Motörhead steht und fällt zwar mit Lemmy, aber was seine beiden Mitstreiter Phil Campbell und Mikkey Dee hier abliefern, ist auch nicht von schlechten Eltern. Im Vergleich zur Dampframme „We Are Motörhead“ klingt das neue Album fast schon filigran und verspielt.
WeiterlesenTy Tabor: Safety
Da ist er wieder, der Harmoniejäger und Melodiensammler Ty Tabor. Bei King’s X, Platypus und Jelly Jam ist sein melodischer Einfluss zwar unüberhörbar, aber auf seinen Soloalben tobt er sich richtig aus. Wenig Groove, noch weniger Gefrickel, stattdessen feiner Singer/Songwriter-Stuff wie schon auf seinem ersten (kompletten) Solowerk „Moonflower Lane“.
WeiterlesenSimple Minds: Cry
Verwirrung. Liegt es an meinen Ohren? Sind nicht Simple Minds höchstpersönlich an der misslichen Lage schuld, dass Teile ihres Comeback-Albums „Cry“ wie Auszüge aus U2-Alben klingen? Zum einen wäre da die Stimme von Jim Kerr. Zum anderen der Hang der schottischen Band, sich elektronischen Klangspielereien offen gegenüber zu sein. Beats und Effekte von Keyboards haben sich eingeschlichen. Nicht unbedingt eine schlechte Idee sollte man meinen. Doch andere würden argumentieren, dass Bands immer dann die Elektronik verstärkt zu Rate ziehen, wenn ihr nichts Gescheites mehr einfällt.
WeiterlesenHeyday: Wide Awake
Grunge hat mich seinerzeit zu sehr infiziert um die Bands, die heute ihren Heroen huldigen, nur mit einem Lächeln abzutun. Während es eine Band wie Puddle Of Mudd zwar eindeutig übertreibt und zur billigen Kopie verkommt, gibt es hierzulande einige Bands, die versuchen, in die immer noch andauernden Grunge-Nachwehen ihren Pflock einzurammen.
WeiterlesenJames Yorkston And The Athletes: The Lang Toun

James Yorkston ist Singer/Songwriter, stammt aus dem malerischen Edinburgh und hat mit seiner Band The Athletes einen Deal beim großartigen Indie Domino landen können. Seiner Single nach zu urteilen, muss man eingestehen, dass die Welt doch gerecht ist. Weg sind die Zeiten, in denen man von Zweifeln zerfressen wurde. Dass Yorkston hier und heute bei uns Erwähnung findet, ist ein Segen.
WeiterlesenYeah Yeah Yeahs: Yeah Yeah Yeahs

Greil Marcus, der bekannte Rockkritiker, hält ganz große Stücke von dem New Yorker Newcomer Yeah Yeah Yeahs. Er sagt, der Name sei schlecht. Kann man beipflichten. Oder? Vielleicht drückt er genau das aus, wofür die Band steht: Exzess, Jubel, Trubel, Action. The Action is go – das sagten mal Fu Manchu. Das Trio um Sängerin Karen O fügt sich nur zu gut als Glied in eine Kette ein, deren vorderen Elemente von The Moldy Peaches, The White Stripes und The Strokes besetzt sind. Rotzfrech rock’n’rollen sie mit.
WeiterlesenGluecifer: Basement Apes
„Basement Apes“ ist ein Album, an dem sich das Rock’n’Roller-Herz uneingeschränkt freuen kann. Wie so viele ihrer skandinavischen Kollegen haben sich Gluecifer vom kompletten Rotzrock verabschiedet und spielen jetzt eine versierte Mischung aus Retro- und High-Energy-Rock. Aber von allen sind Gluecifer die vielseitigsten.
WeiterlesenBilly Bragg and The Blokes: England, Half English
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit dem Ende der Thatcher-Ära alle politischen Bands verschwunden sind. Nur einen gibt es immer noch, der links außen die Fahne hochhält und angepisst ist wie eh und je. Nach den genialen Ausflügen in die Song-Archive von Woody Guthrie ist Billy Bragg nicht nur musikalisch nach England zurückgekehrt.
WeiterlesenMinistry: Sphinctour
Ministry pausieren und werfen eine Live-Platte auf den Markt. Unnötig, sollte man meinen, doch „Sphinctour“ macht Lust auf mehr Ministry. Aufgenommen wurden die Songs in verschiedenen Städten während der ’94er Welttournee zum „Psalm 69“-Album.
(8 Fritten)
Ministry: Sphinctour
Mayday/Sanctuary/Zomba
Lords Of Karma – A Tribute To Vai/Satriani
Schüler und Lehrer auf einem Tribute-Album vereint: Steve Vai war als Teenager für drei Jahre Gitarrenschüler bei Joe Satriani. Gerade in den Achtzigern galten beide als die Flitzefinger des Hardrock und haben Millionen von Gitarristen dazu animiert, möglichst viele Töne in einer Minute zu spielen.
WeiterlesenRPWL: Trying To Kiss The Sun
Beim gleichnamigen Debütalbum von RPWL konnte man die Häme nicht unterdrücken, dass die Jungs eigentlich klingen wie eine astreine Pink Floyd Coverband. Die Vorbilder lassen sich zwar auch auf dem Nachfolger „Trying To Kiss The Sun“ deutlich erkennen, aber man hat nicht mehr permanent den Eindruck, dass das bestimmt unbekannte Stücke von Pink Floyd sind.
WeiterlesenThe Quill: Voodoo Caravan
Metal Vocals treffen auf Stoner Rock. Was ungewöhnlich klingt und Erinnerungen an Mrs. Hippie wachruft, flattert hier frisch durch die Membrane. Sänger Magnus Ekwall phrasiert zwar wie ein Heavy-Poser, findet sich aber in den monumentalen Soundwänden seiner Kollegen mehr als gut zurecht.
The New Pornographers: Mass Romantic
Menschen mit Erfahrungen im Musikzirkus – allerdings in mir völlig unbekannten Bands – nennen sich nun The New Pornographers. Fünf Herren und eine Dame aus Vancouver, die ihr Debüt „Mass Romantic“ bei dem feinen Label Matador untergebracht haben. Was sie auf den zwölf Stücken zelebrieren ist alles was mit Gitarre zu tun hat.
WeiterlesenMillencolin: Home From Home
Millencolin ist eine der Bands, bei denen Schreiberlinge immer erst die Vergangenheit abhandeln, dann auf die veränderte Geschwindigkeit hinweisen, um abschließend festzustellen, dass die Jungs immer erwachsener werden. Damit sollte nach „Home From Home“ endlich Schluss sein – deswegen letztmalig: kein Ska mehr, weniger Gas, aber immer noch genug Dynamik und Frische, um ordentlich in den Pudding zu hauen.
WeiterlesenYeah!: Discopunk
Hey, töfte Idee – wenn man krätzige Musik macht, die in keine Schublade passt, kreiert man einfach eine: Discopunk! Allein die Songtitel bremsen jegliche Hoffnung auf Qualität („Jippie Yeah!“, „Cooler Fuckin‘ Sound“, „Beatbox Rocker“). Es passt musikalisch nicht hundertprozentig, aber will irgendjemand eine Mischung aus Alcazar und Bloodhound Gang hören?
WeiterlesenUntitled
Wie sang Bruce Cockburn vor rund 25 Jahren in „Laughter“:
„Let’s hear a laugh for the man of the world
who thinks he can make things work
tried to build the New Jerusalem
and ended up with New York.“
Alles falsch – das neue Jerusalem ist Mannheim.
Xavier Naidoo hat in Offenbarung 21,16 den passenden Vers dazu entdeckt und verkündet in „Sie ist im Viereck angelegt“ seine Erkenntnis: Aha, Mannheim ist also Zion.
WeiterlesenAnnihilator: Waking The Fury
Bei „Waking The Fury“ geht es mir wie bei allen Annihilator-Scheiben – die wirklichen Nackenbrecher wie „My Precious Lunatic Asylum“ sind mir ein Stück zu heftig und bei den Kommerzhappen wie „Nothing To Me“ oder „Striker“ fällt es mir immer ein bisschen schwer zuzugeben, dass ich sie gut finde.
WeiterlesenPeppy Jones: Androidenphilosoph
Eine pausbäckige Sonne mit blauen Kulleraugen auf dem Cover? Alarm! Sowas hat man in den 70ern als Flicken auf Kinderhosen genäht. Und auf CD-Covern kann das auch nichts Gutes bedeuten. Ein neues Kindermusical von Peter Maffay? Schlimme Schwurbel-Psychedelia? Oder halt irgendwas Selbstgebasteltes?
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