Hey, in Schweden gibt es Cowboys. Oder die Jungs hören auch 16 Horsepower und mischen den Saloonsound von David Eugene Edwards mit skandinavischer Schrulligkeit und fröhlichen Arrangements.
WeiterlesenAni DiFranco: Evolve

Um im rührigen Schaffen der Kanadierin den Überblick nicht zu verlieren, muss man sich ganz schön Mühe geben, aber bislang scheinen dem Power-Schlumpf die Ideen nicht auszugehen. Seit dem harschen Folk-Punk von „Dilate“ (1996) hat sich Ani DiFranco über die Jahre komplett gehäutet und präsentiert sich seit einigen Jahren erwachsener denn je. Geschrien wird nur noch selten, stattdessen setzt sie ihre Stimme emotional ein und verknüpft ihren Folk immer stärker mit Jazz-Anleihen. Wobei „Anleihen“ bei „Evolve“ stark untertrieben ist.
WeiterlesenBlaze: As Live As It Gets
Als Blaze Bayley bei den eisernen Jungfrauen einstieg, war meine Iron Maiden Zeit schon lange vorbei. Was ich dann zufällig von dem Album „Virtual XI“ gehört habe, hat mich auch nicht wirklich aus dem Sessel gehebelt. Von daher war ich dezent überrascht, dass Blaze Bayley auf der vorliegenden Doppel-CD „As Live As It Gets“ eine erstaunlich gute Figur macht.
WeiterlesenDan Bern & The IJBC: Fleeting Days
Auf Dan Bern ist Verlass – in einem Affentempo haut er neue Alben raus und keiner muss Angst haben, dass sie dadurch schlechter werden. Diesmal verpackt er seinen beißenden Spott schon in dem Namen seiner Band: IJBC steht für International Jewish Banking Conspiracy. Vorurteile und starre Sichtweisen sind der Scharfzunge Bern ein Greuel. Wenn er sich ein Thema vorknöpft, kann man sicher sein, dass der Blickwinkel überraschend ist.
WeiterlesenMikrowelle: Twang Boom Tschak
Liebste Damen, liebe Herren, diesen Albumtitel dürfen sie ausnahmsweise wörtlich nehmen. Mikrowelle ist das Hirngespinst des ehemaligen Think About Mutation-Bassisten Peter G. Mit dem Computer und einer Klampfe, einer Fender Mustang, hat er dieses Album zustandegebracht. Knapp 33 Minuten heiterer Elektro-Surf sind Peter und seinem PC gelungen. das skurrile Gesamtkunstwerk erinnert an Radio-Jingles aus den Siebzigern und versüßt einem so manch trübe Stimmung.
(8 Fritten)
Mikrowelle: Twang Boom Tschak
(Exile On Mainstream/EFA)
Swingin‘ Utters: Dead Flowers, Bottles, Bluegrass, And Bones
„All That I Can Give“, eine coole Country-Ballade, und der Folklore-Ballade „Don’t Ask Why“ sind mit die besten Songs auf dieser Platte. Beim Rest geben sich die Me First And The Gimme Gimmies- und Filthy Thievin‘ Bastards-Mitglieder typischem Street Punk mit Folk-Einflüssen hin. Kurzum: Für Fans von Social Distortion und The Clash.
(6 Fritten)
Swingin' Utters: Dead Flowers, Bottles, Bluegrass, And Bones
(Fat Wreck/SPV)
Clutch: Live At The Googolplex
Clutch sind göttlich – insbesondere live. Wer noch nie in den Genuss einer ihrer Auftritte gekommen ist, der kann mit diesem Live-Album vorliebnehmen. Alle anderen haben sie bestimmt schon gesehen oder sollten sie demnächst mal in Natura erleben (Wer weiß wie lange sie noch durchhalten werden?). Bei Clutch wird noch gearbeitet und gerockt auf der Bühne. Da wird den Orange-Verstärkern alles abverlangt.
(7 Fritten)
Clutch: Live At The Googolplex
(Megaforce/SMIS)
Twothirtyeight: You Should Be Living
„You Should Be Living“ ist ein schwieriges Album. Nicht im Sinne von vertrackt, ich habe schlicht und ergreifend keine Ahnung, was ich schreiben soll. Viel zu gut, um es unter den Tisch fallen zu lassen, aber selbst nach 10 mal hören, kann ich mich mit Mühe und Not nur an einen Song erinnern. Der heißt „The Sticks Are Woven In The Spokes“ und ist ziemlich gut.
WeiterlesenWahres Elend

Tagesthemen, 25.3.2003. ARD.
In einem Beitrag aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Bagdad erfahren wir, was wirkliches Elend ist. Die Familie dort, ist nicht genügend informiert, worum es in diesem Krieg überhaupt geht. Sie haben nämlich nur Radio. „Für einen Fernseher hat es nicht gereicht.“

Carl Magnus Palm: Licht und Schatten
Diese Geschichte bewegt noch immer: zwei Paare, die als Pop-Quartett Musik machen. Eine schwedische Band, die die Welt erobert. Vier Menschen, die ganz unterschiedliche Hintergründe mitbringen und auch auf unterschiedliche Weise mit dem Ruhm fertig werden. Und dann natürlich die Songs: Waterloo, SOS, The Winner takes it all… Diese Geschichte – rund 30 Jahre danach: Stoff für ein wahres Epos, dachte sich Carl Magnus Palm.
WeiterlesenMolly Hatchet: Locked And Loaded
„‚Ne Wutz aufzublasen und fliegen zu lassen – das ist doch wirklich nicht so schwer.“ Bislang ist mir nicht bekannt, dass es eine Parallele zwischen den Rodgau Monotones und Molly Hatchet gibt, aber nachdem sich beide Bands in mehr als einem Vierteljahrhundert als Frontsäue etabliert haben, passt „Volle Lotte“ sowohl für die Einen als auch für die Anderen.
WeiterlesenKansas: Device – Voice – Drum
Auch wenn Kerry Livgren nicht dabei ist, spielt hier der harte Kern von Kansas. Nach dem überraschend starken 2000er Album „Somewhere To Elsewhere“ legen die Prog-Dinos jetzt eine Doppel-Live-CD nach. Von einem Lehrstück für jüngere Bands zu reden, ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber Kansas müssen in dieser Verfassung keinen Vergleich mit der jungen Garde fürchten.
WeiterlesenKrieg und Frieden

Oscar-Nacht, 24.3.2003. Pro7.
Im Vorfeld gab es die unterschiedlichsten Vermutungen/Befürchtungen/Hoffnungen, wie sich Laudatoren und Preisträger zum laufenden Krieg äußern könnten. Wer hätte mit so viel Rebellentum rechnen wollen? Susan Sarandon reckte keck die Finger zum Peace-Zeichen als sie auf die Bühne kam und auch einige andere zeigten sich mehr oder minder betroffen und wünschten sich und anderen Frieden. Wären D. Rumsfeld und G. Bush jr. anwesend gewesen sie hätten bestimmt zugestimmt: „Frieden? Jawoll und zwar so schnell wie möglich!“.
WeiterlesenKriegsimpressionen

Innerhalb kurzer Zeit sehen wir bei ARD und ZDF jeweils einen der Reporter, die im Hauptquartier von General Franks in Katar rumhängen. Beide beklagten sich, dass es bislang noch keine Pressekonferenz gegeben habe, dass sie nicht an Informationen rankämen und gegenüber angelsächsischen Kollegen sogar benachteiligt würden. Der ARD-Mann jammerte geradezu, dass es unter diesen Umständen fast unmöglich sei, die Wahrheit zu berichten. Er sprach wirklich von Wahrheit! Nun, auch Parzival war ein tumber Tor…
WeiterlesenBangles: Doll Revolution
Vergessen wir einmal kurz die Rehaugen von Susanna Hoffs und den nimmermüden Formatradio-Kracher „Manic Monday“ und nähern uns vorurteilslos einer Band, deren Comeback niemand wirklich auf dem Zettel hatte. Knietief in den 60ern verwurzelt, beweist das Damenquartett, dass „nett“ nicht gleichzeitig „flach“ bedeutet. Die Byrds sind in vielen Gesangsharmonien genauso erkennbar wie die Beach Boys und dann ist es auch nicht wirklich schlimm, dass die Background-Vocals manchmal an das schon lang vergessene Damentrio Wilson Phillips erinnern.
WeiterlesenFormat-Tatort?

In einem Interview mit der Süddeutschen berichtet der (u.a.) Drehbuchautor Fred Breinersdorfer über quotenfixierte „Weichspüler“ in der ARD, die dem Tatort ein einheitlicheres Gesicht verpassen wollen:
„Zu den neuen Normen gehört, dass nun im Tatort nach fünf Minuten eine Leiche auftauchen muss. Oder dass es bis zum Schluss mehrere Verdächtige gibt. Oder dass die Kommissare untereinander ständig Witze machen…“
Mit einem Drehbuch für einen Leipziger-Tatort hat er bereits Schwierigkeiten, da dem Produzenten, die darin vorkommenden Neonazis zu militant dargestellt seien. Wie war das noch mal mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag?

Kriegsberichterstattung

Welchen Sinn hat eine so umfassende Versorgung mit Nicht-Informationen und „Experten“ zum Golfkrieg? Dass ARD und ZDF den ganzen Tag berichten kann ich ja noch verstehen (ist ja auch ein guter Konditionstest für die Moderatoren). Aber warum muß noch jedes 3. Programm sein eigenes Irak-Süppchen kochen? Hat die ARD Angst, der Krieg könne vorbei sein, bevor sie all ihre vorbereiteten Beiträge abgefeiert hat? Oder bringen HR3, SWR3 und Co. noch wichtige regionale Aspekte? Die Auswirkungen des Irakkriegs auf die Dönerbuden in Frankfurt, Interviews mit Ministerpräsident Beck zu den Chancen auf den Klassenerhalt von FCK und Saddam H, dafür würd sich’s glatt noch lohnen. Doch als ich einschalte höre ich den Satz „Manche sagen, der Feldzug der USA gegen Saddam Hussein habe schon begonnen“. Ja denn.
WeiterlesenEvergrey: Recreation Day
Beim Opener „The Great Deceiver“ mussten die Jungs von Evergrey scheinbar erstmal ihr Mütchen kühlen. Da wird alles ausgepackt, was eine Progressive-Band zu bieten hat und das Quintett tobt sich durch leicht nervige Keyboards, Frickel-Attacken und seltsame Chöre. Danach lassen sie es etwas ruhiger und gemäßigter angehen und man merkt schnell, dass das dritte Werk der Schweden um einiges offener ausgefallen ist als die beiden Vorgänger.
WeiterlesenWarten auf den Krieg

Countdown für den Irak-Krieg, 20.3.2003. RTL.
Erste Kriegshandlungen. Der Countdown geht zu Ende und alle Sender mit Nachrichten-Kompetenz wollen mit dabei sein. ARD und ZDF können die Wartezeit bis etwas passiert dank ihres großen Korrespondentennetzes locker überbrücken. Etwas ärmlicher sieht es bei RTL aus, die haben nur Peter Kloeppel, Heiner Brehmer und zwei Kameras in Bagdad. Das erinnert ertwas an die Bilder vom gebrochenen Torpfosten. Da heißt es reden, reden, reden. Nur sind Kloeppel/Brehmer eben nicht Jauch/Reif.
WeiterlesenEzio: The Making Of Mr. Spoons
Ich habe es Ezio nicht mehr wirklich zugetraut, dass sie es schaffen, ihren mitreißenden Gitarrenfolk adäquat zum Liveerlebnis auf Platte zu bannen. Der Vorgänger „Higher“ war zwar schon auf dem richtigen Weg, aber erst „The Making Of Mr. Spoons“ erreicht die schon lange erhoffte Plattenreife.
Weiterlesen

