CrimeSchool: Repetitorium

Nein, diese Rasselbande gönnt einem alten Mann keinen freien Tag mehr! Zuerst macht mir Schüler Bernd Lust auf James Ellroy, den ich jetzt auch noch lesen muss, dann erwähnt Schüler Matthias so ganz nebenbei Chuck Palahniuks Roman „FLUG 2039“ (kennt jemand das Buch? Ist das ein Krimi / Thriller? Lesenswert?), der eine interessante Zeitstruktur aufweise – und Schüler Ludger macht einem sowieso ständig Appetit auf → „realitätstüchtige“ Bücher , die nun gar den Wahlkampf in NRW beeinflussen können. Für mich armen Pauker heißt das: Überstunden machen (die zahlt mir kein Kultusministerium) und einige Dinge repetieren.

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Snowy White & The White Flames: The Way It Is…

Das Albumcover suggeriert es schon: Ein älterer Herr hat sich nochmal die Gibson umgeschnallt und schüttelt sich Paradiesvögel aus dem Ärmel. Der Opener „No Stranger To The Blues“ und die Neuaufnahme von Snowy Whites größtem Hit „Bird Of Paradise“ gehen gerade noch durch, der Rest flattert etwas flügellahm vor sich hin. Für Künstler und Zielgruppe bleibt nur die Schublade ‚mainstreamiger alte-Männer-Blues‘.

(4 Fritten)

Snowy White & The White Flames: The Way It Is...
White Flames/Soulfood
www.snowywhite.com
VÖ: 11.4.2005

Crime School: Zwischenlektion

„Das Katalogisieren und Einordnen in die jeweiligen Schubladen überlasse ich Literaturwissenschaftlern und Kritikern. Natürlich auch Bibliothekaren und Buchhändlern, die ihrem Klientel einen Anhaltspunkt geben müssen, wo ähnlich strukturierte Bücher zu finden sind. Sie finden meistens daran genauso viel Spaß und Befriedigung wie Jake an einer sauber sortierten Lego Sammlung.“

schreibt unser australischer Gastschüler, der von mir als Krimiautor sehr geschätzte → Marcus Starck.

Einspruch, Euer Ehren!

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Such A Surge: Alpha

Im letzten Jahr feierten sie ihr 13. Jahr. Eine beachtliche Zahl. Fünf Such A Surge-Alben und zwei ihres Nebenprojekts Pain In The Ass brachten sie in dieser Zeitspanne zustande. 2003 war das letzte Studioalbum ‚Rotlicht‘ erschienen. Seitdem ist einiges passiert im Umfeld der Band. Zum einen stieg Gründungsmitglied und hauptamtlicher Gitarrist Dennis Graef aus. Er wurde durch das einstige Road Crew-Mitglied Lutz Buch ersetzt. Dann haben sie noch von ihrem einstigen Label getrennt und letztendlich bei Nuclear Blast ein neues Zuhause gefunden.

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Pink Turns Blue: Phoenix

Zehn Jahre waren sie weg vom Bildschirm, dann im letzten Jahr eine Tournee und im Zuge dieser wieder erste Festivalauftritte nach der Pause. Und nun sogar ein neues Album. Pink Turns Blue wollen es wirklich wissen. Der Zeitpunkt für ein Comeback könnte kaum besser gewählt sein. In den letzten Monaten sind zuhauf Platten auf den Markt gekommen, die mit dem New Wave der Achtziger einiges gemein haben. Es sei etwa an Interpol oder an VHS Or Beta erinnert.

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Kool Savas & Azad: One

„Zwei der besten Rapper in Deutschland vereint“? Das behaupten Kool Savas, Berliner Rap-Senkrechtstarter, und sein Frankfurter Kollege Azad. Zwischen den Zwei gibt es „keine Competition, wir sind eins, Junge“ rappt Azad in „Monstershit“. Dann soll der Beat aufgedreht und der Arsch bewegt werden, damit der „Ghetto R’n’B“ losrocken kann. Aua! Muss deutscher HipHop in den letzten Jahren auf so plumpe, platte und – sorry – infantile Art und Weise, US-Strassen-Rap kokettieren? Hier ist nicht die Bronx! Und dann diese unzähligen Anglizismen. Man will schon fast das Wort „Deutschrap“ nicht mehr in den Mund nehmen.

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Crime School: Schooldays – und eine Frage

Ab sofort konzentriert sich der Unterricht in der Crime School auf den Montag. Die Sache wird jetzt aufwendiger, meine Zeit leider nicht mehr. Extra-Unterrichten, Nachhilfestunden etc. sind weiterhin variabel.
Und dann noch eine Bitte rein interessehalber: Wieviele Schüler hab ich eigentlich? Regelmäßige, Laufkundschaft. Wenn Ihr mir das hier ganz lapidar mal mailen könntet? Meinetwegen könnt ich auch nur „test“ oder so was in den Body schreiben. Weiterführende Kommentare sind natürlich wie immer willkommen.

Crime School: Lektion 10

Das „weltweite Netz“ verdankt seinen Namen der Möglichkeit, auf Servern abgelegte Dokumente miteinander zu verknüpfen. Diese vermittels der Seitenbeschreibungs-(nicht Programmier-)Sprache HTML leicht zu erlernende Technik ist Grundlage fast aller Krimi-Online-Projekte. Betrachten wir uns dazu ein exemplarisches Beispiel in Bild und Kommentar (die gelben Pfeile wurden von mir nachträglich eingefügt).

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Crime School: Nachtrag zu Lektion 8

„Tatsächlich habe ich letztes Jahr den „Ungarn-Krimi“ von S W gelesen und muss sagen, dass ich einigermassen enttäuscht war. Die Haltung des Detektivs ist in seiner geheimniskrämerischen Art eher den 30er Jahren verpflichtet, die pingelige Suche nach Details ist genau so wie es schon Chandler nicht leiden konnte und überhaupt rätseltechnisch nicht gerade komplex.“

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Crime School: Lektion 9

Was ich in den vorausgegangenen Folgen der Crime School vor allem vermitteln wollte, war das Abenteuer des Lesens an sich, die Erkenntnis, ein Text sei nicht nur ein von oben nach unten, von links nach rechts zu lesendes Diktat des Autors, sondern, recht eigentlich, etwas, das die einengende Zweidimensionalität einer Buchseite verlässt und in unseren Köpfen zu dreidimensionalen, mehr oder weniger labyrinthisch strukturierten Gebilden erblüht.

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Crime School: Worte eines Krimiautors

Das Schöne am Schreiben ist eben das Schaffen von neuen Welten, neuen Realitäten, Menschen, Charakteren, usw. Natürlich fließen reale Personen, reale Orte, reale Begebenheiten in die Geschichten ein, die ich erzähle. Natürlich bezieht ein Schriftsteller seine Ideen aus seinem Erfahrungsschatz. Nichts desto trotz sind die Geschichten eben nur Geschichten.

Blogfreund und Krimiautor Marcus Starck äußert sich →hier über ein durchaus Crime-School-relevantes Thema und gibt zu Beginn einen Einblick in die sinistre Welt deutscher Lektorate, wo die alte Einstellungsvoraussetzung („bloß keine Ahnung von Literatur!“) immer noch aktuell zu sein scheint.

Crime School: Ein Lehrer erinnert sich

Dass man Bücher, Krimis insbesondere, einfach nur „aus Wolluscht“ lesen kann, ist eine Erkenntnis, die man nicht zu kommentieren braucht. Vielleicht müsste man es aber des öfteren doch tun, um den Eindruck zu vermeiden, in unserer Schule werde dieser Vergnügungsfaktor generell verteufelt, ausgeblendet oder geringschätzig behandelt.

Mitnichten. Aber, liebe Jungen und Mädchen, das hier ist eine seriöse Schule! Wir analysieren und versuchen, zum Wesen des Krimis vorzudringen, seine Mechanismen zu begreifen und, who knows, irgendwann einmal den Schlüssel zu finden, mit dem wir ein Buch öffnen und wie in einem offenen Buch darin lesen können. Oder so ähnlich…

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Farin Urlaub: Am Ende der Sonne

Was haben Reinhard Mey und Farin Urlaub gemeinsam? Die Verehrung für Dr. Erika Fuchs. Der eine erwähnt sie in einem Songtext (Reinhard Mey), der andere widmet ihr gleich das ganze Album. Dr. Erika Fuchs ist die Übersetzerin unzähliger Disney-Comics und hat die deutsche Sprache für die Sprechblasen von Mickey, Donald und Dagobert geschmeidig gemacht. Also keine schlechte Referenz für Zwei, die es verstehen, mit der deutschen Sprache umzugehen.

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Crime School: Lektion 8

Die Dramaturgie der ersten sieben Beck-Romane ist simpel und stets die gleiche: Ein Verbrechen geschieht und wird in mühevoller Kleinarbeit aufgeklärt. Am Ende steht indes nicht die Auflösung als Selbstzweck. Wenn das letzte Rätsel gelöst ist, haben wir eine Person in ihrem ganzen Elend kennengelernt, manchmal auch mehrere, Protagonisten einer Gesellschaft, die sich von Roman zu Roman mehr entblößt und schließlich jene Konturen zeigt, die es den Autoren in den Romanen acht bis zehn ermöglicht, sie zum Schauplatz einer Groteske zu machen, die nur noch Monster und Psychowracks gebären kann.

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