Ich sage es wirklich nicht gerne, komme aber nicht umhin, es zu tun. Nightmares On Wax haben an ihrer bis dato allseits be- und anerkannten Brillanz verloren. „Mind Elevation“ ist nicht das von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselnde Album geworden, da sich manch einer erträumt hatte. Es fehlt etwas. Der geniale Moment zum Beispiel, in dem man als Hörer felsenfest davon überzeugt ist und denkt: Das ist es. Der fehlt.
WeiterlesenKategorie: Musik
DJ Jazzy Jeff: The Magnificent
Sein ehemaliger Partner Will Smith, der Fresh Prince von Bel Air, ist heute Schauspieler und hat in musikalischer Hinsicht nur noch wenig zu bieten. Ein bisschen Jiggy Style hier, ein Hit da. Das war es schon. Ganz im Gegensatz zu DJ Jazzy Jeff alias Jeffrey Allen Townes, der nach neun Jahren Pause mit „The Magnificent“ zurückkehrt. Und das in bestechender Form.
WeiterlesenNew Found Glory: Sticks & Stones

Bedenkt man, dass New Found Glory unter anderem aus der Hardcore-Band Shai Hulud hervorgegangen ist, muss man sich schon wundern, welchen Weg die Band mittlerweile eingeschlagen hat. Vom Hardcore ist nichts mehr übrig geblieben. Statt dessen widmet sich das Quintett aus Florida melodiösem Punkrock wie er auch von Blink 182, Millencolin, Sum 41 und Konsorten feilgeboten wird.
WeiterlesenThe BellRays: Meet the BellRays
Man stelle sich vor, eine Garagerock-Band wie die Stooges rockt und scheppert so richtig los, als plötzlich Aretha Franklin zu Besuch kommt, Iggy Pop mit einem „Fuck you!“ das Mikro abnimmt und alle an die Wand singt. Oder: Dead Moon schrammeln gerade ihre Punkrock-Songs mit Janis Joplin als neuer Frontfrau. BellRays-Sängerin Lisa Kekaula ist berechtigterweise genervt von solchen Vergleichen, denn die Band aus Los Angeles braucht sich mit ihrem (in eigenen Worten) „Maximum Rock & Soul“-Sound nicht hinter großen Namen zu verstecken.
WeiterlesenAvril: That horse must be starving

Es ist so eine Sache mit den Infos des Labels zur CD von Fred „Avril“: Unser junger (27), französischer Held machte mit 12 seine ersten Aufnahmen auf der eigenen 4-Spur-Maschine mittels Gitarre und Piano, um dann mit 18 der Musik erstmal den Rücken zu kehren und sich dann (klar, so ist das mit den Franzosen) der Literatur zuzuwenden. Die sechs Jahre dazwischen hat er noch dazu genutzt, Punk Rock und John Lennon mitzunehmen. Natürlich fand er noch die Zeit, alle Soli von Jimi Hendrix auswendig zu lernen und Ton für Ton nachzuspielen.
WeiterlesenThe Flipsides: Clever One
Sabrina Stewart bringt die Würze in das flotte Punk’n’Roll-Gemisch des kalifornischen Trios. Revolutionär sind die Songs des Debüt-Albums nicht wirklich. Dafür kurzweilig und bestens zum Mitsingen geeignet.
(6 Fritten)
The Flipsides: Clever One
Pink & Black/SPV
Johnny Dowd: The Pawnbroker’s Wife
Johnny Dowd, Möbelpacker und Songschreiber, hat eine ganz besondere Religion: Rock’n’Roll. „The Pawnbroker’s Wife“ klingt verrucht, dreckig, roh und unheimlich. Sie dürfte insbesondere Fans von Beasts Of Bourbon gefallen. Die Reise ins Dunkel der Seele endet mit „Sleeping In The Grass“, geschrieben von Lee Hazelwood.
(7 Fritten)
Johnny Dowd: The Pawnbroker's Wife
Glitterhouse/Indigo
Enchant: Blink Of An Eye
Während ein Teil des Prog-Genres im selbst geschnürten Korsett erstarrt, winden sich Enchant von Album zu Album mehr, um diese Umklammerung zu lockern. Die Entwicklung von „Juggling 9 Or Dropping 10“ setzt sich hier weiter fort; der Sound ist deutlich entschlackt und an vielen Stellen um einiges härter als in der Vergangenheit. Auch wenn das neue Material mehr in Richtung klassische Rockband tendiert, reihen Enchant die Songperlen auf wie an einer Schnur. „Blink Of An Eye“ verändert sich wirklich mit jedem Li(e)dschlag -sanft dahingleitende Melodien und vertrackte Rhythmen folgen den verschlungenen Wegen der Arrangements.
WeiterlesenEarthlings?: Disco Marching Kraft EP
Eine neue EP vom Kollektiv, das aus dem Kyuss-Umfeld entstand und in dem schon so ziemlich jeder mitgespielt hat, der in den Neunzigern in der Alternative-Ecke ein Instrument bedienen konnte. Nach zwei Longplayern, die durchaus auch gerne mal bis zur Schmerzgrenze „Hippie-Scheisse“ sein konnten, haben Sie die Sache jetzt aber mal ordentlich in den Griff bekommen.
WeiterlesenCracker: Hello, Cleveland! Live From The Metro
Irgendwie haben Cracker fast schon was Altmodisches – die Songs sind traditionell und melodiebetont, aber verschroben und vielseitig genug, um von jeher als „Indie“ durchzugehen. Nach dem formidablen diesjährigen Studioalbum „Forever“ legen Label und Band jetzt einen Live-Mitschnitt von 1999 vor, der sowohl in Sachen Klang als auch Songauswahl keine Wünsche offen lässt.
WeiterlesenGallop: How Much Is The World?

Martin Gallop ist Kanadier, lebt in Oldenburg und hat mit „How Much Is The World?“ schon zu Beginn des Jahres sein Debüt auf den Markt geschmissen. Stimmlich zwischen dem Knödel-Timbre Dave Matthews‘ und der belegten Stimme von Peter Gabriel ist Martin Gallop nicht nur ein ausdrucksstarker Sänger, sondern in erster Linie ein famoser Songwriter. Alle zehn Songs sind in diversen Studios und Küchen aufgenommen und den wenigsten liegt ein Bandgefüge zugrunde.
WeiterlesenDubblestandart: Streets of Dub
Die Herren aus Wien haben ja schon mit jedem grossen Namen aus Jamaica zusammen gearbeitet, der noch nicht erschossen worden ist. Lee Perry oder Dillinger, zum Beispiel. Im Geschäft sind sie auch schon zehn Jahre. Da hat sich einiges an Erfahrung angesammelt. Man könnte also grosses erwarten. Allerdings dümpelt Dubblestandart leider im seichten Fahrwasser der mittlerweile zu Stars gewordenen Kollegen aus der Heimatstadt.
WeiterlesenVan Morrison: Down The Road
Das Album-Cover von „Down The Road“ ist zwar sowas von plakativ, führt den Hörer aber gleich auf die richtige Spur. Vom ersten bis zum letzten Ton klingt das neue Album von Van Morrison, als hätte er sich durch alle alten Platten eines Second Hand Ladens gewühlt, um wieder einmal mit einer expliziten Mischung aus Celtic, Soul, Jazz und Rythm’N’Blues aufzukreuzen.
Felix Culpa: Baggage
Viel verändert hat sich nicht im Hause Felix Culpa. Fette Gitarre, Proberaumsound und für eine absolute Undergroundband überdurchschnittliches Songwriting. Ihre Hausaufgaben haben die Jungs aus dem Kreis Cloppenburg ordentlich gemacht und geben beim huldigen ihrer Vorbilder eine gute Figur ab.
WeiterlesenReto Burrell: Shaking Off Monkeys
Der Schweizer Reto Burrell ist so eine Art Happy-Extrakt aus Tom Petty, Ian McNabb, Jacob Dylan (The Wallflowers) und Todd Thibaud. Gut gelaunt drischt er in die Saiten des amerikanischen Gitarrenrock. Er ist dabei nicht sonderlich innovativ, aber mit der Güte seiner Songs steckt er einige große Namen in den Sack.
WeiterlesenDie Welttraumforscher: Die Zivilisation der Farben
Wenn Paul McCartney zuviel gehascht hat, dann hat er wahrscheinlich solche Musik komponiert: fröhliche Psychedelic-Liedchen. Leider hatte er immer Menschen an seiner Seite, die verhindert haben, dass allzuviel davon auf Platte kam: erst der genialische Lennon, dann die langweiligen Wings. Aber gottseidank gibt es ja die Welttraumforscher.
WeiterlesenHamlet: Hamlet
Mir bislang völlig unbekannt, haben die spanischen Rocker von Hamlet mit dem gleichnamigen Album bereits ihre sechste Langrille am Start. Wer sich in der Radau-Ecke zwischen Fear Factory und Machine Head heimisch fühlt, sollte das hier auf alle Fälle mal antesten.
WeiterlesenVanderhoof: A Blur In Time
„Zeitlos“ ist ja oft so eine Hilfsvokabel für „unmodern“, muss aber nicht zwangsläufig eine Beleidigung sein. Bei mir hat es drei oder vier Durchläufe gebraucht, bis ich überhaupt Gefallen an der Platte von Kurdt Vanderhoof (Gitarrist von Metal Church) gefunden habe.
WeiterlesenPlanet X: MoonBabies
Das Debütalbum von Planet X hat mich seinerzeit mächtig gegruselt. Das Gehexe der drei Großmeister hat manchmal fast selbstbefriedigende Züge. Auf dem zweiten Album wird zwar auch wieder heftig geschwurbelt, aber obwohl die Band stärker improvisiert, wirken die meisten der zehn Songs strukturierter und durchdachter als beim Debüt.
WeiterlesenCrooked – The Original Score

HipHop mal ganz anders: Underground, non-commercial, deep, technisch höchst anspruchsvoll, vertrackt, furztrocken, mit viel Kopf (manchmal zu viel), nah am Rande zu anderen Gewässern, die man am ehesten mit Elektro in Verbindung bringen würde. Und dann ist besagte Scheibe sogar noch ein Soundtrack. Oder, The Original Score, wie es im Kaugummi-Englisch heißt. Nicht zu verwechseln mit dem Album „Crooked: The Movie & Soundtrack“. Das war zwar die gleiche Baustelle, doch unter der Aufsicht eines anderen Architekten.
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