Er hatte sie in die Lippe gebissen

Der deutsche Krimi ist entweder notorisch asexuell oder, wenn man den Akt und / oder alle seine Instanzen sprachlich abzubilden versucht, völlig peinlich. Stimmt zwar nicht, aber hört sich gut an. Ganz anders früher, als noch die Postkutsche wackelte, wenn Männlein und Weiblein darinnen in Fahrt kamen. Beweis: Natürlich Carl von Holtei, „Schwarzwaldau“. Kann man hier zum jetzt dramatisch ermäßigten Vorzugspreis von nur 20 € vorbestellen. Eine kleine original erotische Leseprobe (Minderjährige weg vom Schirm!) gibts jetzt:

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Christopher Brookmyre: One fine day in the middle of the night

Christopher Brookmyre ist der britische Großmeister des Humorkrimis. Sein Stil wird gerne mit dem Carl Hiaasens verglichen. Ähnlich wie der Amerikaner ist Brookmyre ans Absurde grenzend komisch, darüber hinaus jedoch denkt und schreibt er stärker politisch orientiert. Vorbilder des Briten dürften weniger in Florida als vielmehr bei der Komikergruppe Monty Python zu suchen sein.

Ins Deutsche sind seine Bücher bedauerlicherweise bisher nicht übersetzt worden. Wirkte sein gelungener Erstling, „Quit ugly one morning“ im Rückblick noch zu holzschnittartig, mit zu viel Ideologie und zu wenig Arbeit am Plot, zeigte er in den folgenden Büchern dann, dass er nicht nur rasante Geschichten erzählen, sondern diese auch sinnvoll strukturieren kann.

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Hygienehysterie

(Dieser emotionale Beitrag bezieht sich auf die „Rezensentenethos“-Diskussion. Siehe letzte Beiträge. Zitiert wird nicht.)

Totale Hygiene ist die Wurzel der Krankheit. Übertriebene Reinlichkeit kann Allergien auslösen, schwächt unsere Abwehrkräfte – und gedeiht doch nie bis zu jenem Zustand der Vollkommenheit, der uns dazu legitimieren würde, als perfekte Saubermänner und –frauen aufzutreten.

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Klarstellung

Also bevor hier die Wellen hochschlagen: Der Beitrag →Rezensentenethik wurde hier zu Nutzen und Frommen des Informationsbedürfnisses der Leser eingestellt. Dass Freundschaftsdienste im Rezensentengewerbe an der Tagesordnung sind, ist schlicht eine Tatsachenfeststellung. Sie sind vor allem im wissenschaftlichen Bereich zu beobachten (worauf Rothschild auch explizit hinweist). Auch anderswo, was jeder bestätigen kann, der Einblicke in Redaktionen hatte oder hat.

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Hab dich, Handtasche!

Ha! Das Krokodil hat einen katastrophalen Fehler begangen! Wegen Namensverunglimpfung können wir ihn nicht drankriegen. Auch die illegale Leerstelle zwischen Wort und Komma („Paul Rudolph Dieter ,“) ist lediglich ein Fall für unseren ehrenamtlichen Korrektor, Herrn Zander (übernehmen Sie!). Aaaber: Dass er das „Watching the Detectives“ – Logo mutwillig und eigenmächtig zerschnitten hat, so dass nur noch „detectives“ übrigblieb – DAS, mein lieber Miersch, kostet dich deiner Omma ihr klein Häuschen, wie man in der IT-Branche so sagt. Unser Abmahnexperte, Herr Dr. jur. Springinsfeld, wetzt schon die rechtlichen Messer, unsere Portokasse freut sich! Und bei Alligators ist fortan Schmalhans Küchenmeister (siehe Grafik oben).

Schule der Rezensenten -8-

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Das perfekte Stück Literatur gibt es nicht. Und wenn es doch einmal auftauchen sollte: dann gibt es den perfekten Rezensenten nicht.

Ist das schlimm? Nicht als Faktum an sich; nur die Folgen sind bisweilen unangenehm. Ein durchschnittlich gelungenes Buch hat Stärken und Schwächen, ein durchschnittlich begabter Rezensent desgleichen. Was aber heißt: Prallen Buch und Rezensent aufeinander, weiß man nie, was dabei herauskommt, es gibt einfach zuviele Möglichkeiten. Vielleicht hat der Besprecher keinen Sinn für Sprache; dann mag ein Werk noch so kunstvoll geschrieben sein, der Kritiker wird es nicht erkennen, geschweige denn schätzen, stattdessen sticht ihm vielleicht der etwas zu von Zufälligkeiten zusammengehaltene Spannungsbogen ins Auge – und schon weist der Pfeil nach unten.

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Rezensentenethik

heißt →die aktuelle Kolumne von Thomas Rothschild beim „Titel-Magazin“. Es geht um Gefälligkeitsrezensionen und den hierzulande fehlenden Codex, solche zu verhindern. „Tatsache ist: Freundschaftsdienste gehören in Deutschland zum Rezensentenalltag.“, schreibt Rothschild zutreffend. Eine kleine Ergänzung zu unserer „Schule der Rezensenten“ und vielleicht demnächst auch dort etwas näher beleuchtet.

Amplifier: The Astronaut Dismantles HAL

Vor einigen Monaten stellten wir an dieser Stelle die Wiederveröffentlichung des selbstbetitelten Amplifier-Debüts vor, da die Erstveröffentlichung seinerzeit vielerorts untergegangen war. Was schade war ob des abwechslungsreichen Alternative Rocks, den das britische Trio zu bieten hat. Dieses Mal möchten wir euch das Mini-Album ‚The Astronaut Dismantles HAL‘ ans Herz legen. Noch immer erinnert der Sound von Neil Mahonys Bass an den von Tool. Ansonsten haben sich Amplifier – nicht gänzlich, aber immerhin ein gutes Stück – von Tool wie von Queens Of The Stone Age entfernt.

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Feindliche Übernahme?

Wir beobachten nicht nur die Detektive, sondern auch die Konkurrenz. Und da, in diesem „Reich des Bösen“ (Ronald Reagan), tut sich einiges. Vor allem bei den „Alligatorpapieren“. Die bloggen ja jetzt auch (siehe Krimilinks rechts), als →„Ducken!“. Kartellrechtlich natürlich sehr bedenklich, da hinter dem Herrn Lichtblau wie gesagt die „Alligatorpapiere“ stehen und hinter denen der →NordPark Verlag, souveräner Marktführer in Sachen Sekundärliteratur zum Krimi. Unsere Anwälte prüfen schon.

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Krimikultur – die Forschung

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Was wir gemeinhin Literaturgeschichte nennen, ist das Ergebnis wissenschaftlicher Arbeit. Der Versuch, die über die Jahrhunderte geschaffenen Textmassen zu bändigen, zu kategorisieren, zu bewerten, um sodann einen Kanon der besten und charakteristischsten Werke zu präsentieren. So etwas hat seine Tücken. Ist abhängig vom Zeitgeschmack, von der gerade gängigen Forschungsmethode, häufig auch nicht ohne politisch-gesellschaftliche Hintergedanken zusammengestellt. Was nicht in ein Schema passt, bleibt oft unberücksichtigt oder wird ohne Rücksicht auf Verluste in ein Schema gepresst.

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