Starsailor: On The Outside

Nein, es ist nicht das erwartete Album von Starsailor. Die Herren um Ausnahmesänger James Walsh hätten sicherlich weiter den Weg der Melancholie beschreiten können und wären mit der Masche bestens gefahren. Aber den sicheren Weg, den wollten sie nicht einschlagen. Sie wollten experimentieren.
Ihr drittes Album sollte nicht unbedingt nahtlos an die Vorgänger „Love Is Here“ (2001) und „Silence Is Easy“ (2003) anknüpfen. Obwohl Walsh anfangs schon so seine Zweifel ob des neuen Sounds hatte: „Es ist bizarr, wenn man so etabliert ist wie wir. Manchmal glaubt man fast, es wäre einem verboten, Neues auszuprobieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit ‚On The Outside‘ ein reifes Album aufgenommen haben, das das Beste der frühen Starsailor mit vielen neuen Ideen perfekt kombiniert.“ Wo er Recht hat, hat er Recht.

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t.A.T.u.: Dangerous And Moving

Es gab Zeiten, da strebte die Wahrscheinlichkeit, dass es von dem russischen Skandal-Duo t.A.T.u. ein zweites Album geben würde, gen Null. Es hieß, dass Duo sei zerstritten und es sowieso leid, ein lesbisches Pärchen vorzugaukeln. Außerdem wurde bekannt, dass ihr einstiger Produzent und Förderer, Ivan Shapovalov, ein neues Projekt an den Start gebracht hatte: N.A.T.O. genannt und statt mit lesbischen, nun mit vermummten und auf tschetschenische Selbstmordattentäterinnen getrimmten Mädchen.

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Ironie ist immer gut

Mitglied von Gang of Four zu sein, das war eine ziemlich unangenehme Sache, weil wir vier Typen so besessen waren, so viel voneinander verlangt haben. Bei einem Konzert in Jugoslawien wollte das Publikum eine Zugabe, aber wir konnten nicht zurück auf die Bühne, weil sich Andy und Dave backstage prügelten. Dave hatte während des Auftritts seinen Fuß auf einen Monitor gestellt, und Andy fand das rockistisch – das reichte damals schon, um sich die Fresse zu polieren.

Gang of Four-Sänger Jon King im taz-Interview: → „Wir sind radikal“

TSAR: Band – Girls – Money

Das renommierte US-amerikanische Branchenblatt „Billboard Magazine“ lehnte sich jüngst weit aus dem Fenster, als es über das Debütalbum der Newcomer Tsar schrieb, ‚Band – Girls Money‘ sei eines der besten Rockalben des Jahres. Wir wollen doch mal die Kirche im Dorf lassen. Denn die Konkurrenz – zumindest aus unserer Sicht – ist immens groß und zudem gut gerüstet.

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Youth Group: Skeleton Jar

Anti Records, das charmante und unpunkige Sublabel von Epitaph, hat diese wundervolle Platte der Band Youth Group lizenziert. Sie stammt aus Sydney (Australien) und besteht hauptsächlich aus Singer/Songwriter Toby Martin sowie Schlagzeuger/Keyboarder Danny Allen. Aktuell gehören noch zwei weitere Musiker dazu – jedoch scheint das Gründungsduo nach Belieben die Begleitmusiker auszutauschen.

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Integrity: Sliver In The Hands Of Time

Clevelands Hardcore-Urgesteine Integrity melden sich auch mal wieder zu Wort. „Silver In The Hands Of Time“ ist erwartungsgemäß gespickt mit metallischem Hardcore und hasserfülltem Gesang.
Allerdings alles kein neues Material, sondern B-Seiten und Rares aus der Integrity-Schatzkiste. Weshalb wir über den mitunter mäßigen Sound den Mantel des Schweigens werfen wollen.

(4 Fritten)

Integrity: Sliver In The Hands Of Time
Dockyard1/Soulfood
VÖ: 15.7.2005

Amplifier: The Astronaut Dismantles HAL

Vor einigen Monaten stellten wir an dieser Stelle die Wiederveröffentlichung des selbstbetitelten Amplifier-Debüts vor, da die Erstveröffentlichung seinerzeit vielerorts untergegangen war. Was schade war ob des abwechslungsreichen Alternative Rocks, den das britische Trio zu bieten hat. Dieses Mal möchten wir euch das Mini-Album ‚The Astronaut Dismantles HAL‘ ans Herz legen. Noch immer erinnert der Sound von Neil Mahonys Bass an den von Tool. Ansonsten haben sich Amplifier – nicht gänzlich, aber immerhin ein gutes Stück – von Tool wie von Queens Of The Stone Age entfernt.

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The Tea Party: Seven Circles

Während man früher für Import-Platten richtig bluten musste, sind heute das Internet und der niedrige Dollar-Kurs auf des Hörers Seite. Wer sich ein bisschen Mühe gibt, findet in Deutschland noch nicht veröffentlichte Platten zu akzeptablen Preisen. Trotzdem ist es ärgerlich, wenn ein großer Konzern entscheidet, das Album einer etablierten Band nicht weltweit zu veröffentlichen. Somit ist „Seven Circles“ von The Tea Party alles andere als taufrisch, aber immer noch lohnenswert.

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Julia Hummer And Too Many Boys: Downtown Cocoluccia

Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel. Zu gerne schlägt man drauf, wenn Models oder Schauspieler Platten machen. Aber inzwischen haben so viele Künstler der jungen Garde bewiesen, dass es funktioniert. Also, Vorurteil endlich zu den Akten. Julia Hummer hat sich in ihrer Karriere als Schauspielerin dadurch hervorgetan, dass in ihrem Alphabet ‚Qualität‘ tatsächlich vor ‚Quote‘ kommt. Musikalisch geht sie den gleichen Weg und überrascht mit einem zitatreichen Singer/Songwriter-Album.

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