Nightmares On Wax: Mind Elevation

Ich sage es wirklich nicht gerne, komme aber nicht umhin, es zu tun. Nightmares On Wax haben an ihrer bis dato allseits be- und anerkannten Brillanz verloren. „Mind Elevation“ ist nicht das von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselnde Album geworden, da sich manch einer erträumt hatte. Es fehlt etwas. Der geniale Moment zum Beispiel, in dem man als Hörer felsenfest davon überzeugt ist und denkt: Das ist es. Der fehlt.

Weiterlesen

New Found Glory: Sticks & Stones

Bedenkt man, dass New Found Glory unter anderem aus der Hardcore-Band Shai Hulud hervorgegangen ist, muss man sich schon wundern, welchen Weg die Band mittlerweile eingeschlagen hat. Vom Hardcore ist nichts mehr übrig geblieben. Statt dessen widmet sich das Quintett aus Florida melodiösem Punkrock wie er auch von Blink 182, Millencolin, Sum 41 und Konsorten feilgeboten wird.

Weiterlesen

The BellRays: Meet the BellRays

Man stelle sich vor, eine Garagerock-Band wie die Stooges rockt und scheppert so richtig los, als plötzlich Aretha Franklin zu Besuch kommt, Iggy Pop mit einem „Fuck you!“ das Mikro abnimmt und alle an die Wand singt. Oder: Dead Moon schrammeln gerade ihre Punkrock-Songs mit Janis Joplin als neuer Frontfrau. BellRays-Sängerin Lisa Kekaula ist berechtigterweise genervt von solchen Vergleichen, denn die Band aus Los Angeles braucht sich mit ihrem (in eigenen Worten) „Maximum Rock & Soul“-Sound nicht hinter großen Namen zu verstecken.

Weiterlesen

Avril: That horse must be starving

Es ist so eine Sache mit den Infos des Labels zur CD von Fred „Avril“: Unser junger (27), französischer Held machte mit 12 seine ersten Aufnahmen auf der eigenen 4-Spur-Maschine mittels Gitarre und Piano, um dann mit 18 der Musik erstmal den Rücken zu kehren und sich dann (klar, so ist das mit den Franzosen) der Literatur zuzuwenden. Die sechs Jahre dazwischen hat er noch dazu genutzt, Punk Rock und John Lennon mitzunehmen. Natürlich fand er noch die Zeit, alle Soli von Jimi Hendrix auswendig zu lernen und Ton für Ton nachzuspielen.

Weiterlesen

Johnny Dowd: The Pawnbroker’s Wife

Johnny Dowd, Möbelpacker und Songschreiber, hat eine ganz besondere Religion: Rock’n’Roll. „The Pawnbroker’s Wife“ klingt verrucht, dreckig, roh und unheimlich. Sie dürfte insbesondere Fans von Beasts Of Bourbon gefallen. Die Reise ins Dunkel der Seele endet mit „Sleeping In The Grass“, geschrieben von Lee Hazelwood.

(7 Fritten)

Johnny Dowd: The Pawnbroker's Wife
Glitterhouse/Indigo

Enchant: Blink Of An Eye

Während ein Teil des Prog-Genres im selbst geschnürten Korsett erstarrt, winden sich Enchant von Album zu Album mehr, um diese Umklammerung zu lockern. Die Entwicklung von „Juggling 9 Or Dropping 10“ setzt sich hier weiter fort; der Sound ist deutlich entschlackt und an vielen Stellen um einiges härter als in der Vergangenheit. Auch wenn das neue Material mehr in Richtung klassische Rockband tendiert, reihen Enchant die Songperlen auf wie an einer Schnur. „Blink Of An Eye“ verändert sich wirklich mit jedem Li(e)dschlag -sanft dahingleitende Melodien und vertrackte Rhythmen folgen den verschlungenen Wegen der Arrangements.

Weiterlesen

Cracker: Hello, Cleveland! Live From The Metro

Irgendwie haben Cracker fast schon was Altmodisches – die Songs sind traditionell und melodiebetont, aber verschroben und vielseitig genug, um von jeher als „Indie“ durchzugehen. Nach dem formidablen diesjährigen Studioalbum „Forever“ legen Label und Band jetzt einen Live-Mitschnitt von 1999 vor, der sowohl in Sachen Klang als auch Songauswahl keine Wünsche offen lässt.

Weiterlesen

Gallop: How Much Is The World?

Martin Gallop ist Kanadier, lebt in Oldenburg und hat mit „How Much Is The World?“ schon zu Beginn des Jahres sein Debüt auf den Markt geschmissen. Stimmlich zwischen dem Knödel-Timbre Dave Matthews‘ und der belegten Stimme von Peter Gabriel ist Martin Gallop nicht nur ein ausdrucksstarker Sänger, sondern in erster Linie ein famoser Songwriter. Alle zehn Songs sind in diversen Studios und Küchen aufgenommen und den wenigsten liegt ein Bandgefüge zugrunde.

Weiterlesen

Dubblestandart: Streets of Dub

Die Herren aus Wien haben ja schon mit jedem grossen Namen aus Jamaica zusammen gearbeitet, der noch nicht erschossen worden ist. Lee Perry oder Dillinger, zum Beispiel. Im Geschäft sind sie auch schon zehn Jahre. Da hat sich einiges an Erfahrung angesammelt. Man könnte also grosses erwarten. Allerdings dümpelt Dubblestandart leider im seichten Fahrwasser der mittlerweile zu Stars gewordenen Kollegen aus der Heimatstadt.

Weiterlesen

Crooked – The Original Score

HipHop mal ganz anders: Underground, non-commercial, deep, technisch höchst anspruchsvoll, vertrackt, furztrocken, mit viel Kopf (manchmal zu viel), nah am Rande zu anderen Gewässern, die man am ehesten mit Elektro in Verbindung bringen würde. Und dann ist besagte Scheibe sogar noch ein Soundtrack. Oder, The Original Score, wie es im Kaugummi-Englisch heißt. Nicht zu verwechseln mit dem Album „Crooked: The Movie & Soundtrack“. Das war zwar die gleiche Baustelle, doch unter der Aufsicht eines anderen Architekten.

Weiterlesen