
Die Arbeit der nächsten Wochen
…wird mich fast erschlagen. Erstens: Ich habe hier quasi „das Ganze“. Chef Walter liegt noch erschöpft im Wochenbett, die dynastische Hinternet-Erbfolge ist mit Prinz Vincent jetzt immerhin gesichert. Das noch schüttere Haupthaar des zukünftigen Hinternet-Magnaten erinnert an Zidane und man weiß schon jetzt: Wer dereinst seine Mamma beleidigen wird, geht schweren Zeiten entgegen. Der Knabe wurde Fräulein Katja zur artgerechten Aufzucht übergeben.
WeiterlesenMickey Spillane
Der US-amerikanische Schriftsteller und Erfinder des toughen Privatdetektivs Mike Hammer stirbt 88jährig.
Frl. Katjas Nähkästchen, Folge 30
Frl. Katja ist schwanger

Nein, ich tue nichts für die Rente. Oder: doch. Aber anders, als viele denken. Ich zahle nämlich in die Rentenkasse ein. Ob mein dicker Bauch beziehungsweise sein Bewohner später einzahlt, ist noch völlig offen. Dafür müsste er erst mal einen Job kriegen. Aber das scheint für viele Menschen ausgemachte Sache. Denn der Standardspruch, den man als Schwangere heute hört, ist eben: „Toll, Du tust was für die Rente.“ Gähn. Die demographische Panikmache fordert ein erstes Opfer, nämlich mich. Ich kann es nicht mehr hören!
WeiterlesenWortspielhölle: 14 juillet
An die Italiener
Schon geht es hin zur Guillotine,
polierter Stahl, entblößtes Haupt.
Das Volk steht gaffend, froh erwartungsvoller Mine,
die Spannung wird emporgeschraubt.
(Trommelwirbel…)
Und „schack schirack“ mit präsidialem Klang,
(Fanfaren!)
der Kopf ist ab, da drüben geht es lang.
Revolutionslied, erstmals 1794
Folge 2: Das ultimative Verbrechen

Kurz vor dem Offenbarungseid? Mehr Krimis gelesen als Georges Simenon geschrieben hat? Stets bereit, die Tinte aus der Feder sprudeln zu lassen, bevor die Ideen aus dem Hirn fontänen? Mit einem Wort: Skrupellos genug, ein(e) deutsche(r) Kriminalschaffende(r) zu werden? Nun denn, wohlan. In unserer neuen kleinen Sommerreihe erklären wir dir, wie du es schaffst, ein Erfolgskrimiautor zu werden und nach 300 Seiten die ersten Millionen an die Pforte deiner Sparkasse klopfen zu hören. Wir geben dir die ultimativen Ratschläge, wie du wenigstens vier Millionen Krimileser erreichst. Das ist wissenschaftlich bewiesen! Und wie du somit, bei einem durchschnittlichen Honorar von zwei Euro pro Buch (gebunden, Schutzumschlag) 8 Millionen Euro vor Steuern einsacken kannst. Denn vier Millionen mal 2 macht acht Millionen. Das ist mathematisch bewiesen! Heute: Welches Verbrechen wählen wir für unseren Topseller?
WeiterlesenNouvelle Vague: Bande à part
Hypnotisiert, mit halb geschlossenen Augen – so muss man sich die Sängerinnen von Nouvelle Vague hinterm Mikro vorstellen. So klingt es jedenfalls, wenn sie singen. Wie ein besonders zerbrechliches Glas. Wie ein Vogel, der aus dem Nest gefallen ist. Wie eine Lolita – aber volljährig.
WeiterlesenGreg MacPherson: Sun Beats Down
Wohltuend, wenn ein unbekannter Künstler über ein unbekanntes Label erscheint und erstmal ‚alle Neune‘ abräumt. Der Kanadier Greg MacPherson veröffentlicht mit „Sun Beats Down“ einen Querschnitt seiner bisherigen Alben für den europäischen Markt und deckt für Freunde des Protestsongs reichlich den Tisch.
WeiterlesenHead Automatica: Popaganda
Plopp, plopp, plopp… – trieb man früher den ein oder anderen Delinquenten tröpfchenweise in den Wahnsinn, versuchen das Head Automatica mit zwei Konsonanten weniger. Mit Pop, Pop, Pop penetrieren sie des Hörers Ohr auf unbekümmerte Art und Weise. Sänger Daryl Palumbo, sonst Schreihals bei Glassjaw, wechselt auch für den zweiten Streich seines Sideprojects Head Automatica das Genre.
WeiterlesenLeseprobe der Criminalbibliothek
28 Seiten alte Krimis zum Reinschmecken. Aus den drei längeren Erzählungen des Jahresbandes 2006 der „Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ (erscheint voraussichtlich im Oktober) sowie des Einzeltitels „Leibrenten“ von Emilie Heinrichs (für das Frühjahr 2007 geplant).
WeiterlesenBernice Rubens: Das Wartespiel
Ein exklusives Altersheim nahe Dover, „an der Straße nach Paris“, und das in einem Krimi einer englischen Autorin. Na servus. Sitzt da nicht Miss Marple schon kombinierend im Plüschsessel? Wird das nicht alles von sehr sehr britisch-skurriler Landhausluft umweht? Kommen wir zu etwas ganz anderem: Bernice Rubens’ „Das Wartespiel“. Ort der Handlung: ein exklusives Altersheim nahe Dover, „an der Straße nach Paris“.
WeiterlesenSpannungsverlagerung

Und noch eine kleine Sommerserie: Kurze Überlegungen zur Geschichte der Spannung in Kriminaltexten. Vieles ausbaufähig, das meiste skizzenhaft. Keine Angst: Gibt keine Heftchen.
Für die These, die Spannung in alten Krimis unterscheide sich grundsätzlich von der in neuen, gibt es ein beredtes Belegstück, den 1981 beim Freiburger Herder-Verlag neu aufgelegten Roman „Mord beim Sandkrug“ von J.D.H. Temme.
Giant Drag: Hearts And Unicorns
Elmo stirbt als erster. Das ist dieses nervige rote Knäuel aus der Sesamstraße, gegen den Grobie sich ausnimmt wie ein Lieblingsneffe. Tot sind sie am Ende aber alle. Was zuerst wie zwei putzige neue Sesamstraßenbewohner wirkt, entpuppt sich schnell als der berühmte Wolf im Schafspelz. Die Gremlins waren auch nur am Anfang süß.
WeiterlesenJoan As Police Woman: Real Life
Es wird einem ganz schwindelig, hört man die Namen, die um Joan Wasser kreisen: Jeff Buckley, Antony, Rufus Wainwright und Lou Reed sind wahrlich keine Bezugspunkte oder Kollaborationspartner, für die man sich schämen muss.
WeiterlesenWortspielhölle: Großer Abgesang
Super Fußball, Emotionen,
Power, Kopf und schönes Bein,
Hoch begehrt, man müsst ihn klonen,
Ihr wisst sicher, wen ich mein.
Spitzenfußball, nichts putzt klarer,
Nichts schaut fester, locht so ein,
Streifenfrei, doch nun viel rarer:
Zinedine Sidolein.
(Anonym, aus einem italienischen Spottlied)

Krimijahrbuch-Krimi
An die nicht abreißen wollende Flut positiver Besprechungen des „Krimijahrbuchs 2006“ gewöhnt man sich so langsam. Und gerne. Vor Überraschungen ist man dennoch nicht gefeit:
WeiterlesenReed Farrel Coleman: The James Deans
Dieses ist die erste Besprechung eines der diesjährigen Kandidaten für den Edgar, Kategorie „Bestes Taschenbuch“. Besprechungen der anderen Kandidaten und jener für die Kategorie „Bestes Buch“ sollen folgen.
WeiterlesenGreg Graffin: Cold As The Clay
Da ist es: Das lang angekündigte zweite Soloalbum des Bad Religion-Frontmanns. In voller Konsequenz hat er sich traditionellem amerikanischem Liedgut zugewandt und präsentiert Songs, die ihn seit seiner Kindheit begleiten. Wer denkt, hier säße ein alter Punk-Onkel auf der Veranda und schrubbe ein paar Traditionals in Grund und Boden, liegt falsch.
WeiterlesenNoch eine Leseprobe
…weil man ja die Katze nicht im Sack kaufen will. Also eine Leseprobe aus dem Krimiheftchen zu den Ina-Henkel-Krimis von Astrid Paprotta, diesem immer bedrohlicher anwachsenden Textkonvolut, der so langsam gebändigt werden muss. Und jetzt fällt mir auch noch der Mittwoch aus, weil ich wieder mal in Wiesbaden bin.
WeiterlesenBettnässen

Und noch eine kleine Sommerserie: Kurze Überlegungen zur Geschichte der Spannung in Kriminaltexten. Vieles ausbaufähig, das meiste skizzenhaft. Keine Angst: Gibt keine Heftchen.
Monoton ist es schon, das Retten der alten Krimis. Scannen und oder abschreiben. Aber auch irgendwie erhebend. Man rettet kein Menschenleben, aber immerhin ein Bücherleben. Und lernt etwas dabei. Nicht nur über die alten, auch über die neuen Krimis, deren Spannungstechniken auf einmal nicht mehr so selbstverständlich daherkommen, wenn man weiß, dass es früher andere, durchaus nicht schlechtere Strategien gegeben hat, Spannung zu erzeugen.