Das gegenwärtige Vollidiotentum hat viele Gesichter. Manche fratzen hinter den Masken der Gutbürgerlichkeit, der ständigen Sorge ums Gemeinwohl, andere hingegen zeigen sich ungeniert maskenlos. Derzeit vor allem auf deutschen Fußballplätzen. Pieke Biermann wird uns in der JÜDISCHE ALLGEMEINEN No.9/07 (am Kiosk ab 1.März) über einen solchen Fall erzählen und ein Mann porträtieren, der dagegenhält. Einen Verteidiger. Gegen die neuen STÜRMER hierzulande.
WeiterlesenHarald Harst ermittelt weiter

Sind das nicht niedliche Cover? Sechs Stück gibt es jetzt in der →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“ davon schon zu bewundern, weitere werden folgen – aber ALLE kriegen wir wohl beim besten Willen nicht auf die Seite. Hat doch Walther Kabel (aka Max Schraut) über 300 Mal die spannendsten Episoden aus dem Leben seines Privatdetektivs Harald Harst in kleine billige Hefte geschrieben. Aber keine Sorge…die nächsten liegen schon als PDF vor und werden uns die Zeit auf besttriviale Weise vertreiben…
Massimo Carlotto: The Goodbye Kiss
Dieses ist die erste Besprechung eines der Kandidaten für den Edgar des Jahres 2007, Kategorie „Bestes Taschenbuch“.
WeiterlesenNeue Wege des Krimimarketings
Ein bis dato nicht für möglich gehaltener Vorgang erschüttert die literaturverarbeitende Industrie. Erstmals wird der Erwerb eines Buches der erzählenden Literatur an den Erwerb eines Werks der Sekundärliteratur geknüpft. Und das ist noch nicht alles!
WeiterlesenGlaustrophobie und Bestienliste
Den Ehrenglauser 2007 erhält – nein, wieder nicht Ludger Menke, obwohl er →fast fünfzig Wörter für die diesjährige →Vorschlagsliste übrig hat. Irene Rodrian ist’s, der wir herzliche Glückwünsche Richtung Barcelona schicken. Und die fünf Vorausgewählten im Segment „Roman“ sind doch okay, gelt? Nix „literarische Krimis“ wie beim Deutschen Krimipreis, kein Hochgatterer nirgends und „Tannöd“ wurde eh unter „Debüt“ eingeordnet.
Weiterlesen2raumwohnung: 36 Grad
Es muss da so eine Kiste geben, und wenn sie geöffnet wird, steigen lauter schöne Dinge daraus empor. Kleine, bunte Schmetterlinge. Blüten. Sterne. Petits fours. Aber auch mal manch graue Wolke. Wunderschöne allerdings nur, natürlich. So stell ich mir das vor, wenn 2raumwohnung mit ihren Ideen für ein neues Album ins Studio gehen.
WeiterlesenGrenz- und andere Fälle
Spannende Zeiten brechen an, wenn ich mir so anschaue, was in den nächsten Wochen an rezensierbarem Material meiner harrt. Halte ich das verflossene Krimijahr, was seine deutschsprachigen Erzeugnisse anbetrifft, ja für, milde ausgedrückt, eher durchwachsen, verspricht uns das laufende mehr Produkte über dem grauen Durchschnitt. Liegt auch daran, dass einige der Cracks im vergangenen Jahr pausierten, in dieser Saison aber wieder da sind. Bernhard Jaumann zum Beispiel.
WeiterlesenDustin Kensrue: Please Come Home
Eigentlich seltsam – man hört selten von melancholischen Songwritern, die urplötzlich in die Krawallschachtel fallen und mal flugs ein Emo, Hard-, oder Postcore-Album aufnehmen. An den umgekehrten Weg haben wir uns aber schon gewöhnt und freuen uns immer wieder, was aus den Krachmachern auf einmal so rauspurzelt.
WeiterlesenAnna Ternheim: Separation Road
Anna Ternheim ist nicht von dieser Welt. Sowohl das Artwork ihres zweiten Albums als auch der Klang halten den Hörer auf genau diese Art von Distanz, die einen geradezu anstachelt näher heranzukommen. Aber es ist, als würde man sich in einen dunklen, faszinierenden Wald begeben. Egal wie tief man eindringt, man wird nicht dazu gehören.
WeiterlesenRegy Clasen: Live Im Schmidt Theater
Bubblegum-Musik liegt uns ja sowieso nicht, aber es ist immer wieder schön zu hören (und hier auch zu sehen), wenn Musiker fast ehrfürchtig ihre Songs vortragen. Regy Clasen und ihre fantastische Band zelebrieren auf der DVD „Live im Schmidt Theater“ die pure Freude an der Musik und können dadurch großzügig auf eine ausgefeilte Lightshow oder übermäßige Bühnenpräsenz verzichten.
WeiterlesenBeate Sauer: Der Geschmack der Tollkirsche
Sie haben es toll getrieben, die alten Römer. Mit Federn den Gaumen gekitzelt, bis sich der Magen für die nächste Völlerei entleerte, zur schräg geschlagenen Leier Rom brennen lassen, von Herrn Caligula ganz zu schweigen, wir wollen uns ja nicht mit dem Jugendschutz anlegen. Die Existenz von „Römerkrimis“ ist daher nicht überraschend; dass sie so gut gelungen sind wie „Der Geschmack der Tollkirsche“, schon eher.
WeiterlesenDoppelt – geteilt
Die Frage ist noch einigermaßen hypothetisch und vielleicht zu früh gestellt. Aber wohlan: Wer könnte sich vorstellen, ein „Krimijahrbuch“ zu abonnieren, das ZWEIMAL im Jahr (Frühjahr / Herbst) mit je ca. 180 Seiten erscheint und im Abo ca. 12 € kosten würde? Und wer hielte das für keine gute Idee? Und was erwartet man inhaltlich von einem solchen „Buch“, das doch eigentlich die Vorstufe für eine Krimizeitschrift wäre? Nur mal so ins Blaue gefragt. Antworten erbeten. Als Kommentar oder Mail.
Preußenkrimis

Knorrige Kerle waren sie allemal, die Preußenkönige, ob der „Soldatenkönig“ oder die Friedriche, von denen der zweite als „der Große“ geradezu identitätsstiftend für das Preußen- und spätere Deutschentum wirken musste. Sie bauten auf ihre „langen Kerls“, philosophierten mit Voltaire, kämpften gegen Schweden, Russen, Österreicher, schufen ein mächtiges Reich, in dem die Sonne trotzdem unterging und ein Zwielicht für Intrigen schuf, aus dem man, wäre es denn schon à la mode gewesen, die feinsten Krimis hätte backen können. Sollte nicht sein; aber die Nachfahren der Preußen sind umso rühriger und verplotten alles, was bei drei nicht im Dunkel der Geschichte verschwunden ist.
WeiterlesenGonzovision
Zum 2. Todestag von Hunter S Thompson findet man auf Google-Video jetzt eine BBC-Dokumentation von 1978: Fear and Loathing in Gonzovision (Länge: 50min)
Holtei satt
Schon alle alten Krimis gelesen? Entzugserscheinungen? Neuer Stoff gefällig? Bitte: An die tausend Seiten →„Kriminal=Geschichten“ von Karl von Holtei, das sollte reichen bis Aschermittwoch. Und die Ostergeschenke sind auch schon eingescannt.
Harry Hunsicker: Still River
Harry Hunsicker führt in seinem Erstling „Still River“ mit der Stadt Dallas einen selten bespielten Ort ein. Ausführlich geleitet uns Privatdetektiv Lee Henry Oswald während seiner Tätigkeit durch diese Stadt und zeigt uns, wo Weiß und Schwarz, Arm und Reich, Gut und Böse sich aufhalten. Lee H. Oswald, der den Namen des vermutlichen Kennedy-Mörders von seinem Vater erhalten hatte, ist eine dieser Gestalten, die der 1. Golfkrieg hochgespült hat und welche in den letzten Jahren die Bücher vieler US-amerikanischer Krimiautoren bevölkern: Im Nahkampf und mit Spezialwaffen bestens trainierte und in deren Anwendung erprobte Männer
WeiterlesenMovers & shakers

Es gibt Sender, die will in unserer Gemeinschaftspraxis niemand freiwillig sehen. Sender wie Super RTL, TM3 oder Sat1. Und dann gibt es Sender, die hier niemand anschaut, auch wenn er/sie es wollte. Sender wie der ZDF Theaterkanal, Der Schmuckkanal, Bibel TV und Wein TV. Sender für die man so häßlich klingende Dinge wie Set-Top-Boxen oder Pay-Tv-Abonnements benötigt.
Zu diesen Sendern gehört auch Sat.1 Comedy, in aller Bescheidenheit „die erste Adresse für gute Unterhaltung und Programmvielfalt“ genannt.
Büttenrede 2007
Er war der Höhepunkt beim diesjährigen Event der Hinternet-Arbeitsgruppe „Saisonalbedingte Heiterkeit“. Der Auftritt von Herrn Diplompsychologen Florian Bricke-Doornkaat als „Krimiirrenarzt“ überzeugte durch subtile Diagnose und grobes Witzeplotting. Hätte man einem Akademiker gar nicht zugetraut! Wir wollen unseren Lesern diese Sternstunde deutscher Kriminalkomik nicht vorenthalten und drucken nachfolgend die Büttenrede Herrn Bricke-Doornkaats ab.
WeiterlesenSo jung und schon so rostig

Dank Internet können wir heute schon zitieren wie die taz morgen den Tatort von übermorgen („Der Tote vom Straßenrand“) verreisst:
So unverbindlich wurde schon lange kein Plot im „Tatort“ mehr zusammengeschraubt. Der Saarländische Rundfunk ist ja sehr stolz darauf, das jüngste Ermittlerteam am Start zu haben. Blöde nur, dass es wie aus dem Ersatzteillager des Wochenendkrimis zusammengebastelt wirkt.
