Monta: The Brilliant Masses

The Times They Are A-Changin‘ – “ …don’t turn around…“ – singt Tobias Kuhn (alias Monta) aus München im Eröffnungssong seines mittlerweile zweiten Albums „The Brilliant Masses“. Der ehemalige Sänger und Gitarrist der 2004 aufgelösten Band Miles aus Würzburg – die mit Catchy-Gute-Laune-Power-Pop-Songs einen kalten Wintertag emotional zum lauen Sommerabend am See werden lassen konnte, knüpft den auf dem weithin beachteten Debütalbum „Where Circles Begin“ (2004) begonnenen, introvertierten und zart akustisch gewebten musikalisch-instrumentalen Singer-/Songwriter-Teppich jetzt so eng, dass er glatt als Fliegengitter durchgehen könnte. Er hat den Blick klar und deutlich weiter nach vorne gerichtet und beweist, dass er uns mit seinem Albumdebüt 2004 keineswegs eine Eintagsfliege auf dem Plattenteller serviert hat. Von Wehmut an alte Zeiten keine Spur!

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Freitag ist CD-Tag

Der CD-Redakteur beim Bewältigen des wöchentlichen Abhörpensums
Da wirft die deutsche Phonoindustrie ihre Produkte gebündelt auf den Markt. Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen, Klassik, Jazz, Hörbücher und das, was sie so unter Pop und Rock einordnet. Fast 600 Tonträger sind es in dieser Woche von A.C.T. bis Pinchas Zukerman.
Von heute an wollen wir Euch jede Woche einen kleinen Überblick über die interessantesten und vielversprechendsten Neuerscheinungen geben. Ohne Garantie auf Vollständigkeit oder irgendetwas anderes.

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2raumwohnung: 36 Grad

Es muss da so eine Kiste geben, und wenn sie geöffnet wird, steigen lauter schöne Dinge daraus empor. Kleine, bunte Schmetterlinge. Blüten. Sterne. Petits fours. Aber auch mal manch graue Wolke. Wunderschöne allerdings nur, natürlich. So stell ich mir das vor, wenn 2raumwohnung mit ihren Ideen für ein neues Album ins Studio gehen.

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Regy Clasen: Live Im Schmidt Theater

Bubblegum-Musik liegt uns ja sowieso nicht, aber es ist immer wieder schön zu hören (und hier auch zu sehen), wenn Musiker fast ehrfürchtig ihre Songs vortragen. Regy Clasen und ihre fantastische Band zelebrieren auf der DVD „Live im Schmidt Theater“ die pure Freude an der Musik und können dadurch großzügig auf eine ausgefeilte Lightshow oder übermäßige Bühnenpräsenz verzichten.

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David Judson Clemmons & The Fullbliss: Yes Sir

Irgendwie hat man bei David Judson Clemmons immer das Gefühl, dass er noch extrem großartige Alben rausbringen kann. Betrachtet man die vergangenen beiden Werke haben sich allerdings Großtaten und Ausfälle die Waage gehalten. Jetzt erscheint mit „Yes Sir“ ein neues Album, das zwar keine Überflieger bereit hält, aber mit einer durchgängigen Qualität überzeugt.

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Steve Skaith Band: Imaginary Friend

Es ist wahrscheinlich unmöglich eine Kritik über Steve Skaith zu schreiben, ohne unermüdlich auf seine ehemalige Band Latin Quarter hinzuweisen.

Auf der vor kurzem erschienenen und sehr lohnenswerten DVD „Live At Full House Rock Show“ zeigt allein der bedrückende Schlusstitel „America For Beginners“ die zeitlose Qualität der Band. Obwohl mehr als zwanzig Jahre alt, ist der Text treffender und spitzer als die meisten aktuellen Tiraden in Richtung USA.

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The Shins: Wincing The Night Away

„Sea Legs“, verehrter Leser, hochgeehrte Leserin, ist ein Übersong!
Wer -wie ich- obsessiver Perlentaucher in der allzu oft allzu stillen See des gefühligen Indiepops ist, der wird auf „Wincing The Night Away“ durchaus fündig. Er darf nach schon sehr kurzem Tauchgang verzückt den Opener „Sleeping Lessons“ aufsammeln, er darf die erste Single des dritten Albums der Shins, „Phantom Limb“ behutsam in seinen Hüftbeutel tun, er darf am naiv-schönen „Red Rabbits“ nicht vorbei schweben, er greift bei „Turn On Me“ ebenso lustvoll zu wie bei der Indie-Akustikballade „A Comet Appears“ oder bei „Black Wave“, „Split Needles“ und „Girl Sailor“. Überhaupt hat das Album nur zwei Perlen, die dem hohen „Best Of“-Anspruch des erfahrenen Indiepopperlentauchers nicht ganz genügen: „Australia“ und „Pam Berry“ sind dennoch zwei Songs, die ein Stück über dem Durchschnitt liegen und daher weit weg von „unhörbar“ sind.

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Little Man Tate: About What You Know

Selten war es sinnloser die Texte in ein Booklet zu drucken als bei Little Man Tate. Die vier Jungs aus Sheffield haben absolut nichts zu sagen, es sei denn, man sucht den literarischen Unterbau bei den Jungmänner-Ergüssen über Zungenküsse und Mädchen ohne Unterhosen. Aber, um es mit einem Wortspiel auf Kosten der englischen Sprache zu sagen: In „Cheffield“ scheint etwas am Kochen zu sein, das fehlende textliche Eleganz mit hüftbetonter Musik wieder rausreißt.

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