Nothing In Common: Leaving Without Moving

„Ten songs about disgust and dislike“ auf knapp 34 Minuten Albumlänge – das Motto klingt altbekannt. Die 1996 gegründete Band ist – auch wenn sie sich im Bandinfo mit Händen und Füssen dagegen wehrt -in die Schublade „Emo“ zu stecken. Ätsch. Da macht sie ihren Job einigermaßen gut. Es fehlt ihr jedoch an Hits, an einem schlagkräftigen und ausdrucksstarken Sänger und pfiffigen Ideen. Mehr als Durchschnitt ist das nicht.

(5 Fritten)

Nothing In Common: Leaving Without Moving
(Killer Release Records/Cargo)

Req: Car Paint Scheme

Verdammt bizarr und abstrakt, was sich Req da wieder ausgedacht hat. Der frühere Graffiti-Künstler aus Brighton verdingt sich nun als visionärer Beat-Bastler. Reime sucht man auf „Car Paint Scheme“ vergebens. Alles worauf es ankommt, sind die komplexe Beat-Figuren, die lediglich von einigen wenigen Geräuschen begleitet werden. Strange stuff!

(5 Fritten)

Req: Car Paint Scheme
(Warp/Zomba)

Peter Frampton: Now

Peter Frampton gehört in den großen Topf mit Jim Capaldi und Eric Clapton, sprich – alternde Rockstars, die mehrheitsfähige, nette Musik machen. Gemeinsam mit dem Sessiongitarristen Gordon Kennedy hat Peter Frampton 13 Songs geschrieben und sie mit einer etwas unnötigen Coverversion von „While My Guitar Gently Weeps“ ergänzt. Solide wie ein Bobby-Car, aber ungefähr auch so spannend.

(6 Fritten)

Peter Frampton: Now
(Framptone/SPV)

Royce Da 5’9“: Build & Destroy

„Ladies, don’t fuck with a nigger like me“, heißt es in „We’re Live (Danger)“. Aha. So einer ist er. Ein Gangster, ein Uzi-Schwinger, ein Frauen-Flachleger, einer, vor dem man Angst haben soll. Zumindest verpackt er seine Straßensprache in tolle Beats und Samples. Und reimen kann er eh, der sich da nennt Royce Da 5’9“.

(6 Fritten)

Royce Da 5'9'': Build & Destroy
(Trouble Records/Groove Attack)

Jester: Not Ready For The World

Eine wundervolle Platte zum Versinken. Die Zeit anhaltender TripHop mit Headz-Anleihen und einem leichten Hauch von Jazz. Man könnte es auch nu Jazz, Nu Soul oder Nu Irgendwas nennen. Die Charakteristika wären die gleichen: treibend, ruhig, den Puls gen Null gehen lassend, verträumt, entspannt und verdammt cool. Eine Platten zum Zudecken, Ankuscheln und Wegdösen.

(8 Fritten)

Jester: Not Ready For The World
(DJ.Sets/Alive AG)

The Walkabouts: Shimmers

Es ist eigentlich leicht: Wenn man ein Best-Of-Album zusammenstellt, klebt man alle Hits hintereinander und wartet, bis es Weihnachten ist. Oder man hat nur einen Hit, macht es sicher noch leichter und stellt einfach die Lieder zusammen, die man gerne mag und die zusammenpassen. Voller Unachtsamkeit veröffentlicht man das Ding kurz nach dem Hochsommer und dabei heraus kommt eines der stimmigsten Best-Of-Alben der vergangenen Jahre.

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Josh Rouse – 1972

Josh Rouse - 1972 Albumcover

1972 ist das Geburtsjahr von Josh Rouse, das „Geburtsjahr“ seiner Gitarre und der Name seines vierten Albums. Es ist dann auch nicht wirklich überraschend, dass es sein Wunsch war, das neue Werk so klingen zu lassen, als hätte es schon 31 Jahre auf dem Buckel. Bekannt für seine behutsamen und einfallsreichen Arrangements, schwimmt er dieses Mal 3 Jahrezehnte zurück und packt alles in die Songs, was man mit dem Sound der frühen 70er vereinbaren kann.

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The Weakerthans: Reconstruction Site

Ein Song, 1:44 Minute und direkt alles an musikalischer Konkurrenz weggewischt, was im näheren Umfeld steht. Das kanadische Quartett Weakerthans musiziert so, als hätte es sich jeden Ton genau überlegt, stülpt aber dem Hörer die Illusion über, dass es gerade munter drauflos spielt. Wenn es ein Song erfordert, lassen die Jungs sogar ein Gitarrensolo vom Stapel, das sich gewaschen hat, ohne in Poserkitsch zu verfallen.

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