‚Talk To La Bomb‘ könnte man hier einmal wörtlich nehmen. Denn wir sprachen mit ihr, genauer gesagt mit der bezaubernden Sabina Sciubba, der Frontfrau der Brazilian Girls. Denn jüngst erschien das zweite Album des Quartetts, das dem selbstbetitelten Debüt von 2005 in nichts nachsteht.
WeiterlesenKategorie: Musik
Monta: The Brilliant Masses
The Times They Are A-Changin‘ – “ …don’t turn around…“ – singt Tobias Kuhn (alias Monta) aus München im Eröffnungssong seines mittlerweile zweiten Albums „The Brilliant Masses“. Der ehemalige Sänger und Gitarrist der 2004 aufgelösten Band Miles aus Würzburg – die mit Catchy-Gute-Laune-Power-Pop-Songs einen kalten Wintertag emotional zum lauen Sommerabend am See werden lassen konnte, knüpft den auf dem weithin beachteten Debütalbum „Where Circles Begin“ (2004) begonnenen, introvertierten und zart akustisch gewebten musikalisch-instrumentalen Singer-/Songwriter-Teppich jetzt so eng, dass er glatt als Fliegengitter durchgehen könnte. Er hat den Blick klar und deutlich weiter nach vorne gerichtet und beweist, dass er uns mit seinem Albumdebüt 2004 keineswegs eine Eintagsfliege auf dem Plattenteller serviert hat. Von Wehmut an alte Zeiten keine Spur!
WeiterlesenFreitag ist CD-Tag

Da wirft die deutsche Phonoindustrie ihre Produkte gebündelt auf den Markt. Neuerscheinungen und Wiederveröffentlichungen, Klassik, Jazz, Hörbücher und das, was sie so unter Pop und Rock einordnet. Fast 600 Tonträger sind es in dieser Woche von A.C.T. bis Pinchas Zukerman.
Von heute an wollen wir Euch jede Woche einen kleinen Überblick über die interessantesten und vielversprechendsten Neuerscheinungen geben. Ohne Garantie auf Vollständigkeit oder irgendetwas anderes.
Arcade Fire: Neon Bible
Kirche gekauft, zum Studio umgebaut, monatelang aufgenommen und am Mix gewerkelt und trotzdem klingt das Endergebnis leichtfüßig wie eine spontane Eingebung. Sollte irgendjemand Arcade Fire bisher nur als Hype wahrgenommen haben wird es Zeit, sich von den Worten der „Neon Bible“ bekehren zu lassen.
WeiterlesenExplosions In The Sky: All Of A Sudden I Miss Everyone
Gott ist ein Astronaut und als der Himmel mit einem lauten ‚Mogwai‘ explodierte zeigte die Göttin Isis, wer hier noch alles seine Kreise zieht. Postrock ist ein enges Genre, inzwischen haben alle der genannten Bands das Klavier für sich entdeckt, aber trotzdem kann man noch keine Abnutzungserscheinungen raushören.
WeiterlesenKaiser Chiefs: Yours Truly, Angry Mob
Zu viele ‚Nananaas‘ und ‚Shalalaas‘? Zumindest nach dem ersten Hören war das der Eindruck. Von „Yours Truly, Angry Mob“ scheint nur der Albumname gut, der Rest wirkt schal wie ein abgestandenes Ale. Dann summt man doch „Ruby“ mit, entdeckt noch die ein oder andere Perle und verfällt der zweiten Platte von Kaiser Chiefs ganz.
WeiterlesenBlackfield II
Selbstverständlich ist auch das zweite Album der Kooperation von Aviv Geffen und Steve Wilson ein gutes Album geworden, aber an manchen Stellen sollte man nicht zu genau hinhören. Nach dem überraschend fordernden Opener „Once“ zeigt sich sehr deutlich, dass sich sowohl Blackfield wie auch Porcupine Tree nur noch innerhalb ihrer Grenzen bewegen.
Weiterlesen2raumwohnung: 36 Grad
Es muss da so eine Kiste geben, und wenn sie geöffnet wird, steigen lauter schöne Dinge daraus empor. Kleine, bunte Schmetterlinge. Blüten. Sterne. Petits fours. Aber auch mal manch graue Wolke. Wunderschöne allerdings nur, natürlich. So stell ich mir das vor, wenn 2raumwohnung mit ihren Ideen für ein neues Album ins Studio gehen.
WeiterlesenDustin Kensrue: Please Come Home
Eigentlich seltsam – man hört selten von melancholischen Songwritern, die urplötzlich in die Krawallschachtel fallen und mal flugs ein Emo, Hard-, oder Postcore-Album aufnehmen. An den umgekehrten Weg haben wir uns aber schon gewöhnt und freuen uns immer wieder, was aus den Krachmachern auf einmal so rauspurzelt.
WeiterlesenAnna Ternheim: Separation Road
Anna Ternheim ist nicht von dieser Welt. Sowohl das Artwork ihres zweiten Albums als auch der Klang halten den Hörer auf genau diese Art von Distanz, die einen geradezu anstachelt näher heranzukommen. Aber es ist, als würde man sich in einen dunklen, faszinierenden Wald begeben. Egal wie tief man eindringt, man wird nicht dazu gehören.
WeiterlesenRegy Clasen: Live Im Schmidt Theater
Bubblegum-Musik liegt uns ja sowieso nicht, aber es ist immer wieder schön zu hören (und hier auch zu sehen), wenn Musiker fast ehrfürchtig ihre Songs vortragen. Regy Clasen und ihre fantastische Band zelebrieren auf der DVD „Live im Schmidt Theater“ die pure Freude an der Musik und können dadurch großzügig auf eine ausgefeilte Lightshow oder übermäßige Bühnenpräsenz verzichten.
WeiterlesenAereogramme: My heart has a wish that you would not go
„The Beauty and the Beast“- es war einmal: Bärtige, normannisch anmutende Männer aus Glasgow/Schottland, die auf den ersten Blick für viele nicht gerade „Vertrauen erweckende“, ja eher sogar „beängstigende“ Musik machten und deren äußerer Schein vielleicht sogar eben solches unterstreichen vermochte.
WeiterlesenAlkaline Trio: Remains
Zum Wegschmeißen zu schade, muss sich Bandkopf Matt Skiba gedacht haben, aber nennt die musikalischen Reste seiner Band trotzdem nur bescheiden „Remains“. Was sich bei vielen Bands zum simplen Straßenverkauf entwickelt, erreicht bei Alkaline Trio fast die Qualität eines regulären Albums.
WeiterlesenDavid Judson Clemmons & The Fullbliss: Yes Sir
Irgendwie hat man bei David Judson Clemmons immer das Gefühl, dass er noch extrem großartige Alben rausbringen kann. Betrachtet man die vergangenen beiden Werke haben sich allerdings Großtaten und Ausfälle die Waage gehalten. Jetzt erscheint mit „Yes Sir“ ein neues Album, das zwar keine Überflieger bereit hält, aber mit einer durchgängigen Qualität überzeugt.
WeiterlesenChris & Carla: Fly High Brave Dreamers
Die kreative Zelle ‚Walkabouts‘ ist ja sehr teilungsfreudig. In rasanter Geschwindigkeit gibt es neue Konstellationen, Abspaltungen, Projekte und nichts, aber auch gar nichts, scheint überflüssig. Verhältnismäßig lange hat es aber gedauert, bis die beiden Hauptakteure Carla Torgerson und Chris Eckman wieder zur Duo-Form Chris & Carla zurückgekehrt sind.
WeiterlesenLadyfinger (ne): Heavy Hands
Saddle-Creek – das ist das Vielspürerlabel aus Omaha, das zwischen Rotwein und Innovation mittlerweile zum Pflichtprogramm eines gut sortierten Plattenschranks gehört. Keine Ahnung, wie sich Ladyfinger (ne) in dieses Labelraster verirrt haben, aber „Heavy Hands“ ist genau das Gegenteil dessen, was man von Saddle Creek erwartet.
WeiterlesenSteve Skaith Band: Imaginary Friend
Es ist wahrscheinlich unmöglich eine Kritik über Steve Skaith zu schreiben, ohne unermüdlich auf seine ehemalige Band Latin Quarter hinzuweisen.
Auf der vor kurzem erschienenen und sehr lohnenswerten DVD „Live At Full House Rock Show“ zeigt allein der bedrückende Schlusstitel „America For Beginners“ die zeitlose Qualität der Band. Obwohl mehr als zwanzig Jahre alt, ist der Text treffender und spitzer als die meisten aktuellen Tiraden in Richtung USA.
WeiterlesenThe Shins: Wincing The Night Away
„Sea Legs“, verehrter Leser, hochgeehrte Leserin, ist ein Übersong!
Wer -wie ich- obsessiver Perlentaucher in der allzu oft allzu stillen See des gefühligen Indiepops ist, der wird auf „Wincing The Night Away“ durchaus fündig. Er darf nach schon sehr kurzem Tauchgang verzückt den Opener „Sleeping Lessons“ aufsammeln, er darf die erste Single des dritten Albums der Shins, „Phantom Limb“ behutsam in seinen Hüftbeutel tun, er darf am naiv-schönen „Red Rabbits“ nicht vorbei schweben, er greift bei „Turn On Me“ ebenso lustvoll zu wie bei der Indie-Akustikballade „A Comet Appears“ oder bei „Black Wave“, „Split Needles“ und „Girl Sailor“. Überhaupt hat das Album nur zwei Perlen, die dem hohen „Best Of“-Anspruch des erfahrenen Indiepopperlentauchers nicht ganz genügen: „Australia“ und „Pam Berry“ sind dennoch zwei Songs, die ein Stück über dem Durchschnitt liegen und daher weit weg von „unhörbar“ sind.
Brand New: The Devil And God Are Raging Inside Me
Platte fertig – Mund offen. Aus dem Konflikt zwischen Gut und Böse und der Schlucht zwischen Kraft und Stille haben Brand New ein großartiges Album geschaffen. Wollte man die Platte beleidigen, würde man Emo dazu sagen, aber das traut man sich ja bei Bands wie The Promise Ring oder Sunny Day Real Estate auch nicht mehr.
WeiterlesenLittle Man Tate: About What You Know
Selten war es sinnloser die Texte in ein Booklet zu drucken als bei Little Man Tate. Die vier Jungs aus Sheffield haben absolut nichts zu sagen, es sei denn, man sucht den literarischen Unterbau bei den Jungmänner-Ergüssen über Zungenküsse und Mädchen ohne Unterhosen. Aber, um es mit einem Wortspiel auf Kosten der englischen Sprache zu sagen: In „Cheffield“ scheint etwas am Kochen zu sein, das fehlende textliche Eleganz mit hüftbetonter Musik wieder rausreißt.
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