Langes Wochenende

Drei Tage Erholung. Auch für mich. Um den Tag der Wiedervereinigung gebührend zu begehen, gibt es am Montag ausnahmsweise keine Schule der Rezensenten. Man hat ja auch noch anderes zu tun. Und ihr auch. Zum Beispiel könnte man sich überlegen, sich um die deutsche Kriminalliteratur verdient zu machen, indem man ein Exemplar von Carl von Holteis „Schwarzwaldau“ →hier vorbestellt. Lohnt sich auch literarisch. Darauf mein Ehrenwort. Ich wiederhole… (und zwar noch des öfteren. Euch krieg ich auch noch klein!) Und wenn sich genügend Leute melden, gibts für die Vorbesteller vielleicht auch eine kleine, angenehme Überraschung… Und nächste Woche natürlich wieder volles Programm: Zwei Rezensionen deutscher Krimis. Ein Blick auf die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kriminalliteratur. Einen Tätigkeitsnachweis unsererseits über die Aktivitäten im verflossenen Quartal. Usw, usf.

Martin macht’s

Gefunden auf der SWR-Seite zur frühsamstäglichen Sendung Literatur im Foyer:

Walsers unveröffentlichten Tage- und Notizbücher sind legendär. Wo, wenn nicht in ihnen, findet die deutsche Literaturgeschichte seit den 50er Jahren statt?

So lobt man sich doch die „deutsche Literaturgeschichte“: sie ist äußerst preisgünstig, da sie Walser ja im Alleingang wuppt und solange sie unveröffentlicht blieb war sie vielleicht legendär, hat aber niemanden belästigt.

Krimikultur – die Thesen

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Gibt es eine Krimikultur in Deutschland? Aber immer! Wir haben Autoren, Verlage, Kritiker und, nicht zu vergessen, Leser. Über Krimis wird geschrieben, gesprochen: in Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, im Internet mit seinen Portalen, Blogs und Foren. Eitel Sonnenschein über Deutsch-Krimiland, Freitagsessay fertig.

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H.R.F. Keating: Inspector Ghote hört auf sein Herz

Als Kritiker kann man die Inspector-Ghote-Krimis von H.R.F. Keating gelassen durchwinken. Geht in Ordnung – sowieso – genau, ganz nach dem Klassiker von Eckhard Henscheid. Man bräuchte sie nicht einmal zu lesen, kein vernünftiger Mensch würde einem widersprechen.

Aber natürlich liest man sie doch. „Inspector Ghote hört auf sein Herz“ verspricht der neue Band in der metro-Reihe des Unionsverlages. Doch hören wir etwas weniger auf unser Herz und mehr auf unseren Verstand, in dem über 180 Seiten Lektüre eine Frage bohrte: Wie macht der das eigentlich, der Keating?

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Martin Cruz Smith: Gorky Park

„Gorky Park“ von Martin Cruz Smith ist das zweite Buch aus der →Dagger of Dagger (DOD) – Nominierungsliste, welches von „watching the detectives“ besprochen wird. Knapp 25 Jahre alt, gilt „Gorky Park“ als großer genreprägender Klassiker … aber wie wirkt dieses Buch auf den Leser von heute?

Moskau im Frühjahr 1977. Die Breschnew – Bürokratie auf dem scheinbaren Höhepunkt, dem „Goldenen Zeitalter der Stagnation“ (Wiktor Kozlow). Die Stadt erwacht langsam aus dem Winter und drei Leichen werden im Schnee des Gorky-Parks gefunden. Jeweils mit einem Schuss durchs Herz, die Männer zudem mit einem Schuss in den Kopf. Allen wurden die Fingerendglieder entfernt und die Gesichtshaut abgezogen.

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Einladung zur Subskription

„Wer mich nach unserm besten deutschen Krimi fragt, dem entgegne ich immer: ›HOLTEI, Schwarzwaldau.‹ – und dann sitzen wir einander halt gegenüber, ich & die Herren vom Colt; (Prag 1855, 2 Bände übrigens: 1 Gratis=tip für Taschenbuchverleger).“ (Arno Schmidt)

Im Januar 2006 wird, als Privatdruck, Carl von Holteis Kriminalroman „Schwarzwaldau“ zum ersten Mal nach fast 150 Jahren wieder für den deutschen Leser verfügbar sein.

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Don Adams

Der US-amerikanische Komiker und Schauspieler (bürgerlich: Donald James Yarmy) stirbt 82jährig in einem Krankenhaus in Los Angeles an einer Lungenentzündung.
Bekannt wurde er durch die Rolle des Agenten 86 (alias Maxwell Smart) in der US-Serie „Get Smart“ (zu deutsch: „Mini-Max“). Dafür erhielt Adams drei Jahre in Folge den Emmy als „Bester Schauspieler in einer Comedy-Serie).

Flachsinn, Tiefsinn

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Ein Garten ist etwas Schönes. Man kann sich an dem erfreuen, was die Natur aus dem Boden wachsen lässt. Man kann nachhelfen und die Oberfläche gestalten. Man kann ein wenig graben, um Blümchen zu pflanzen oder etwas tiefer zum Kultivieren diverser Gemüse. Man kann ein großes Loch ausheben für einen Teich. Ein noch größeres für einen Pool. Ein sehr tiefes, weil man einen Schatz zu finden hofft. Bücher sind auch Gärten. Sogar Krimis sind welche.

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The Rolling Stones: A Bigger Bang

The Rolling Stones zu rezensieren ist wie Schwarzbrot zu beschreiben – Band und Brot sind irgendwie schon immer da und da sich an der Sache an sich nichts ändert, kommt es nur auf die Frische an. Die hat bei den Stones in den vergangenen Jahrzehnten schwer gelitten und „Bridges To Babylon“ war mit Sicherheit alles andere als eine gute Rolling Stones Platte. Für „A Bigger Bang“ haben sie die Experimente weit hinten im Schrank versteckt und spielen wieder die Blues-Rock-Standards, die man von ihnen erwartet.

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Wahlkrimi – eine Rezension

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Lieber Wähler. Du magst zwar der Souverän dieses Landes sein (steht jedenfalls irgendwo), als Krimiautor bist du allerdings ein Versager. „Wahl 05“, dein aktuelles Werk, ist das typische Beispiel dafür, was der Außenminister – der vielleicht gar nicht mehr Außenminister ist, aber so genau weiß man das im Moment nicht, und das liegt an dir, Wähler – was also dieser Herr Fischer einmal den springenden Löwen nannte, der als Bettvorleger landet. Zum Schnarchen.

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