Kettcar: Du und wieviel von deinen Freunden

Das waren noch Zeiten, als man mit 16, 17 Jahren mal locker anhand von einem Album eine komplette Weltanschauung definierte. Mit missionarischem Eifer wurde die Schallplatte dann jedem unter die Nase gerieben und so oft umgedreht, bis sogar meine Mutter die Texte konnte. Auch wenn sich diese pubertäre Begeisterung mit den Jahren gelegt hat – „Du und wieviel von deinen Freunden“ ist ein Album, das nicht nur „gut“ oder „super“ ist, sondern bei dem ich das Gefühl habe, es könnte sogar wichtig sein. Das Hamburger Quintett gibt Antworten auf Fragen, die du nicht gestellt hast, und fragt Dinge, für die es keine Lösung gibt. Du verstehst und wirst verstanden.

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Blackmore’s Night: Past Times With Good Company

Über Alben von Blackmore’s Night herzufallen ist wahrlich eine leichte Übung, sie gut zu finden ist dann schon eine etwas schwierigere Erfahrung. Als mir das Doppel-Live-Album „Past Times With Good Company“ ins Haus geflattert ist, hatte ich mich eigentlich schon auf einen Verriss gefreut und muss jetzt –mich verwundert am Kopf kratzend–gestehen, dass es mir gut gefällt.

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Add N To (X): Loud Like Nature

Ohne lang um den heißen Brei zu reden: „Loud Like Nature“ ist in wenig enttäuschend. Da fehlt ein Hit wie „Plug Me In“ – ganz zu schweigen von der Pornoversion des dazugehörigen Videos. Das Album wirkt überhastet zusammengeklaubt. Einige Ideen wurden ohne einem roten Faden miteinander verknüpft. Alles in allem klingt es zu pseudo-trashig, wobei aber nicht alles an „Loud Like Nature“ schlecht ist.

(4 Fritten)

Add N To (X): Loud Like Nature
(Mute/Virgin)

Aynsley Lister: Everything I Need

Cool, endlich ein neues Album von Blues-Youngster Aynsley Lister. Moment, neu? Leider nicht wirklich, 6 der 11 Tracks waren auch schon auf seinem selbstbetitelten Album von 1999. Obwohl in leicht veränderten Fassungen komplett neu eingespielt, hinterlässt sowas immer etwas Frust beim Konsumenten. Auf der anderen Seite ist es ein Track wie „Angel O‘ Mine“ wert, mehrmals aufgenommen zu werden. Wer Aynsley Lister noch nicht kennt, kann also gleich mit dem neuen Album anfangen.

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Electricity 2002

Das kleinste Bundesland ist außerhalb seiner Landesgrenzen nicht bekannt dafür, eine nennenswerte Elektro-Szene sein Eigen nennen zu dürfen. Elektronische Musik ist nicht das Steckenpferd der Saarländer. Um so erstaunlicher war es als die Landesregierung vor einigen Monaten mitteilte, sie wolle in der Landeshauptstadt ein Festival für elektronische Musik organisieren. Mit internationalem Flair und großen Einzugsbereich versteht sich.

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Schandmaul: Narrenkönig

Rund ein Jahr nach ihrem Debüt-Album sind die Happy-Schergen von Schandmaul mit einem neuen Werk zurück. Grundsätzlich ist alles beim Alten geblieben, es fällt nur auf, dass der Gesang nicht so deutlich im Vordergrund steht wie beim Vorgänger „Von Spitzbuben und anderen Halunken“, was zu Gunsten eines etwas raueren Gesamtklanges geht. Ohne den düsteren Mittelalter-Max zu machen oder sich anderen seltsamen Peinlichkeiten hinzugeben, macht das Sextett genau das, was Gaukler und Spielleute tun – unterhalten.

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The Datsuns: The Datsuns

Neuseeland ist wirklich nicht das Epizentrum der Rockmusik und von daher verwundert es nicht weiter, dass die Ur-Ur-Enkel der Rotzrockwelle aus diesem entlegenen Winkel kommen. Mit ihrem Statement „Don’t believe the hype“ spielen sie augenzwinkernd die Erwartungshaltung runter und fallen hauptsächlich dadurch auf, dass sie rocken als hätte es die skandinavische Retro-Rock-Welle noch gar nicht gegeben.

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Libertines: Up The Bracket

Extrem heftig sollen sie es auf Tour treiben, denn just kündigte ihr erfahrener Tourmanager. Er hatte die Schnauze voll von den Exzessen der Musiker. Frauen, Alkohol und Drogen – wie immer eben. Der aktuelle Über-Hype aus Großbritannien nennt sich The Libertines und könnte als Übersee-Gegenstück zu den Strokes durchgehen. So zumindest der erste Eindruck des Debüts („Vertigo“, „Death On The Stairs“).

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Electricity-Festival – Drum’n’Bass-Nacht

E-Werk Saarbrücken, 9.11.2002

Mit: DJ Kabuki, Philipp Maiburg, MC Glacius, MC Ronin, DJ Storm, Adam F, MC MC, Doc Scott, Bassface Sascha, MC Killa Bee u.a.

Gerade noch rechtzeitig angekommen, um das Gewinnspiel der AOK mitzuerleben, war für mich der erste Act DJ Kabuki, der, unterstützt von den MCs Glacius und Ronin, back-to-back mit dem Vertreter der Düsseldorfer Phoneheads Philipp Maiburg auflegte. Zu dieser relativ frühen Stunde, ungefähr um halb elf, war das E-Werk noch wenig besucht, auch die Stimmung der Anwesenden liess erst einmal ein Abwarten vermuten. Vielleicht lag dies auch daran, dass die Trommelfelle noch nicht allzu überstrapaziert wurden, respektive die Lautstärke erst später erhöht wurde. Der aus Hanau stammende Kabuki wusste dennoch zu überzeugen, so war sein Set geprägt von einem Drum’n’Bass der smootheren, für den Wahl-Tokioter jedoch recht typischen Gangart.

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Impellitteri: System X

Graham Bonnet ist einer der zahlreichen Rainbow-Sänger und schmückt jetzt das Mikro hinter der Band von Gitarrengott Chris Impellitteri. Das gab’s 1988 schon einmal bei „Stand In Line“ und bringt jetzt ein ähnlich knackiges Ergebnis. Zehn klassische Hardrock-Tracks mit Saitengeschwurbel und einem famosen Graham Bonnet am Mikro. Ziemlich zeitlos und ziemlich gut.

(7 Fritten)

Impellitteri: System X
(Steamhammer/SPV)

Cathal Coughlan: The Sky’s Awful Blue

Cathal Coughlan scheint in Sachen Erfolg nicht wirklich weiterzukommen. Dass man aber nach dem guten Vorgänger „Black River Falls“ große Erwartungen in ihn setzt, scheint logisch. Beim Opener „And Springtime Followed Summer“ sieht man diese Erwartungen auch erfüllt – der Song ist eine düstere Ballade im besten Phil Shöenfeldt Stil und geht in seiner Tristesse unter die Haut. Mit dem nachfolgenden „Denial Of The Right To Dream“ beginnt schon unmerklich der Abstieg.

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