John Sandford: Kaltes Fieber

Das gesamte Buch hindurch versucht Lucas Davenport eine Liste mit seinen 100 liebsten Songs der „Rock-Ära“ zu erstellen. Kollegen und Personal am Rande versuchen ihm zu helfen; einem in der Psychiatrie einsitzenden Patienten fällt sogar ein eklatanter Mangel dieser Liste auf. Im Anhang wird sie endlich veröffentlicht, und ist Kennzeichen für den kompletten Roman, eigentlich sogar für die ganze Reihe um den zielstrebigen Cop Lucas Davenport: Lucas musikalischer Geschmack ist solide Hausmannskost, mit einigen Ausrutschern. Positiven wie negativen.

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Ein bisschen Luxus

ist das Schreiben eines digitalen Fortsetzungskrimis ja schon. Kann sich nicht jeder leisten. Axel Bussmer (nur gute Freunde dürfen ihn auch mit scharfem S benamsen), Krimifreunden u.a. als Mitarbeiter eines gewissen Jahrbuchs bekannt, leistet es sich einfach. Sein jetzt bei →„Berlin kriminell“ gestarteter Roman „Ein bisschen Luxus“ ist auf 28 Folgen angelegt. Ein Student ist verschwunden, det Janze spielt in Berlin, was praktisch ist, denn der Autor lebt dort, was verständlich ist, denn das Autor ist gebürtiger Pfälzer, was ein lebenslanges Trauma ist. Also mal reinlesen.

Chuck Ragan: Los Feliz

Nachdem der Großteil von Hot Water Music seine Bestimmung in The Draft fand, versucht es der übrig gebliebene Chuck Ragan jetzt allein. Bevor das geplante Studiodebüt erscheint, veröffentlicht er mit „Los Feliz“ ein erdiges Livealbum mit zwölf Songs, energisch und kraftvoll zur akustischen Gitarre vorgetragen.

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Blankes Entsetzen

packt uns bei dem Gedanken, hunderte von Kriminalromanen schreiben zu müssen – und mit 47 Jahren zu sterben. Matthias Blank war so einer. Ein Vielschreiber unter zahllosen Pseudonymen, in allen Sätteln der schnell produzierten Unterhaltung stets bereit für den Ritt durchs Triviale.

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George P. Pelecanos: The Night Gardener

Der unbekannte Mörder, dessen Spitzname George P. Pelecanos’ neuem Buch „The Night Gardener“ den Titel gibt, tötete in den 80er Jahren drei dunkelhäutige Kinder durch Kopfschüsse. Die Vornamen der Kinder, die alle aus armem Elternhaus kamen, stellten Palindrome dar (Anna: „von vorne wie von hinten“) und die Leichen waren, nachdem der Täter sich an ihnen sexuell vergangen hatte, umgezogen und in einem der Stadtparks Washingtons ablegt worden. 20 Jahre herrschte Frieden, nun taucht plötzlich eine Leiche mit fast den gleichen Charakteristika auf.

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Sioen: A Potion

Da Belgien nicht von einer atemberaubenden Nationalmannschaft verwöhnt wird, nutzen wir die bunte Fußballsprache zur Beschreibung der Musik: Stellt euch eine Mannschaft vor, die Teamgeist mit spielerischer Raffinesse verbindet und ihre technische Überlegenheit nur so beiläufig ausspielt, dass die Gegner gar nicht genau wissen, warum sie haushoch verlieren. Dabei geschieht das ganze so wenig großkotzig, dass die Sympathiewerte mindestens auf der Höhe von Mainz 05 liegen.

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Kapitel I

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Wickius, der die Kriminalliteratur wie kein anderer kennt und jeden tatsächlichen Mordfall dank seines überragenden Krimiwissens löst, Wickius also: ist zurück! Und steckt mitten in seinem schwierigsten Fall! Es geht um Leben und Tod! Um Deutschland! Ein Verbrechen sondergleichen findet statt, jetzt, hier, während Sie das lesen! Die Zeit ist knapp und sie verrinnt unerbittlich! Wird Wickius Deutschland retten können? Lesen Sie halt selbst! Am Ende des Kapitels wird, wie es gute Wickius-Tradition ist, eine krimiliterarische Frage gestellt! Wer sie beantworten kann, wird in die Ruhmeshalle der Unsterblichen aufgenommen!

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Muff Potter: Steady Fremdkörper

Für Bands, die sich in einem klar abgesteckten musikalischen Umfeld bewegen und schon großartige Alben veröffentlicht haben, wird es mit der Zeit immer komplizierter. Nach den rauen „Bordsteinkantengeschichten“ (2000) folgte bei Muff Potter der große Schritt zu „Heute wird gewonnen, bitte“ (2003), bevor „Von Wegen“ (2005) den Status der Band nachhaltig zementierte. Unter diesen Vorzeichen ist „Steady Fremdkörper“ in den ersten Durchläufen eine milde Enttäuschung.

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Michael Weston King – The Crowning Story

So richtig auf einen “grünen Zweig’ ist der sympathische englische Singer/Songwriter mit seiner doch an sich eigenständigen und charakteristischen Musik noch nicht gekommen. Seit Anfang der 1990er Jahre ist Michael Weston King „on the road“, hat nach eigenen Angaben weltweit über 400.000 Meilen hinter sich gelegt und rund 1.400 Gigs absolviert.

Mit seiner ersten Band, den noch stark „Americana“-angehauchten GOOD SONS, war er schon häufig unterwegs, aber eben auch später als Solist und mit Duo-Partnern (z. B. Alan Cook), wobei Sessions mit prominenten Gastmusikern (Nick Cave, John Cale, Steve Earle u.v.a.) zustande kamen. Insgesamt zwölf Alben und Compilations gehen bis dato auf sein Konto, oft mit guten Kritiken versehen, aber leider auch nicht die kommerziellen Renner.

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CD-Neuheiten KW 20/2007

Stöhn! So viele neue CDs.
Unter den Preziosen dieser Woche findet sich auch eine neue Band namens Von Südenfed, die sich bei nähererem Hinsehen als Kooperation der zwei Mouse on Mars-Musiker mit The Fall-Frontmann Mark E. Smith herausstellt. Vielleicht hat Smith aber auch nur sämtliche in England in Frage kommenden Musiker schon gefeuert…

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Schöne Bescherung

Vor einer Stunde noch war ich ohne „Feuertod“, den neuen Kriminalroman einer gewissen Astrid Paprotta. Jetzt hab ich ihn doppelt. Dass ich das Werk nun 2x lesen muss, ist nicht das Problem. Wäre der erste Krimi von A.P., bei dem ich das nicht täte. Aber muss ich ihn auch 2x rezensieren? Einmal ehrlich und einmal genau andersrum? Mit solchen Problemen kämpft man als Rezensent. Davon haben die Verlage und Autorinnen natürlich keine Ahnung.

Noch Fragen?

Man muss, sagt der Verleger, die KrimileserInnen über die Schiene des Basisdemokratischen erreichen. Wenigstens das gute Gefühl, nicht nur zu konsumieren, sondern interaktiv an der Entstehung eines Meilensteines der deutschen Kriminalsekundärliteratur mitgearbeitet zu haben, das sollte man ihnen schon geben. Dann kaufen sie nämlich auch. Und, schließt der Verleger, nur darum geht es im Biz. Also.

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Titus Keller: Aussortiert

„Aussortiert“: reichlich wirr, glanzlos, wenn auch halbwegs routiniert in Sprache gehauen, das Personal beliebig, das Ende ärgerlich, die Spannung nicht auffindbar. Punkt. Damit könnte es sein Bewenden haben. Wäre nicht der Autor ein „Literat“, der den Geheimniskrämer spielt, aber eigentlich nichts zu verkaufen hat.

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Christopher Hjort: Strange Brew

Der norwegische Rockhistoriker hat wieder zugeschlagen. Nach seinem superben, 2000 erschienenen Handbuch zu Jeff Becks Karriere „Jeff’s Book: A Chronology of Jeff Beck’s Career, 1965-1980: From the Yardbirds to Jazz-Rock’ legt er nun mit einer weiteren Chronik nach. Dieses Mal widmet er sich dem „British Blues Boom“, der zwar mit Alexis Korner und John Mayall schon Anfang der 1960er Jahre startete, aber seine Blütezeit zwischen 1965 und 1970 hatte. Auf diesen Zeitraum konzentriert sich denn auch Hjorts opulenter, mit vielen Fotos und Faksimiles ausgestatteter Band.

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Karl Lagerfeld: Les Musiques Que J’Aime

Tolerance Records also. Da sind wir ja schon beim Thema. Man mag sich diesen extrem dünnen Modezar eigentlich gar nicht anschauen, wie er da breitbeinig und ernstem Blick auf dem Cover abgebildet ist – so als wolle er gleich den Colt ziehen und jeden Ungläubigen über den Haufen schießen. Dass ausgerechnet er jetzt eine CD zusammengestellt hat, das können sicherlich nicht viele gut heißen oder tolerieren.

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