Coldplay: Parachutes

Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Parachutes“ konnte man in der englischen Presse viel Lob über Coldplay lesen. Das macht natürlich skeptisch und veranlasst, eine viel gelobte britische Band mit besonders samtigen Handschuhen anzufassen und ob ihrer Qualitäten genauestens zu untersuchen. Diese Skepsis ist im Falle Coldplay jedoch unangebracht. Das weiß man spätestens, wenn man „Shiver“, den zweiten Song ihres Debüts, gehört hat. Der Opener „Don’t Panic“ stimmt nur ein auf das, was folgen soll und gibt noch nicht wirklich die Marschrichtung vor.

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Paul James Berry: Ginnel

Ohne Paul James Berry zu nahe treten zu wollen – aber Sisters of Mercy mit Portishead kreuzen zu wollen, ist schon eine starke Sache. Zumal als Indie-Singer-Songwriter, der der Ex-Rose of Avalanche-Gitarrist heute ist. Die Akustik-Klampfe bleibt die Zelle seines Schaffens, und auch allein mit ihr besteht er locker auf jeder Bühne, selbst mit den Songs seines Albums „Ginnel“ – und das ist keine Selbstverständlichkeit, denn die Elektronik ist die zweite Säule seines Sounds. Doch in erster Linie schreibt der Mann nunmal simple, aber düstere Ohrwürmer, die auch Nick Cave gut zu Gesicht stehen würden: atmosphärisch dichte Midtempo-Balladen, großflächig, pulsierend und mit Gänsehaut-Bariton vorgetragen.

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Björk: Selma Songs

Da ist nun also der Score des viel gerühmten und in Cannes ausgezeichneten Films „Dancers In The Dark“. Beim Komponieren bzw. dem Vollenden der sieben Stücke auf „Selma Songs“, so der Titel des Soundtracks, haben Björk einige Produzenten/Künstler geholfen. „I’ve Seen It All“, das hinreißende Duett mit Thom Yorke (Radiohead), entstand zum Beispiel mit Unterstützung von Guy Sigsworth, der auch auf Madonnas neuem Album „Music“ das ein oder andere Wörtchen mitzureden hatte.

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Green Day: Warning:

Wäre da nicht die knödelige Stimme von Billie Joe Armstrong, könnten schon manchmal Zweifel aufkommen, ob das hier wirklich die neue CD von Green Day ist. Sechs Jahre nach „Dookie“ macht das Trio definitiv keinen East-Bay-Punk mehr. Das Tempo merklich gedrosselt, die Distortionsounds gegen Akustikgitarren getauscht. „Church On Sunday“ klingt gar wie ein Stück aus der frühen Beat-Ära.

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Green Day: Warning:

Wäre da nicht die knödelige Stimme von Billie Joe Armstrong, könnten schon manchmal Zweifel aufkommen, ob das hier wirklich die neue CD von Green Day ist. Sechs Jahre nach „Dookie“ macht das Trio definitiv keinen East-Bay-Punk mehr. Das Tempo merklich gedrosselt, die Distortionsounds gegen Akustikgitarren getauscht. „Church On Sunday“ klingt gar wie ein Stück aus der frühen Beat-Ära.

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Kyuss: Muchas Gracias

Es gibt immer wieder die Bands, die erst nach ihrem Ableben richtig beachtet werden. Als Kyuss 1991 „Wretch“ veröffentlichten, war die Musikwelt (noch) von Grunge infiziert und somit nahm auch keiner wirklich Notiz (Hardcore-Kyuss-Fan? Dann bitte jetzt aufschreien und eine empörte E-mail schreiben). Mit den beiden folgenden Alben haben sie sich dann einen Status erspielt, der seine Vollendung erst nach der Auflösung fand.

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Commercial Breakup: Global player

‚Minimal-Pop mit Kindchenschema‘ ist die Kategorie, die sich Commercial Breakup ausgesucht haben. Ja, es blubbert. Und eine Lolita-Stimme gibt´s auch dazu. Aber das New Order-Cover in der Tracklist lässt schon vermuten: der Elektronik-Sound ist „nur“ trojanisches Pferd. Wofür? Tja. Für den LowFi-Charme des Ladomat-Labels. Für Rafinesse, Cleverness und Poesie. Der aufgeblasenen Bits-und-Bytes-Branche mal wieder zeigen, dass es auch mit Weniger geht. Und dass darin eigentlich die Kunst liegt.

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Venice: Spin Art

Für mich gibt es fünf Kategorien Musik: Zum Auto fahren, zum Abhotten, für romantische Momente, Musik, auf die man sich konzentrieren muss und Everyday-Music, also die Hintergrundscheiben für’s Abendessen oder Spieleabende. Überschneidungen sind hier ebenso wünschenswert wie häufig. Der kalifornische Vierer Venice erfüllt die Kriterien für die letzte Kategorie mit Bravour: „Everyday Music“, die keinem weh tut, aber so gut gemacht ist, dass man sich nicht mit Grauen abwenden muss.

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Holly Cole: Romantically Helpless

Holly Cole wird es schaffen. Irgendwann und irgendwie. Vielleicht nicht mehr in diesem Leben, aber in einem besseren. Denn Holly Coles Geschmack ist das, was man „distinguiert“ nennt. Und er läßt sie auch auf ihrem neuesten Werk nicht im Stich. Was Holy Cole singt – und sei es Paul Simons „One Trick Pony“ -, erhält sofort einen Schuß leichten Jazz. Und manchmal, wie im Titelsong, sogar einen Spritzer Bossa Nova.

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Porncreep: Eject Too Late

Ach, was haben wir gelacht. Kleines pubertäres Gekicher über Claudias Schäferhund und über die süße Gwendolyn, die man sogar als Postpaket verschicken könnte (theoretisch). Ja, damals, als man Sex nur vom Hörensagen kannte und eine etwas hormonverzerrte Vorstellung davon hatte. Ich staune immer wieder nicht schlecht, dass es Leute gibt, die sich über die Bloodhound Gang kaputt lachen, die Pubertät aber schon rund 15 Jahre hinter sich haben. Somit standen die Vorzeichen für Porncreep extrem schlecht.

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Todd Thibaud: Squash

Ich muss mit dem Naheliegendsten anfangen: Der zwölfte und letzte Titel heisst „No Surprise“ und könnte eigentlich auch der Titelsong sein. Was soll man auch die Fans mit zu vielen neuen Ideen verschrecken? Also fährt Todd Thibaud die sichere Nummer und präsentiert die stringente Fortsetzung seiner Vorgängeralben „Favourite Waste Of Time“ und „Sweet Little Mistery“. Grundsolider Gitarrenrock mit einem Faible für einprägsame Melodien.

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