Das alligatorlose Volk außer Rand und Band. Anarchie. Bringen wir ein wenig Ordnung in die große bunte Krimiwelt und Ihnen die neuesten Links.
WeiterlesenAlligatorersatz 300507, 1. Lieferung

Es ist passiert. Der Alligatorkönig weilt im Ausland, schon hat das Volk die Herrschaft übernommen und stellt sich seine Krimilinks selbst zusammen. SIE auch! Wenn Sie einen schönen Link gefunden haben, bitte schleunigst →hierhin schicken. Wir bringen das dann.
WeiterlesenSehr verehrter Herr dpr,
es ist nicht meine Art, mich in die verantwortungsvolle Tätigkeit eines Krimikritikers einzumischen und überhaupt bin ich natürlich für die Freiheit von Kunst und Kritik, ja, solln auch meinetwegen demonstrieren da oben an dem Zaun da. Aber JETZT, verehrter dpr, ist Not am Mann! Ich spüre – nein, ich WEISS, dass Sie im Begriff sind, einen schwerwiegenden Fehler zu begehen, und ich weiß, dass Sie das auch wissen, dass Sie z.B. letzte Nacht nicht schlafen konnten, hin und her gerissen zwischen falschverstandener Loyalität und dem moralethischen Impetus Ihres ehrbaren Handwerks. Und worum geht es dabei? Natürlich um die Paprotta und ihren neuen Roman. Dpr – ich warne Sie! Wehe, Sie loben den!
WeiterlesenPresseerklärung
„Plagiatsfall“ Schenkel vs. Leuschner. Andrea Maria Schenkel hat sich nun zum Vorwurf, ihr Buch „Tannöd“ sei von Leuschners „Hinterkaifeck“ (beide behandeln einen Mordfall aus dem Jahr 1922, Schenkel fiktionalisiert, Leuschner präsentiert den Fall dokumentarisch, als „Sachbuch“) „abgekupfert“, geäußert – und gewährt darin einige interessante Einblicke in ihre Werkstatt. Hier die Presseerklärung im Wortlaut:
WeiterlesenAlligatorersatz 290507

Der Alligator ist weg, der Alligator bist du. Alles was DU an aktuellen Artikeln zur Kriminalliteratur im Netz findest, wird HIER angezeigt, aber bisher (es geht auf halber Zwölf zu) hast du noch gar nix gemeldet, →HIER gemeldet. Dann kommt auch nix. Wenn was kommt, findest du es im Innern dieses Beitrags, dann muss am Ende dieses Headers „MEHR“ stehen, aber guck nur, noch steht da nicht „MEHR“, also streng dich mal an. Sonst ist der Alligator, wenn er wieder heimkommt, ganz traurig. Und wir auch.
WeiterlesenKen Bruen: The Magdalen Martyrs
Jack Taylor, der Mann mit dem ausgeprägten Bedürfnis nach Gerechtigkeit, ist wieder unterwegs. Alkoholsüchtig, koksabhängig und nun auch tablettenschluckend zieht er durch Galway und pflegt seine alten und neuen Wunden in einer derart „prägnanten Beharrlichkeit“, dass der Leser vor Dankbarkeit auf die Knie gehen mag.
WeiterlesenMustasch: Latest Version Of The Truth
Knietief im Klischee — der dicke Deal mit Emi ist zwar weg, aber die dicke Hose bleibt. Nach wie vor auffallend ist der Mut der Schweden, ihren Schweinerock mit luftigen Instrumentals und neuerdings Streichern aufzureißen, aber mehr als ein bisschen Spaß kann man „The Latest Version Of The Truth“ nicht abgewinnen.
Knallige Songs, aber richtig uneingeschränkte Begeisterung will nicht mehr aufkommen. Gut gemacht, aber wenn’s mal wieder dicke Hose sein soll, lieber auf die neue Queens Of The Stone Age warten.
Alligatorersatz 280507

Der Alligator urlaubt – und die wtd-Leserschaft spielt den Alligator. Wer immer auf Neuigkeiten aus der Krimiwelt stößt, schicke den Link bitte hierhin, wir präsentieren dann im Laufe des Tages die Zusammenfassung dessen, was sich so im digitalen Blätterwald getan hat. Den Anfang macht standesgemäß Chef Walter persönlich, dem wir zwei schöne Hinweise verdanken. Merci, Chef Walter! Und dann hätten wir noch etwas…
Weiterlesen„… möchte ich den Namen Wickius
in der heutigen Abteilungsbesprechung nicht hören! Ich bitte Sie alle, sich dran zu halten.“ Polizeioberrat Fritz Kammerer sah warnend in die Runde.
„Klar, Chef!“ kam es im Chor. „Keine Erwähnung von Wickius! Versprochen!“
Der Polizeioberrat rieb sich die Hände. „Also, was haben wir?“
„Die beiden Kleinkriminellen aus der Beilsteinallee sind in die JVA überstellt worden …“
Soziales Netzwerk
Der →Alligator macht wieder einmal Urlaub. Irgendwie müssen die Profite, die ihm seine Autorensklaven eingebracht haben, ja verprasst werden. Bisher haben wir von wtd die Urlaubsvertretung übernommen, aber diesmal klappt das nur, wenn alle mithelfen, denn der Blogger kann sich die Zeit auch nicht aus den Rippen schneiden. Also: Wem beim Durchforsten des Webs kriminews-relevante Artikel auffallen, der melde sie bitte bei dem da. Der wird sie dann bündeln und veröffentlichen.
Kapitel II

Was bisher geschah: Nicht viel. Wickius, der bekannte Krimikenner und Exkommissar, inzwischen zum Krimiblogger heruntergekommen, lebt in platonischer Wohngemeinschaft mit der Polizistin Anna Beller, Mitglied der Mordkommission, die das Platonische leider nicht sehr genau nimmt und daher Wickius an die Wäsche will, die sie schließlich auch wäscht, denn natürlich hat sie den Gestrandeten nur bei sich aufgenommen, um von seinen enormen Kenntnissen der Kriminalliteratur zu profitieren. Mitten in einer sehr verfänglichen Situation (die Beller steht nackt vor Wickius, an dem sich gewisse Muskeln selbständig zu machen drohen) klingt das Bellersche Handy. Ein neuer Mordfall. Und ein besonderer: Der berüchtigte Krimiblogger „Der Unfehlbare“ ist gemeuchelt worden, die Beller muss sofort zum Tatort. Wickius wartet auf ihre Rückkehr, er ist verdammt müde, aber er will nicht einschlafen. (Lesen Sie →hier das vollständige, literarisch prima gelungene 1. Kapitel und →hier den Beginn der ebenso geheimen wie reichlich frechen wie literarisch bedenklichen Aufzeichnungen der Anna Beller.)
WeiterlesenDas letzte Blumfeld-Konzert
„Superstarfighter“. Das ist er also. Der letzte Song, den Blumfeld in ihrer Karriere gespielt haben. Aber das passt, wie so vieles an Jochen Distelmeyers Band: „Und ich sagte: ‚Bitte hilf mir! Vergiss die Lieder, die ich spiel, die hatten nie etwas zu tun mit Dir, die sind so hohl wie ich´ und darauf Du: Und davon handeln wir.“
WeiterlesenKrimiwelt-Bestenliste Juni 2007
Ein Grieche auf Platz 1: Petros Markaris, „Der Großaktionär“, hochgeschossen von Rang 7, eine kleine Überraschung. Neu auf der 2: Michael Collins, „Schlafende Engel“. Hm. Muss man mal lesen. Matti Rönkä hält Bronze, schön so, Rainer Gross die deutsche Fahne im Wind, weiterhin Platz 8 für „Grafeneck“, das KEIN „Tannöd“-Klon ist, es sei noch einmal gesagt. Ebenfalls auf 8: Stieg Larssons „Verdammnis“, wenig überraschend, auch JurorInnen sind nur Menschen. In alle Ruhe studiere man die Liste → hier.
Noch ein Beleg
Eigentlich ist literaturkritik.de ja eine seriöse Rezensionsplattform. Aber was da ein →Herr Maik Söhler zu Titus Kellers „Aussortiert“ absondert…
WeiterlesenPieke porträtiert

„Delikte am Menschen“ haben ihn 43 Jahre lang beschäftigt, Gerd Hasse, Leiter einer Berliner Mordkommission. Noch nicht ganz so lange leistet Pieke Biermann Dienste am Menschen, u.a. in ihrer Radioserie „Menschen – Orte – Kriminalität“, diesmal also mit Herrn Hasse, wie immer im RBBinfoRADIO 93,1, am 26. Mai 2007 um 11:45 Uhr, wird um 16:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45 Uhr wiederholt und ist auch als Podcast und im Internet unter www.inforadio.de, Suchfunktion: “Recht und Ordnung” abrufbar. Klicken Sie einfach der Pieke im Radio aufs Näschen.
WeiterlesenCrime School, Belegstück
Doch, es gibt Zufälle, und der Wörtche, der Bursch, schickt mir seine Texte merkwürdigerweise EBEN NICHT vor der Veröffentlichung zum Absegnen. Also Zufall, dass in seiner heutigen Rezension von Michael Collins'“Schlafende Engel“ für den →„Freitag“ unser heutiges Crime-School-Thema um ein weiteres Belegstück bereichert wird. Die Benutzung des Genres „contre coeur“, seine schleichende „Literarisierung“, die ausgiebige und dilettantische Verwendung von Versatzstücken – das Buch so zu entlarven, gelingt nur, wenn man es dem Genre zuschlägt und mit dessen Instrumentarium seziert. Freunde der gehobenen Literatur, die dem „seriösen Dichter Collins“ ihren Weihrauch zuschwenken, werden das anders sehen und eben „den tieferen Sinn“ herausarbeiten. Sollen sie. WIR erkennen darin etwas furchtbar Triviales: die Geringschätzung der Kriminalliteratur und damit der Literatur in toto. Merci, Genre, merci TW.
Crime School – das Partywissen -2-

Was ist denn nun eigentlich Krimi, hä? Alles was zum Genre gehört. Aber dazu gehört eben nicht alles. Den Schund klauben wir mit spitzen Fingern heraus, das „Schwerliterarische“ kippen wir nur unter Protest hinein. Sollten wir nicht tun. Denn ein Genre ist immer ein vertikales Gebilde, es reicht vom literarischen Himmel bis in die literarische Hölle – und nicht selten paaren sich Teufel und Engel in schier zauberhafter Weise…
WeiterlesenUff, fertig.
Während sich gewisse Redaktionsmitglieder bereits fürs Wochenende einrichten, die neue Heftbeilage der ZEIT studieren (Frau A.), Pfeile in Harlan-Coben-Poster werfen (Jochen) oder ukrainische Zwangspraktikantinnen mit den neuesten Kunststückchen eines Flo- und Virenzirkusses zu beeindrucken versuchen (Bernd), habe ich, von Schweißbächen überströmt, endlich die zweite Folge der neuen Crime School fertiggestellt.
WeiterlesenFred Vargas: Die dritte Jungfrau
Man handelt Fred Vargas als die Krimiautorin, die den Gordischen Knoten der Authentizität, der „nachvollziehbaren Logik“ mit einem Schlag aufgelöst hat – durch die Einführung eines eigenen Koordinatensystems. Seither schreibt sie Polizeiromane, in denen Polizisten agieren, wie Polizisten nirgendwo auf der Welt agieren, Kommissare kombinieren wie sonst nur Insassen von Nervenheilanstalten. „Magischer Realismus“ heißt das und bedeutet: von Wirklichkeit keine Spur. „Die Dritte Jungfrau“ ist, vielleicht mehr noch als der Vorgängerroman „Der vierzehnte Stein“, ein solches scheinbar abseits der Ratio angelegtes Werk. Verstehen wird es aber nur, wer die Wirklichkeit im Auge behält.
WeiterlesenAkteneinsicht
gewährt nun auch Axel „Fortsetzungskrimi“ Bussmer. Er →bloggt jetzt nämlich, nennt das Ganze „Kriminalakte“ und hat schon mal ein Porträt von Harlan Coben im Angebot. Geben wir unserem Azubi Jochen zu lesen, der sich furchtbar grämt, dass seine heutige schöne Sandford-Rezi laut „Alligatorpapieren“ (werden zur Strafe nicht verlinkt) von dpr persönlich stammen soll. Der wiederum ist sauer, weil ihm der Alligator eine Azubirezension zutraut und überlegt, die epochale „Crime School“ (gibts am Freitag wieder) bei Suhrkamp zu platzieren. Wahrscheinlich hat sich aber bis heute abend wieder alles in Wohlgefallen aufgelöst.
