Begegnungen mit dem Tod oder dem „Leben“ danach stehen in Hollywood derzeit hoch im Kurs. Hat Anthony Hopkins im Januar ein Rendezvous mit Brad Pitt als Sensenmann, gelangt Robin Williams noch vor dem Weihnachtsfest in eine heile Welt nach dem Ableben. Die glückliche Familie Nielsen wird durch den Unfalltod ihrer beiden Kinder auseinandergerissen. Kurz darauf stirbt auch Vater Chris (Robin Williams) bei einem frontalen Zusammentreffen mit einem PKW. Während er nach Durchschreiten des Lichts am Ende des Tunnels in eine wundersame neue Dimension gelangt und sich dort mit Hilfe von Albert (Cuba Gooding, Jr.) an die Leichtigkeit des Totseins gewöhnt, verfällt seine Frau Annie (Annabella Sciorra) daheim in tiefe Depressionen und nimmt sich schließlich das Leben.
WeiterlesenMulan
Nachdem sich der Walt Disney-Konzern für die letzten Veröffentlichungen wie „Aladin“ oder „Der Glöckner von Notre Dame“ bereits vage gen Osten orientiert hatte, wurden die Kreativen des US-Unternehmens auf der Suche nach neuem Futter diesmal in China fündig. Mulan heißt die Heldin, die dem Mythos nach um 200 n.Chr. in Männerverkleidung mit Geschick und Cleverness die Hunnen besiegte und die Disney-Zeichner zu einem ihrer besten Filme seit Jahren inspirierte.
WeiterlesenJackie Chan ist Nobody
Martial Arts in Holzpantoffeln, Spaziergang an der aalglatten Hochhauswand – kein Problem für Nobody, Jackie Nobody. Der neueste Actionstreifen des Hongkong-Superstars Jackie Chan markiert sein Regiedebüt, das zur Feier des Anlasses auch gleich 120 Minuten Länge erreicht, die die Geduld des Zuschauers zum Teil doch sehr strapazieren.
WeiterlesenDie Newton Boys
Texas 1919: Nach drei Jahren wegen einer Bagatelle hinter Gittern möchte Willis Newton (Mathew McConaughey) kein armseliger Cowboy mehr sein. Mit ersten Gehversuchen in Sachen Banküberfall sammelt er Erfahrungen in der Stadt, will aber endlich an das große Geld gelangen. Mit der Hilfe des Nitro-Glycerin Experten Brentwood (Dwight Yoakam), seiner Brüder Jess (Ethan Hawke), Joe (Skeet Ulrich) und Dock (Vincent D’Onofrio) erreicht der gerissene Planer sein Ziel: Die Newton-Boys rauben innerhalb kurzer Zeit alle großen Banken des mittleren Westens aus und schwimmen hernach in den Dollars.
WeiterlesenLive: Air/Sean Lennon
London, Shepherd´s Bush Empire. 2.11.1998.
Eine meiner Lieblingsplatten in den letzten Jahren war und ist immer noch Air’s Moon Safari. Soft, poppig und vor allem wunderbar französisch, das heißt mit der richtigen Portion Käse, immer nur so viel daß derselbe nicht zu stark im Vordergrund steht. Klasse zum Autofahren oder Abendessen.
So war dieser Gig natürlich ein Muss, waren Air doch ernstzunehmende Konkurrenten von Beck im Kampf an der Spitze meiner Beliebtheitstabelle. Ich sage bewusst waren.
Der Eisbär
In „Pauls Ecke“ der häßlichsten Kneipe Deutschlands sinnieren einfache Gemüter beim Bier über die Herkunft der Pommes Frites, während sich draußen in der Stadt eine Katastrophe anbahnt. Fabian (Benno Fürmann) und Reza (Florian Lukas) machen sich auf, um ein paar Girls aufzureißen. Die mysteriöse Nico (Karina Krwaczyk) fährt unterdessen mit einer scharfen Bombe im Kofferraum zum „Gesundheitsminister“ (Heiner Lauterbach). Sie soll den gefürchteten Verbrecher eliminieren. Der weiß noch nichts von seinem Glück und ist damit beschäftigt, den Auftragskiller Leo (Till Schweiger) alis „der Eisbär“ von einem Job zurückrufen zu lassen. Zu spät: Die „Ratte“ (Peter Maffay) mußte bereits dran glauben.
WeiterlesenFrl. Katjas Nähkästchen, Folge 7
Bin wieder da. Und weil ich seit Tagen nichts anderes mach, als über die Stadt der Städte zu reden, will ich diesen Zwangs-Output doch gleich mal für mein „Nähkästchen“ nutzen. „Die Leser erwarten das“, meinte mein Chefredakteur, „denn: wenn einer eine Reise tut…“. Da ist was dran.
WeiterlesenLive: Jud
Kaiserslautern/Filmore, 24. Oktober 1998
Bevor das kalifornische Trio JUD die Bühne entern durfte, mußten die Zuschauer einen der schlechteren Lauterer Supports über sich ergehen lassen. PANSEN INC. (dämlicher Name übrigens) machten der Meisterstadt nicht viel Ehre. Noise Trash mit Metalverschlägen ohne viel Sinn und Verstand und zudem lieblos dargebracht. Das war nix und wurde dem Headliner in keiner Weise gerecht.
WeiterlesenCake: Prolonging The Magic

Wer es noch nicht wußte, das ’96er Album „Fashion Nugget“ war keineswegs das Debüt der Kuchenliebhaber, sondern bereits deren Zweitwerk. Den Anfang machte 1994 „Motorcade Of Generosity“. Das nur mal so am Rande. Rezensenten protzen bekanntlich gerne mit ihrem immensen Fundus an Fachwissen. Protzen müssen Cake natürlich nicht; das haben sie nicht nötig.
WeiterlesenMain Concept: Genesis, Exodus, Main Concept

Neben Hamburg und Stuttgart, die derzeitigen Hochburgen in Sachen deutscher HipHop, ist seit langem in München eine Band namens Main Concept aktiv, die mit ihrer aktuellen Scheibe „Genesis, Exodus, Main Concept“ abermals Lob einfahren konnte (da auch schon etwas länger auf dem Markt – räusper!). Bereits 1990 gegründet, sorgten sie in regelmäßigen Abständen für Anerkennung innerhalb der stetig wachsenden Szene. Main Concept, das sind David Pe, DJ Explizit und der Produzent Glammerlicious, der unter dem Pseudonym Human D schon zahlreiche Remixe unters Volk streute.
WeiterlesenStraight Outta Compton
Easy E, Dr. Dre, MC Ren (bürgerlich: Lorenzo Patterson), DJ Yella (bürgerlich: Antoine Carraby) und (nicht zu vergessen) Ice Cube waren N.W.A., die Niggaz Wit‘ Attitude. Sie waren wohl das, was man heute gemeinhin als die Begründer des Gangsta Rap angesehen würde. Irgendwie verständlich, schließlich handelten ihre Texte zuhauf von Beschimpfungen der Polizei, anderen MCs sowie Frauen, die stets herablassend als „bitches“ betitelt wurden. Ihr Debüt „Straight Outta Compton“ war der krasse Gegensatz zum New Yorker East Coast, der sich verstärkt politisch korrekteren und politisch motivierteren Themen zuwandte, und zeichnete sich dementsprechend durch plakative Gewalt, Sexismus und simple House-Party-Mucke aus.
WeiterlesenThe Cruel Sea: Over Easy
Einer der wohl besten australischen Exportartikel überhaupt, gibt sich wiederum die Ehre, unsere bescheidenen Hütten mit wohltuenden Klängen zu erfüllen. The Cruel Sea haben ihr fünftes Album im Kasten: „Over Easy“. Zusammen mit dem Produzentenpaar Daniel Denholm und Phil McKellar haben sie dieses in insgesamt drei Studios eingespielt. Was als „instrumentale Partyband“ begann hat im Laufe der Jahre feste Bandstruktur erlangt. Anstatt nur ab und an spontane Textzeilen in das Mikro zu hauchen, ist Tex Perkins (Beasts Of Bourbon) mittlerweile so etwas wie das fünfte Bandmitglied. Er verleiht den als Instrumentals gedachten Songs mit seiner charismatischen, von Whiskey-Exzessen gezeichneten Stimme das vokale Gewand.
WeiterlesenThe King: Gravelands
The king is dead, pah, von wegen, auferstanden isser und hat sein neues Werk bezeichnenderweise „Gravelands“ getauft und darauf ausschließlich Songs schon lange verstorbener Sänger der Rock’n’Roll-Geschichte intoniert. Jeder einzelne Song – egal welch musikalischer Couleur – klingt verdammt nach Elvis.
Dazu The King: „Die alten Schinken sind zwar klasse, aber irgendwann muß sich jeder Künstler einmal von seinen früheren Werken distanzieren – das ist einfach so. Aus Solidarität zu all den anderen Kollegen, die in den letzten Jahren von der Bildfläche verschwunden sind, singe ich jetzt ein paar von deren besten Songs, und zwar so, wie ich sie interpretieren würde – im unverwechselbaren Kingstyle.“
Beginner: Bambule

Die Hamburger Beginner dümpelten bislang im deutschen Underground und haben heuer die Chance, mit einem Major-Deal in der Tasche und einem überzeugenden Album in der Hinterhand, das HipHop-Feld von hinten aufzurollen. Wollten sie früher so viel wie möglich experimentieren, heißt das diesjährige Motto „weniger ist mehr“. Insofern wurden die Tracks auf das Grundgerüst Samples-Beats-Rap reduziert und mit sehr flüssigen, groovigen Ergüssen versehen (dank der beiden sahnigen MCs Eißfeldt und Denyo übrigens), die sich schon beim ersten Hören ins Ohr bohren. Ohrwürmer produzieren die Beginner anscheinend am Fließband, denn bereits beim zweiten Hördurchgang überzeugen die Tracks durch hohen Wiedererkennungswert.
WeiterlesenVelocette: Fourfold Remedy
Ein Traum, dieses Album! Diese Melodien, diese Arrangements, dieser elfengleiche Gesang… Romantik pur, aber von der bittersüßen, melancholischen Sorte! Sowas kann nur aus England kommen, dem Pophausen schlechthin.
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