Ja, liebe FreundInnen, nun heißt es Abschied nehmen. Der Schreibtisch ist leer, das Chaos auf demselben verschwunden. Eine Frau wird hier wohl bald ihren Platz finden, ich selbst – nun, ich werde schnell vergessen sein. Es ist vorbei. Es war schön. Es war hart, aber schön. Eine Träne wagt sich ins linke Auge und wird sofort resolut weggewischt. Keine Sentimentalitäten. Nur ein einfaches: tschüs.
WeiterlesenThe Black Maria: A Shared History Of Tragedy
Für gut 40 Minuten erinnern The Black Maria an die Zeit in der man das Gefühl hatte, dass in Sachen Emo-Core noch nicht alles gesagt ist. An eine Zeit, bevor das Genre von zu vielen Copycats zu Tode geritten wurde. „A Shared History Of Tragedy“ ist elf Songs lang ein wahrer Glücksfall aus Melodie, Härte und Engagement.
WeiterlesenReferendarius auf der Eisenbahn
Die Temmesierung der alten Krimis schreitet wacker voran. Vom produktiven Altmeister J.D.H. Temme gibt es jetzt zwei Erzählungen aus der „Gartenlaube“, Jg. 1857 in der bewährten →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“. More to come.
Saufen und kiffen mit Pieke
Ob Krimis immer etwas mit Wirklichkeit zu tun haben und was das eigentlich ist – darüber streiten sich die Halbgelehrten. Dass Pieke Biermanns Kriminalreportagen Wirklichkeit abbilden, ist dagegen offensichtlich. „Umleitung ins Leben“ heißt die nächste, am Sonnabend 30.September 2006 in DER TAGESSPIEGEL zu lesen und auf RBBinfoRADIO 93,1 um 11:45 Uhr zu hören. Wer um diese Zeit grundsätzlich mit Ohropax durch die Gegend läuft, kann sich det Janze auch um 19:45 Uhr und in der folgenden Nacht um 0:45 und 5:45 durch die nun hoffentlich unverpackten Ohren reinziehen.
WeiterlesenD.B. Blettenberg: Land der guten Hoffnung
Ein merkwürdiger Krimi ist das. Der Leser wird auf eine ihm wohlvertraute Fährte gesetzt, doch bevor sich seine Expertennase an den Geruch des Plots gewöhnt hat, ist man auch schon am Ziel. Das passiert in „Das Land der guten Hoffnung“ gleich mehrmals und hat Methode. Eine gute Methode.
WeiterlesenZox: The Wait
Man kann mit Sicherheit sagen, dass Zox in jedem alphabetisch sortierten CD-Regal einen der letzten Plätze einnehmen. Praktische Nebenerscheinung, denn so lässt sich „The Wait“ schnell finden. Die pfiffige Indietruppe betreibt Heldenverehrung ohne zu klauen und schafft es aus dem Stand, einen erkennbar eigenen Sound zu kreieren.
WeiterlesenOkay, das ist nix Neues, ich entscheide mich beim ersten Absatz,
ob ich ein Buch kaufen will oder nicht. Oder spätestens beim zweiten. Dann floppt es manchmal noch zu Hause innerhalb der ersten zehn Seiten (dann kommt das Buch in den Familienverteiler).
WeiterlesenSolillaquists Of Sound: As If We Existed
Wer vom HipHop-Einheitsbrei genug hat und lieber Bands wie The Roots, die frühen Black Eyed Peas oder Künstler wie Sage Francis oder Mos Def (zumindest noch den von vor ein paar Jahren) bevorzugt, der sollte sich die Solillaquists Of Sound ganz oben auf den Wunschzettel für den nächsten Plattenladenbesuch schreiben.
WeiterlesenHorst Eckert: Der Absprung

Eigentlich ist das Zugfahren ein schönes Bild, mit dem man das Lesen erklären kann. Man sitzt in einem Wagen, der einen, mehr oder weniger gleichmäßig sich bewegend, von A über B und C nach D transportiert, man schaut aus dem Fenster in eine Landschaft, man ist in dieser Landschaft und ist doch nicht drin. Man sieht, was man sehen kann. Ein noch schöneres Bild wäre das: Man fährt, man sieht – und kann den Zug anhalten, sich etwas durch die Landschaft bewegen, sich manches angucken, das man durch die Fensterscheibe gar nicht sehen konnte – und dann nimmt man wieder im Abteil Platz und die Fahrt geht weiter.
WeiterlesenKrimi oder nicht Krimi? Die Leserfrage
Während Hinternet-Schlachtross Bernd und Hinternet-Fohlen Anobella mächtig →mit den Hufen scharren (soeben fliegt ein Schälchen Sushi-Soße Richtung Bernd….ui, das schöne japanische Porzellan aus der Mitsubishi-Dynastie…), möchte der (noch) verantwortliche Redakteur die hitzige Diskussion in die kühlen Köpfe der werten Leserschaft auslagern.
WeiterlesenHinterlassenschaften
Zu gerne hätten Hinternetweblogfamilienzuwachs Anobella und ich das Gesicht von DPR gesehen als er des ersten Anobella-Eintrags in unserem männerdominierten Weblog gewahr wurde. Da unsere versteckte Webcam schon vor Wochen aufgeflogen ist mussten wir unseren Hauszeichner RW anweisen, die Szene in schwarzweiß nachzustellen.
WeiterlesenChristopher Brookmyre: A tale etched in blood and hard black pencil
Es ist ein Anfang, wie er den Erwartungen der Leser Christopher Brookmyres entspricht: Zwei Tölpel stehen da und wissen nicht wohin mit der Leiche. Bleichlauge zumindest, so mussten sie lernen, ist untauglich, diese zum Verschwinden zu bringen. Dann jedoch folgt eine der Überraschungen, für die gute Autoren stehen.
WeiterlesenWelthaltigkeit, naiver Realismus? Wolf Haas übers Krimischreiben
Literaturbeilage … Anfangs glaubt man, (Ihr Held) Herr Kowalski erzählt uns die Geschichte seines Freundes Riemer. Haben Sie diesen Eindruck beabsichtigt?
WeiterlesenMessefreuden
Man zeige mir einen Krimifreund, der zum Büchergucken auf die Messe geht. Gibt es nicht. Gibt es nämlich alles schon in den Katalogen. Und bei uns Glücklichen, die wir für Krimis nichts zahlen müssen, weil sich unser Lesen für die Verlage auszahlen soll, liegen die Dinger längst auf dem Stapel. Frischware. Warum also nach Frankfurt reisen? Weil es dort so schön ist? Mal die Heidenreich gucken oder in Eva Hermans volle Blondheit? Nein, nein, da weiß der Rezensent Besseres.
WeiterlesenSierra Leone’s Refugee All Stars: Living Like A Refugee
Man könnte an dieser Stelle all die Musiker mit vollem Namen aufzählen, die an diesem Album beteiligt waren, und der Platz für diese Rezension wäre gesprengt. Aber Scherz beiseite. Da wo All Stars drauf steht, da ist auch All Stars drin. Und das mit Sierra Leone ist auch kein Scherz. Die Bandmitglieder lebten nämlich früher in der Hauptstadt Sierra Leones, in Freetown, ehe sie in einem Flüchtlingscamp in dem westafrikanischen Staat Guinea landeten und aus Verzweiflung die Sierra Leone’s Refugee All Stars gründeten.
WeiterlesenIndigo Jones: 40 Miles
Skinny Dog ist das Label von Pete Jobson (I Am Kloot), Guy Garvey und Mike Potter (beide Elbow) und nach den Veröffentlichungen von eher schrägen Bands wie Jackie O. und Cranebuilders überrascht es jetzt mit einer Truppe, die auch bei Glitterhouse oder Blue Rose zu Hause sein könnte.
WeiterlesenNicht nur in Krimis wird gestorben
Seinem Ruf als Totengräber des Kriminalromans wird Kollege Ludger Menke heute wieder gerecht. Er betrauert die Ableben von →Joseph Hayes und Colin Forbes. Nicht nur in seinem Krimiblog, sondern bald auch im Krimijahrbuch 2007. Das schon jetzt so proppenvoll ist, dass wir alle KrimiautorInnen herzlich darum bitten müssen, ein für 2006 geplantes Löffelabgeben auf das nächste Jahr zu verschieben. Danke für Ihr Verständnis.
Willkommen Willkomm
Wer 1838 einen Roman „Die Europamüden“ schreibt, kann kein ganz schlechter Mensch sein. Wer mit dem „Jungen Deutschland“ um Karl Gutzkow sympathisiert, schon gar nicht. Und wer dann, fast fünfzigjährig, ein Mädchenpensionat eröffnet, nun, den Mann wollen wir pausenlos loben und beneiden: Ernst Willkomm. Und lesen jetzt, in der immer umfangreicher werdenden →„Criminalbibliothek des 19. Jahrhunderts“, seinen 1857 in der „Gartenlaube“ erschienenen Krimi „Der verhängnißvolle Schatten“. Natürlich mit scharfem Eß.
Harlan Coben: Keine zweite Chance
(Vorbemerkung der Redaktion: Wir bitten unsere Leser, die in nachstehender Rezension vorkommenden Ausdrücke der Fäkalsprache sowie das manchmal rüde Urteilen des Kritikers zu entschuldigen. Herr Jochen „The Kid“ König absolviert in unserem Hause eine Ausbildung zum Krimirezensenten, um hernach dem Arbeitsmarkt als Fachkraft zur Verfügung zu stehen. In ihm brennt noch das heiße Rezensentenfeuer der Jugend, zudem versetzen ihn der dritte Versuch des Führerscheinerwerbs, die erste große Liebe sowie aufwendige Strategien der Aknebekämpfung in dauerhaften emotionalen Stress. Nichtsdestrotrotz sind wir davon überzeugt, dass Herr König seinen Weg in der Krimiindustrie machen wird.)
WeiterlesenBonnie ‚Prince‘ Billy: The Letting Go
Island, immer wieder Island. Im Moment ein Zauberwort, das mit vielen hochkarätigen Bands in Verbindung steht und meistens dann als Aufnahmeort ausgesucht wird, wenn neue Kreativwege gesucht werden. Kommen andere musikalisch verspulter von Island zurück, bewirkt die Insel bei Bonnie ‚Prince‘ Billy scheinbar genau das Gegenteil.
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