Donna Tartt: Der kleine Freund

„Der kleine Freund“ beginnt mit dem schrecklichen Mord an einem Kind: Der neunjährige Robin wird erhängt im Garten gefunden und obwohl seine Familie in greifbarer Nähe war, hat niemand den Mord bemerkt. Rund elf Jahre später ist der Mörder oder die Mörderin noch immer auf freiem Fuß und Robins kleine Schwester Harriet ist besessen von der Idee, den Mörder ihres Bruders zu finden. Als sie einen Verdächtigen ausgemacht hat, bereitet sie mit kindlicher Sturheit und Akribie ihre Rache vor.

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Damien Rice – O

Wäre Ryan Adams nach „Heartbreaker“ nicht zum Chef-Eklektiker mit Express-Lieferung geworden, könnte man bei seinen Alben heute vielleicht auch noch dauerhaft „O“ sagen. Auch wenn Damien Rice’s „O“ in Irland schon 2002 veröffentlicht wurde, verdient es die Platte wie kaum eine andere, besprochen zu werden.

Laut dem Sticker auf dem CD-Booklet, sind sich vom Guardian bis zur Sunday Tribune alle einig und ich kann auch nur in das gleiche Horn tröten: Damien Rice macht nichts neues, aber er macht alles richtig. Melancholische, kleine Kopfschussstücke zwischen Lebensfreude und Suizid mit betörenden, weiblichen Vocals von Lisa Hannigan, zarten Gitarren und viel, viel Cello.

Ich wollte eigentlich durch diese Kritik kommen, ohne Jeff Buckley und Nick Drake aus dem Hut zu zaubern, aber manchmal muss es eben sein. Also: Kopfhörer auf und in den sakralen Jubel des Schlusstitels „Eskimo“ einstimmen.


Damien Rice
O
14th Floor/Warner
VÖ: 25.8.2003
Link: www.damienrice.com

Clann Zú: Rúa

Intensität ist für Clann Zú, eine von Australien nach Irland übergesiedelte Band, alles andere als ein Fremdwort. Gänzlich außergewöhnlich ist die Stilvielfalt ihrer düsteren, fast schon apokalyptischen Songs, die auf Gefühlsregungen wie Verzweiflung und Chaos basieren. Keltische Folklore, Punk, Ambient-Rock, Elektronisches und Klassik vermischen sie zu zehn aufregenden, spannenden und ungewöhnlichen Songs.

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Bernd Begemann live

Kamp Bielefeld. 6.2.2004

Bernd, was soll das? „Eine Rückwendung ins Lokalpatriotische“ sieht die FAZ im Opener dieses Abends „Ich stamme aus den Hügeln“. Mit Recht, steht zu befürchten. Aber der besserwisserische Kritiker wird später mit dem ironisch/sarkastischen „Bad Salzuflen weltweit“ und der „Deutschen Hymne ohne Refrain“ versöhnt – was immer auch das „dieses Land verstehen“, das doch „droht“ und ’niemanden verschont‘, bedeuten soll.

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Marr: Express And Take Shape

Das geschmackssichere Label Grand Hotel van Cleef macht es richtig – mit Ausnahme der famosen Death Cab For Cutie nehmen sie nur Bands aus ihrem direkten Umfeld unter Vertrag. Aber obwohl Marr zur Hälfte aus Tomte-Mitgliedern besteht, sucht man musikalische Parallelen vergebens. Das Quartett hat sich mit seinem Debütalbum auf anspruchsvollen Indierock konzentriert und beackert damit ein Feld, das alles andere als brach liegt. Die hohe, manchmal etwas schneidende Stimme von Jan Elbeshausen hebt Marr allerdings von anderen Vertretern der Zunft ab.

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Janet Frame

Die neusseländische Schriftstellerin stirbt 79jährig im neuseeländischen Dunedin an Krebs.
Frame gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen Neuseelands im 20. Jahrhundert. Bekannt wurde ihre Autobiografie „Ein Engel an meiner Tafel“ bei uns nicht zuletzt auch wegen der Verfilmung durch Jane Campion 1990.

Gus Black: Uncivilized Love

„Uncivilized Love“ ist ein echter Glücksfall. Hat die berühmte goldene Mitte häufig etwas von musikalischem Konsens-Schmusen, trifft Gus Black einfach nur den richtigen Ton.Angenehm melodieverliebt, nicht zu nölig schraddelt er sich durch 13 Folk/Pop/Rock-Wunder. Seine Stimme erinnert manches Mal an Mike Peters (The Alarm), während sie an anderen Stellen in weiche, volle Klänge wechselt.

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Hatebreed – The Rise Of Brutality

In diesem Fall ist der Name in doppelter Hinsicht Programm. Will meinen: Bandname wie Albumtitel treffen auf die hier dargebotene Musik bestens zu. Hatecore nannte man das früher mal. Heute würde man es hasserfüllten Hardcore mit Metal-Einflüssen taufen.

Jamey Jasta kotzt (im positiven Sinne!) die Texte regelrecht ins Mikrofon. Es ist atemberaubend, wie die Band durchgehend dieses hohe Tempo durchhält ohne ein Anzeichen von Schwäche zu offenbaren. Wenn das live auch gelingt, dann aber Hut ab. Der Song „Straight To Your Face“ springt einem – wie der Name schon sagt – mit beiden Füssen ins Gesicht. Brutalst. Er ist den beiden NYHC-Bands Agnostic Front und Madball gewidmet, denen Hatebreed vollsten Respekt zollen. Nach 32 Minuten ist Schluss und man hat keinesfalls den Eindruck, das Album sei viel zu kurz. Man fühlt sich ausgebrannt und erschöpft nach dieser Wagenladung Hass.


Hatebreed
The Rise Of Brutality
Roadrunner/Universal
VÖ: 3.11.2003

Conjure One

Auf den ersten Blick mag eine Kurzbeschreibung dieser Musik einige Leser (zu Recht) abschrecken: „esoterischer TripHop“ ist ein Attribut, das mit Conjure One in Verbindung zu bringen ist. Ethno und Ambient sind weitere Genres, aus denen die Einflüsse kommen. Hinter der Band steckt Rhys Fulber. Der ist in der Industrial- und EBM-Ecke kein Unbekannter. Er war Mitglied von Frontline Assembly und hat Alben für Fear Factory, die Nu Metaller P.O.D. und gar Sarah Brightman produziert. Eine fürwahr seltsame Mischung.

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Iced Earth: The Glorious Burden

Ich glaube, ich bin ein bisschen metal-müde. Während ich vor drei, vier Jahren mein kleines Metal-Revival hatte und mich mit Freude durch alle Sub-Genres gewühlt habe, sind inzwischen nur einige Prog-Rocker und melodische Knüppler wie In Flames übrig geblieben. Wobei Iced Earth mit Hammer-Songs wie „Watching Over Me“ oder ihrem genialen Live-Album „Alive In Athens“ immer noch ziemlich gut in der Rangliste liegen. Aber irgendwie waren Jon Schaffer und seine austauschbaren Mannen früher härter.

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Atomic Kitten: Ladies Night

Hier nun eine Art Live-Kritik, das heißt beim Hören wurde diese spontan runtergeschrieben und im Nachhinein noch mal überarbeitet. Es geht los: „Perfekt geschminkt und gestylt sind sie, die drei Damen von Atomic Kitten. Das Auge hört schließlich mit. „Alles Wird gut“ geben sie dem Hörer im tollen Opener „Ladies Night“ mit auf den Weg. „Be With You“, eine der Singles, entführt einen in eine Kylie Minogue-Disco. Aalglatt, da gibt es nichts zu mäkeln.

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