Hedningarna: 1989 – 2003

Die schwedische Vorzeigeband Hedningarna beglückt ihre Fans oder potenzielle neue Freunde mit der Compilation „1989-2003“ mit insgesamt 18 Titeln. Auch wenn die Band in Sachen moderner skandinavischer Folklore Zeichen gesetzt hat, kann ich mit ihren Epigonen manches Mal mehr anfangen. Irgendwo zwischen schrill und mystisch verlangen Hedningarna ihrem Hörer eine Menge ab, aber wer ein bisschen Geduld mitbringt, wird belohnt.

(7 Fritten)

Hedningarna: 1989 - 2003
(Westpark/Indigo)

Xavier Naidoo: Alles Gute vor uns

OK, diesmal keine inhaltliche Abhandlung, jetzt geht es nur um die Musik. „Alles Gute vor uns“, das zweite Live-Album Xavier Naidoos, belegt erneut, dass man am Besten nur die Liveplatten des Mannes kauft. Eigentlich gibt es keinen Grund, bei zwei Studioalben zwei Tourmitschnitte in den Konsumentenkorb zu werfen, aber Xavier Naidoo ist er auf der Bühne ein anderes Kaliber als im Studio.

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Malia: Yellow Daffodils

Wer noch auf der Suche nach einer entspannten Scheibe – nicht nur – für die Sommermonate ist, könnte mal in „Yellow Daffodils“ von Malia reinhören. Ein Beweis, dass die alten Jazz-Helden immer wieder für eine neue Geschichte gut sind. In diesem Fall waren es Sarah Vaughan und Billie Holiday, die ein aus dem ostafrikanischen Malawi kommendes Mädchen schwer beeindruckten, als es mit vierzehn Jahren nach London kam. So weiß es jedenfalls Malias Vertrieb zu berichten, der sie als „neue Diva zwischen Jazz, Soul und Bossa“ bezeichnet. Und in der Tat bietet diese CD eine – noch weit darüber hinaus gehende – große stilistische Bandbreite.

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John Hiatt & The Goners: Beneath This Gruff Exterior

Manchmal bin ich mir nicht sicher, wie Ernst John Hiatt seine eigenen Platten nimmt. Da zerschlägt er schon mal breit grinsend alle Erwartungshaltungen, aber ein wirklich schlechtes Album kommt selten dabei heraus. „Beneath This Gruff Exterior“ hat er mit den reanimierten Goners eingeklopft, zwar nicht ganz so eilig wie „Crossing Muddy Waters“, aber letztendlich hat es dann doch nur ein paar Tage gedauert, bis das neue Werk im Kasten war.

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Carla Bruni: Quelqu’un M’a Dit

Wie oft kann man sein musikalisches Herz verlieren? Maria McKee hat schon ein Stück, Natalie Merchant und Sophie Zelmani sowieso –jetzt kommt noch die Wahlfranzösin Carla Bruni dazu. Hinter ihrem Namen steht in Klammern das Ausschlusskriterium „Model“, aber bei „Quelqu’un M’a Dit“ wurde niemand direkt vom Laufsteg ins Studio geschubst. Bis auf einen Coversong hat Carla Bruni alle Songs selbst geschrieben und dringt mit ihren brüchigen Chansons tief in den Gehörgang ein. Behutsame Arrangements, die um Chanson, Pop und Folk kreisen, und eine rauchig belegte Stimme, die sich in dein Herz bohrt.

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Amorphis: Far From The Sun

Zuerst „Am Universum“ jetzt „Am A….“? Definitiv nicht, aber die ersten Takte des Openers „Day Of Our Beliefs“ ließen mich verwirrt auf die Hülle gucken, ob ich auch wirklich Amorphis in den Player gelegt habe, Der Opener des neuen Albums hat eine extreme Schlagseite in Richtung Metal-Folk à la Falconer und dürfte mit Abstand das eingängigste Lied sein, das die Finnen bisher eingeschraubt haben. Auch die danach folgenden neun Songs lassen nicht erkennen, dass hier ehemalige Grunzteufel am Werk sind.

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22 Pistepirkko: The Nature Of 22 Pistepirkko

Seltsamer Bandname. Aber einer, der einem in den letzten Jahren unaufhörlich über den Weg lief. Ob man wollte oder nicht. 22 Pistepirkko, das ist eine Indieband aus dem Norden Europas. Wer wie viele andere bis dato nicht das Vergnügen hatte, den Sound des Trios aus Finnland näher kennen zu lernen, der sollte sich jetzt zumindest diese Doppel-CD zulegen. Auf der werden die letzten 17 von 20 Jahren Bandgeschichte kurz Revue passieren gelassen.

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Sepultura: Roorback

Der Opener „Come Back Alive“ verbreitet eigentlich direkt Totengräberstimmung. Wer braucht Sepultura noch, wenn sie so einen stupiden Stiefel runterspielen? Ja, die alten Fans, die freuen sich, aber Innovation ist was anderes. Trotzdem ist der Weg zurück zu einem ursprünglichen Sound bestimmt nicht der schlechteste, wie „As It Is“ und die überaus gelungene Coverversion von U2s „Bullet The Blue Sky“ belegen.

(6 Fritten)

Sepultura: Roorback
(Steamhammer/SPV)

Ane Brun: Spending Time With Morgan

Nordlicht (diesmal eine Frau) sitzt hinter der Gitarre und klampft. Erinnert stimmlich an eine Mischung aus Ani DiFranco und Pina und hat damit eigentlich alles richtig gemacht, um mich zu begeistern. Aber trotz aller musikalischer Intimität will tiefe Emotionalität hier nicht aufkommen. Ane Brun müht sich redlich, muss aber am Lagerfeuer weiterhin in der dritten Reihe sitzen bleiben.

(6 Fritten)

Ane Brun: Spending Time With Morgan
DetErMine/V2

Mr. Velcro Fastener Present Deep: Inside Vol. 2

Dem ersten Teil dieser Compilation-Serie, der von den beiden Kanadiern Dino und Terry zusammengestellt wurde, folgt in diesem Monat Teil zwei. Es sind keine Kanadier, sondern Finnen, die ihre Plattenschränke nach Schätzen der elektronischen Musik absuchen durften. Das Duo Mr. Velcro Fastener rekrutiert sich aus Tatu Peltonen und Tatu Metsätähti – nicht verwandt oder verschwägert mit den singenden „Russen-Lesben“ (O-Ton Bild).

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Hope For The Children Of Iraq

Der Krieg ist vorbei, die Proteste gegen ihn gehen weiter. Zahlreiche Musiker haben sich just zusammengefunden und neue Songs, überaus interessante Coverversionen und Interpretationen eigener Songs zusammengetragen. Gewidmet ist das Unternehmen den irakischen Kindern. Es fängt mit dem berührenden Klagelied „The Beautiful Occupation“ an, das Travis extra für diese Compilation geschrieben haben.

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