Pieke ist angesagt

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Eben noch in einer Rezi auf diesem Blog lobend erwähnt – und schon schiebt Pieke Biermann eine Kriminalreportage hinterher. In der Jugend-U-Haftanstalt Kieferngrund wird nämlich nicht nur weggesperrt, es wird auch ausgebildet. Wie? Das berichtet Pieke am Freitag,11. April 2008 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 und 13:27 Uhr (Wiederholungen: 13:45 und 18:45 und Montagnacht 04:45 Uhr) und am Sonnabend, 12. April 2008 in DER TAGESSPIEGEL, für alle, die noch etwas mit schwarzweiß Papier anfangen können. „Zwischen Hiphop und Hartz IV“ heißt der Beitrag (im TAGESSPIEGEL vielleicht ganz anders), aber wer das Radio anklickt, hört keinen Hiphop, damit das klar ist.

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Roger Graf: Die Frau am Fenster

Krimileser sind faule Gesellen; so wie alle Menschen, die anderen gerne bei der Arbeit zusehen. Wie sich ein wackerer lonely wolf durch den Großstadtdschungel schlägt und dabei selbst geschlagen wird, physisch und psychisch, aber das ist last year’s model, gewissermaßen, aktuell – seit mehreren Jahren, seien wir genau – schaut man lieber gleich ganzen Abteilungen von Kriminalpolizei beim Arbeiten zu. Und weil es so bequem ist, schauen wir dabei auch den Menschen bei ihrer Geistes- und Seelenarbeit zu; und weil es am allerbequemsten ist, werfen wir auch noch einen Blick auf die uns mundgerecht zugeschnittene Gesellschaft. Voila, das nennt man Police Procedural nach Mankell.

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Live: Portishead

Köln, Palladium, 6.4.2008

Die Zeitmessung in der Popmusik ist gemeinhin eine andere. Elf Jahre kein neues Studioalbum zu veröffentlichen, da ist das Karriereende eigentlich schon vollzogen. Nicht so im Fall von Portishead. Ende des Monats wird deren drittes Album, schlicht „Third“ betitelt, erscheinen. Der Vorgänger „Portishead“ erblickte 1997 das Licht der Welt. Diese unendlich lange erschienene Pause war der Karriere des Trios aus Bristol erstaunlicherweise nicht abträglich. Am Sonntag gewährte die Band im ausverkauften Kölner Palladium erste Einblicke in das neue Werk.

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La belle de la helle

Wo Thomas Wörtche, der Jack Reacher der Krimikritik, →hinhaut, da wächst keine Spannungsliteratur mehr. Wehren ist zwecklos, denn der Bursche beherrscht auch den intellektuellen Nahkampf. Nur die Waffen einer schönen Frau vermögen ihn zu verwunden. Ob Christiane Geldmacher, betörende Herausgeberin der wunderbaren Anthologie „Hell’s Bells“, die Pfeile aus dem Köcher ziehen wird? Wir sind gespannt.

Robert Littell: Die Söhne Abrahams [Kritikerstammtisch, Teil 2]

…und hier der zweite Teil des Kritikerstammtisches mit weiteren drei Rezensionen.
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Die Region, in der „Vicious Circle“ spielt, ist eines der heißesten Pflaster, das die Realität zur Zeit zu bieten hat. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist sein Thema und wird von verschiedenen Gesichtspunkten „bearbeitet“. Das Buch und das Handeln darin wird von den Radikalen beider Seiten bestimmt, entweder weil sie selber handeln oder aber andere zum Handeln zwingen.

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Der Preis ist heiß

143 Das dürfte wohl das erste Mal sein, dass ein Autor den Kleistpreis (einen der wichtigsten Literaturpreise unseres Landes und immerhin mit €20.000 dotiert) erhält, der auch in den Insellisten unserer Mitarbeiter vertreten ist. Der Preis geht in diesem Jahr an – Tusch! – Max Goldt.

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Morgen tagt der Kritikerstammtisch

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Morgen werden hier sechs RezensentInnen Robert Littells „Die Söhne Abrahams“ besprechen. Für den Organisator des Ganzen, moi, keine leichte Aufgabe, die mit dem Hineinkopieren der fertigen Texte abgetan wäre. Die Idee etwa, alles in einem Blogeintrag zur Verfügung zu stellen, wurde wegen der zu erwartenden längeren Ladezeiten verworfen. Es gibt zwei Einträge mit jeweils drei Rezensionen. Aber ein anderer Punkt ist problematischer.

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April, April!

„Meine Dame – meine Herren!“

Wie üblich kleben die Augen der Redaktionsmitgliederinnen an des Chefredakteurs Lippen, an denen wiederum die Reste eines opulenten Frühstücks aus Vollkorn-Croissants und Kraftmüsli kleben.

„Es ist April!“ verkündet der Chef, „Und das heißt: Zeit für einen Aprilscherz! Irgendwelche Vorschläge?“

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Le Krimijahrbuch 2008 est arrivé!

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Endlich haben die beiden Vorgängerwerke Zuwachs bekommen! Soeben bringt mir der Postbote (obwohl er doch eigentlich streiken müsste!) eine große Kiste mit druckfrischen Krimijahrbüchern 2008 aus dem NordPark Verlag. Seinen lächerlichen Preis von gerade einmal 12 Euro sieht man dem stattlichen Werk wahrlich nicht an, massiv und vertrauenerweckend liegt es in der Hand, hübsche Schrift auf gutem Papier schmeichelt dem Auge, 25 kluge Köpfe füllen fast 300 Seiten. Man renne also schleunigst in die nächste Buchhandlung oder schicke dem Herrn Verleger eine lapidare Bestellmaill.

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Ernst Solèr: Staub im Schnee

Jetzt sitz ich in der Patsche. Eigentlich sollen Rezensionen ja keine verkappten Nacherzählungen des Inhalts eines Buches sein; Leser und Leserin erwarten Analyse, Einordnung, Wertung, bei möglichst knapper Wiedergabe wichtiger Handlungsfundamente. So soll das sein. Bei Ernst Solèrs „Staub im Schnee“ geht das aber nicht. Sprich: Es gibt wenig zu analysieren, wenig einzuordnen, wenig zu bewerten. Das ist einfach nur ein netter Krimi, der sich gut liest, einem weder die Welt erklären noch von einer bis dato unbekannten Seite zeigen möchte.

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Volksbloggen -24-

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Nächste Woche tagt der erste Hinternet-Rezensionsstammtisch. Sechs KritikerInnen stellen Ihre Meinungen zu Robert Littells „Die Söhne Abrahams“ vor, und das verspricht spannend zu werden. So spannend, dass man es glatt wiederholen könnte… Hat jemand Lust? Schon einen Vorschlag? Und überhaupt: Die Spur einer Idee, was bei wtd noch fehlt, vernachlässigt wird? Sonst etwas? Huhu! – Es ist Volks-blog-gen! Ziert euch nicht!

Höllböll

Wenn ich hier schon die Irrungen und Wirrungen gewisser präpotenter, dauerverreister „Krimiblogger“ zur wunderbaren Anthologie „Hell’s Bells“ der engelsgleichen Christiane Geldmacher (Hg.) anzeige, dann aber auch diesbezügliche Reaktion der kompetenteren Art. Dietmar Jacobsen findet das Buch zwar auch durchwachsen, hält es aber alles in allem für lesenswert und lobt den Norbert, die Christiane und noch einen anderen. →Hier. Auch Kollege Bernd arbeitet sich sukzessive durch das voluminöse Bändchen, →hier nämlich. Und das alles via Alligatorpapiere zu eruieren, wo, aufgemerkt, Frau Krimi aus Österreich, der Schuh Franzl (auch Österreicher) einen Psychiaterkrimi bespricht. Nicht beim Alligator, sondern bei →„Literaturen“, um genau zu sein. Schaun’s halt mal rein, immer zu Diensten, Frau Oberkrimiblogbesitzerin, küß die Hand.

Die Unvollendeten

Manchmal passiert es halt doch. Obwohl ich von Natur aus ein geduldiger Mensch bin, einer, der allen Büchern gut Freund sein möchte, auch den spröden, die mir ihre Gegenliebe nicht schon auf den ersten Seiten kundtun. Ich gebe also jedem Buch eine faire Chance, selbst dann, wenn schon die Anfangsabsätze Formulierungen wie „das Blech wälzte sich wie zähe Lava durch die Straßen“ oder „zwängte den Skoda in eine Seitengasse“ enthalten (wie Andreas Grubers „Schwarze Dame“, ein sogenannter Thriller, über dessen erste Seite ich bis jetzt nicht hinausgekommen bin).

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Mikael Niemi: Der Mann, der starb wie ein Lachs

Die StammleserInnen wissen es inzwischen: Watching the detectives, der Krimiblog im Hinternet, hat beim Titel-Magazin eine kleine Übungsecke für den Krimirezensionsnachwuchs eröffnet. Hier tummeln sich jeden Samstag unsere talentierten Praktikanten und Umschüler, von Frank Rumpel bis Thomas Wörtche, lernbegierige junge Menschen, die nur ein Ziel vor Augen haben: Endlich auch einmal bei wtd rezensieren zu dürfen!

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Krimiwelt-Bestenliste April 2008

„Die zehn besten Krimis des Monats“ stehen fest. Viele Neueinsteiger (Peace, McGahan, Child, Block, Collins, Guthrie), ein einheimisches Produkt (Linus Reichlin) und auf Numero Uno: Robert Littells „Die Söhne Abrahams“. Schön. Zu diesem Werk wird es hier demnächst eine kontroverse Kritikerstammtischrunde geben (wunderbare Gelegenheit, die AutorInnen sachte dran zu erinnern, dass jetzt so ganz allmählich…). Ach so: Die Liste findet man →hier in allen Einzelheiten.