Kari Bremnes: Reise

Das einzig schlechte, das man über Kari Bremnes‘ erstes Livealbum sagen kann, ist, dass sie keine Mitschnitte von der Tour in der kleinen Besetzung veröffentlicht hat. „Reise“ umfasst 14 Aufnahmen in voller Bandbesetzung, die zum großen Teil im Januar dieses Jahres in Deutschland mitgeschnitten wurden. Aber auch in der etwas üppigeren Version transportiert „Reise“ die Strahlkraft, die von den Liveauftritten der Norwegerin ausgeht.

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Nick Cave & Warren Ellis: The Assassination Of Jesse James

Jesse James ist durchaus eine ambivalente Figur in der Reihe meiner Kindheitsidole. Im Hollywood-Streifen mit Henry Fonda zum amerikanischen Robin Hood stilisiert, kam er ein paar Jahre später bei Lucky Luke weitaus schlechter weg. Aber es scheint ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein, dass es immer noch den guten Outlaw gibt, der die Ganovenehre hochhält. Ohne Kenntnis, auf welche Seite sich der aktuelle Film mit Brad Pitt schlägt, wurde zumindest der Soundtrack von einem Musiker gemacht, dem man durchaus auch das Adjektiv ‚ambivalent‘ auf den Rücken malen könnte.

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Rodney Hunter: Hunterville

Wien mal wieder. Rodney Hunter wurde eigentlich in den USA geboren, lebt aber seit einigen Jahren in der österreichischen Metropole, deren Sound er längst adaptiert hat. Hunter ist in einem Atemzug mit Peter Kruder, Richard Dorfmeister und Konsorten zu nennen. Zumal er sein zweites Album auf dem von Kruder & Dorfmeister gegründeten Label G-Stone veröffentlicht. ‚Hunterville‘ ist tanzbare Gemütlichkeit.

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Farryl Purkiss

Farryl Purkiss ist in Südafrika ein gefeierter Mann. Für sein Debütalbum „Chapter One“ wurde der Singer/Songwriter für den südafrikanischen Musikpreis SAMA nominiert. Leider gewann er ihn nicht. Nach Tourneen in seiner Heimat, in Downunder und in Japan begann er die Arbeiten an seinem zweiten Album.

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Polaroid Liquide

Polaroid Liquide wecken in den ersten Takten des Albumauftakts eine Erwartung, die sie später nicht einzulösen gedenken. Denn „Quiet For The Start“ erinnert (zumindest anfangs) an den Postrock von Mogwai. Doch irgendwann wird die instrumentale Idylle von Gesang durchbrochen und der Hörer tut gut daran, sich flugs neu zu orientieren.

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Band Of Horses: Cease To Begin

Was für ein Anfang! Über einer sanft hingezupften Gitarre setzt bereits nach sieben Sekunden der Gesang ein und so wehmütig wie Ben Bridwell singt, werden die Worte auf Tage dein Gehirn nicht mehr verlassen. Dabei kann man wirklich nicht behaupten, dass die – sich immer wiederholende –Zeile „I could sleep“ extrem ausgefuchst ist und zudem erinnert Bridwells Stimme an Roger Hodgson von Supertramp.

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Riverside: Rapid Eye Movement

Polen hat ein Imageproblem. Die meisten Menschen tun sich schwer, mehr als nur ein paar ausgelutschte Vorurteil zum Besten zu geben. Damit sich dieser bedauernswerte Zustand ändert, muss man unverzüglich Riverside ins Feld führen. Die polnische Prog-Rock-Combo um Bandleader Mariusz Duda hat sich vor ein paar Jahren von Null in die Oberliga des Prog katapultiert und festigt diese Position mit ihrem neuen Album „Rapid Eye Movement“.

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Road: Can’t Talk

Das Interesse an diesem Album ist allein schon wegen der vielen Gastsängerinnen und -sängern groß: Terry Callier ist mit dabei, so wie auch Earl Zinger, Lucy Jules (Brand New Heavies) und Elliot May (Basement Jaxx). Obendrein steht da im Infotext der Plattenfirma noch dieser unglaubliche (und ungläubige!) Neugier weckende Satz: „Die Band klingt wie Massive Attack auf einem Trip durch Brasilien und Afrika, mit dem Soul von Terry Callier und dem rauen Funk der Gorillaz im Gepäck“.

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The A-Z Of Bestival 2007

Rob Da Bank, Radio-DJ bei BBC Radio 1, kam in diesem Jahr die Ehre zuteil, das Programm für das dritte „Bestival“ auf der Isle Of Wight zusammen zu stellen. Für den Macher des Festivals natürlich kein Problem. Er pickte sich ganz einfach die angesagtesten Acts aus dem breiten Spektrum des Electro heraus. Diese sind nun auf dem Sampler ‚The A-Z Of Bestival 2007‘ zu finden, der im Nachhinein auf den Markt kommt – natürlich auf Rob Da Banks Label Sunday Best.

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Serj Tankian: Elect The Dead

„Elect The Dead“ hätte auch locker „Wähle den leichtesten Weg“ heißen können. Hat Serj Tankians Axis Of Justice-Kumpane Tom Morello bei seinem Solodebüt wenigstens eine andere Klangfarbe gewählt, macht sich der System Of A Down-Frontmann die Mühe erst gar nicht. Das instrumentale Spektrum wird zwar wesentlich erweitert und speziell dem Klavier eine große Bedeutung eingeräumt, aber immer bevor etwas entstehen kann, das wirklich anders wäre, donnert Tankian die System Of A Down-Würzmischung drüber.

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The Volares – Godvertising

Ist es Faulheit, fehlende Inspiration, finanzieller Mangel? Innerhalb von zehn Jahren hat das Power-Pop-Trio, das zumindest mental in Austin, Texas, angesiedelt ist, gerade mal zwei Alben veröffentlicht. Seit der Gründung im Jahre 1996 treffen sich die drei Freunde, der Engländer Dare Mason, die beiden Amerikaner Paul Averitt und James „Bucks“ Burnett nur gelegentlich zum gemeinsamen Musizieren; Live-Auftritte gibt’s schon mal gar nicht – Bucks lehnt das ab.

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Dave Gahan: Hourglass

Man hegt große Sympathien für Dave Gahan, wie er sich nach rund einem Vierteljahrhundert als ’nur‘ Depeche Mode-Sänger mit seinem Solodebüt „Paper Monsters“ (2003) vom übermächtigen Songwriterschatten Martin Gore’s freigeschwommen hat. Leider schafft er es aber auch mit seinem zweiten Soloalbum „Hourglass“ nicht, sich weit von der DM-Küste zu entfernen.

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Rooney: Calling The World

Mit „Calling The World“ verhält es sich wie mit hochdosierten Medikamenten: Die Platte ist nur mit Vorsicht zu genießen. Rooney geizen nicht mit der Dosierung und schmeißen in die 13 Songs alles, was ihnen aus den 60ern, 70ern und 80ern in die Finger fällt. Speziell die ersten fünf Songs des Albums sind ein Spaß und gefallen in ihrer gutgelaunten Melodieseeligkeit.

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David Olney – One Tough Town

Nein, es ist nicht der Zwillingsbruder von Van Morrison, sondern natürlich der aus New Hampshire stammende Singer/Songwriter, der Covervor- und Rückseite ziert. Dabei gilt Olney als ähnlich (öffentlichkeits)scheu und introvertiert. In regelmäßigen Abständen bringt er – bei wechselnden Labels – ein Album auf den Markt, das sich stets jeglichen Trends versagt.

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Bruce Springsteen: Magic

Die Zeiten ändern sich. Vor einem Monat habe ich etwas gemacht, das ich mir noch vor zwei Jahren nicht hätte vorstellen können: ein Hörbuch angehört (auf Deutsch!) – „31 Songs“ von Nick Hornby. Na ja, um ehrlich zu sein, bin ich beim Buchhören genau so faul wie beim Buchlesen. Aber ich habe es versucht und zwei Kapitel ganz gehört, immerhin. Erst das Kapitel über J. Geils´ Live-Version von „First I Look at the Purse“ (ich glaube, dass der Text falsch zitiert wird, das ist jedoch eine andere Geschichte) und dann das über Bruce Springsteens „Thunder Road“. Ich will Hornby hier nicht zitieren (ich würde wahrscheinlich eh falsch machen) aber er bringt es auf den Punkt, warum man sich – ob Amerikaner wie ich oder nicht – mit Springsteen identifizieren kann.

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R.E.M. Live

R.E.M. sind in einem undankbaren Stadium angekommen: Fast jeder wurde von ihren alten Hits irgendwann tief berührt und trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass man sie vielleicht inzwischen zu oft gehört hat. Dass die vergangenen Alben nicht gerade von Kreativität durchzogen waren, ist auch kein Geheimnis und so startet man mit gemischten Gefühlen in das erste Livealbum, das die Band je veröffentlicht hat.

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