Peter Thomas: Moonflowers & Mini-Skirts

Hilfe, Hilfe, Hilfe! Meine Jahres-CD-Top-Ten platzt jetzt schon aus allen Nähten, und immer noch erscheinen Alben, die mich zwingen, alles wieder über einen Haufen zu werfen und einen der Kandidaten unter Tränen rauszukicken! Hier hat schon ein Blick aufs Cover genügt, um zu wissen, was Sache ist, denn der Name „Peter Thomas“ ist Programm!!! Ich sag nur „Raumpatrouille“ (Raumschiff Orion), „Der Hexer“, „Der Zinker“, „Die toten Augen von London“, „Die Leiche ist bewaffnet“ und dero Edgar Wallace- und auch Jerry Cotton-Musiken mehr… 1 A-Stoff für uns Easy Listening- und Weltraum-Musik-Süchtige, James Last on Acid sozusagen! Und als sei das noch nicht genug – was muß ich im Waschzettel lesen: unter den Mitmusikern befinden sich auch der Jazzer und Ex-Vampyros-Lesbo Sigi Schwab sowie Lothar Meid von Amon Düül II, na das hört sich ja schräg an!

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hò! #1. Roady Music from Vietnam

Dies ist mit Abstand das schrägste Album, das mir seit langem untergekommen ist! Mir tanzen immer noch bunte Lichtlein vor den Augen, und ich werd wohl gleich mal beim Asiaten an der Ecke vorbeischau´n, um mir ein bißchen Basmati-Reis und diese getrockneten Pilz-Morcheln zu holen, die man erst einweichen muß, damit sie aussehen wie das Haupt-Requisit in der Anfangs-Szene von „Blue Velvet“, nur viel schwärzer.

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Cinerama: Va Va Room

Schön, daß es noch Bands gibt, die sich nicht entscheiden können, ob sie nun Rock oder Pop machen. „Cinerama“ hätte ich genau zwischen Amerika und dem Vereinigten Königreich angesiedelt, zwischen alternativem College-Rock und independent Prä-Brit-Pop, jedenfalls blitzsauber produziert. Ein Blick ins Booklet belehrt mich, daß ich sie den britischen Inseln zuzuschlagen habe, irgendwo in die Nähe von Leeds.
Cinerama sind innerhalb ihres Rock-Pops oder Pop-Rocks erstaunlich wandlungsfähig und lassen bisweilen Erinnerungen an selige Beautiful South- und Cure-Zeiten wachwerden. Wenn da nicht noch dieser knackige Rock wäre, der die nötigen Power-Bleifüße dranhängt. Und da sind sie auch wieder, die guten alten Rock-Hymnen mit euphorisch strahlenden Keyboards (scheint, als könnten sich die alten Tastenkünstler bald wieder aus ihren Löchern wagen…). Cinerama erfreuen darüberhinaus mit hübschen, eingängigen Melodien, die sie harmonisch-dramatisch äußerst intelligent umsetzen, auch mal balladesk und melodisch-bittersüß.

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Frl. Katjas Nähkästchen, Folge 8

Liebe Leser: heute muß ich erstmal was klarstellen. Frl. Katja existiert ausschließlich im Rahmen dieser Kolumne. Das nennt man „Rollenprosa“ (in der Lyrik hieße das „Rollengedicht“). Frl. Katja ist eine Kunstfigur, entsprungen dem kranken Gehirn ihrer Schöpferin und mit Namen versehen von deren Chefredakteur, der überhaupt die Initialzündung zu der ganzen Sache gab. Ist Frl. Katja unser Bastard???

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Lenny Kravitz: 5

Herzlich willkommen in „Lennys Welt“. Bitte anschnallen, denn auf dem Programm steht ein Streifzug durch die schillerndsten Epochen der Popmusik, von Motown und Philly Sound bis hin zur Psychedelic-Ära und der Beatle-Mania. Soul und Funk der 60er sowie der Blaxploitation-Sound der 70er auf der schwarzen Seite, und dazu die Lennon/McCartney-Melodik und Hippie-Harmonik auf der weißen Seite – und beides absolut im „Haben“-Bereich seines musikalischen Kontos: Lenny Kravitz ist in erster Linie ein famoser Synthetiker! Daß dabei alle Einzelteile bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen sind, heißt umgekehrt nicht, daß das Ergebnis nicht originär Kravitz´scher Prägung ist. Schon Max Weber wußte: das Ganze ist immer mehr als die Summe seiner Teile!

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Hinter dem Horizont

Begegnungen mit dem Tod oder dem „Leben“ danach stehen in Hollywood derzeit hoch im Kurs. Hat Anthony Hopkins im Januar ein Rendezvous mit Brad Pitt als Sensenmann, gelangt Robin Williams noch vor dem Weihnachtsfest in eine heile Welt nach dem Ableben. Die glückliche Familie Nielsen wird durch den Unfalltod ihrer beiden Kinder auseinandergerissen. Kurz darauf stirbt auch Vater Chris (Robin Williams) bei einem frontalen Zusammentreffen mit einem PKW. Während er nach Durchschreiten des Lichts am Ende des Tunnels in eine wundersame neue Dimension gelangt und sich dort mit Hilfe von Albert (Cuba Gooding, Jr.) an die Leichtigkeit des Totseins gewöhnt, verfällt seine Frau Annie (Annabella Sciorra) daheim in tiefe Depressionen und nimmt sich schließlich das Leben.

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Mulan

Nachdem sich der Walt Disney-Konzern für die letzten Veröffentlichungen wie „Aladin“ oder „Der Glöckner von Notre Dame“ bereits vage gen Osten orientiert hatte, wurden die Kreativen des US-Unternehmens auf der Suche nach neuem Futter diesmal in China fündig. Mulan heißt die Heldin, die dem Mythos nach um 200 n.Chr. in Männerverkleidung mit Geschick und Cleverness die Hunnen besiegte und die Disney-Zeichner zu einem ihrer besten Filme seit Jahren inspirierte.

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Die Newton Boys

Texas 1919: Nach drei Jahren wegen einer Bagatelle hinter Gittern möchte Willis Newton (Mathew McConaughey) kein armseliger Cowboy mehr sein. Mit ersten Gehversuchen in Sachen Banküberfall sammelt er Erfahrungen in der Stadt, will aber endlich an das große Geld gelangen. Mit der Hilfe des Nitro-Glycerin Experten Brentwood (Dwight Yoakam), seiner Brüder Jess (Ethan Hawke), Joe (Skeet Ulrich) und Dock (Vincent D’Onofrio) erreicht der gerissene Planer sein Ziel: Die Newton-Boys rauben innerhalb kurzer Zeit alle großen Banken des mittleren Westens aus und schwimmen hernach in den Dollars.

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Live: Air/Sean Lennon

London, Shepherd´s Bush Empire. 2.11.1998.

Eine meiner Lieblingsplatten in den letzten Jahren war und ist immer noch Air’s Moon Safari. Soft, poppig und vor allem wunderbar französisch, das heißt mit der richtigen Portion Käse, immer nur so viel daß derselbe nicht zu stark im Vordergrund steht. Klasse zum Autofahren oder Abendessen.
So war dieser Gig natürlich ein Muss, waren Air doch ernstzunehmende Konkurrenten von Beck im Kampf an der Spitze meiner Beliebtheitstabelle. Ich sage bewusst waren.

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Der Eisbär

In „Pauls Ecke“ der häßlichsten Kneipe Deutschlands sinnieren einfache Gemüter beim Bier über die Herkunft der Pommes Frites, während sich draußen in der Stadt eine Katastrophe anbahnt. Fabian (Benno Fürmann) und Reza (Florian Lukas) machen sich auf, um ein paar Girls aufzureißen. Die mysteriöse Nico (Karina Krwaczyk) fährt unterdessen mit einer scharfen Bombe im Kofferraum zum „Gesundheitsminister“ (Heiner Lauterbach). Sie soll den gefürchteten Verbrecher eliminieren. Der weiß noch nichts von seinem Glück und ist damit beschäftigt, den Auftragskiller Leo (Till Schweiger) alis „der Eisbär“ von einem Job zurückrufen zu lassen. Zu spät: Die „Ratte“ (Peter Maffay) mußte bereits dran glauben.

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Live: Jud

Kaiserslautern/Filmore, 24. Oktober 1998

Bevor das kalifornische Trio JUD die Bühne entern durfte, mußten die Zuschauer einen der schlechteren Lauterer Supports über sich ergehen lassen. PANSEN INC. (dämlicher Name übrigens) machten der Meisterstadt nicht viel Ehre. Noise Trash mit Metalverschlägen ohne viel Sinn und Verstand und zudem lieblos dargebracht. Das war nix und wurde dem Headliner in keiner Weise gerecht.

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Main Concept: Genesis, Exodus, Main Concept

Neben Hamburg und Stuttgart, die derzeitigen Hochburgen in Sachen deutscher HipHop, ist seit langem in München eine Band namens Main Concept aktiv, die mit ihrer aktuellen Scheibe „Genesis, Exodus, Main Concept“ abermals Lob einfahren konnte (da auch schon etwas länger auf dem Markt – räusper!). Bereits 1990 gegründet, sorgten sie in regelmäßigen Abständen für Anerkennung innerhalb der stetig wachsenden Szene. Main Concept, das sind David Pe, DJ Explizit und der Produzent Glammerlicious, der unter dem Pseudonym Human D schon zahlreiche Remixe unters Volk streute.

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