Der Blogdiktator macht heute Ferien und lässt die Geknechteten und Unterdrückten an den Fleischtopf der Kommentarfunktion. Nutzt sie! Schüttet eure Herzen aus! Macht ihnen Luft! Öffnet sie! Werft euren kriminellen Ballast von der Seele! Hier dürft ihr es! Ohne Vorgaben! Macht was ihr wollt! Nur niemanden beleidigen. Außer den Blogdiktator selber.
Fair To Midland haben einen angesehenen Mentor: Sej Tankiian, Frontmann von System Of A Down. Der nahm die Band für sein Label Serjical Strike unter Vertrag, weil er die Mischung aus Nu Metal und progressiven Anteilen mag. Wieso auch nicht, schließlich machen seit Jahren System Of A Down eine ähnliche Musik und das mit großem Erfolg.
Nichts gegen Elmore Leonard. Aber manchmal wünscht man sich, die Krimiautoren blieben Krimiautoren und hielten sich bei den Gesetzgebungsverfahren des Genres zurück. Zehn „Schreibregeln“ hat Leonard zum Besten gegeben und Kollege Bußmer diese dankenswerterweise verdeutscht und → ins Netz gestellt. Grausige Regeln.
John Blake ist ehemaliger Privatdetektiv und trägt eine schwere Last mit sich. Er fühlt sich schuldig am Tod seiner damaligen Freundin und an der schweren Verletzung einer guten Bekannten. Er hat sich zurückgezogen an die Uni. Dort arbeitet er ein bisschen in der Verwaltung und studiert ein wenig. Bei einem „creative writing“ – Seminar lernt er Dorothy Burke kennen. Es entwickelt sich eine freundschaftliche Beziehung, man findet Vertrauen zueinander, tauscht sich aus und bespricht die Texte fürs Seminar.
Ha, zu früh gefreut! Der Blogger verabschiedet sich nicht mit einem letzten „bye“, nein, er stellt die erste saarländische Krimi-Anthologie vor, „Letzte Grüße von der Saar“ eben, wo man nicht nur das Savoir Vivre schätzt, sondern auch das Saarvoir Mourir.
…der deutschen Kriminalliteratur ist Karl Labacher vielleicht nicht. Aber wenig weiß man über ihn, fast gar nichts. Wer ihn kennenlernen möchte, der sei am sofort an die →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ verwiesen, die ihn als 39. AutorIn in ihre Regale gestellt hat. Mit dem ca. 1905 erschienenen Erzählbändchen „Der Dämon vom Walde“.
„Elect The Dead“ hätte auch locker „Wähle den leichtesten Weg“ heißen können. Hat Serj Tankians Axis Of Justice-Kumpane Tom Morello bei seinem Solodebüt wenigstens eine andere Klangfarbe gewählt, macht sich der System Of A Down-Frontmann die Mühe erst gar nicht. Das instrumentale Spektrum wird zwar wesentlich erweitert und speziell dem Klavier eine große Bedeutung eingeräumt, aber immer bevor etwas entstehen kann, das wirklich anders wäre, donnert Tankian die System Of A Down-Würzmischung drüber.
Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, mit welcher Zielsicherheit Bands in die falsche Richtung abbiegen. Da wird man von allen Ecken und Enden beklatscht und meistens kommt dann statt einer wirklichen Innovation, die man vor lauter Überforderung nochmal zwei Jahre beiseite legen muss, die Flucht in irgendwelche Lala-Gefilde.
Es muss schleunigst einen neues Subgenre her, um eine seit Jahren zu beobachtende Entwicklung am Schlawittchen packen zu können. Nach dem Boom des Regionalkrimis, der ja eigentlich keiner ist, sondern schnöder Fremdenverkehrskrimi, plustert sich in den letzten Jahren der sogenannte „historische Krimi“ gar mächtig auf. Und der ist natürlich auch nicht „historisch“, sondern allenfalls „historisierend“, bei genauerer Betrachtung aber dann doch nur oberflächliches Infotainment für Leute, die im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst haben. Genau: Nennen wir das Kind doch Infotainment-Krimi. Einen solchen hat Jan Eik mit „Der Ehrenmord“ in der Reihe „Es geschah in Berlin“ verfasst, wo sich Horst Bosetsky schon dem Jahr 1910 und Sybil Volks dem Jahr 1912 gewidmet haben. Eik hat „1914“ aus der großen Lostrommel gezogen und schickt den Reihenermittler Kappe in einen Fall von Mädchenmord. Was nun so dröge und vorhersehbar, so holzschnittartig und wenig aufregend ist, dass wir hier kein weiteres und schon gar kein gutes Wort darüber verlieren wollen. Interessant ist das „historische Setting“ am Vorabend des ersten Weltkrieges. Wir erfahren, dass die meisten Deutschen begeistert von der Aussicht auf ein zünftiges Schlachten waren, „jeder Stoß ein Franzos, jeder Schuss ein Russ“ eben, ein paar waren auch dagegen. Wir erfahren auch, dass es in Berlin damals genauso ausgesehen hat wie auf den Bildern von Meister Zille. Die Armen waren halt arm, die Reichen reich, die Hinterhöfe dunkel und die Triebe schweinisch. So. Und das wars schon mit dem Gratisgeschichtsunterricht. Selbst für Infotainment ein bisschen wenig.
Ist es Faulheit, fehlende Inspiration, finanzieller Mangel? Innerhalb von zehn Jahren hat das Power-Pop-Trio, das zumindest mental in Austin, Texas, angesiedelt ist, gerade mal zwei Alben veröffentlicht. Seit der Gründung im Jahre 1996 treffen sich die drei Freunde, der Engländer Dare Mason, die beiden Amerikaner Paul Averitt und James „Bucks“ Burnett nur gelegentlich zum gemeinsamen Musizieren; Live-Auftritte gibt’s schon mal gar nicht – Bucks lehnt das ab.
Man muss dem Volk aufs Maul schauen. Sprich: Auf die Finger, wenn die elegant über der Tastatur kreisen. Tun wir hiermit. Also: lasst kreisen. Schreibt. Über alles, was irgendwie mit Krimi oder Literatur zu tun hat. Lobt, tadelt etc. Um eine kleine Anregung zu geben – die man aber nicht aufgreifen muss -, hier zwei extreme Definitionen von „Krimi“ und „KriminalLITERATUR“…
„Copper River“ von William Kent Krueger macht da weiter, wo der letzte Band der Serie, Mercy Falls aufgehört hatte. Cork O’Connor, suspendierter Sheriff von Aurora, ist auf der Flucht. Killer sind hinter ihm her, weil er angeblich den Sohn von Lou Jacoby getötet hat. Es verschlägt ihn nach Bodine, weit weg von seiner Familie und schwer verletzt. So hockt er nun in einer Hütte in einem ehemaligen Urlaubercamp, von seiner Cousine, einer Tierärztin, wieder zusammengeflickt, der das alles gar nicht recht ist, weil ihr Mann, Aktivist für Indianerrechte, von Uniformierten erschlagen worden war.
Man hegt große Sympathien für Dave Gahan, wie er sich nach rund einem Vierteljahrhundert als ’nur‘ Depeche Mode-Sänger mit seinem Solodebüt „Paper Monsters“ (2003) vom übermächtigen Songwriterschatten Martin Gore’s freigeschwommen hat. Leider schafft er es aber auch mit seinem zweiten Soloalbum „Hourglass“ nicht, sich weit von der DM-Küste zu entfernen.
Rick DeMarinis Roman „Kaputt in El Paso“ ist ein Text über Grenzerfahrungen oder, was nur ein anderes Wort dafür ist, über das Verwischen von Grenzen, die Entgrenzung. Dass er in El Paso, also unmittelbar an der Grenze zu Mexiko und somit dem, was wir die „Dritte Welt“ nennen, spielt, ist natürlich kein Zufall.
…dass man ihre Kriminalreportagen ab sofort nicht mehr Samstags, sondern schon Freitags im Radio hören kann. die neue also am Freitag, 26. Oktober 2007 im RBB-Inforadio 93,1 um 10:27 Uhr und 13:27 Uhr (am Wochenende wird sie dann noch mehrmals wiederholt). Bei der Printversion bleibts unverändert: immer am Samstag. Und das mit dem Podcast? Eh klar. Pieke anklicken, reinhören. In „ein Lehrstück über private Solidarität, zugeschweißte öffentliche Kassen und echte Gesetzeshüter“.
Robert Wilson hat es nicht leicht. Man kommt fast nicht umhin, seine neuen Bücher mit seinem Meisterwerk „Der Blinde von Sevilla“ zu vergleichen. „Die Maske des Bösen“ ist schon der dritte Fall des spanischen Ermittlers Javier Falcón und wie so oft bei einer Krimi-Reihe mit durchlaufenden Charakteren scheinen den Autoren die Lebensgeschichten der Einzelnen wichtiger zu sein als der eigentliche Fall.
Auch wir wollen es nicht versäumen, einen neuen Krimiblog in unserer Mitte zu begrüßen. →„Tatort: Krimi“ heißt der und konzentriert sich momentan auf Rezensionen, zuletzt Robert Littells „Kalte Legende“. Tja, und da bin ich nun über den Schlussabschnitt der Besprechung gestolpert:
„Nur zum Schluß ein kleiner Wermutstropfen: Selbstjustiz, so gerechtfertigt sie auch zu sein scheint und zu deren Zustimmung Littell uns geneigt machen will, ist immer, immer reaktionär.“
Hm, LITTELL macht geneigt? Nicht vielleicht eine Figur aus dem Roman? Und selbst das halte ich für fraglich.
In der Pfalz ist der Erdenplanet ein prallrunder Saumagen, auf dem die Kontinente wie fette Wurstscheiben driften und die Meere als Weinpfützen dümpeln. Und erst Bad Dürkheim! Pfalzkrimi kann also im Regelfall nichts anderes sein als lausig dramatisierte Tourist Information, aber da der Regelfall seine Ausnahmen kennt, sehen wir uns heute in der glücklichen Lage, von einem solchen berichten zu dürfen. Denn Monika Geiers „Schwarzwild“ ist ein gelungenes Stück Kriminalprosa.
Jetzt, mit dem neuen Logo aus der Logoschmiede von Ludger „Blog der Woche“ Menke, macht das Volksbloggen sogar noch mehr Spaß! Hier ist – fast – alles erlaubt! Rummosern, hemmungslos loben, schüchtern anfragen, gnadenlos fordern, grenzenlos Eigenwerbung betreiben. Heute hole ich noch mal eine Frage von gestern zum Anheizen hervor: Muss, wer einen Krimi schreibt, wirklich „über Krimis nachdenken“? Wenn ja: was denn? — Aber schreibt doch, was ihr wollt…