte Karriere hinter sich. Ein ansehnliches Debüt und ein Hammeralbum als Nachfolger. Zahlreiche Touren weltweit kombiniert mit euphorischem Feedback in der Fachpresse. Plötzlich Totenstille. Gerüchte um Auflösung machen sich breit. Der Sänger steigt aus. Gerüchte um Auflösung machen sich breiter. Der Sänger steigt wieder ein. Und nun aus heiterem Himmel: „Check Your People“.

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