Rodney Hunter: Hunterville

Wien mal wieder. Rodney Hunter wurde eigentlich in den USA geboren, lebt aber seit einigen Jahren in der österreichischen Metropole, deren Sound er längst adaptiert hat. Hunter ist in einem Atemzug mit Peter Kruder, Richard Dorfmeister und Konsorten zu nennen. Zumal er sein zweites Album auf dem von Kruder & Dorfmeister gegründeten Label G-Stone veröffentlicht. ‚Hunterville‘ ist tanzbare Gemütlichkeit.

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Farryl Purkiss

Farryl Purkiss ist in Südafrika ein gefeierter Mann. Für sein Debütalbum „Chapter One“ wurde der Singer/Songwriter für den südafrikanischen Musikpreis SAMA nominiert. Leider gewann er ihn nicht. Nach Tourneen in seiner Heimat, in Downunder und in Japan begann er die Arbeiten an seinem zweiten Album.

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Krimimehr

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„Krimiweisheiten aus dem BÜRGERECK“. So heißt eine neue Serie, in der wir zufällige Gäste der bekannten einheimischen Gaststätte BÜRGERECK zu fortgeschrittener Stunde mit krimiaffinen Themen konfrontieren und um möglichst empirisch abgesicherte Weisheiten zum Genre bitten. Heute wollen wir uns anhören, was Karl-Heinz T. nach sieben „Männergedecken“ (1 Pils, 1 Klarer, 1 Klosterfrau Melissengeist) zu sagen hat.
Nein, es lässt einem keine Ruhe. „Mehr als ein Krimi“, „über das Genre hinaus“ … da schwillt sogar dem notorisch netten →Tobias Gohlis die Kollerader kindskopfdick, Krimidummdeutsch ist das, aber selbst das Unterirdische muss doch irgendwo einen Ausgang nach oben haben, nur wo, bitteschön, ist der? Oder anders gefragt: Was ist ein Krimi, wenn er mehr als ein Krimi ist?

Ganz schreckliches Eingeständnis: Ich kann diese Frage beantworten. Es macht überhaupt keine Schwierigkeiten, sich vorzustellen, wohin man gelangt, wenn man diesen Mehrwert sucht: zu den Kritikern nämlich. Schreibt ein Rezensent dieses „mehr als Krimi“, dann meint er unweigerlich: „mehr als mein Kopf fassen kann“. Mein Kopf? Wie das? Oder, anders gefragt: Was ist das eigentlich, Kopf? Und was ist drin?

Stellen wir uns das mal rein rezeptionstechnisch vor. Jemand liest einen Krimi. Wohin liest er ihn? In seinen Kopf selbstverständlich. Denn dort sitzt etwas, das ein Kritiker besitzen sollte: ein Gehirn. Dort wiederum, im Gehirn, sitzen Zellen – ich will das jetzt nicht ausführen, aber diese Zellen sind von Natur aus ziemlich intelligent, fast so intelligent wie ein Buchhändler, das heißt: Diese Zellen brauchen nur auf einen Buchumschlag zu gucken und schon wissen sie: Aha, ein Krimi. Wenns denn draufsteht. Manchmal steht „Kriminalroman“ drauf, da sagen sich die Zellen schon: Obacht, da steht Roman dabei, vielleicht ist das ja Literatur und überhaupt kein Krimi und wenns kein Krimi ist, dann ist es sofort „mehr als Krimi“.

Der Kritiker liest also in seinen Kopf, in sein Gehirn, in seine Zellen. Und siehe: Es ist ein Krimi. Weils nämlich draufgestanden hat und der Kritiker, wenn er Krimikritiker ist, einen Krimi quasi von berufswegen lesen muss, er liest gar nichts anderes, kriegts ja nicht bezahlt, außer Harry Potter auf Englisch in der U-Bahn, das zeugt von Abitur.

Das ist wie in der Backstube, verstehen Sie? Also in der Backstube: Da wird Brot gebacken. Aus Mehl. Wenn jedoch der Bäcker feststellen muss, nanu, auf dem Sack da steht „Mail“, aber es sind Smarties drin, dann bäckt er eben mit Smarties und nennt das Ergebnis „mehr als ein Brot“. Weil er kann ja nicht sagen: Das sind gebackene Smarties und sie schmecken scheußlich. Klar, ja? Und so geht es einem Krimikritiker, der etwas liest, das gar kein Krimi ist, obwohls draufsteht, sondern, sagen wir mal: irgendso ein gesellschaftsrelevant kritischer Dünnpfiff, dass du garantiert auch dünnpfeifst, aber jetzt mal ehrlich: Davon kann ein Krimikritiker nicht leben. Er muss eine Krimikritik schreiben und er kann das dann auch nicht Dünnpfiffkritik nennen, sonst wäre er ja rein logisch ein Dünnpfiffkritiker, was aber kein Mensch sein will außer denen im Fernsehen. Er kann höchstens feststellen, dass das, was er da gelesen hat, überhaupt kein Krimi ist, nur da wären wir wieder beim Bäcker, der auch gucken muss, wo er bleibt mit seinen gebackenen Smarties und der doch der Omma nicht sagen kann, hör ma Omma, das ist kein Brot, das sind Smarties, die ziehen dir das Gebiss aus, also lass ma die Finger von.

Das Problem ist also: Der Kritiker hat etwas gelesen, das heißt, seine Zellen haben festgestellt: Uh, ich pack das nicht. Soll Krimi sein, ist aber nicht Krimi. Soll nicht höhere Literatur sein, ist es aber, denn höhere Literatur ist qua definitionem alles, was nicht unterhält und ein Krimi sollte schon unterhalten, sonst wärs ja kein Krimi, sonst wärs gleich Literatur, aber für die ist der Kritiker – und jetzt kommts! – ja gar nicht zuständig, davon müsste er nämlich etwas verstehen, deshalb ist er ja Krimikritiker geworden, weil er von Literatur nichts versteht und von Krimis auch nicht, aber er muss drüber schreiben, als wärs ein Krimi, und weils partout keiner werden will, er kann sich die Finger wundschreiben, ist es halt mehr als ein Krimi, nämlich gar kein Krimi oder doch einer, aber der Krimikritiker ahnt nichts davon.

So geht’s ab in den Zellen da oben, man glaubt es nicht. Krimikritiker ist schon ein Scheißberuf. Und jetzt leckt’s mich doch…

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Patrick Boman: Peabody geht in die Knie

Um das grundlegende Bauprinzip von Patrick Bomans Peabody-Reihe auf den Punkt zu bringen, genügt es eigentlich, die Schlussszene des aktuellen Bandes, „Peabody geht in die Knie“, nachzuerzählen. Unser Titelheld, Ausbund lüsterner, fettiger Schmierigkeit, kniet vor einem jungfräulichen Mädchen und reibt seinen schwitzenden Kopf an ihrem entblößten Schoß. Das zunächst schockierte, überrumpelte Mädchen wird erregt, packt Peabodys Kopf – und die Geschichte ist aus. – Und was sagt uns das jetzt?

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Polaroid Liquide

Polaroid Liquide wecken in den ersten Takten des Albumauftakts eine Erwartung, die sie später nicht einzulösen gedenken. Denn „Quiet For The Start“ erinnert (zumindest anfangs) an den Postrock von Mogwai. Doch irgendwann wird die instrumentale Idylle von Gesang durchbrochen und der Hörer tut gut daran, sich flugs neu zu orientieren.

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Volksbloggen -6-

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Aus Köln zurück. Bahn verflucht. Im Dom gewesen (weils draußen geregnet hat). Das Schönste: die neuen bunten Fenster! Schnell was essen und dann ins Bett. Mittwoch – also heute! (Achtung, das ist jetzt ein Zeitsprung!) seid ihr dran! Schreibt, was das Zeug hält. Das ist jetzt euer Blog! Lobt, tadelt etc. Noch ne Pizza da? (Achtung, das war jetzt ein Gedankensprung!)

Nick Stone: Mr. Clarinet

Es ist eine lukrative Aufgabe: 10 Millionen Dollar, wenn Max Mingus das entführte Kind findet und lebend zurückbringt, oder 5 Millionen Dollar, wenn er das tote Kind findet und weitere 5 Millionen, wenn er den Täter bringt. Nicht, dass er meint, das Geld wirklich zu brauchen, aber so richtig rosig scheint sie nicht auszusehen, die Zukunft des Expolizisten, Ex-Privatdetektives und Exknackies, frisch aus der Haft entlassen.

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Band Of Horses: Cease To Begin

Was für ein Anfang! Über einer sanft hingezupften Gitarre setzt bereits nach sieben Sekunden der Gesang ein und so wehmütig wie Ben Bridwell singt, werden die Worte auf Tage dein Gehirn nicht mehr verlassen. Dabei kann man wirklich nicht behaupten, dass die – sich immer wiederholende –Zeile „I could sleep“ extrem ausgefuchst ist und zudem erinnert Bridwells Stimme an Roger Hodgson von Supertramp.

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Die Kurzen und die Langen -1-

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Sprechen wir vom „Krimi“, meinen wir den KriminalROMAN. Alles unter 200 Seiten fristet sein Dasein im Schatten des Genres und muss sich gelegentlich gar den Vorwurf gefallen lassen, „zu kurz“ zu sein und damit ein schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis aufzuweisen (man denke nur an „Tannöd“). Der Kurzkrimi immerhin hat noch seinen, wenn auch begrenzten Platz im Krimisegment. Anders sieht es bei der Kriminalerzählung, der Kriminalnovelle gar, aus. Außerhalb der lobenswerten Reihe „kaliber .64“ der Edition Nautilus scheint sie hierzulande nicht mehr zu existieren. Dabei ist doch sie die Urform des gesamten Genres.

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Riverside: Rapid Eye Movement

Polen hat ein Imageproblem. Die meisten Menschen tun sich schwer, mehr als nur ein paar ausgelutschte Vorurteil zum Besten zu geben. Damit sich dieser bedauernswerte Zustand ändert, muss man unverzüglich Riverside ins Feld führen. Die polnische Prog-Rock-Combo um Bandleader Mariusz Duda hat sich vor ein paar Jahren von Null in die Oberliga des Prog katapultiert und festigt diese Position mit ihrem neuen Album „Rapid Eye Movement“.

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Jazz in Crime

Einen Kalender braucht der Mensch. Sei es, um löbliche Maximen zukünftiger Lebensplanung festzuhalten wie Astrid Paprotta („Endlich wieder mit dem Bloggen anfangen!“), sich eigene Schwächen einzugestehen wie Ludger Menke („30.11.: Wieder nichts gelernt“) oder einfach zum Festhalten besonders schöner Momente des Alltags wie Anobella („Dpr ist ja so süüüüüß!!!“). Aber welchen Kalender braucht man nun? Keine Frage: Den „Kalender für Kriminalliteratur 2008“.

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Bildungslücken schließen

Szene aus D.O.A.

Wer D.O.A. nicht kennt (das Original von 1949, nicht das Remake mit Dennis Quaid) kann sich den kompletten Film bei archive.org herunterladen. In schwarz&weiß und völlig legal: → www.archive.org/details/doa_1949 (klein in MPEG1 oder MPEG4 oder als fast 4GB schweres MPEG2-File)
Auch für Liebhaber alter Krimireihen und – serien ist archive.org eine Fundgrube. Ich sag´ nur Sherlock Holmes, Bulldog Drummond, Dick Tracy,…

Road: Can’t Talk

Das Interesse an diesem Album ist allein schon wegen der vielen Gastsängerinnen und -sängern groß: Terry Callier ist mit dabei, so wie auch Earl Zinger, Lucy Jules (Brand New Heavies) und Elliot May (Basement Jaxx). Obendrein steht da im Infotext der Plattenfirma noch dieser unglaubliche (und ungläubige!) Neugier weckende Satz: „Die Band klingt wie Massive Attack auf einem Trip durch Brasilien und Afrika, mit dem Soul von Terry Callier und dem rauen Funk der Gorillaz im Gepäck“.

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The A-Z Of Bestival 2007

Rob Da Bank, Radio-DJ bei BBC Radio 1, kam in diesem Jahr die Ehre zuteil, das Programm für das dritte „Bestival“ auf der Isle Of Wight zusammen zu stellen. Für den Macher des Festivals natürlich kein Problem. Er pickte sich ganz einfach die angesagtesten Acts aus dem breiten Spektrum des Electro heraus. Diese sind nun auf dem Sampler ‚The A-Z Of Bestival 2007‘ zu finden, der im Nachhinein auf den Markt kommt – natürlich auf Rob Da Banks Label Sunday Best.

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Richard A. Clarke: The Scorpion’s Gate

Die Welt in naher Zukunft. Das US-amerikanische Irak-Abenteuer endet im Fiasko, in Bagdad haben die Iraner das Sagen. Und noch etwas besitzen sie inzwischen: Atombomben. Saudi-Arabien gibt es nicht mehr, das Land heißt jetzt Islamijah und wird von Gottesfürchtigen regiert, Fundamentalisten und gemäßigte Kräfte ringen um die Macht. China, immer öldurstiger, schickt „Berater“ nach Islamijah, Raketen sollen folgen, eventuell mit Atomsprengköpfen? Der Iran schließlich hat Interesse an den Emiraten. Keine Rolle in diesem Szenario spielen die EU und Russland, was denn doch ein wenig überrascht.

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Blackfield: Live In New York City

Würde man Steven Wilson als Perfektionisten beschreiben, wäre er wahrscheinlich noch nicht mal beleidigt. Bisher hat er die Grenze zum Antiseptischen zwar nicht überschritten, aber es tut auch gut, ihn etwas gelöster zu hören als bei Porcupine Tree üblich. Auf der Blackfield-Spielwiese mit Aviv Geffen scheint er auch mit simpleren Songs leben zu können und traut sich, ohne Stimmverzerrung zu singen.

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