Steakknife: Plugged Into The Amp Of God

Vier vor und drauf – Steakknife definieren Punk wohltuend so, wie er sein soll: Direkt, keine Kinkerlitzchen und Melodien nur als kleine Farbaufhellung. Lee Hollis, der ehemalige Frontman der Spermbirds, setzt nicht auf Stadion-kompatible Refrains, sondern allein auf die Wucht seiner Kompositionen. Großes Kompliment, dass die 16 Songs trotzdem nicht niedergeknüppelt werden.

Getrieben von einer stürmischen Hintermannschaft, rotzen „Smoke House“ oder „Hope My Girlfriend Thinks I’m Cool“ mit beträchtlichem Schub durch „Gottes Verstärker“. Da wird dann auch nicht viel Zeit verschwendet und so brauchen Steakknife 32:17 Minuten für 16 Nummern. Auf der einen Seite ist die Anzahl der Tracks sehr käuferfreundlich, auf der anderen Seite aber auch das Problem des Albums. Die Songs sind wie ein kleines Dorf – alle sehen sich extrem ähnlich. Da hilft es dann auch nicht, dass die Gitarren gerne mal durch den rechten oder linken Kanal gejagt werden. Irgendwann wird’s ein bisschen langweilig.

Steakknife: Plugged Into The Amp Of God (Nois-o-lution/Vielklang)
13.11.2000

Lynyrd Skynyrd: Christmas Time Again

Die Zeit ist nah: Alle Hausfrauen dieser Welt passen die Window Color-Dekoration der Jahreszeit an. Grün, rot und weiß sind überall ausverkauft. Der von einer Trinkerheilanstalt im Erzgebirge gebastelte Holzstern wird entstaubt und ins Fenster gehängt. Jaja, bald ist Weihnachten. Standesgemäß raffen sich immer eine Handvoll Künstler auf und präsentieren ihre musikalische Weihnacht.

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V.A.: Motor Mania

„Motor Mania“ ist mit Abstand der kurioseste Sampler, der je in meinem CD-Player gelandet ist. Auf der ersten CD gibt’s 19 Tracks, die das Biker-Herz erfreuen. Neben den üblichen Verdächtigen (Lynyrd Skynyrd, Deep Purple, Motörhead) wurde auch noch tiefer in der Easy-Rider-Kiste gekramt (Highlander, Brigitte Bardot, Doc Holliday). Die zweite CD ist randvoll mit den Original-Sounds der verschiedenen Harley Davidson Motoren, unterteilt in Start, Tod, Neustart, usw.

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Fireside: Elite

In den vergangenen Monaten war es still um die einstigen Emorock-Vorreiter aus Schweden. Vor drei Jahren erschien ihr letztes reguläres Album, das von der Presse gefeierte „Uomini d’onore“. Dem folgte ein Jahr später die Raritäten/Best Of-Sammlung „Hello Kids“. Seitdem herrschte Funkstille. Bis jetzt, denn aus dem Nichts heraus kommt „Elite“, die experimentellste Fireside-Platte, in die Läden. Die an sie gestellten Erwartungen haben sie nicht enttäuscht und sich einmal mehr weiterentwickelt.

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Illegal Aliens: International Telephone

Im Vergleich zu seinem Solowerk „Comfortably Homeless“ geht Marco Minnemann auf „International Telephone“ verhältnismäßig eingängig vor. Die Sängerin Artemis ist Vocal-Coach für z.B. Guano Apes oder Donots und hat eine ehrfurchtgebietende Stimme: Fauchend, flüsternd, kraftvoll, zärtlich sanft – wie auf Zuruf wechselt sie die Klangfarbe ihrer Stimme und drückt so „International Telephone“ einen deutlichen Stempel auf.

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Joan Osborne: Righteous Love

Fünf Jahre hat es gedauert bis die US-Sängerin Joan Osborne den Nachfolger ihres Debüts „Relish“ veröffentlicht hat. Im heutigen Musikzirkus ist das fast zu lang, um im Gedächtnis zu bleiben. Wahrscheinlich liegt’s am Dauerbrenner „One Of Us“, dass man sich an sie immer noch erinnert. Einen adäquaten Ohren-Festsitzer sucht man auf „Righteous Love“ zwar vergebens, aber es ehrt Joan Osborne, dass sie mit ihren Songs nicht auf einen schnellen Charterfolg schielt.

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Kylie Minogue: Light Years

Kylie, wie wir sie gerne nennen, ist uns allen als Duettpartnerin von Nick Cave oder durch ihre Zusammenarbeit mit den Manic Street Preachers in guter Erinnerung. Damals versuchte sie, vom Pop-Mädchen-Image wegzukommen und eine „seriösere“ Richtung einzuschlagen. Viele nahmen ihr das nicht ab bzw. übel und ihr wurde es zudem mit der Zeit zuviel, sich gegen den Hang zum Glamour und Popdasein zu wehren.

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Marco Minnemann: Comfortably Homeless

Der neue Zappa soll er sein – der ehemalige Schlagzeuger von H-Blockx. Kreativ, innovativ und weit davon entfernt, Vorhersehbares zu produzieren. Dass bei so viel Potenzial und produktionstechnischer Finesse manchmal die Überschaubarkeit auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand. Das Instrumental „Meter“ ist eine Anhäufung von Sounds, die über einem simplen, bzw. monotonen Thema ausgeschüttet werden. Perfekt gespielt, glasklarer Klang – aber richtig langweilig. Eine dieser typischen „Kuckt-mal-was-ich-kann“-Nummern, auf die hauptsächlich Kritiker abfahren.

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a.c. acoustics: Understanding Music

ie gehören zum festen Bestandteil der schottischen Musikszene, die derzeit auf den Eckpfeilern Arab Strap, Mogwai, The Degados, Belle & Sebastian und Looper aufgebaut ist. Fast alle genannten entstammen der kulturellen Metropole Schottlands: Glasgow. So auch a.c. acoustics, die sich 1990 gegründet haben und dank John Peel in Großbritannien schnell einen Namen hatten. Der Kult-DJ spielte ihre Peel Session gleich dreimal. Das können nur wenige Bands von sich behaupten. Aber nicht nur auf Peel haben a.c. acoustics eine besondere Ausstrahlung. Auch Brian Molko, Sänger der vielerorts abgefeierten, aber für meine Begriffe total überschätzten Placebo, hat Gefallen an den Schotten gefunden. Im Melody Maker bezeichnete er a.c. acoustics als eine „most underrated band ever produced in Britain“. Das werden C. Paul Campion (Gesang, Gitarre), Mark Raine (Gitarre, Keyboards, Programming), Caz Riley (Bass) und David Gormley (Schlagzeug) gerne gehört haben.

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Lektion 12: Frequently Asked Questions 3

Seit der Erfindung von HINTERNET! im Jahre 1902 durch die Gebrüder Wright hat noch niemand unsere Redaktionsvolontärin Fräulein Katja so hart arbeiten sehen. Dreimal täglich keucht sie, schwere Postsäcke auf dem von Alter und Gebrechen gebeugten Rücken, die Treppen hoch und schüttet dann den ganzen Krempel auf meinen Schreibtisch. „Wieder Leserzuschriften, Chef!“ entkommt es ihr mit letzter Kraft, bevor sie sich in ihr Kämmerlein schleppt, um ihrer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen: die Rentenversicherungsnummern aller HINTERNET!-Mitarbeiter auswendig lernen und miteinander im Kopf multiplizieren.

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Shirley Bassey: The Remix Album

Nicht nur Filmfreunde und James Bond-Fans werden ihre Stimme nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Shirley Bassey ist die Frau hinter den 007-Titelsongs „Diamonds Are Forever“ und „Goldfinger“.
Wer sie nicht aufgrund ihrer musikalischen Unterstützung des britischen Geheimagenten kennt, dürfte ihr vielleicht auf der Tanzfläche begegnet sein, als sie 1997 mit den Propellerheads „History Repeating“ zum besten gab. Damals war bereits klar, dass Miss Shirley Bassey ein offenes Ohr für zeitgemäße Musik hat.

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Loony: Into the Loonyverse

Worum ging es eigentlich in dem unseligen, aber publicititrächtigen Streit zwischen Blur und Oasis? Weiß das noch jemand? Um die größte Klappe und die größten Verkaufszahlen – offiziell. Um den Besitz der dicksten Eier – zwischen den Zeilen! Wie es ausging, weiß jeder. Oasis gewannen. Die Sache mit der Klappe und der Kohle sowieso, aber die Sache mit der Männlichkeit im Grunde nur knapp, nämlich allein dank ihrer Trinkfestigkeit. Vielleicht hätten sie es machen sollen wie Loony: einfach ein bißchen fester in die Saiten greifen. Denn Gitarren sind zum Rocken da, you know?!

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All Saints: Saints & Sinners

Zwei Hits zur rechten Zeit und die Welt wusste, wer All Saints sind. Der eine war eine Neubearbeitung des Red Hot Chili Peppers-Hits „Under The Bridge“, der andere „Pure Shores“, ihrem bis dato größten Hit, geschrieben für die Verfilmung des Alex Garland-Romans „The Beach“. So wurden auch diejenigen auf All Saints aufmerksam, die zuvor nicht durch ihren Pop, ihr Äußeres oder ihren Hang sich einen Celebrity nach dem anderen zu angeln in ihren Bann gezogen wurden.

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The Wordwilde Tribute To The Real Oi

„Fuck politics!“ prangt auf der Rückseite der CD und man könnte manchmal fast sagen: Ja, recht habt ihr. Ihr – das sind die zwei Dutzend Hardcore-Bands, die sich der holländische Journalist und europäische Hardcore-Papst Onno Cromag zusammen mit Roger Miret, Agnostic Front-Shouter und ebenfalls Hardcore-Legende, für diesen Themensampler ausgesucht hat. Es sollte ein Tribut an den guten alten Oi-Punk werden und das ist er auch geworden, der 67 Minuten umfassende Sampler „The Wordwilde Tribute To The Real Oi“.

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