Ocean Colour Scene: A Hyperactive Workout For The Flying Squad

Innovativ kann man Ocean Colour Scene nun wirklich nicht nennen; sie in die Rubrik „Retro-Band“ zu stecken greift aber auch zu kurz und wäre unfair. Oasis haben sie einmal anerkennend , wenn auch übertrieben, „beste britische Band“ genannt. Nun, dass Frontman Simon Fowler und seinen Kumpels diese Art von eigentlich altmodischer Rockmusik Spaß macht, kann man auch auf ihrem jüngsten Opus in der Tat heraus hören, was sich auch – zumindest ging es mir so – auf den/die HörerIn überträgt.

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Tyler: Don’t Play

Tyler ist ein österreichisches Quartett, das mit „Don’t Play“ sein Album mit einer deutlichen – zumindest stimmlichen – Millencolin-Schlagseite veröffentlicht und sich im weiteren Verlauf einmal quer ein paar Punk-Möhren oder Rock-Bohnen aus dem Gemüsegarten zieht. Dabei bleibt die Eigenständigkeit auf der Strecke, aber wenn man nicht gerade auf dem Innovationstrip ist, kann man das nett hören.

(6 Fritten)

Tyler: Don't Play
Der freie Raum für Musik/Edel
VÖ: 25.4.2005
www.officialtyler.com

Befreit! Lieder und Texte nach dem 8. Mai

Da immer weniger Menschen wissen, wann der Krieg tatsächlich aufgehört hat, ist „BEFREIT!“ mit Sicherheit ein wichtiges Werk. Unter der Regie und Produktion von Dieter Dehm stellen Künstler wie Konstantin Wecker, Götz George oder Peter Sodann ältere oder aktuelle Beiträge zur Verfügung. Ob man das inhaltsreiche Interview mit Prof. Rudolf Hickel nachträglich mit einer Posaune untermalen muss, lass ich hier mal unbeantwortet. Vielleicht ist es nur die verzweifelte Hoffnung der Initiatoren, unsere aufmerksamkeitsschwache Gesellschaft wenigstens für ein paar Sekunden bei einem Thema zu halten.

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Live: Ten Years After, Spencer Davis Group, Iron Butterfly

4.5.05, Stadtgarten Bünde, Liverpool Club

Überraschung: Ten Years After, heute wohl vor allem bekannt durch ihren Woodstock-Auftritt 1969, sind nicht zu einem lahmen Altherren-Verein geworden. Das liegt nicht nur am neuen Frontmann Joe Gooch, der mit seinen schätzungsweise Mitte 30 zum jüngeren Viertel der Anwesenden gehörte: Die Band rockt einfach ziemlich. Blues, meist in der Turbovariante, jede Menge großartiges Bass- und Gitarrenspiel, immer nach vorn, kein bißchen leise.

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Soilwork: Figure Number Five

Waren es vergangenes Jahr In Flames mit „Reroute To Remain“, greifen Soilwork schon jetzt im April nach der Metalkrone des Jahres. Völlig verzückt kann man jetzt wieder den Manierismus „Schwedenstahl“ hervorkramen und dessen Härte preisen. Im Ernst – was die sechs Schweden und ihre soundverwandten Kollegen wie Dark Tranquility, Arch Enemy und die schon genannten In Flames in den vergangenen Jahren abreißen, verdient auch eine Beachtung außerhalb des Hartwurstuniversums.

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Ben Folds: Songs For Silverman

Die Begeisterung über Ben Folds‘ erstes Solowerk „Rockin‘ The Suburbs“ hat sich erst mit den Jahren gesteigert. Obwohl danach lange nichts kam, tauchte sein Name unermüdlich als Referenz oder Bezugspunkt auf und nach einer EP-Trilogie liegt jetzt sein neues Album vor. Wie zu seligen Ben Folds Five-Zeiten hat er sich Schlagzeuger und Bassist dazugeholt und klimpert sich die Vorschusslorbeeren von der Seele.

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Calvin Russell – In Spite Of It All

Wenn ich mir das Cover der neuen Russell-CD anschaue, fällt mir unweigerlich der Refrain einer volkstümlichen Hardcore-Hymne ein: „Lebt denn der alte Holzmichl noch…-…er lebt noch, er lebt noch!“ Es greift nämlich auf ein Foto eines Shootings zurück, deren Bilder schon für das (namenlose) Album von 1997 verwendet wurden! Ob SPV kein Geld mehr für neue Fotos hatte, oder ist der vom entbehrlichen Leben gezeichnete Singer/Songwriter aus Texas vielleicht doch schon von uns gegangen?

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Sonny Black & Saad: Carlo Cokxxx Nutten II

Wer es noch nicht wusste – und laut Bushido sollen es derer viele sein – Sonny Black ist niemand geringeres als Bushido höchstpersönlich. Es ist sein Alter Ego. Der noch radikalere, noch frechere Rapper, der noch tiefer unter die Gürtellinie geht als es Bushido selbst je machen könnte. FeministInnen und FrauenrechtlerInnen werden aufschreien ob der derben Texte auf diesem zweiten „Carlo Cokxxx Nutten“-Album.

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Adema: Planets

Nach fast nicht enden wollendem Touren und eigentlich zufriedenstellenden Verkaufszahlen, stand das kalifornische Quartett Adema dann doch mit leeren Händen da. Denn ihre vorherige Plattenfirma setzte sie blindlings vor die Tür. Zum Glück fand sich in Earache zügig ein neuer Geschäftspartner. Doch just zu dem Zeitpunkt trennte man sich von Sänger Marky Chavez, übrigens ein Halbruder von Korn-Shouter Jonathan Davis.

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Saul Williams: Saul Williams

Saul Williams ist einer der wenigen Rapmusiker, die ihre Rolle im HipHop als die ursprünglichste aller sehen: die des Master Of Ceremony. Sein Stil ist so weit von dem eines Goldkettchen-Kehlchens entfernt wie George W. Bush vom Friedensnobelpreis.

Williams Ambitionen sind politischer Natur. Er ist ein Agitator. Einer, der seinen Mund aufmacht. Da passt es nur zu gut, dass Zack De La Roche und Serj Tankian, beide politisch sehr aktiv (nicht erst seit ihrer Engagements bei Rage Against The Machine bzw. System Of A Down), Gastauftritte haben. Williams ist nicht nur von seiner Einstellung her ein Rapper besonderer Art. Er spricht die Texte, betet fast. So wie einst die Jungs von Disposable Heroes Of Hiphoprisy, allen voran deren Wortführer Michael Franti. Williams HipHop auch kommt nicht ausschließlich vom Band. Gitarre, Piano und Schlagzeug gesellen sich zu Samples. Mal geht der Song voll nach vorne los. Mal erwartet einen ein völlig schräger Track.

Saul Williams: Saul Williams
Wichita/V2/Rough Trade
VÖ: 11.4.2005

Various: Verve Remixed/Unmixed 3

Die Idee gibt den Initiatoren Recht. Von Teil eins und zwei der Einzel-CD-Ausgaben „Verve Remixed“ und „Verve Unmixed“ gingen etwa eine halbe Million Exemplare über die deutschen Ladentheken. Auf der einen CD machen sich namhafte Künstler aus der Remix-Szene an Klassikern aus der Jazz-Szene zu schaffen, die auf der zweiten CD in der jeweiligen Originalversion zu finden sind.

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Daft Punk: Human After All

„Wir glauben aufrichtig, dass unser neues Album für sich selbst spricht“, verkündeten Thomas Bangalter und Guy Manuel De Homem Christo am 17. Dezember des vergangenen Jahres. Das ist nicht wirklich viel, was die beiden Daft Punker freiwillig über ihr drittes Album zu Protokoll geben wollten. Aber unsereins muss mit der kargen Information auskommen. Reden können andere, Daft Punk kümmern sich währenddessen lieber ums Wesentliche: die Musik.

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