Es drängt sich geradezu auf, mit dem Albumtitel zu spielen. Zu sehr hat Kate Rusbys Stimme eine fantasievolle Tiefe um ihr nicht das Prädikat ‚verleiht Flügel‘ anzutackern. Dabei hat sie weder das Klein-Mädchen-Organ, das im Folk so weit verbreitet ist, noch klingt sie so altersweise wie June Tabor. Und doch schlägt ihre Stimme eine Saite im tiefsten Innern an und veredelt ihren streckenweise recht konventionellen musikalischen Ansatz.
WeiterlesenKategorie: Musik
Franz Ferdinand: You Could Have It So Much Better
Nach so einem Hype wie dem um Franz Ferdinands Debüt war klar, dass das Nachfolgealbum besonders kritisch beäugt werden würde. Von denen, die FF lieben, denen, die sie noch nie mochten und vor allem von denen, die begierig sind auf alle Anzeichen von Ausverkauf und Kommerzialisierung. Und die gute Nachricht: auf „You Could Have It So Much Better“ ist eigentlich für alle was dabei.
WeiterlesenK.C. McKanzie: Weird tunes from a wild mind
Eine junge Berlinerin veröffentlicht ein gutes Dutzend selbstgeschriebener Songs auf einer selbstproduzierten CD und der Rezensent wundert sich. Darüber, dass sich K.C. McKanzie ausgerechnet dem hier nicht gerade hippen Country-Folk widmet und – bei allem gehörigen Respekt – darüber, dass das Ergebnis so überzeugend geraten ist.
WeiterlesenMorning: Hour Of Joy
Man kommt einfach nicht drumrum -junge holländische Band mit stimmgewaltiger Frontfrau, schwarz ist besser als bunt und so erinnert Morning an die frühen The Gathering.
Mit dieser Referenz ist eigentlich schon alles erklärt; sollte es jemand geben, der nach „The Nighttime Birds“ nicht mehr mitkam, kann er jetzt direkt bei Morning ansetzen. Geschmackvoller Düsterrock, dem zwar noch die Tiefe fehlt, der aber schon geschickt mit allen Genrezutaten jongliert. Nett und, von dem Queen-Cover („The Show Must Go On“) abgesehen, auch unpeinlich.
(6 Fritten)
Morning: Hour Of Joy
Black Lotus/Soulfood Music
VÖ: 28.9.2005
www.morning.nl
Richard Hawley: Coles Corner
„Coles Corner“ kann man auf einen simplen Nenner bringen: Warum Richard Hawley hören solange es noch Frank Sinatra und die Tindersticks gibt?
WeiterlesenOpeth: Ghost Reveries
Frevler, wer hier vorskippt oder nur Teile eines Songs hört. Opeth kann man nicht ‚by the way‘ hören. Feststellen lässt sich nur: Auf Growls folgt Atmosphäre, auf Atmosphäre folgen Growls. Die schwedischen Großmeister haben sich auf „Ghost Reveries“ selbst übertroffen und führen zusammen, was sie auf „Deliverance“ und „Damnation“ noch getrennt haben.
WeiterlesenTracy Chapman: Where You Live
Tracy Chapman hat an ihrer 17 Jahre alten Tradition festgehalten und beginnt ihr Album mit dem einprägsamsten Song. Der Opener und gleichzeitig die erste Single „Change“ macht eigentlich schon alles klar und begeistert mit hinreißendem Saitengerutsche im Refrain.
WeiterlesenGus Black: Autumn Days
Gus Black ist für einen kuscheligen Herbst vorbereitet und hat alles weich gepolstert. Mit Watte auf dem Mikro, im Verstärker und im Schallloch der Akustischen sowieso.
WeiterlesenCarptree: Man Made Machine
Da Musik immer eklektizistischer wird, ist es schwer, Innovation und Kreativität als Maßstab heranzuziehen. Aber wenn ein Sänger genau so klingt wie Fish (ex-Marillion) und sich ähnlicher Musik verschrieben hat, sitzt man doch ziemlich ratlos vor den Lautsprechern.
WeiterlesenEric Burdon And The Animals: Athens Traffic Live
Man kennt das: Alte Männer kommen auf Tour und spielen alter Männer Lieder. Obwohl Eric Burdon im vergangenen Jahr mit „My Secret Life“ ein ordentliches Album ablieferte, setzte er bei der darauffolgenden Europatour vorwiegend auf Standards und huldigte den Inspirationsquellen.
WeiterlesenThe Rolling Stones: A Bigger Bang
The Rolling Stones zu rezensieren ist wie Schwarzbrot zu beschreiben – Band und Brot sind irgendwie schon immer da und da sich an der Sache an sich nichts ändert, kommt es nur auf die Frische an. Die hat bei den Stones in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten und „Bridges To Babylon“ war mit Sicherheit alles andere als eine gute Rolling Stones Platte. Für „A Bigger Bang“ haben sie die Experimente weit hinten im Schrank versteckt und spielen wieder die Blues-Rock-Standards, die man von ihnen erwartet.
WeiterlesenSubway To Sally: Nord Nord Ost
Subway To Sally sind verschreckt zurück auf ‚Los‘ gezogen. Nach dem vermurksten Album „Engelskrieger“ sind sie jetzt bei Nuclear Blast unter Vertrag und wirken wie eine Band zwischen allen Stühlen. Versuchte sich die Band auf dem letzten Albums erstmals auch an aktuellen Themen, stehen auf „Nord Nord Ost“ wieder Fabeln und Geschichten im Vordergrund.
WeiterlesenDuck Soup: Duck Soup
Das ist einfach der pure Stoff – ein musikalisches „Bauernfrühstück“ ohne Geschmacksverstärker oder sonstige Zusatzstoffe. Dargeboten von drei Cracks der englischen Folkszene: dem Melodeon-Meister Dan Quinn, dem Multiinstrumentalisten Ian Kearey (Piano, Dobro, Bass etc.; Ex-OYSTERBAND) und Perkussionist Adam Bushell (ein Ass auf der Marimba). Der Bandname „Duck Soup“ bedeutet im übertragenen Sinne übrigens auch „Kinderspiel“.
WeiterlesenThe Walkabouts: Acetylene
Chris Eckman ist sauer. Anscheinend so sauer, wie schon lange nicht mehr. Wer The Walkabouts als schwelgende Band mit beeidruckenden Kompositionen abgelegt hat, wird für „Acetylene“ umdenken müssen. Bereits im Opener „Fuck Your Fear“ drischt Terri Moeller schnörkellos auf ihre Drums ein und Chris Eckman und Carla Torgerson lassen die Gitarren rauchen.
WeiterlesenWashington: A New Order Rising
Als die Musikgötter die Muse überraschend über Norwegen ausgossen, trafen sie ausgerechnet a-ha. Heute, rund 20 Jahre nach „Take On Me“, ist es fast eine Selbstverständlichkeit, dass Norwegen großartige Bands hervorbringt. Unter dem doch sehr un-norwegischen Namen Washington debütiert jetzt ein junges Trio, das mit „A New Order Rising“ ein Album vorlegt, das die Kinnlade direkt nach unten wandern lässt.
WeiterlesenKaizers Orchestra: Maestro
Dass das Kaizers Orchestra dem Wahnsinn gerne mal die Hand schüttelt, haben die Norweger mit den zwei bisher erschienen Alben hinreichend bewiesen. Bei ihrem neuen Werk „Maestro“ fragt man sich aber, ob der Titelsong nicht etwas über’s Ziel hinaus schießt. Wenn der überschnappende Backgroundchor in bester Rocky-Horror-Manier „Swing din hammer“ skandiert, ist das verdammt nah am Kasperletheater.
WeiterlesenI can’t relax in Deutschland
Lang hat’s gedauert, endlich regt sich wahrnehmbarer Protest: Einige politische und pokulturelle Initiativen sowie Bands haben sich zusammengeschlossen, um gegen den Ruck in der deutschtümelnden Popmusik zu protestieren. Ob sie erfolgreich etwas bewegen können oder unfreiwillig nur neue Identifikationsangebote als ‚die anderen/guten Deutschen‘ abgeben werden, steht noch aus, aber auf alle Fälle bemühen sie sich redlich.
WeiterlesenMick Harvey: One Man’s Treasure
Mick Harvey hat allen Grund entspannt zu sein. Die Beweisführung, dass er ein respektabler Musiker ist, hat er nicht nur mit The Bad Seeds seit Jahren abgeschlossen, und frönt jetzt mit seinem ersten ‚richtigen‘ Soloalbum „One Man’s Treasure“ hemmungslos seinen Vorlieben.
WeiterlesenJansen & Kowalski: Action
Nein, eine Comedy-Truppe à la Badesalz ist das nicht. Es sind auch nicht die Kienzle & Hauser des Pop. Und es ist auch nicht ausschließlich HipHop, was den Hirnen von Jansen & Kowalski entspringt. Die beiden Jungspunde von der Waterkant sind weltoffen und vermischen diverse Stile, um am Ende des Prozesses originelle Tracks vorweisen zu können.
WeiterlesenKaiser Chiefs: Employment
Für eine Nähmaschine sind die Kaiser Chiefs ganz schön musikalisch! Zackig, mit der Präzision und Geschwindigkeit der ratternden Nadel feuern sie ihre Akkorde und Silben ab, dass die einem nur so um die Ohren fliegen. Und obwohl ihre Songs sound-technische Gesamtkunstwerke sind – fett und funkelnd, mal geschmeidig, mal scharfkantig -, schaffen sie´s, so einfach und struppig wie der Straßenköter von der nächsten Ecke rüberzukommen.
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