The Carlsonics – s/t

The Carlsonics von the Carlsonics

Jahrelang hegte Aaron Carlson den Wunsch, in einer Band zu spielen. Erst versuchte er es als Gitarrist, jetzt als Sänger. Viele Jahre gingen ins öde Land, ehe er die richtigen Jungs fand und es zur Initialzündung kam. Tony Fletcher, Autor von „Keith Moon: The Life and Death of a Rock Legend“, beschrieb die Musik der Carlsonics folgendermaßen: „Sie klingen wie die Stones, sie reißen einen mit wie Primal Scream und rocken wie die Hives“. Das war wohl die Seligsprechung für Carlsons Band.

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Disorder On The Border: Vol. 1

Bei dieser „Grenz“-Musik geht einem so richtig das Herz auf! Wer zwei Ohren hat für relaxte, dabei ganz und gar unprätentiöse Klänge und Melodien, der kommt bei diesem „unplugged“-Kleinod voll auf seine Kosten.

Die drei alten Recken Hart, Rickard & Watkins bringen bei ihrem Album „Vol. 1“, dem offenbar noch weitere folgen sollen, ihre langjährige Erfahrung als Sessionmusiker für namhaft(er)e Künstler der britischen Rockszene ein. Gary Rickard (Gitarre, Gesang) und Geraint Watkins (Akkordeon, Gesang) spielten bereits in den 1980ern gemeinsam bei den Pubrock-Legenden, den BALHAM ALLIGATORS, später als Studiomusiker für Ron Kavana, Wizz Jones, Mark Knopfler, Bill Wyman, Nick Lowe u.v.a. mehr. Charlie Hart (Fiddle, Gesang) jammte mit Ian Dury, Pete Brown und war Mitglied bei Ronnie Lane’s SLIM CHANCE.

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Necro: Brutality Pt. 1

Necro, der seinen wahren Namen um keinen Preis verraten möchte, ist ein verrückter Gesell. Der in Brooklyn geborene Rapper war früher Gitarrist in nicht näher genannten Rockbands, die schon für Napalm Death und Biohazard eröffneten. Er ist als Produzent von Musik und – bitte festhalten! – Pornovideos bekannt und Inhaber des Labels, das nun sein Album „Brutality Pt. 1“ auf den Markt bringt.

„Brutality Pt. 1“ ist ein gefundenes Fressen für die Zensurbehörden. Splatter-Comic-Cover, derbe Texte und viel nackte Haut im Booklet. Eminem sollte sich Acht nehmen. Hier kommt ein Hardcore-Rapper, der noch mehr fluchen kann. Zwar hat Necro keinen Dr. Dre hinter sich stehen. Seine Tracks sind trotzdem nicht minderer Qualität. Unterstützt wird Necro von Ill Bill und Goretex (Non Phixion).


Necro
Brutality Pt. 1
Psycho+Logical/Groove Attack
VÖ: 3.11.2003

Sophia: People Are Like Seasons

Nein, ich will mich nicht beklagen. Musikkritiken schreiben macht Spaß, aber zumindest ich bekomme alle paar Monate eine Sinnkrise. Wenig Neues, viele Mutanten und manches Mal scheint es keine Worte mehr zu geben, um das ewig Gleiche zu beschreiben. Wenn dann allerdings das neue Jahr mit einem musikalischen Highlight wie „People Are Like Seasons“ beginnt, kommt der musikmissionarische Eifer mit einem Schlag zurück.

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La Linea 2

Ja, das kleine Strichmännchen ist wieder da. Noch mehr des ewig schimpfenden, plappernden und manchmal schadenfroh lachenden Männchens auf und aus der Linie.Wieder hat es seinen Zeichner fest im Griff. Wenn´s auf den Roller regnet, muss es zeichnerisch zum Auto aufgestockt werden. Und wenn das über zu holprigen Untergrund rattert, kriegt es Rotoren und Heckflosse und wird zum Hubschrauber. Aber Vorsicht – nicht jeden überstehenden Zipfel der Linie darf man einfach abschneiden. Manchmal ribbelt sich dann die gesamte Linie weg. Auch die Kontur des Männchens…

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VA: The Art Of Rebellion

Eigentlich steht ja das Buch im Vordergrund: Street-Art aus L.A., N.Y., Paris, London etc. Verwurzelt in der Graffiti-Szene, aber eher an Grafik als an Tags orientiert, dokumentiert der englisch-sprachige Schinken eine Menge Grafiken und Sticker aus dem Straßenleben (angeblich zum ersten Mal). Ästhetisch zwar interessant liefert das Buch aber leider wenig Hintergrundwissen zu den Künstlern, abgesehen von kurzen Hobby+Like/Dislike-Fragebögen. Das einzige häufiger autauchende Sujet neben dem bei illegaler Straßenkunst naheliegenden ‚All cops are bastards‘ besteht aus einigen wenigen bauchlinken Anti-George-Bush-Grafiken.

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Mark Ronson: Here Comes The Fuzz

Mark Ronson ist Produzent, Songschreiber und DJ. Ein Allrounder also. Sein Ruf ist makellos. Bis dato durfte er Remixe für Jay-Z, Outkast und Moby basteln und das sehr gelungene Debüt von Nikka Costa, Tochter von Produzent Don Costa (siehe Paul Anka) und zudem Patentochter des verstorbenen Crooners Frank Sinatra, produzieren. Ronson ist demnach in der Szene und vor allen Dingen bei den A&Rs der Majors bekannt wie ein bunter Hund.

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James Lawrence

Der englische Gitarrist nimmt sich 26jährig das Leben.
2000 war James „Jimmi“ Lawrence Gründungsmitglied von Hope Of The States. Die Band war dabei, in Peter Gabriels Real World Studios ihr Debütalbum aufzunehmen. In den frühen Morgenstunden fanden seine Mitmusiker Lawrence in einem der Studios erhängt auf.

Randy VanWarmer

Der US-amerikanische Sänger und Songschreiber stirbt 48jährig in Seattle an Leukämie.
Seinen größten Erfolg hatte VanWarmer (der eigentlich Randall Van Wormer hieß) 1979 mit „Just When I Needed You Most“, das sowohl in den USA als auch in Großbritannien in die TopTen kam. Er schrieb auch Songs für die Oak Ridge Boys (am bekanntesten davon: „I Guess It Never Hurts to Hurt Sometimes“).

The Long Winters – When I Pretend To Fall

Langsam sollte ich wahrscheinlich mit dem musikalischen Jahr 2003 abschließen, aber es gibt noch zu viele Perlen, die aus verschiedenen Gründen hier noch kein Forum gefunden haben. „Verschrobener Alternative-Rock“ beschreibt wahrscheinlich am besten, was The Long Winters veranstalten. „When I Pretend To Fall“ begeistert mit einer schier unendlichen Bandbreite.

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Terry Lee Hale – Tender Loving Hell

Auch weniger bekannte Künstler haben irgendwann mal ein Best-Of-Album verdient. Terry Lee Hale tourt seit Jahren durch die kleinen Clubs der Welt und spielt seine ruhigen, sanften, oft etwas traurigen, meist zurückhaltend gespielten und arrangierten Singer-/Songwriter-Songs.

In Rezensionen unbekannter Künstler muß ja immer alles eingeordnet werden, damit sich Leute eine Vorstellung bilden können. Man stelle sich Terry Lee Hale musikalisch also irgendwo zwischen Don McLean und den Walkabouts vor. Letztere sind hier übrigens recht einflußreich vertreten: In Musik, Gesang und Produktion tauchen immer wieder Mitglieder der Folkrock-FreundInnen aus Seatlle auf. Walkabouts-Fans werden auch Herrn Hale mögen. Prägnante Unterschiede sind die hier meist dominierende Akkustik-Gitarre und die weniger poetisch-bildhaft-verschlüsselten, eher direkten und Geschichten erzählenden Texte. Die meisten Songs sind in intimen Settings aufgenommen, jedes Knarzen auf der Saite ist zu hören. Die Musik dieses Menschen sagt: Werde mein Freund und komm mal vorbei, wenn ich in einer Kneipe in Deiner Nähe auftrete.

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