Antithesis schreiben gute Songs, sind hart, versiert – und so eingängig wie Zäpfchen in Melonenform. Vertrackte Songs in der Klangfarbe zwischen Dream Theater und Fates Warning sind beileibe kein Fehler, aber manchmal sehnt man sich nach einer Hookline, die sich im Ohr festbohrt.
WeiterlesenKategorie: Musik
Her Space Holiday: Ambidextrous
Sie verstehen ihr Handwerk und verleihen auf dieser Remixscheibe den Originalen von Ruby, Elastica, Bright Eyes, Brave Captain und sich selbst einen eigenen Touch. Dieser rekrutiert sich aus Elektro, Postrock und drüber gespielten Klassikinstrumenten (Glockenspiel, Streicher, Klarinette und Harfe). Überaus angenehm und sehr anders; nicht zu vergessen: abwechslungsreich.
(8 Fritten)
Her Space Holiday: Ambidextrous
(Clearspot/EFA)
S.I. Futures: The Mission Statement
Uff, harter Tobak, was uns die Elektro-Terroristen S.I. Futures hier auftischen. Die Beats sind zügellos, Samples und Sounds kommen im „freien Stil“ um die Ecke geschossen. Sehr bizarr, sehr verwirrend und gar nicht so gut nachvollziehbar; allerhöchstens für eingefleischte Warp Records-Freaks.
(4 Fritten)
S.I. Futures: The Mission Statement
(Novamute/Mute/Virgin)
Sally Oldfield: Flaming Star
Sieben neue Songs und eine überarbeitete und längere Version von „Mirrors“ (aus dem Jahre 1980) hat Sally Oldfield auf „Flaming Star“ anzubieten. Die Kompositionen stehen ganz im Zeichen ihres „spirituellen Wachstums“, d.h. sie klingen esoterisch und weltmusikalisch. Mit der Zeit aber auch unheimlich langweilig und banal.
(2 Fritten)
Sally Oldfield: Flaming Star
(New World Music/Indigo)
Ruby: Short-Staffed At The Gene Pool
Es ist fast eine Gesetzmäßigkeit, dass Künstler, die mit ihrer Erstveröffentlichung einen bahnbrechenden Erfolg hatten und dann in der Versenkung verschwanden, um dann Jahre später noch einmal mit einem heiß erwarteten Nachfolger aufzutrumpfen, zum Scheitern verurteilt sind. So geschehen bei den Stone Roses (noch im Rahmen), Goldie (nicht mehr im Rahmen) und – um ein nationales Beispiel zu nennen – Liquido (war meiner Meinung noch nie im Rahmen – die Verkaufszahlen sprechen hier aber eine andere Sprache).
WeiterlesenKrezip: Nothing Less
Holländischer Alternative-Rock-Fünfer mit starker Frauen-Beteiligung. Obwohl sie live die Menge in Fahrt bringen können (Haldern Open Air), versinken sie auf der Platten in Durchschnittlichkeit.
(kfb, 5 Fritten)
Krezip: Nothing Less (Wea)
Röyksopp: Melody A.M.

Zu dem unaussprechlichen Bandnamen gesellen sich die ebenso exotischen Namen der Protagonisten: Torbjorn Brundtland und Svein Berge. Beide kommen aus (Achtung!) Tromsö. Ist das nicht süß? Okay, dann eben nicht. Sie selbst würden, müssten sie denn eine gute Umschreibung ihrer Musik finden, sagen: „Eine Kombination der Harmonien von Filmmusik, klassischen Komponisten wie Erik Satie und den Melodien von (Kunstpornofilmproduzent) Francis Lai in Verbindung mit der analogen Wärme der Siebziger und der fatness of the eighties over a thorough beat programming“. Wow! Ich bin beeindruckt und applaudiere ob der treffenden Definition.
WeiterlesenNDV: Karma
NDV sind die Initialen von Nick D’Virgilio, der sonst bei Spock’s Beard die Trommelstöcke schwingt. Über „Karma“ zu sagen „Elf Titel – Elf Stile“ wäre zwar etwas hoch gegriffen, charakterisiert das Album aber recht treffend.
WeiterlesenAxxis: Eyes Of Darkness
Nachdem „Back To The Kingdom“ (s.u.) Axxis wieder auf die Spur gebracht haben, schließt das deutsche Metal-Quintett an die wieder erschaffene Erwartungshaltung an. Warum irgend etwas ausprobieren, wenn man das macht, was man am besten kann?
WeiterlesenNickelback: Silver Side Up
Nein, Inno-Flakes haben die Jungs immer noch nicht gegessen, aber immerhin Weiterentwicklungs-Riegel. Waren Nickelback auf ihrem vergangenen Album noch etwas gesichtslos, haben sie jetzt einen eigenen Sound gefunden. „Never Again“ ist dann ein kratziger Einstieg, bei dem der gute Eindruck nur durch den Text getrübt wird.
WeiterlesenDelbert McClinton: Nothing Personal
Mit Unterstützung von Session-Pros wie Benmont Tench (Heartbreakers), Rick Vito (Bluesbreakers) und Ricky Fataar (uhm… Beach Boys) kann der veterane texanische Blues & Country Sänger McClinton keine schlechte Platte machen.
WeiterlesenVirtue: Virtuosity!
Wer auf trällernde Trios á la TLC oder Destiny’s Child steht, wird hier in einer etwas sanfteren Variante bedient. Singen können die drei Mädels und auch das Songmaterial ist recht ordentlich. Schade, dass das Album etwas anorganisch klingt; dass es auch anders geht, beweisen die erwähnten Vorbilder.
(6 Fritten)
Virtue: Virtuosity!
(Zomba)
The Chronics: Soulshaker
Eine weitere etwas ältere Platte, die einige Zeit gebraucht hat, um Platz in meiner Playlist zu finden. The Chronics kommen aus Skandinavien und haben, dachte ich zumindest zuerst, eine einfache Strategie: 60’s Garage-Rock zu rekonstruieren, à la The Lyres, Nomads, Fleshtones usw.
WeiterlesenIgnite: A Place Called Home
Da die erfahrenen kalifornischen Hardcore-Männer ganz intelligent, politisch korrekt und nachdenklich zu sein scheinen und dazu noch ständig in Europa unterwegs sind, sollte man ihr aktuellstes Album hier respektvoll rezensieren. Also: Respekt. Das heißt aber längst nicht, dass ich es nochmal hören will.
WeiterlesenLammbock OST
Keine Ahnung, auf was für einem Qualitätslevel der Film „Lammbock“ spielt, aber der Soundtrack ist ziemlich cool. Die meisten vertretenen Bands sind dafür bekannt, dass sie immer dezent neben der Spur liegen: Ween, Calexico, Sportfreunde Stiller, Kings Of Convenience und das 80er-Relikt Captain Sensible mit „Wot“. Die Newcomer Oblivia machen mit „My Friend“ eine gute Figur und auch unbekannte Bands wie Muki verheddern sich im Trommelfell. 16 Titel, cool zusammengestellt, mit extrem assoziativer Färbung – was will man mehr von einem Soundtrack?
Lammbock OST
(Zyx)
Phantom Ghost: Phantom Ghost
Staksige Beat-Boxes, Elektronik-Klänge, so schüchtern wie der Morgentau, und unschuldige Low-Fi-Simmen. Die Musik von Phantom Ghost hat etwas bezaubernd Naives, obwohl zwei ausgebuffte Profis dahinterstecken: Thies Mynther (Stella, Egoexpress) und Dirk von Lowtzow (Tocotronic).
Sperrig und spröde klingen die meisten PG-Songs, ihr Pop-Wesen springt einen nicht wirklich an. Man harrt aus, lässt sie auf sich wirken und guckt, was sie mit einem anstellen. Schräg und ungeübt scheinen sich Phantom Ghost besonders gern zu geben, sie kokettieren mit ihrer längst vergangenen (?) Pubertät.
WeiterlesenUrban Tale: Urban Tale
Journey! Mehr muss man zum Debüt des schwedischen Quintetts gar nicht sagen. Sänger Kimmo Blom klingt an manchen Stellen so sehr nach Steve Perry, dass dieser wahrscheinlich denkt, er wär’s. „Passion Takes Over“ oder „Runaway Train“ hätten auch auf jeder Journey-Scheibe dabei sein können. Wer also seine alten Scheiben von Neal Schon & Co. Schon dünn genudelt hat, kann Urban Tale eine berechtigte Chance geben.
(5 Fritten)
Urban Tale: Urban Tale
(Frontiers / Point)
Neal Morse: It’s Not Too Late
Der rührige Sänger von Spock’s Beard hat neben diversen Projekten jetzt auch sein zweites Soloalbum am Start. Überraschend ist die poppige Leichtigkeit, die er diesmal in die Songs einfließen lässt. Prog ist Fehlanzeige, Neal Morse zeigt vielmehr, dass das Klavier sein Heimatspielfeld ist und kommt dabei gefährlich nahe in Gefilde von Joshua Kadison und Elton John, um sie dann doch zu umschiffen.
WeiterlesenJohn Hiatt: The Tiki Bar Is Open
Wem noch das letztjährige Meisterwerk „Crossing Muddy Waters“ im Ohr klingt, der sollte jetzt wieder auf „elektrisch“ umschalten. John Hiatt hat wieder seine Begleitband The Goners reanimiert, mit der er das letzte Mal 1988 „Slow Turning“ auf Platte gebracht hat. Obwohl überraschend rockig, knüpft „The Tiki Bar Is Open“ doch an die akustischen Klänge des Vorgängers an. Direkt, spontan, unverkrampft – es sind die gleichen Attribute, mit denen man beide Platten beschreiben kann. Und nach einer kurzen „Einhörphase“ hat man sich auch daran gewöhnt, dass die Folk- und Countryeinflüsse diesmal gering sind.
WeiterlesenGood Times 2
In Anbetracht der jüngsten weltpolitischen Entwicklungen traue ich mich kaum, es in den Mund zu nehmen. Aber diese Platte ist der Stimmungsmacher überhaupt. Man sagt ja überall, dass das Leben weitergehen muss. Irgendwie halt. Selbst wenn es unglaublich schwer fällt. Mit „Good Times 2“ fällt es zumindest mir etwas leichter, auf andere Gedanken zu kommen und die Bilder des Terrors aus dem Kopf zu jagen.
Joey und Norman Jay heißen die beiden tollkühnen Discjockeys, die mit diesem Sampler wieder mein Herz zum Tanzen gebracht haben und mich aus der Beklommenheit und Lethargie gerissen haben. Wenn ihr schon immer eine Doppel-CD mit absoluten Partytunes haben wolltet, das vom guten alten Soul und Funk regiert wird, dann kommt ihr an dieser Compilation nie und nimmer vorbei. Hier steppt der Bär. Ich bin zu diesen Klängen selbst schon durch die Wohnung getanzt. Das will was heißen. Wir sollten den Gebrüder Jay dankbar sein, dass sie sich die Mühe gemacht, zwei CDs bzw. vier Vinylscheiben voll großartiger Stimmungsmacher zusammenzustellen. Und nicht wundern, wenn Funk und Soul Hand in Hand mit dem ein oder anderen Stück Reggae, HipHop, House oder Dance gehen.
Eins bleibt allen Tracks auf „Good Times 2“ gleich: Sie knallen, packen dich und reißen dich binnen Sekunden mit. Das liegt an deren vollkommen positiver Ausstrahlung.
Sampler
Good Times 2
(Nuphonic/Zomba)