So anormal der Name der Band ist, so unkommerziell und abgefahren ist ihre Musik. Nach dem Aus von Redd Kross haben die Brüder Jeff und Steven McDonald mit Ze Malibu Kids ein neues Zuhause für ihre verrückten Ideen gefunden. Dies ist wirklich mal eine Platte, die sich in keine Schublade zwängen lässt.
WeiterlesenKategorie: Musik
Cha Cha Guerillas: 7 Traditionals for Guitar, Organ and Drums
Die Small Faces („Happy boys happy“) als trägen Schieber mit Hammondorgel interpretiert – darauf muss man erstmal kommen. Überhaupt ist der Sound das große Plus der Cha Cha Guerillas aus Reutlingen: saftige Gitarren, die unwiderstehliche Orgel im Hintergrund und (dann doch) treibende, kontrastreiche Rhythmik.
WeiterlesenSuidakra: Emprise To Avalon
Ohne Gnade wird man von dem deutschen Trio in eine heftige Black- und Death-Metal-Schlacht geworfen, in der es nur ein Ziel gibt: überleben. Wer die harten Knüppelattacken übersteht, wird belohnt mit hymnischen Melodien, die kurze Siegeshoffnung verbreiten, um dann wieder ins dickste Getümmel zu geraten. Was hier so martialisch klingt, ist auf CD gebannt ein ziemlich cleveres Stück Musik.
WeiterlesenDischarge: Discharge
Bitte tief Luft holen, bevor sie den Startknopf ihres CD-Players drücken. Denn eine Verschnaufpause wird ihnen während der nächsten 13 Songs (inklusiver zweier Remixe) keine gegönnt. Die Punk-Legende Discharge ist zurück. Was wie aus einem Märchen klingt, ist wahr. Sänger Cal Morris und Bassist Rainy Wainwright, die bis dato noch jeden Line-up-Wechsel der Band überlebt haben, konnten die Original-Besetzung reanimieren, um jedem Jung-Punk zu zeigen, wie roher Ur-Punk auch im neuen Jahrtausend noch klingen kann.
WeiterlesenBryan Adams: Spirit O.S.T.
Ich bin aber auch zu blöd! Aus pubertärer Verbundenheit denke ich bis heute, dass Bryan Adams nochmal ein richtig gutes Rockalbum machen könnte. Von mir aus auch Stadionrock, so wie in jüngster Live-Vergangenheit zielsicher in Trio-Besetzung gezeigt. Aber der Kanadier ist statt dessen Hotel-Lobby-Rocker, Fahrstuhl-Rocker oder auch Kaufhaus-Rocker.
WeiterlesenNightwish: Century Child
Auch wenn Nightwish für ihr neues Werk mal wieder einen Preis für kitschiges Cover-Artwork erhalten könnten, hat sich die finnische Band auf der Messlatte weiter nach oben geschafft. Stimmwunder Tarja Turunen zeigt, speziell im Opener „Bless The Child“, ihre Bandbreite und klingt fast wie eine „normale“ Sängerin. An anderen Stellen brilliert sie mit geschulter Opernstimme.
WeiterlesenRollins Band: The Only Way To Know For Sure
„Es gibt nur ein‘ Henry Rollins…..“ – ohne jetzt in Schlachtengesänge zu versinken, aber es ist gut, dass es Henry Rollins gibt. Seit zwei Alben hat er den Rock’n’Roll für sich entdeckt und manifestiert seine neue Liebe mit einem Live-Album, das die Bezeichnung „lebendig“ wirklich verdient.
Weiterlesen35007: Liquid
Es gab einige Bands, die haben vorgemacht dass es funktioniert, auf Gesang zu verzichten. 35007 wollen es auch probieren und haben auf ihr Vier-Song-Album „Liquid“ Vokales außen vor gelassen. Sie fragen sich bestimmt, ob ich mich verzählt habe? Nee, habe ich nicht. Vier Songs ergeben 39 Minuten und somit das Album „Liquid“, zugleich Soundtrack zum gleichnamigen Film.
WeiterlesenFaultine: Your Love Means Everything
Schon die ersten Töne lassen erahnen, dass es Faultine alias David Kosten ernst meint. Ihm steht der Sinn nicht nach feiern, sondern nach dem Verarbeiten von Trauer. Schwer beladen und bedrückend sind die ersten Takte des Openers „Your Love Means Everything“. Sigur Rós lassen grüßen.
WeiterlesenSherri Youngward: Six Inches Of Sky
Sherri Youngward ist, wenn auch völlig unbekannt, eine großartige Songwriterin. Schon mit „No More Goodbyes“ (1998) und jetzt „Six Inches Of Sky“ bietet sie feines Stöffchen für die, denen das vergangene Shawn Colvin Album „Whole New You“ zu routiniert erschien.
WeiterlesenZombie Joe: Vegas
Zugegeben: Es ist ungewöhnlich, dass eine Alternative Metal-Band mit deutschen Texten ihr Glück versucht. Aber warum nicht, Herrschaften? Es gibt kein Regelbuch, das besagt, es müsse in Englisch gesungen werden. Das dachten sich wohl auch Zombie Joe und fütterten ihre düsteren lyrischen Visionen mit ebensolcher Musik. Ein fieser eigenwilliger Bastard ist der sächsischen Band gelungen, der noch am ehesten mit einer wilden Mischung aus Tool, Thumb und Korn zu vergleichen ist.
WeiterlesenMedication: Prince Valium
Zugegeben, aufgrund der Vorboten-EP hätte ich ein noch etwas stärkeres Album erwartet, aber „Prince Valium“ kann sich sehen lassen. Die Pillen, die hier angeboten werden, sind eindeutig Generika. Die Entwicklungsarbeit haben andere geleistet, es war alles schon mal da, aber helfen tut’s trotzdem.
WeiterlesenRadar Brothers: And The Surrounding Mountains
Auf in die Berge! Sattelt die Pferde und reitet zu den Endlose-Weiten-Melodien der Radar Brothers der seelischen Erfüllung in der Natur entgegen. In epischer Breite schweben zwölf Songs aus der Feder es Oberbruders Jim Putnam auf uns zu. Sie sind erhaben, epochal und – so wurde es im Info der Plattenfirma ganz richtig notiert – majestätisch.
WeiterlesenLoaded: Dark Days
Dass Guns’n’Roses jemals wieder aus der Asche aufsteigen werden, kann man sich – glaube ich – getrost abschminken. Dass aber ausgerechnet Duff McKagan, der ehemalige Bassist der Band, auf die Füße fällt und ein starkes Album herausbringt, hat mich doch ziemlich überrascht.
WeiterlesenNewsboys: Thrive
Schade, dass Newsboys mit ihrem 96er Album „Take Me To Your Leader“ nicht den Flächenbrand der Begeisterung ausgelöst haben, den sie verdient hätten. Nachdem mit Ausnahme von Peter Furler die ganze Band mindestens einmal ausgetauscht wurde, scheint jetzt der humorige Rock der Amis ein bisschen die Kraft zu verlieren.
WeiterlesenPina: Quick Look
Achtung, Herzbruch! Sophie Zelmani ruft nicht an, Natalie Merchant schreibt nicht und Jann Arden veröffentlicht ihre Platten nur noch in ihrer Heimat. Wer sein musikalisches Herz mal wieder an eine ausdrucksstarke Sängerin verlieren mag, sollte sich „Quick Look“ von der Österreicherin Pina anhören. Sie lebt in Irland und bezaubert mit zehn eindringlichen Folk-Songs.
Red Hot Chili Peppers: By The Way
Mit allen Erwartungen gebrochen und alle Erwartungen erfüllt. Oder, um es mit Herbert Grönemeyer zu sagen: Bleibt alles anders. Red Hot Chili Peppers gehören zu den wenigsten Bands, die es schon vor Jahren geschafft haben, einen eigenen Sound zu kreieren, der unverrückbar mit ihnen verbunden ist. Schon mit dem Atemholen von Anthony Kiedis weiß man sofort, welche Band gerade am Werke ist. Kiedis‘ typischer Sprechgesang (wie immer mit atemberaubender Schieflage), Fleas ausgefeiltes Bassspiel, John Frusciantes beseelter Gitarrenton – alles ist auf „By The Way“ vorhanden, aber die Band hat sich von den Funk- und Zappelattacken der vergangenen Tage fast ausnahmslos verabschiedet.
WeiterlesenTocotronic: Tocotronic
Die Songs sind wieder straffer geführt, aber immer noch gelassen. Der Gitarren-Synthie-Mix ist ausgewogener als beim letzten Album, die Texte kryptischer denn je, und Sehnsucht liegt in der Luft.
(8 Fritten)
Tocotronic: Tocotronic
L'age d'or
The Seer: Rise
Eins vorneweg: Ich mag The Seer, ich war auf unzähligen Konzerten und ich schätze die überragende Live-Qualität der fünf Augsburger. Jetzt das andere hinterher: die Alben der Band werden immer müder. 1995 („Across The Border“) mit prominenter Unterstützung der soundverwandten Hooters gestartet, haben es die folgenden Alben immer weniger geschafft, die fast einzigartige sympathische Energie der Konzerte auf Platte zu bannen.
WeiterlesenJerry Cantrell: Degradation Trip
Als in den frühen 70er Jahren Geborener sah meine musikalische Kultivierung wie folgt aus: 1986 dachte ich, dass a-ha und Duran Duran die coolsten Bands der Welt sind, erlebte kurz danach mit „51st State Of America“ von New Model Army meine erste kleine Revolution und hörte fortan das, was man damals stolz als Independent bezeichnete.
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