Es lag scheinbar doch nicht nur an Joe Henry. Hatte man dem genialen Songwriter nach der Mitwirkung bei →„Knuckle Down“ (2005) ein goldenes Händchen attestiert, liefert Ani DiFranco – jetzt wieder im Alleingang – ein mindestens so starkes Album ab.
WeiterlesenKelis: Kelis Was Here
Selbstbewusst war Kelis ja schon immer. Man erinnert sich nur zu gerne an ihren ersten Hit „Caught Out There“ aus dem Jahr 2000. Der lief nicht nur im im Radio rauf und runter. Seitdem lief estimal für die junge Dame aus Harlem. Aber spulen wir lieber ins Jahr 2006 vor und konzentrieren uns auf ‚Kelis Was Here‘.
WeiterlesenRea-lies-muss
Ach, nein, Kommando zurück: Pieke Biermanns Real-Reportagen MENSCHEN-ORTE-KRIMINALITÄT kann man ja gar nicht lesen, nur hören. Alle vier Wochen sonnabends im RBBinfoRADIO 93,1. Aktuell am 16.September 2006 um 11:45 Uhr, Wiederholungen um 19:45 und in der folgenden Nacht um 00:45 und 05:45, damit man Gelegenheit hat, sie aufzuzeichnen, abzuschreiben und als Liesmuss real auswendig zu lernen. Diesmal erzählt Dr.Behnaz Memari, Unfallchirurgin aus der wahren Idylle der Hyänen.
WeiterlesenMaria McKee: Live-Acoustic Tour 2006
Nina Persson von The Cardigans hat neulich in einem Interview gesagt, dass sie durch Maria McKee entdeckt habe, lauter und expressiver zu singen. Es soll auch Menschen geben, die behaupten, Maria McKee klinge wie ein Hund, der liebeskrank den Mond anheult. Beide Einschätzungen beschreiben nur sehr unzureichend den genialen Gesangsstil dieser Frau.
WeiterlesenJuhu!
Jetzt hab ich’s schriftlich: Meine brotberufliche Tätigkeit endet „definitiv“ zum 30.9.2006, wegen „fehlender Projekte und Fördergelder“. Heißt: Aus meinem berufsbegleitenden Krimibloggen wird ein vollzeitlich ehrenamtliches, nicht einmal mit einem Euro die Stunde honoriertes Krimibloggen. Das hebt doch.
Friedrich Ani: Idylle der Hyänen. Teil zwei
[Und es geht weiter. Nach →Teil eins nun die Fortsetzung der Rezension von Friedrich Anis „Idylle der Hyänen“]
In Ordnung. Wir wiegen uns noch immer in der trügerischen Illusion, hinter alledem stünde ein souveräner Schöpfer, ein Autor=Gott gewissermaßen, der sowohl die Ansicht, Romane müssten Geschichten erzählen, negiert als auch dem Genre, das ihn über Jahre gut genährt hat, ein Armutszeugnis ausstellt.
WeiterlesenLou „Boulder“ Richards
Der ehemalige Gitarrist von Hatebreed stirbt 35jährig.
Wie ich einmal einen Saal zum Kochen brachte
Reist ein Saarländer in die Pfalz, kann er was erzählen. So wie der gute Markus Walther von →saarkrimi.de, den eine Lesung des Krimiautors Bernd Franzinger bis nach Kaiserslautern trieb, Heimat des schlechten Fußballs und der gespuckten Mundart. Tja, und siehe da: Herr Franzinger liest Hinternet – und heizt auf meine Kosten die Stimmung an.
„Kaum hatte ich mir in den hinteren Sitzreihen noch einen Platz ergattert, startete Bernd Franzinger mit seiner Lesung. Während ich jetzt erwartet hatte, dass er gleich aus seinem neuen Buch vortragen würde, begann er jedoch über die Kritik zu seinen vorangegangenen Büchern zu sprechen. Als Beispiel hatte er eine Rezension von Dieter Paul Rudolph aus dem Hinternet zu seinem Buch Dinotod gewählt, die er nun genüsslich in allen Einzelheiten vortrug. Die „freundliche“ Beschreibung der Pfälzer heizte die Stimmung Stück für Stück, Zeile für Zeile an. Gegen Ende der Rezension kochte der Saal. Während ich mich langsam fragte, ob man mich etwa als Saarländer erkennen könne, glättete Franzinger jedoch die Wogen, indem er erklärte, dass er sich ob derartiger Kritik nun darin bestätigt sehe, dass er bisher in jedem seiner Bücher einen Seitenhieb auf die Saarländer untergebracht hätte.“
Sollten auch Sie zufälligerweise in der Pfalz gastieren und einen Saal zum Kochen bringen müssen: →hier ist das Spezialrezept aus der Musterküche von Hinternet.
Friedrich Ani: Idylle der Hyänen. Teil eins
[Es muss sein. Zu ausführlich gerät mir die Rezension von Friedrich Anis neuem „Kriminalroman“, und schon die Gänsfüßchen markieren einen der Pferdefüße. Deshalb nicht die Gesamtrezension am Donnerstag, sondern in drei Häppchen bis Donnerstag. Teil eins: hier.]
WeiterlesenGut gebrüllt, Gustav
Wer mag, wenn er eine Woche Bild intensiv gelesen hat, noch vorbehaltlos Chefredakteur Kai Diekmann, Verlagschef Mathias Döpfner und Verlegerin Friede Springer begegnen? Dass diese Personen geachtete Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft bleiben können, das ist das eigentlich unfassbare Skandalon, das Henschels Buch wieder ans Licht hebt.
Gustav Seibt in seiner Rezension von Gerhard Henschels neuem Buch „Gossenreport. Betriebsgeheimnisse der Bild-Zeitung“ in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen: →Die Sozialisierung des Schnüffelns.
Robert Greer: Head Shock
Unsterblichkeit, Unverletzlichkeit, Selbstheilung. Die moderne medizinische Grundlagenforschung ist auf der Suche, die Grundsehnsüchte der Menschheit zu befriedigen. Untersuchungsobjekt sind heutzutage allerdings noch die einzelnen Zellen, aus denen unser Körper aufgebaut ist und deren Umgang mit Stress sowie die Möglichkeiten, entstandene Schäden an der genetischen Ausstattung der einzelnen Zellen zu reparieren.
WeiterlesenTy Tabor: Rock Garden
Der gute Ty ist wieder aus der besinnlichen Phase zurückgehrt und rockt wieder das Haus, bzw. den Garten.
WeiterlesenMadeleine Peyroux: Half The Perfect World
Bei vollendeter Perfektion muss man manchmal aufpassen, dass man den hohen Standard nicht als Normalität abtut. Die ersten beiden Songs von „Half The Perfect World“ haben mich fast ein bisschen enttäuscht. Mit ihren gleichermaßen routinierten wie versierten Musikern wirken „I’m All Right“ und „The Summer Wind“ beim ersten Hören nur wie eine Erfüllung der Vorgaben. Perfekt in Szene gesetzt, aber der Funke springt noch nicht über.
WeiterlesenDie offizielle Leseprobe
Es war ein einziges Basteln, ein Konstruieren und Verwerfen, aber jetzt wird daraus allmählich ein brauchbares Ergebnis. „Die Zeichen der Vier“ heißt meine Studie zu Astrid Paprottas Ina-Henkel-Krimis, hoffentlich noch vor Weihnachten via NordPark Verlag wohlfeil auf dem Gabentisch des Krimilesers befördert, und da man bei Geschenken schon mal leicht den Deckel öffnen und reinspitzen lassen sollte, gibt es jetzt eine Leseprobe. Nach einer notwendigen kurzen Vorbemerkung.
WeiterlesenRegula Venske: Mord im Lustspielhaus

Der Beginn unserer Eisenbahnlektüre der neuen Kaliber .64 – Krimis steht unter einem schlechten Stern. Okay: der Sommer ist zurück und mit ihm das fröhliche Geschnatter luftig bekleideter junger Damen, die wahrzunehmen natürlich nichts mit Eros zu tun hat, sondern nur mit Ästhetik und schierem Ergötzen an bunten Stoffen. Nicht okay: kurzhemdsärmlig schwitzende Mittelaltermänner, die sich gegenseitig aus der BILD-Zeitung vorlesen und die Kommentare zuwerfen wie ploppende Tennisbälle: „Schumi hört auf! Weißte schon?“ „In echt? Find ich nicht gut.“ „Nee, obwohl. Und jetzt wolln’se auch noch die Tabaksteuer erhöhen!“
WeiterlesenFür die gebildeten Stände
Ich wende mich heute an diejenigen, denen Krimi nicht genug ist, diejenigen, die sich in Metaphern suhlen, in Weisheiten wälzen wollen, bei denen sich der Höhenrausch der Dichtung erst im Tiefsinn der Gedanken einstellt, diejenigen, die selbst einem umgefallenen Fahrrad die philosophische Zuwendung nicht versagen wollen. Kurz: All diejenigen, die notorisch nachdenken, sobald man ihnen etwas vordenkt, erhalten von mir, ganz exklusiv, nun ein Geschenk. Krimisätze für die gebildeten Stände.
WeiterlesenGérard Brach
Der französische Drehbuchschreiber stirbt 79jährig.
WeiterlesenAlt-Blogger-Sommer

Während draußen ein letztes Mal im Jahr das Leben pulst, spinnt er drinnen seine unsichtbaren Fäden, reiht Wort an Wort, return return, in der dunklen Kammer, 2. Hinterhaus, bei Woll (bitte 3 mal) klingeln.
blutwurstrot mit gelben kissen

ach, es gäb soviel zu tun, um die welt schöner zu machen. weg mit männern in kurzen hosen und socken in schäbigen sandalen. hinfort mit den arschgeweihen. und fette strafen auf fassadenkletternde weihnachtsmänner. straßburg fängt schon mal an und hübscht seine city per vorschriften-katalog auf. was auf der liste ganz oben stehen müsste, macht ein unterhaltsames → interview in der süddeutschen zeitung deutlich.
B.M. Gill: Herzchen

Noch bevor sich psychopathische Serienmörder die Buchladenklinke in die Hand gaben, betrat ein perfider, eiskalter Killer die literarische Welt, der all die populären Auswüchse grausamer Phantasien glatt in den Schatten stellt: Zanny Moncrief, zu Beginn der Romanhandlung 6 Jahre alt, ein leicht moppeliger Engel, unberührt von jeder moralischen Anwandlung. Kleine Stiefbrüder, die ihr im Weg sind: husch, ertränkt im Gartenteich, die Stiefschwester: leider verpasst, dafür brennt ein zufälliges Opfer, kann passieren.
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