Läuft alles wie geplant, steckt der Krimikritiker seine Nase täglich in zwei Bücher. Eins für tagsüber, eins für die Nacht. Welches man wann zu sich nimmt, ist eine spontane Entscheidung, aber meistens liegt man damit richtig, denn es gibt sie tatsächlich, die Tag- und Nachtbücher.
WeiterlesenCD-Neuheiten KW19/2007

Über 300 CDs wirft die Phonoindustrie allein am heutigen Freitag auf den Markt. Hauptattraktion unserer kleinen Vorauswahl ist „Sky Blue Sky“, die neue Wilco. Daneben gibt´s mit Musik aus Dänemark, Spanien, Österreich, Deutschland, Schweden und den Niederlanden einen überdurchschnittlich hohen Anteil Kontinentaleuropa:
Dieter Kühn: Geheimagent Marlowe
Wer Dieter Kühns Biografien kennt, den wird das Motto, das er seiner neuesten voranstellt, nicht schockieren. Ein Zitat von Johannes Bobrowski ist es: „Wir häufen hier eine historische Unwahrheit auf die andere, um ein zutreffendes Bild zu bekommen.“ Wohlan. Das hat Dieter Kühn schon immer so gehalten, von Oswald von Wolkenstein bis Maria Sybilla Merian oder Clara Schumann. Die sogenannte ernsthafte Wissenschaft meldete nicht selten ächzend ihre Bedenken an, aber am Ende hat Kühn Bobrowskis Credo immer glänzend bestätigt. So auch diesmal mit „Geheimagent Marlowe“.
WeiterlesenManic Street Preachers: Send Away The Tigers
Auch eine Taktik, um dem ewigen Innovationskikeriki zu entgehen: Man nimmt ein überambitioniertes („Know Your Enemy“) und ein schlappes („Lifeblood“) Album auf und dann macht man wieder das, was man am besten kann. Das heißt in diesem Falle „Send Away The Tigers“ und ist die wohltuende Rückkehr zu den Stärken der Manic Street Preachers.
WeiterlesenMedienmenschen Wie man Wirklichkeit inszeniert
Studierende des Instituts für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg wurde die seltene Ehre zuteil, 30 Prominente interviewen zu dürfen, um einen Blick in die Mechanismen der Medienwelt zu erhaschen. Dabei wurden Fragen wie „Was machen Prominente mit den Medien?“ und vor allem „Was machen die Medien mit den Prominenten?“ erörtert.
WeiterlesenA Tribute To Joni Mitchell
Normalerweise stehen auf Kinoplakaten oder Festivalbillings die ‚Big Names‘ immer ganz groß, ganz oben. Für „A Tribute To Joni Mitchell“ werden die Namen der Beteiligten nüchtern alphabetisch aufgelistet. Wie soll man auch eine sinnvolle Reihenfolge in Namen wie Björk, Brad Mehldau, Elvis Costello, Prince oder Cassandra Wilson reinbringen? Endlich ein Tribute, auf dem sich nicht eine Horde zweitklassiger Bands an unerreichbaren Vorbildern versucht und zum Glück eine Erfüllung der daraus resultierenden Erwartungen.
Weiterlesenworld leading crime fiction blog
Bitte wundern Sie sich nicht, wenn in zukünftigen amerikanischen Krimis keine Messer mehr von hinten direkt ins Herz gestoßen werden. Das ist nämlich anatomisch ziemlich unwahrscheinlich, und jetzt weiß es auch der Amerikaner. Dank unseres Kollegen Bernd natürlich, der endlich die Aufnahmeprüfung bei Crimespace bestanden und auch gleich sein schwieriges Werk begonnen hat, den Amis eine richtige →Mordkultur beizubringen. Als nächster wird Azubi Jochen dem Verein beitreten und die Amerikaner davon überzeugen, nicht mehr so viel Harlan Coben zu lesen. Und wenn erst Frau Anobella mit ihrem Fortsetzungkrimi „Killing Mainz“ vertreten sein wird, haben wir es geschafft: die Krimiweltherrschaft für wtd. An uns kommt keiner mehr vorbei. Wir sagen, wo’s langgeht.
Repetition kills
„Hallo Mama, hallo Papa“ in der Endlosschleife. Das kann Familien spalten. Im Interview muss sich Rolf Zuckowski deshalb immer denselben Vorwurf gefallen lassen: Diese Musik nervt.
Und Titus Amu stellt in der Süddeutschen auch tatsächlich immer wieder die gleiche Frage: → Die singende Nervensäge
Sara Paretsky: Feuereifer
Vic Warshawski denkt nicht an Ruhestand. Wohl ist Sara Paretskys Detektivin nicht mehr die Allerjüngste und überdies – wenn nicht sie, wer dann? – „Kult“: Aber gar so heil ist Chicago nicht, dass es auf eine wie Vic verzichten könnte, um im Spagat zwischen Reichtum und Armut zu beweisen, wie doch beide Extreme zusammengehören.
WeiterlesenApostle Of Hustle: National Anthem Of Nowhere
Apostle Of Hustle ist das Sideproject des Broken Social Scene-Gitarristen Andrew Whiteman und legt mit „National Anthem Of Nowhere“ bereits das zweite Album vor. Die vielen Ideen, die seine kanadische Hauptband prägen, gibt es hier auch, nur der Nährboden ist ein anderer.
WeiterlesenThe Nightwatchman: One Man Revolution
Riff-Gott Tom Morello bleibt zwar seinem Instrument treu, wechselt aber von der elektrischen zur akustischen Gitarre. Seine politischen Aktivitäten kennt man ja noch aus Rage Against The Machine Zeiten und aktuell von Initiativen wie Axis Of Justice. Mit seinem Soloausflug unter dem Namen The Nightwatchman ist er auch in der passenden Musikform angekommen: Protestsongs in der Tradition der alten Volkssänger wie Woody Guthrie.
WeiterlesenDer Jäger
Jäger und Sammler sind wir, die wir hinter den alten Krimis her sind. Dabei geht uns manchmal ein leibhaftiger Waidmann ins Netz, so wie Anton von Perfall, Freiherr und Freund der Jagd, eine Legende beinahe. Über das Lieblingssujet dieses urbayrischen Schriftstellers brauchen wir kein weiteres Wort zu verlieren. Aber manchmal wurde es halt ein Krimi, so wie 1892 mit den „Truggeistern“. Ab sofort in der →„Criminalbibliothek des 19. und frühen 20. Jahrhunderts“ handlich portioniert zu genießen. Ohne Jagdfieber.
Joseph Finder: Company Man
Obwohl die Bücher des amerikanischen Autors Joseph Finder regelmäßig in Deutsche übersetzt werden (demnach wohl ihre Leser haben), finden sie kaum die Aufmerksamkeit der hochvermögenden Krimikritik. Mit „Company Man“, im Jahre 2006 immerhin Gewinner des „Barry Award“, hat der Autor auch qualitativ einen Schritt nach vorne gemacht. Dieses als Wirtschaftsthriller zu bezeichnende Buch gewinnt seinen besonderen Reiz aus dem Wechselspiel zwischen den spannenden Verwicklungen, in welche die eine Hauptperson des Buches gerät, und der gewissenhaften detektivischen Arbeit der anderen Hauptperson, die sich zunehmend auf die erste Person richtet.
WeiterlesenAus dem Tagebuch einer Krimiautorin
Schon hatten wir uns damit abgefunden, dass unser freundliches →Blogangebot für AutorInnen ohne Resonanz verhallen würde – da erreichte uns die Mail einer nicht ganz unbekannten (aber auch nicht sonderlich bekannten) Krimischreiberin. Ja, sie sei dabei! Allerdings nur anonym, denn schließlich wolle sie hier nicht plump Werbung in eigener Sache betreiben. Außerdem tangiere das von ihr geführte Tagebuch nicht selten „den Intimbereich“. Natürlich haben wir freudig zugesagt und veröffentlichen nun folgend die ersten, sehr aufschlussreichen Notizen aus dem Alltag der Kollegin. Zur Nachahmung empfohlen!
WeiterlesenCD-Neuheiten KW18/2007

Eine kleine Vorauswahl aus den wieder zahlreichen Neuerscheinungen dieser Woche. Neben einigen alten Bekannten wie Björk, den Manic Street Preachers und den wiedererstarkten Travis sind auch wieder einige noch zu entdeckende Bands dabei.. Um sich von deren Musik einen ersten Eindruck zu machen empfiehlt sich ein Besuch auf der jeweiligen MySpace-Seite (die wie gewohnt hier nur verlinkt wird, wenn es wirklich was zu hören gibt).
Es geht in dieser Liste immer um die Veröffentlichung in Deutschland, nicht um irgendwelche über Import erhältliche Alben. So werden die Cosmic Rough Riders, ein vielversprechendes Trio aus Glasgow, mit einem Jahr Verspätung auch bei uns veröffentlicht, während Mute Maths gleichnamiges Album in ihrer Heimat sogar schon 2005 erschien.
Ach du dickes Ei
Die FAZ bringt heute ein Interview mit dem Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer. Die meisten behandelten Themen sind altbekannt (Diäten sind doof) oder zumindest wenig überraschend (z.B. dass die Studie über die verfetteten Deutschen, die gerade solche Wellen schlägt, unseriös sei), aber die Geschichte mit den künstlichen, in China in Handarbeit hergestellten Eiern kannte ich bislang noch nicht:
WeiterlesenAlles ganz genau sehen und verstehen
Im Magazin der Berliner Zeitung und erfreulichweise auch online (→ Ich schreibe keine Häkelkrimis) findet sich ein längeres Interview mit US-Krimiautorin Elizabeth George über Gymnastik, Recherche, die BBC-Verfilmungen („Die BBC hat sich für eine bestimmte Art Film entschieden, und dafür sind sie ganz in Ordnung.„) und Vorbilder wie Margery Allingham:
WeiterlesenPrint vs. Blog?
Vieles von dem, was jüngst in der →New York Times diskutiert wurde, kommt einem auch hierzulande bekannt vor: Der allmähliche Rückzug der Literaturkritik aus den Feuilletons, die von den „Gedruckten“ misstrauisch beäugte Konkurrenz aus dem Digitalen, die Irritationen ob dieser Entwicklung auf Seiten der Verlage und Autoren. Print versus Blog? Zwei Argumente aus dieser Diskussion wollen wir etwas genauer betrachten.
WeiterlesenCat Power ante portas
Cat Power hat heute abend in Heidelberg ihren einzigen Deutschlandauftritt im Rahmen ihrer aktuellen Europakurztour. Kollege kfb wird sich das Konzert für Hinternet ansehen und ist schon den ganzen Tag vorfreudig erregt. Für alle, die sich noch nicht sicher sind, ob der Besuch lohnt leisten wir etwas Entscheidungshilfe:
WeiterlesenPieke stellt klar

Die Wirklichkeit ist manchmal doch kein schlechter Kriminalroman, in dem das Weiße weiß und das Schwarze schwarz ist. Manchmal ist sie richtig wirklich, sprich: verwirrend. So wie in der neuen Kriminalreportage von Pieke Biermann aus der Reihe „Menschen – Orte – Kriminalität“: „Serén, Ann-Charlott und der alltägliche Judenhass“. Sollte man reinhören. Im RBBinfoRADIO 93,1 5. Mai 2007 um 11:45 Uhr, Wiederholungen um 19:45 und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45 Uhr.
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