Kate Rusby: The Girl Who Couldn’t Fly

Es drängt sich geradezu auf, mit dem Albumtitel zu spielen. Zu sehr hat Kate Rusbys Stimme eine fantasievolle Tiefe um ihr nicht das Prädikat ‚verleiht Flügel‘ anzutackern. Dabei hat sie weder das Klein-Mädchen-Organ, das im Folk so weit verbreitet ist, noch klingt sie so altersweise wie June Tabor. Und doch schlägt ihre Stimme eine Saite im tiefsten Innern an und veredelt ihren streckenweise recht konventionellen musikalischen Ansatz.

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Franz Ferdinand: You Could Have It So Much Better

Nach so einem Hype wie dem um Franz Ferdinands Debüt war klar, dass das Nachfolgealbum besonders kritisch beäugt werden würde. Von denen, die FF lieben, denen, die sie noch nie mochten und vor allem von denen, die begierig sind auf alle Anzeichen von Ausverkauf und Kommerzialisierung. Und die gute Nachricht: auf „You Could Have It So Much Better“ ist eigentlich für alle was dabei.

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Morning: Hour Of Joy

Man kommt einfach nicht drumrum -junge holländische Band mit stimmgewaltiger Frontfrau, schwarz ist besser als bunt und so erinnert Morning an die frühen The Gathering.
Mit dieser Referenz ist eigentlich schon alles erklärt; sollte es jemand geben, der nach „The Nighttime Birds“ nicht mehr mitkam, kann er jetzt direkt bei Morning ansetzen. Geschmackvoller Düsterrock, dem zwar noch die Tiefe fehlt, der aber schon geschickt mit allen Genrezutaten jongliert. Nett und, von dem Queen-Cover („The Show Must Go On“) abgesehen, auch unpeinlich.

(6 Fritten)

Morning: Hour Of Joy
Black Lotus/Soulfood Music
VÖ: 28.9.2005
www.morning.nl

The Rolling Stones: A Bigger Bang

The Rolling Stones zu rezensieren ist wie Schwarzbrot zu beschreiben – Band und Brot sind irgendwie schon immer da und da sich an der Sache an sich nichts ändert, kommt es nur auf die Frische an. Die hat bei den Stones in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten und „Bridges To Babylon“ war mit Sicherheit alles andere als eine gute Rolling Stones Platte. Für „A Bigger Bang“ haben sie die Experimente weit hinten im Schrank versteckt und spielen wieder die Blues-Rock-Standards, die man von ihnen erwartet.

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Duck Soup: Duck Soup

Das ist einfach der pure Stoff – ein musikalisches „Bauernfrühstück“ ohne Geschmacksverstärker oder sonstige Zusatzstoffe. Dargeboten von drei Cracks der englischen Folkszene: dem Melodeon-Meister Dan Quinn, dem Multiinstrumentalisten Ian Kearey (Piano, Dobro, Bass etc.; Ex-OYSTERBAND) und Perkussionist Adam Bushell (ein Ass auf der Marimba). Der Bandname „Duck Soup“ bedeutet im übertragenen Sinne übrigens auch „Kinderspiel“.

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Washington: A New Order Rising

Als die Musikgötter die Muse überraschend über Norwegen ausgossen, trafen sie ausgerechnet a-ha. Heute, rund 20 Jahre nach „Take On Me“, ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass Norwegen großartige Bands hervorbringt. Unter dem doch sehr un-norwegischen Namen Washington debütiert jetzt ein junges Trio, das mit „A New Order Rising“ ein Album vorlegt, das die Kinnlade direkt nach unten wandern lässt.

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Kaizers Orchestra: Maestro

Dass das Kaizers Orchestra dem Wahnsinn gerne mal die Hand schüttelt, haben die Norweger mit den zwei bisher erschienen Alben hinreichend bewiesen. Bei ihrem neuen Werk „Maestro“ fragt man sich aber, ob der Titelsong nicht etwas über’s Ziel hinaus schießt. Wenn der überschnappende Backgroundchor in bester Rocky-Horror-Manier „Swing din hammer“ skandiert, ist das verdammt nah am Kasperletheater.

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I can’t relax in Deutschland

Lang hat’s gedauert, endlich regt sich wahrnehmbarer Protest: Einige politische und pokulturelle Initiativen sowie Bands haben sich zusammengeschlossen, um gegen den Ruck in der deutschtümelnden Popmusik zu protestieren. Ob sie erfolgreich etwas bewegen können oder unfreiwillig nur neue Identifikationsangebote als ‚die anderen/guten Deutschen‘ abgeben werden, steht noch aus, aber auf alle Fälle bemühen sie sich redlich.

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Kaiser Chiefs: Employment

Für eine Nähmaschine sind die Kaiser Chiefs ganz schön musikalisch! Zackig, mit der Präzision und Geschwindigkeit der ratternden Nadel feuern sie ihre Akkorde und Silben ab, dass die einem nur so um die Ohren fliegen. Und obwohl ihre Songs sound-technische Gesamtkunstwerke sind – fett und funkelnd, mal geschmeidig, mal scharfkantig -, schaffen sie´s, so einfach und struppig wie der Straßenköter von der nächsten Ecke rüberzukommen.

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