Fauxliage: Fauxliage

Das erste Album des Projekts Fauxliage hat etwas von einem Spinnennetz: Technisch perfekt, gleichermaßen fragil wie stabil, von unbestrittener Schönheit und trotzdem überlegt man, ob man’s nicht doch wegmachen sollte. Aber während man noch versonnen vor der Stopp-Taste steht, liegt Thekla schon auf der Lauer und spinnt den Hörer ein.

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Oceansize – Frames

Die Albumtitel „Everyone Into Position“ (2005) und „Frames“ suggerieren beide, dass alles seinen festen Platz hat. War bei der vergangenen Platte eine Arretierung notwendig, um nicht aus der Kurve getragen zu werden, löst das dritte Oceansize-Werk seinen Titel auf eher überraschende Weise ein. Der ‚Rahmen‘ des britischen Quintetts reicht diesmal für einen 9×13-Abzug und beackert nur ein kleines Feld dieser an sich doch so großartigen Band.

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The Cult: Born Into This

The Cult machen es richtig. Seit ihrer kommerziellen Hochphase veröffentlichen sie jetzt nur noch alle Jubeljahre eine Platte und man kommt gar nicht dazu sich aufzuregen, dass sie ihren Sound nicht ein Jota verändern. Im Gegenteil: Man freut sich wie Bolle über neue Songs, die man auch rund zwanzig Jahre nach „Sonic Temple“ noch großartig finden kann.

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Loreena McKennitt: Nights From The Alhambra

Zwei Monate bevor ihr aktuelles Studio-Album „An Ancient Muse“ im November 2006 erschien, gab Loreena McKennitt ein Konzert in der spanischen Alhambra. In der atemberaubenden Kulisse des Palastes hat es zwar ’nur‘ für vier der neuen Stücke gereicht, aber die insgesamt 18 Songs werden — wie immer — in einer Qualität dargeboten, die einem den Atem raubt. Das gesamte Konzert erscheint jetzt in einem Doppel-CD/DVD-Paket, das klanglich und musikalisch keine Wünsche offen lässt.

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Panda: Tretmine

Diese Band wird polarisieren. Nicht wegen der Musik. Aber wegen Frontfrau Anna Fischer, die so wunderschön berlinert und in ihren frechen Texten kaum ein Blatt vor den Mund nimmt. Wenn sie ruft „Jeht Kacken“, dann nimmt man ihr das ab. Sie ist ja Profi. Denn bekannt ist Fischer weniger als Sängerin denn als Schauspielerin aus der TV-Serie „Berlin, Berlin“ und der phantastischen ZDF-Mini-Krimiserie „KDD – Kriminaldauerdienst“. Für ihre Rolle in „Liebeskind“ erhielt sie 2006 sogar den renommierten Max-Ophüls-Preis. Jetzt singt sie auch beziehungsweise schreit leicht hysterisch.

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Raging Speedhorn: Before The Sea Was Built

Raging Speedhorn melden sich anno 2007 in etwas veränderter Besetzung zurück. Ein neuer Sänger und ein neuer Bassist sind nunmehr dabei. Diese Besetzungswechsel haben dem Sextett mit den zwei Sängern allerdings verdammt gut getan. ‚Before The Sea Was Built‘ ist düster, aggressiv und brutal zugleich. Da werden Erinnerungen an die manischen Phasen von Neurosis, das Spielerische von Tool und das Wuchtige der Deftones wach.

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Common: Finding Forever

Lonnie Rashid Lynn, besser bekannt als Common, hat gerade sein viertes Album ‚Finding Forever‘ veröffentlicht. Das könnte ihn in noch höhere Sphären katapultieren als er sich sowieso schon befindet. Entstanden sind die Songs unter der Regie des Produzenten, der Common schon das mit vier Grammys prämierte Vorgängeralbum ‚Be‘ bescherte: Kanye West (siehe auch die Kritik zu dessen neuem Album → Graduation).

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Kanye West: Graduation

Kanye West ist auf dem besten Wege, sich unsterblich zu machen. Auf seiner Habenseite stehen zum einen die vielen Produktionen, mit denen er bewiesen hat, dass er ein gutes Gespür bzw. Gehör für moderne und aufregende „black music“ hat. Ob er nun Common half, HipHop mit Soul zu versüßen oder mit Nas auf dessen Album „HipHop Is Dead“ kooperierte. Aber er ist nicht nur ein versierter Produzent: Er ist auch HipHop-Musiker. Und ein ganz großer obendrein. Da muss man sich nur seine aktuelle Single „Stronger“ anhören, die just auf Platz drei der britischen Charts auftauchte.

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M.I.A.: Kala

Maya Arulpragasam alias M.I.A. gibt sich auf ihrem zweiten Album weltoffener denn ja. Sie vermischt HipHop mit UK Garage, auch Grime genannt, und World Music. Was u.a. wohl daran liegt, dass die Songs überall auf der Welt entstanden sind: in Indien, Trinidad, Jamaika, Australien, Japan und den USA.

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Gentleman – Another Intensity

Gentleman ist kein reines deutsches Phänomen mehr. Der als Tillmann Otto geborene Kölner Musiker ist mittlerweile auf der ganzen Welt begehrt. Von Köln aus ist sein Roots Reggae, eine traditionelle und spirituelle Variante des Reggae, sogar bis nach Israel vorgedrungen. Dieser Siegeszug wird dank seines brillanten vierten Studioalbums ‚Another Intensity‘ noch nicht zu stoppen sein.


Bereits das erste Lied, „Evolution“, offenbart die Vielseitigkeit des neuen Albums. Zum Reggae haben sich u.a. Soul-Einflüsse gesellt. „Ich bin noch offener geworden und habe mich diesmal mehr getraut. Nach wie vor ist Roots Reggae der rote Faden in meiner Musik. Doch nunmehr haben sich auch andere Einflüsse eingeschlichen“, gesteht Gentleman. Mit Sizzla konnte er einen prominenten Gast auf seinem Album begrüßen. Sizzla hatte Gentleman schon lange auf seiner Wunschliste.

„Ich wollte schon immer einen Song mit ihm machen. Es hat aber elf Jahre gedauert, diesen Wunsch zu realisieren. Sizzla lässt einen nicht so schnell an sich ran. Wir hatten uns immer wieder getroffen und dabei festgestellt, dass wir am gleichen Strang ziehen. Ich lernte ihn letztendlich als bescheidenen, liebevollen und intelligenten Menschen kennen. Wir verstanden uns, obwohl wir lyrisch nicht immer auf einer Wellenlänge liegen.“

Inspiriert wurde Gentleman für dieses Album zum einen durch Bücher von Don Miguel Ruiz, Charles Colson und Harold Fickett, zum anderen durch diverse Reisen. Was vielleicht der Grund ist, warum die Musik noch offener ist. In „Light Within“ (mit Gastsängerin Diane King) gibt sich Gentleman sogar überraschend poppig. Andere Songs sind aber – wie er selbst gesagt hat – 100%-Roots Reggae (siehe „Pursuit Of Happiness“).

Gentlemam - Another Intensity
Four Music/Sony BMG
VÖ: 24.8.2007

Kilians: Kill The Kilians

Manchmal fühle ich mich unfassbar alt, wenn ich in den Begleitschreiben der Plattenfirmen Sätze lese wie ‚Die Kilians mögen vielleicht ein kleines Alkoholproblem haben,…‘ Da klopft dann ganz massiv der Erziehungsberechtigte gegen meine Hirnrinde und fragt sich, ob es Sinn macht, jungen Menschen kurz nach dem Abitur schon eine handfeste Abhängigkeit einzureden. Unabhängig davon dauert es meistens auch eine Weile, bis man ein Trinker-Image wieder los wird.

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Ben Harper & The Innocent Criminals: Lifeline

Wirklich unschuldig sieht die kriminelle Begleitband von Ben Harper nicht aus. Schwankt die Optik zwischen Edelpenner und Kleinganove, ist die musikalische Qualität auf der Gegenseite der Medaille zu finden. Nach monatelanger Tour sind Ben Harper And The Innocent Criminals direkt von der Bühne ins Studio gegangen und haben in Harpers Wunschaufnahmeort Paris eines der besten Alben seiner Karriere eingespielt.

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